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Gérard (Gast) - 19. Nov, 19:16

Grüne Parteispaltung JETZT

Ein Monat ist seit der Wiener Wahl vergangen und bei den Grünen schauts (nach dem Bundeskongress) schlimmer aus als je zuvor. Ich vermute das, weil ja nach außen üblicherweise viel weniger durchdringt als im Inneren wirklich los ist.

Problem Nr.1: Den Grünen fehlt momentan ein klares, für eine große Wählerschaft nachvollziehbares Profil. Ein bissl von allem ist definitiv zu wenig.
Problem Nr.2: Innerparteiliche (Richtungs-)Kämpfe sind der Anfang vom Ende einer Partei. Die Wählerinnen wissen so vor einer Wahl nicht, wen oder was sie eigentlich wählen.
Problem Nr.3: Was die Grünen von anderen Parteien primär unterscheidet, ist die fehlende Zielgruppenorientierung. Warum wählt man eine Partei? Weil man für sich, seine Lebensumstände, seine Zukunft verbesserte Rahmenbedingungen haben will. (SP: Arbeiterrechte, soz. Absicherung - VP: Bauern- und Gewerbeförderung, Schutz der "Eliten" - FP: Ausländer raus)

Warum wählt man die Grünen? Aus altruistischen Gründen! Umweltschutz, Grundsicherung, Verkehrspolitik, "Homo-Ehe", Minderheitenrechte, Frauenförderung etc etc -- in den seltensten Fällen sind diese Inhalte für einen persönlich "von Nutzen", vielmehr nützen sie der gesamten Gesellschaft bzw. Teilen davon. HIER LIEGT DER HUND BEGRABEN!

Die Grünen brauchen endlich ein pragmatisches, realistisches Profil, damit sie um ihrer selbst willen, von deutlich mehr als den 10%, die jetzt ö-weit möglich sind, gewählt werden. Eine +/-10%-Partei als Juniorpartner in einer Regierung sitzt immer am kürzeren Ast, kann nur faule Kompromisse schließen und wird über kurz oder lang Wählerinnen verlieren!

Weiters: Die "Fundis" in der Partei, die meiner Beobachtung nach weit mehr Lärm machen, als sie tatsächlich in der Öffentlichkeit Unterstützung haben, sollen höflich aber bestimmt gebeten werden, sich doch bitte der KP anzuschließen. Dort sind sie besser aufgehoben und - das ist gar nicht zynisch gemeint - dort können sie ihre Ideen (siehe Graz) viel eher umsetzen als bei den Grünen. Besser jetzt, 11 Monate vor den NR-Wahlen, eine Spaltung mit kurzem aber heftigem Schrecken, als endlose innerparteiliche Streitigkeiten mit schrecklichem Ende!

Gérard (Gast) - 19. Nov, 19:41

PS:

Um in meinem obigen Eintrag nicht missverstanden zu werden: die Grünen sollen selbstverständlich NICHT ihre Positionen und Grundhaltungen zu gesell. Fragen aufgeben. Um für eine größere Anzahl an Menschen attraktiv zu werden, müssen aber Inhalte, die "persönlich von Nutzen" sind, aufgenommen und im Wahlkampf in den Vordergrund gestellt werden.

Z.B. Echte Bildungspolitik, Verkehrspolitik, Förderung von Niedrigenergiehäusern. -> Konkreter Nutzen für eigene Kinder, Lebensqualität, Häuslbauer

Wenn die Grünen dann in der Regierung sind, dann können die Anliegen, die nur wenige Menschen persönlich betreffen, umgesetzt werden. Schüssel hat schließlich seine Wahl auch nicht gewonnen, indem er Studiengebühren angekündigt hat!
DMRosenauer - 20. Nov, 13:47

Ich teile Ihre Bedenken

(siehe oben) aber komme zu einem gänzlich anderen Schluss. Das *letzte* was die Grünen jetzt brauchen ist eine Spaltung. Die gab es bereits einmal (mehr oder weniger - VGÖ, Die Grünen) und die hat beiden Parteien nichts gebracht, außer Schwäche. Ja, ich weiß schon, dass die Grünen und die VGÖ früher nicht zusammengehörten, es also keine Partei*spaltung* im engeren Sinn war, aber der Effekt ist der selbe.

Wenn die Grünen sich jetzt in die RealoGrünen und die FundiGrünen spalten, wird mindestens eine der beiden Parteien das Los der FPÖ/BZÖ ereilen. Bitte auch das LIF nicht zu vergessen.

Ich sehe kein Problem darin, wenn es in einer Partei unterschiedliche Strömungen gibt. Die gibt es in jeder Partei (zumindest intern). Es ist aber wichtig, nach außen hin geschlossen aufzutreten. Das ist eine Sache von politischer Intelligenz und nicht Konformismus. Die Grünen hatten bereits das Image des zerstrittenen IrrealeHaufens und haben sich mühsam erkämpft, politisch halbwegs ernst genommen zu werden. Diese Debatte hat sehr viel schädliches Potenzial für die Partei. Und es besteht die Gefahr, dass die Gewinner nicht die Grünen, sondern die "Mitbewerber" sind.

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