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Thomas (Gast) - 18. Nov, 08:42

Frage...

Ich bin ja absolut für eine grüne Regierungsbeteiligung, nur bitte erlaub mir diese Frage:

Warum soll man als Wähler den Unkenrufern, dass es die Grünen in der Regierung
genauso zerbröseln wird wie die Blauen, nicht glauben. Wenn es jetzt schon offensichtlich
ist, dass grüne Personalentscheidungen von hochrangigen Grünen kritisiert werden.

Dass der Bundeskongress für den einen "einer der Besten" war, für den anderen eine
"Niederlage der Politikfähigkeit". Ich will absolut nicht drauf eingehn wer Recht hat, aber
für Aussenstehende gibts da schon Jahre vor einer eventuellen Regierungsbeteiligung
Spannungen, die in einer Regierung doch nur verstärkt würden...

stefan (Gast) - 18. Nov, 21:00

selbstheilungsprozess

ich finde dass es wichtig und richtig ist, die bestehenden umstände - auch die innerparteilichen - zu kritisieren, wenn man mit ihnen nicht einverstanden ist. natürlich hat das seine nachteile, - dass zb. die wähler verunsichert werden, oder wie es beim extrembespiel fpö der fall war, zu einer spaltung der partei geführt hat.

aber würde das nicht passieren, dann würden die grünen ebenfalls eine partei sein, in der alle an einem strang ziehen - nicht weil sie der meinung sind, dass sie das richtige tun - sondern weil es alle tun. gerade diese unterschwellige verlogenheit auf die innerparteiliche harmonie ist es ja, die die wähler an anderen parteien so kritisieren.

meiner meinung nach können die grünen durch herrn chorcherrs kritik an der eigenen partei nur gewinnen: vielleicht nicht an macht, aber wenn etwas falsch läuft, und das geht durch - dann wären die auswirkungen auf lange zeit sicher fataler, als ob man versucht, diese unstimmigkeiten gleich (gleich ist - laut cc's aussage - allerdings relativ) auszumerzen.

ich habe halt das gefühl, dass bei den krisen in anderen parteien immer nur einzelpersonen ausbrechen, die die zustände nicht mehr ertragen, und anprangern - und die nehmen dann relativ schnell ihren hut und verschwinden von der bildfläche, womit ein symptom erfolgreich ausgemerzt wäre, und ein innen kaputtes system nach aussen weiterhin "funktioniert".

jetzt wird sich zeigen:
a) verschwindet cc ebenfalls schnell von der bildfläche und die sache wird mit ausreden abgehandelt, dann sind die grünen nicht besser als jede andere partei. oder es kommt zu einem partei-split. das ist wohl das schlimmste szenario.
b) die grünen erkennen ein problem, geben das zu und versuchen, das es konstruktiv zu lösen: dann sollte das eigentlich zu einem vertrauensgewinn durch die wähler führen, weil die das gefühl haben, dass eine partei die probleme nicht verschweigt sondern bereinigt. das beste szenario.
c) chorherr bleibt und verstummt, aber es ändert sich nix: dann repräsentiert wohl die mehrheit die partei treffender, und chorherr ist in der falschen (und hat folglich unrecht - keiner ist unfehlbar). das "alles bleibt beim alten"-szenario.

so seh ich das. ich begrüsse die meinungsvielfalt innerhalb einer partei, den mut, fehler zuzugeben (auch wenn das ja gar nicht passiert ist, aber es kann hoffentlich noch werden), vor weiterentwicklung und veränderung nicht zurückzuschrecken &ct. ich denke, wenn die grünen das richtig hinbiegen, ist das keine hürde, sondern eine chance. ich hoffnungsloser optimist ich.

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