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Wiener Verkehrsverhalten ändert sich rapide!

Diese Zahlen sind (auch im internationalen Vergleich) wirklich mehr als beachtlich.
Seit zwei Jahren (für Insider: seit wir an der Regierung sind) steigt die Nutzung des Öffentliche Verkehrs besonders stark an. Ebenso der Radverkehr.
Der Anteil des Autos geht signifikant zurück.

Hier die erste Grafik, das "Schwanzerl" nach oben beachten :-):

grafik21
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(Sample der Erhebung: ca 5000, Auftraggeber Wr Linien)

Eine betriebswirtschaftliche Ergänzung: Trotz der deutlichen Senkung des Preises der Jahresnetzkarte sind die Einnahmen der Wr Linien um 5,7% gestiegen.
Vor allem weil heute der "Absatz" deutlich höher ist, in geringerem Ausmaß wegen der Steigerung der Preise fürs Einzelticket

Hier die prozentuellen Veränderungen seit 2010 (unserem Regierungseintritt):

Grafik11
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(der Fairness wegen sei darauf hingewiesen, dass die prozentuelle Steigerung beim Rad deswegen höher ist, weil die Ausgangsbasis natürlich deutlich geringer als beim ÖV ist)

Ich sehe vier Ursachen für diese tolle Entwicklung.
Für drei ist die Wiener Verkehrspolitik verantwortlich:

1.) Die Verbilligung der Jahreskarte: Diese hat zu einem Boom an neuverkauften Jahreskarten geführt.
(plus 125 000 auf eine halbe Million Nutzer von Jahresnetzkarten)

2.) Die Parkraumbewirtschaftung. Wenn heute in diesen Gebieten deutlich weniger Autos parken heißt das auch (und das ist messbar), dass weniger Autos fahren.

3.) Das grüne Verkehrsressort bemüht sich sehr, Radfahren attraktiver zu gestalten. Neue Radfahranlagen, Radstraßen, mehr Abstellplätze für Räder aber auch die Schaffung eines allgemeinen "Klimas", das Radverkehr als urbane Alternative fördert.

4.) Es gibt einen europaweiten Trend in sehr vielen Städten in diese Richtung (Rad und Öffinutzung steigt, Autoverkehr stagniert oder geht zurück) , der schon lange hohe Benzinpreis, und ein genereller Imageverlust des Autos ist sicher auch eine wichtige Ursache.

Conclusio:
Dem Ziel grüner Verkehrspolitik sind wir deutlich näher gekommen.
Niemals haben wir geglaubt, dass das ohne Konflikte gehen wird.
Jetzt warten große Aufgaben:
+) Dem Fußgänger"verkehr" muss deutlich mehr Beachtung geschenkt werden
+) Teilweise bereits an Belastungsgrenzen stoßende öffentliche Verkehrsmittel müssen ausgebaut und verdichtet werden.
+) Auch beim Radverkehr wird es gerade heuer, im Radjahr, viele Verbesserungen geben.
Gelernt haben wir: Auch trotz beträchtlichem Gegenwind u.a. vom Zeitungsboulevard lohnt es sich, für die eigenen politischen Ziele zu streiten.
coyote (Gast) - 22. Jan, 12:01

"Bei Schneelage Aufhebung der Radwegbenützungspflicht" !

Nachdem es nur in wenigen Fällen gelingt, die benützungspflichtigen "Radwegkilometer" auch benützbar zu machen (oft landet das Resultat der Schneeräumung auf diesen) - mal abgesehen von der prinzipiellen Unbenützbarkeit von Mehrzwangstreifen - sollte man, so wie dies mit dem Salzstreuverbot und den Parkvorschriften geschieht, bei Schneelage die Aufhebung der Radwegbenützungspflicht
a) verordnen
b) verkünden !

uleth (Gast) - 24. Jan, 15:54

Die Radwegbenützungspflicht ist automatisch aufgehoben, wenn der Radweg nicht benutzbar (z.B. durch Schneehaufen, Christbäume, etc.) ist. > Also einfach auf der Straße fahren.
Christian (Gast) - 22. Jan, 12:09

Gefällt mir

Ich kritisiere gern, sage aber auch wenn mir etwas gefällt. So wie das hier.

ich selbst bin seit vielen Jahren "autolos", Jahreskartenbesitzer (Viel-Öffi-Benutzer) und Kunde von mittlerweilen 2 Carsharing-Unternehmen. Das ist nicht nur finanziell besser, sondern spart vor allem auch Nerven.

In meiner Gegend ist der Verkehr massiv zurückgegangen, wohl wegen dem Parkpickerl oder auch deswegen, weil die Leute draufgekommen sind, dass wir hier (1140 Baumgarten) eine Menge Öffis zur Auswahl haben.

Meinen Wunsch wiederhole ich auch noch: Die Innenstadt muss völlig (Individual-) autofrei werden. Das gäbe unter anderem dem Tourismus massiven Aufschwung! Noch zwei Buslinien und fertig. :o)

Johannes (Gast) - 22. Jan, 12:30

Job-Ticket

Ich weiß, dass es nicht wirklich das Wiener Verkehrsthema betrifft, sondern bundesweit geplant ist. Aber gibt es etwas Neues zur Einführung des Job-Tickets? Soweit ich weiß, kann der Arbeitnehmer steuergünstig die Jahreskarte übernehmen. Stimmt das, oder ist das eine Fehlinformation?

nömix - 22. Jan, 13:17

»seit wir an der Regierung sind«

.. naja, »in der Regierung« wär vielleicht bissel bessere Formulierung.
Ansonsten d'accord, was die Grüne Verkehrspolitik in Wien betrifft. Bitte weiter so.

stefanct (Gast) - 22. Jan, 14:10

die 2. grafik beleuchtet das ganze etwas gar positiv in richtung "seit 2010 ist alles besser", weil die änderungen im 0-punkt (also 2010) mit 0% angenommen werden. das ist allerdings verzerrend, denn auch zw. 2009 und 2010 (und natürlich davor) gab es eine änderung des modalsplits und ich vermute stark in eine ganz ähnliche richtung. was auch nicht ganz klar ist: ob die veränderungen kummalativ sind oder nicht. ich nehme an ja und dann ist das ergebnis wieder etwas weniger spektakulär... alles eine frage der präsentation. die nackten daten ohne mögliche schönfärbung würden mich mehr interessieren (und das sag ich als einer der wenigen, die letzte woche geradelt sind :)

Martin Regelsberger (Gast) - 23. Jan, 10:16

Die Graphik ist anders zu lesen:
2010 = Ausgangswert, hier mit 0% bezeichnet, eigentlich sollte 100 stehen, wie in der Erläuterung: Basiswert 2010=100.
2011 ergeben sich dann entsprechende Änderungen, nicht um die angegebenen sonder auf die angegebenen Werte, wobei jeweils 100 dazuzuzählen wären, also 121,7, 102,8, 100 (keine Veränderung gegenüber 2010), und 93,5
2012 haben wir dann entsprechend 137, 108,3, 100 und 87,1.

Dann werden die Zahlen verständlich. Es leuchtet dann auch ein, dass die Zahlen nicht die jährliche Änderung sondern den Zustand gegenüber dem Vergleichsjahr 2010 darstellen. Was 2009 war, geht aus den Zahlen nicht hervor, aber der Wert für das Fahrrad wäre vielleicht um die 80 gewesen und der fürs Auto um die 105.
asd (Gast) - 22. Jan, 14:10

asd

Tja, dafür hat man unter anderem die Umweltstreifenkarte um 5 Euro teurer gemacht. Da halte ich es für ziemlich scheinheilig, auf die Jahreskarte hinzuweisen.

agschaid (Gast) - 22. Jan, 14:13

fein.

schwer offtopic: ich finde die Autokorrektur-Linie in der ersten Grafik sehr schön :)

Lukas (Gast) - 22. Jan, 17:13

Schnee und Rad

Bitte auch den Wienflussradweg räumen, wochenlang sperren ist eine Frechheit und die Alternativroute über die Auhofstrasse ist eine Zumutung.

Zeus (Gast) - 22. Jan, 21:37

Gratulation! Das freut mich als Wiener Bürger :)

Metepsilonema - 23. Jan, 16:38

Der Anteil des Autos geht signifikant zurück.

Was meinen Sie mit signifikant? Etwa statistisch signifikant? Dann geben Sie doch bitte den zugehörigen p-Wert und die Irrtumswahrscheinlichkeit an. Ansonsten ist das eine völlig leere und irreführende Behauptung.

Wolfgang (Gast) - 23. Jan, 21:13

Hehe, die Rechtschreibprüfung

Das Wort "Öffis" gibts nicht. :)

a.m. (Gast) - 24. Jan, 21:43

Und deswegen sollen nun die Wiener Linien teurer werden?

bitte um Antwort, wie lange dieses Preisniveau gehalten wird.

Es gibt auch sozial schwache Familien. Die Löhne federn die ganzen Preistreibereien (Lebensmittel, ...) gar nicht mehr ab. Wieso wollen dann die Grünen die Wiener Linien teurer machen?

seb (Gast) - 28. Jan, 14:18

Was sich aber durch den Regierungseitritt der Grünen nicht geändert hat:

Die Einpendler bleiben in diesen Modal-Split-Statistiken wie immer nicht berücksichtigt. Und dort liegt die wahre Baustelle in der Verkehrsproblematik dieser Stadt, die sich auch durch rein ordnungspolitische Maßnahmen wie dem Parkpickerl auf der Marswiese nicht lösen lassen wird.

Zumindest nicht solange, bis es kein schlüssiges Gesamtkonzept gibt, dass z.B. ein ernstzunehmendes Bekenntnis zum S-Bahn (auch hier Stichwort Belastungsgrenzen) und Busausbau in der Region beinhaltet, oder auch Parkraumbewirtschaftung dort, wo es am meisten brennt (z.B. der Mega-Einpendlerbezirk Favoriten).

Die Bahn hat hier wirklich eine enorme Qualitätsverbesserung die letzten 10-15 Jahre hinter sich, aber der Plafonds zu dem was machbar ist, ist noch lange nicht erreicht. Eine Umschichtung der öffentlichen Mittel vom U-Bahn- zum Regionalverkehr täte z.B. Not, aber das geht ja die Stadt nach wie vor nichts an.

Gast (Gast) - 14. Mrz, 16:09

Bevölkerungsentwicklung

Kann es nicht vielleicht auch einfach daran liegen, dass es im Jahr 1993 ca. 150.000 Einwohner weniger in Wien gab, und sich viele Zuwanderer kein Auto leisten können oder wollen, bzw. dieses einfach nicht ummelden?
Gast (Gast) - 14. Mrz, 16:09

Bevölkerungsentwicklung

Kann es nicht vielleicht auch einfach daran liegen, dass es im Jahr 1993 ca. 150.000 Einwohner weniger in Wien gab, und sich viele Zuwanderer kein Auto leisten können oder wollen, bzw. dieses einfach nicht ummelden?
coyote (Gast) - 1. Feb, 16:52

Wollt ihr Radler ausrotten ?


peter (Gast) - 1. Feb, 19:43

Zahlen?

Wie schon einige poster vor mir: bei den präsentierten Zahlen und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen sollte man folgendes ergänzen:
Das Jahr 2010 war schwächer in den Radzahlen als 2009, nimmt man also 2010 als Basis, hat man automatisch schöne Steigerungsraten. (Gegenüber 2009 schaune die Zahlen nicht mehr so rosig aus) Wieso also keine längerfristigen Vergleiche, das wäre seriöser.
Als Quelle empfehle ich www.nast.at

Zu den hier angeführten Ursachen für die Verbesserungen: "Verbesserungen der Radinfrastruktur": konnte ich außer dem Wienflussradweg (Vor den letzten Wahlen) und dem Ring-Außenweg (der im Übrigen in Radlerkreisen in Details stark kritisiert wird) nicht viel sehen.
"Radstraßen" haben angeblich auch zur Steigerung des Radverkehrs beigetragen: Welche Radstraßen?
Michael (Gast) - 2. Feb, 00:06

Das gibts ja gar nicht

Wie ist das rechtlich: ist der Veranlasser dieser oder ähnlicher Markierungen bei einem Unfall mithaftbar?

das wäre ja, wie wenn man auf einer Autobahn ohne weitere Info die Spuren auf die Hälfte verschmälert.
Martin Regelsberger (Gast) - 23. Jan, 09:52

Sehr löbliche und offensichtlich Erfolgreiche Arbeit. Es kann alles nur schrittweise gehen und braucht seine Zeit, sonst werden die Widerstände zu groß. Ein paar Erleichterungen für Radfahrer gäbe es noch:
1) Rechtsabbiegen bei Rot (in Frankreich erlaubt, in Stockholm fahren Radfahrer überhaupt bei Rot und Autofahrer werden langsamer, wenn sie das sehen - selbst mehrfach erlebt, ist aber in Wien noch zu früh);
2) Aufhebung der Benützungspflicht von Radwegen, für Schnellfahrer sind die oft unbrauchbar, für Radfahrer von auswärts, wie mich, nicht auffindbar, zugeparkt (Lieferverkehr) undurchsichtig geführt, von Fußgängern genutzt...
3) Winterradfahren massiv bewerben, es gibt beste Winterausrüstung, man muss sie nur kennen; (ich weiß, Christoph, Du fahrst eh auch im Winter). Wenn das ganze Jahr um Radfahrer auf den Straßen unterwegs sind, gewöhnen sich die Autofahrer und die Radfahrer besser daran, dass das Rad nicht nur ein wunderbares Freizeitgerät sondern auch ein effizientes Verkehrsmittel ist.
4) Ausweitung von Tempo 30 (mittlere Pkw-Geschwindigkeit in Wien um 15 km/h), eventuell Ausrüstung aller städtischen Fahrzeuge und Taxis mit Tempomaten und T30 und T50 Schalter (Vorschlag Karl Reiter, FGM-Amor)
5) Offiziell andere rollende Geräte, wie Inlineskates, Einrad, Skooter... zulassen;
6) die Bahn überzeugen, dass sie Fahrräder transportieren muss, Bahn und Fahrrad, und zwar doch am liebsten das Eigene, sind eine ideale Kombination für den Intercity-Verkehr: mit dem Fahrrad zum Bahnhof, im Zug in die nächste Stadt, dort mit dem Fahrrad ans eigentliche Ziel. Schneller, sicherer und bequemer geht es nicht mehr, außer dass die Bahn diese Möglichkeit boykottiert. Im Railjet, der nicht nur deswegen eine Katastrophe ist, gibt es überhaupt keinen Stellplatz mehr. Ich weiß, es gibt Falträder, die man, vorausgesetzt man hat eine Tasche dafür, als Gepäckstück mitnehmen kann. Aber ist das wirklich die einzige Antwort?
7) Entgegen der Initiative "Fairness auf der Straße" wie beim Golf oder beim Go den Schwächeren einen Vorteil geben, damit sie auf gleicher "Augenhöhe" mit den viel gefährlicheren und stärkeren Autos am Verkehr teilnehmen können.

Also, macht weiter so, verbessert die Bedingungen und fördert den Umweltverbund. Alles Gute!
Martin

cora (Gast) - 2. Feb, 18:37

in den Graphiken wurde das rapide Bevölkerungswachstum nicht mitberücksichtigt

zugezogene verwenden in erster Linie zuerst Öffis, und legen sich erst später ein Auto zu.
natürlich tragen diese Maßnahmen auch dazu bei, aber die Gewichtung ändert sich rapide

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