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maschi - 14. Feb, 17:10

Vielfalt und Gleichheit.

"... einem breiten, qualitaetsvollen oeffentlichen Schulwesen sowohl die ausreichenden ressourcen zu geben, aber auch genuegend Freiraum fuer Vielfalt, Experimente und "Kundenwuensche" (z.b. ganztaegige Betreuung oder flexiblere Ferienregelungen) ..."

Das einzige Problem an diesem Satz ist für mich das Wort "öffentlich".

Kurzer Ausflug in die Maschi-Philosophie: "vielfältig" ist - wie mans auch dreht und wendet - ein Gegenpol zu "gleich" - und im übrigen auch ein Gegenpol zu "demokratisch" und "öffentlich". Im Zweifel ist der Erhalt der Vielfältigkeit aber ein noch wichtigerer Wert als das Streben nach Gleichheit. Philosophie Ende und zurück in die konkrete Welt.

Was wollen wir denn? Ich denke, wir wollen eine vielfältige und experimentelle Schule, die sich weiterentwickelt, weil sie sich an einer sich stetig ändernden Umwelt und den sich damit entwickelnden "Kundenwünschen" orientiert. Gleichzeitig wollen wir faire Chancen für alle. Und nicht nur für jene, deren Eltern "es sich leisten" können.

Ich habe vor einiger Zeit gelesen, leider weiss ich nicht mehr wo, dass wir für unser öffentliches Schulsystem in Österreich pro Kind bereits etwas mehr ausgeben als die international angesehensten, privat geführten und "alle Stückel spielenden" "Eliteschulen" pro Kind kosten. Wenn das auch nur einigermassen stimmt, sollte es jedem Verfechter eines öffentlichen Schulsystems massiv zu denken geben, denn: Gesetzt den Fall, wir würden

a. das Geld, das wir heute schon für öffentliche Schulen ausgeben den Eltern in Form eines Schulschecks in die Hand drücken
b. gesetzlich festlegen, dass über den Wert des Schulschecks hinaus Schulen für 6 bis 19-jährige kein zusätzliches Schulgeld kassieren dürfen
c. gesetzlich festlegen, dass alle österreichischen Schulen mit Öffentlichkeitsrecht 6 bis 15jährige Kinder, die die Aufnahme beantragen nicht abweisen dürfen...

ja, gesetzt den Fall, was würde dann passieren? Der oben zitierte "Kapitalismus" würde wissen, dass hier Nachfrage besteht. Und diese Nachfrage mit Schulen befriedigen, die in vielfältigster Art und Weise gestaltet sind und denen in Summe gemein ist, dass sie die weltweit begehrtesten, bestausgebildetsten, sowohl sozial als auch ökonomisch denkenden Menschen hervorbringen. Bei fairen und gleichen Chancen für alle.

Sowas würde ich unter schlauen "politischen Rahmenbedingungen" verstehen: Ein Gesetz mit maximal drei Seiten Länge.

Ferro2 (Gast) - 16. Feb, 14:36

War vom Lingens im Profil und bezog sich m.W. auf die Situation in Spanien.
maschi - 16. Feb, 16:11

Danke an Ferro2

Auf die Art konnte ich es nun recherchieren, was ich da genau gelesen hatte, es war tatsächlich ein Lingens-Artikel. Ich zitiere im Folgenden aus dem am 2. 1. 2007 erschienenen Kommentar "Für Dumme kostenlos":

"Ich habe seinerzeit angesichts der PISA-Diskussion erhoben, was der österreichische Staat pro Schüler ausgibt: pro Jahr nur um ein paar hundert Euro weniger, als ein internationales College in Marbella kostet, das, im Gegensatz zu einer österreichischen AHS Ganztagsunterricht mit nicht mehr als zwölf Kindern pro Leistungsgruppe anbietet - und dabei Gewinne macht."

Also, es sind ein paar Hundert Euro mehr, allerdings bei wesentlich besserem Angebot (12 Kinder, Ganztag). Man kann sicher alle möglichen Argumente hinsichtlich Vergleichbarkeit der Preise einbringen, ich fürchte aber unterm Strich wird das an der Essenz der Analyse eher wenig ändern...

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