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DMRosenauer - 19. Nov, 18:22

Grüne quo vadis?

Ich habe heuer nicht grün wählen können, weil ich zum Wahltag nicht in Wien war. Wie ich höre haben wir dieses Gesetz der SPÖ zu verdanken, ok. Aber scheinbar war ich nicht der einzige, der nicht grün gewählt hat und nicht da war. Wie sonst ist diese andauernde Wiederholung des immer gleichen Umfragengewinners Grüne zu verstehen? Sind die Grünwähler zu faul um wählen zu gehen? Oder können die Grünen die Wähler nicht ausreichend motivieren, ihnen ihre Stimme zu geben. Ich fürchte letzteres.

Woran liegt das?

Ich habe ein paar Gedanken zu diesem Dilemma:

1) Die Grünen dürfen nicht versuchen die bessere KPÖ zu sein und die SPÖ links zu überholen. Dort ist nicht genug Platz und es kommen nur Kleine durch.
2) Wir müssen uns ansehen, wer unsere WählerInnen sind: Das sind in der Mehrzahl die gebildeten, jungen, toleranten, weltoffenen, wohlhabenderen bzw besser verdienenden StädterInnen. Für die müssen wir Politik machen. Es hat keinen Sinn, eine Zielgruppe besonders anzusprechen, die uns nicht wählt und für unsere Wähler keine greifbaren Forderungen zu haben (Grundsicherung).
3) Die Grüne Steiermark und das Burgenland war personell möglichst falsch besetzt. Wahlen werden mit Personen gewonnen. Das zeigt am deutlichsten der Umstand, dass seit VdB die Grünen auch im Bund Wahlen gewinnen.
4) In Wien ist einiges schief gelaufen, aber vor allem glaube ich, dass Vassilakou leider nicht die optimale Besetzung für die Partei war. Die Themen, die Plakate und die Message (Chefin in Wien!!!) waren unterm Hund. Die Werbeagentur machen zu lassen und dann im Finish keine der Vorschläge umzusetzen ist vielleicht nicht das klügste
5) Basis ist etwas wunderbares. Ohne Basis steht nix. Aber ist es wirklich so klug, jede Entscheidung durch stundenlange Diskussionen zu killen?
6) Die kommenden NR Wahlen werden zur Zerreißprobe für die kleineren Parteien. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden sowohl SPÖ als auch ÖVP zulegen nach dem Motto "SPÖ bzw ÖVP verhindern - ÖVP bzw SPÖ wählen". Im Endeffekt ist die Wahrscheinlichkeit einer großen Koalition groß. Unsere Aufgabe sollte es sein, genau davor zu warnen. 80% Mehrheit im Parlament wären der Tod für die Demokratie. Das muss den ÖsterreicherInnen klar werden. Ich glaube, dass wir nur dann, wenn wir die Leute davon überzeugen, uns zu wählen um UNS in der Regierung zu haben, vor der Bedeutungslosigkeit gerettet werden können.

Nein ich bin kein Meinungsforscher, aber mit Verlaub: So richtig wie deren Prognosen ist meine Vermutung leicht :-)

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