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teacher - 2. Dez, 12:33

Gratuliere. Die wiki-Entscheidung ist eine schöne Antwort auf das fehlende Skriptum.
Leider kennen 90 % der Lehrer wikis gar nicht (oder Blogs, Lernplattformen etc.).
Warum?
Weil es keinen Anreiz gibt, sich damit zu beschäftigen. Diejenigen, die es tun, machen das auf eigene Kosten in ihrer Freizeit und bekommen keine Unterstützung, ihr Wissen auch einzusetzen. Nur Gegenwind und Probleme.
Wir bekommen Lehrbücher geschenkt, Kreide und Tafel. Also nutzen wir es auch.
Wir bekommen keine Fortbildungen, die uns ins EDV-Zeitalter beamen würden und auch nicht die entsprechende Infrastruiktur (W_LAN, Notebooks, Software ...), also?

Zur Freiheit der Schulen: Ja, bin ich dafür. Aber die Kämpfe innerhalb der Lehrerschaft, wohin die richtigen Wege führen werden, möchte ich nicht erleben müssen. Wir wissen nicht, was gute Schule ist, es gibt dazu in Öst. keinen Konsens.

cc - 2. Dez, 14:42

was ich nicht verstehe

lieber teacher,
es gibt Fortbildungen zu hunderten, die all das lernen lassen, was v.a. in Computerbereich notwendig ist.
Warum muss man warten, bis eine Fortbildung ANGEBOTEN wird?
Ist es nicht Aufgabe der Schule, zumindest zu versuchen, die Lust am selber weiterdenken-weiterlernen zu wecken?
Und wie wars bei mir beim wiki?
Ich wusste, dass es das gibt, hatte Lust es zu probieren. Hab mich mal mit einem klugen Kopf (helge) getroffen und es dann in der Klasse vorgestellt.
Ohne es zu wirklich zu können!!
Und siehe da, zwei Hände schossen in die Höhe auf meine Frage, wer sich mit wikis auskenne.Die haben dann auch Verantwortung übernommen.
Das der "Lehrer" da vorn auch etwas nicht kann, weiss, muss doch kein Nachteil sein?
Ich kann jetzt sagen: Mit wikis selber machen, kenn ich mich jetzt besser aus.
Weil wirs probiert haben.
Was ich mich grundsätzlich frage:
Warum wirken so viele Schulen als das Gegenteil eines Ortes, wo Lernen ausprobiert wird?
Gérard (Gast) - 2. Dez, 17:19

...mal mit Lehrern reden!

Ich bin zwar selbst keiner, kann aber auf Berichte aus erster Hand aus dem Bekanntenkreis zurück greifen, was bei Politikern, Journalisten und Bildungstheoretikern offenbar nicht der Fall ist. Dann würde man nämlich die wirklichen Ursachen von Unterrichtsproblemen erfahren, die durchaus nicht mit dem Wundermittel "Gesamtschule" aus der Welt geschafft werden können:

- administrative Überfrachtung des Lehrberufs, dadurch geht schon viel Zeit verloren, die für Vorbereitung oder Fortbildung genützt werden könnte
- null Anreiz für besonders engagierte Lehrer, die zB. neue Methoden ausprobieren oder selbst Unterrichtsmaterial herstellen (fürs offene Lernen nötig)
- steigende Schwierigkeiten, überhaupt zum Unterrichten zu kommen, da immer häufiger zunächst persönliche Probleme der Kinder gelöst werden müssen ("sozial auffällige" Kinder)
- mangelnde Voraussetzungen (Sprachdefizite, Kinder aus sog. bildungsfernen Schichten, desinteressierte Eltern etc.)
- nicht zuletzt mangelndes Geld, einerseits die Basisfinanzierung der öff. Hand, andererseits die nötigen, privaten Zuzahlungen für neue Unterrichtsmethoden (Material, Exkursionen, Geräte etc.)

Mich nervt zusehends die Selbstgerechtigkeit so vieler Politiker und öffentlicher Meinungsmacher (inkl. der unzähligen "Bildungsexperten" im Land), die alle vorgeben zu wissen, wie's geht. Tatsächlich sollte man viel öfter auf Lehrerinnen und Lehrer hören - denn die wissen wirklich, woran es krankt!
teacher - 2. Dez, 20:04

Danke, Gérard, kann ich unterschreiben.
Lieber cc, was nützt es, dass wir uns hier einig sind. Die Mehrheit der Lehrer wird uns nicht folgen. Ich kenne z.B. an der Uni Wien mehrere Didaktik- und Pädagogikprofessoren, die dieses Web2.0-Zeug für Blödsinn halten und andere, die GBL (game based learning z.B. mit den SIMS) in die Klassen bringen wollen. Wer hat jetzt recht?
Die LehrerInnen suchen sich halt aus, was sie für brauchbarer (oder einfacher, sicherer, kommunikativer ...) halten ... und viele halten im Zweifelsfall an den alten (bewährten) Methoden mit Buch und Heft fest.
Wikis, Podcasts, Weblogs, ePortfolios etc. das klingt ja herrlich modern (und ich mag das!), aber ob es effiziente Unterrichts-Tools sind, das muss erst erwiesen werden.
maschi - 3. Dez, 09:32

Weitestgehend ignoriert

wurde ja mein obiger Beitrag zum Thema, in dem ich die Ansicht vertrete, dass "öffentlich verwaltete Schulen" einfach kein sehr guter Nährboden für guten Unterricht sind - CC fragt sich weiterhin, "warum so viele Schulen als das Gegenteil eines Ortes wirken, wo Lernen ausprobiert wird". Vielleicht ist eine sehr persönlich gehaltene Ergänzung dazu lesenswert und in all seiner Tragik auch kurzweilig: My teachers and me.

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