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Die Grünen steuern also die jungen, unverbrauchten Webfiguren an - Mitbestimmung schon bei der Auswahl der Plakate...

An sich ja eine gute Idee, vermittelt die Vorgehensweise doch das Gefühl der Bürgernähe, unmittelbarer Demokratie, Offenheit der Grünen für ihre Zielgruppen. Andererseits könnte man sich aber auch fragen, ob nicht doch die Partei ihre Linie vorgeben sollte, anstatt der Wählerschaft anzubieten: "Ihr sagt uns, wer wir sind, und wir tun so, wie ihr wollt!".

Das ist natürlich etwas überspitzt formuliert, aber ein übertriebenes Mitbestimmungsrecht fördert freilich nicht unbedingt das Vertrauen in die Politik. Letzter Beweis hierfür war das Projekt "Volksbegehren EU-Vertrag" der SPÖ: plötzlich musste man sich als völlig Ahnungsloser fragen, ob man für einen EU-Vertrag ist, oder dagegen. Und was steht da überhaupt drinnen?

(Ganz abgesehen davon: Wie stimme ich gegen den einen, auf alle Fälle aber für einen anderen Punkt des Vertrages? Eine absolut populistische Idee, dieses Volksbegehren, nicht durchdacht, schlichtweg eine Frechheit...)

"Orientiert" haben sich die meisten zu schnell Gefragten dann an den Aussagen ihrer Lieblingspartei (gewählt wird schließlich nicht rational - wie auch, ohne Ahnung der Fakten?-, sondern der Bauch entscheidet). Teilweise sogar vollkommen überzeugt! Lacherlich! Jeder, der nicht aufgrund seiner Ausbildung oder Bildung sonstiger Art dazu definitiv befähigt ist, muss bei klarem Menschenverstand angesichts dieser Ratifizierungsaufgabe zugeben, dass es nicht möglich ist, darüber eine Aussage zu treffen.

Aber was, wenn die Partei gar keine Meinung hat, sondern plötzlich nach unserer Einschätzung fragt?

Ich wähle ja schließlich eine Partei, die dann für mich arbeitet, der ich mein Vertrauen schenken kann, dass sie in meinem Sinne handelt. Ständige Abstimmungen will ich mir ja so vom Leibe halten.

Ich hoffe also, liebe Grünen, dass diese Orientierung gen Mitbestimmung nicht so weit geht, dass ich mich in Zukunft damit auseinandersetzen muss, ob die Grünen weiterhin auf Grüne Politik setzen, oder doch den einen oder anderen Punkt von irgendeiner anderen Partei kopieren sollte. Ich hoffe, sie werden sich an ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung, sowie der eigenen Überzeugung orientieren. Einen Barometer erhält man dann ohnehin anhand der Stimmenverteilung - und die soll dann auch akkzeptiert werden.

Gleich wie eben Wähler das Wahlergebnis akkzeptieren sollten, und nicht ständig nach Volksbegehren lechzen...

Machen Sie uns also ein klares Angebot, das wir annehmen oder auch nicht. Falls ja: setzen Sie es durch, arbeiten Sie erbarmungslos im Sinne dieses Programmes. Das wäre ehrliche Politik.

Und denken sie an das Ziel jedes ernsthaften, nicht Macht-oreintierten politischen Handelns: ein Kinderlächeln!



Mit freundlichen Grüßen,

ihren Kernfragensachverständiger

http://ponyhof08.wordpress.com

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    Es gibt ja schon eine...
    Warum bloss zwingt ihr Euch so sehr, die Welt so zu...
    Louis Ferdinand Senil (Gast) - 12. Sep, 19:26
    Mag.
    Vorerst einmal nur danke fuer Idee und Diskussion.
    Judith White (Gast) - 9. Sep, 22:26
    Warum Städte? Dörfer...
    Lieber Christoph, ähnliche Ideen wälze ich...
    Franz Nahrada (Gast) - 8. Sep, 22:53

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