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Gérard (Gast) - 21. Feb, 20:30

Jo'burg - nix Neues?!

Ich hab schon länger nicht mehr in diesen Blog geschaut - und siehe, eine neue Themenstrecke! Ich war vor rund 10 Jahren im Rahmen eines mehrmonatigen Praktikums in Jo'burg und habe damals die Stadt fürchten und das Land lieben gelernt.

Denn Johannesburg ist nicht SA, das Land und die Menschen sind - trotz ihrer Geschichte - faszinierend und wunderbar. Nur Jo'burg ist wahrlich die Hölle auf Erden, offenbar hat sich das keineswegs gebessert. In meiner grenzenlosen Naivität (oder Unbekümmertheit) wollte ich gleich am ersten Wochenende nach meiner Ankunft nach guter Wiener Sitte die Stadt zu Fuß erkunden - na, denkste! Nach kaum zehn Minuten war ich (und ein Freund) von einer Gruppe Jugendlicher mit gezückten Messern umringt und in wenigen Sekunden Geld und Kamera los. - Und da ist es uns noch gut ergangen, wie wir dann hören mussten! Morde für Nichtigkeiten sind die Regel. Bei roten Ampeln muss man immer damit rechnen, dass jemand die Autotür aufreißt und dich herauszerrt und mit dem Auto davonrast!

Die Konsequenz unseres Erlebnisses war, dass wir von da an auch nicht mehr zu Fuß gingen, sondern brav wie alle - die nicht vollkommen am unteren Ende der Gesellschaftsleiter waren (nicht alle Schwarzen sind gleich!) - jede noch so kleine Distanz mit unserem gerenteten Wreck (das gabs damals schon, die Autos sind vermutlich noch dieselben ;-) zurücklegten.

Weitere Folgen sind natürlich das Einigeln in Wohn-, Arbeits- und Freizeitghettos der Wohlhabenden. Alles mit überwachter Zufahrt und hohen Mauern und Zäunen. Es war/ist fürchterlich aber aus "überlebenstaktischen" Gründen nicht anders möglich.

Parallelen sind am ehesten bei us-amerikanischen Agglomerationen mit den riesigen Suburbs zu finden. Auch dort gibts praktisch keinen öff. Verkehr und müssen alle Strecken vermittels Auto zurückgelegt werden. Wohn- und Arbeitsräume sind ebenfalls weit voneinander getrennt. -- Was man daraus lernen kann? Kleinräumige Stadtbezirke fördern bzw. ins Leben rufen. Jede Stadterweiterung (Gasometer oder demnächst Aspern) ist eigentlich ein vollkommender Unfug, da dort alles erst auf der grünen Wiese gebaut werden muss, was es eigentlich schon gibt. -- Warum werden von der Gmoa nicht reihenweise Gründerzeithäuser aufgekauft, abgerissen und neue Siedlungen (autofrei wär gut) errichtet?

coyote (Gast) - 22. Feb, 18:29

Damit es bei uns nicht so wird ...

a little off topic, I know:

www.busundbahn.at
maschi - 23. Feb, 00:01

Off topic

aber gut! Thx.
kreissägerIN (Gast) - 5. Apr, 10:15

also wir sind in johannesburg city spaziert und es ist nicht annähernd etwas unangenehmes passiert (wenn man sich mal an das angestarrt werden gewöhnt hat)
wie soll sich in dieser stadt etwas ändern wenn sich benachbarte stadteile aus angst nicht besuchen sondern wegsperren.

auf alle fälle eine sehr gefährliche stadt aber irgendwer muss den afang machen und wie gesagt wenn man nicht alleine und offen den menschen entgegenkommt stoßt man auf reges interesse und freude dass sich endlich mal wieder ein paar weisse ins viertel trauen....und die erfahrung in diesem new york hoch 10 herumgestreunt zu sein will niemand missen! so - do not panic!

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