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wolfgang (Gast) - 11. Jun, 11:33

raunzn

wenn ich mir die kommentare so anschau, dann is da v.a. eine grosse raunzerei zu bemerken. warum sind die grünen so und nicht anders. warum schaun eva und maria so komisch aus und kleiden sich nicht anders. warum biedert man sich nicht dem boulvard mehr an????????? also vielleicht liegt das daran dass die grünen 1. auch nur menschen sind und zweitens wären sie anders wären sie nicht die grünen bzw. dann würde genauso gmatschkert.

natürlich gibt es einiges was anders laufen sollt - zb. ein neues junges gesicht nebst vdb und eva. aber grundsätzlich liegen die grünen nicht so schlecht, viele wählerInnen machen halt grad bei grün das kreuzl, weil grün is wis is.

und für alle die es besser machen wollen, steht die tür ja nicht grad verschlossen,odr?

maschi - 11. Jun, 12:13

"selber besser machen" - der spruch ist auf politik nicht anwendbar. ich bin arbeitgeber der herrschaften und raunze daher, wenns mich freut. und dem raunzen folgt dann das feuern, wenns auf dauer nichts nützt. von wievielen raunzern sie unterm strich gefeuert werden wollen, müssen die grünen sich selbst überlegen. und das hängt sicher auch vom verhältnis der raunzer zu den beschwichtigern ab. aber ich oder die anderen raunzer werden sicher nicht ihren lebensentwurf ändern und eine grüne ochsentour anstreben...

kommentare wie diese dienen für mich vorwiegend dazu, einander gegenseitig zu versichern, dass eh alles paletti ist. ist eine variante, kann aber auch gewaltig schiefgehen.
maschi - 11. Jun, 12:18

noch was: was ich nicht verstehe ist, dass so wenige sehen, dass es eine vor allem auch durch den boulevard getragene, stärker werdende bewegung gibt, die im kern - trotz vieler unberechtigter und problematischer ressentiments - eine demokratiebewegung ist.

auf dieser bewegung liesse sich surfen ende nie. machen es die grünen nicht, werden es die nächsten bundes-dinkhofers machen.
Manfred (Gast) - 11. Jun, 13:43

Menschen...

Natürlich sind politisch aktive Menschen auch nur Menschen. Nur weil jemand "in die Politik gegangen ist" ist er/sie doch nicht weggegangen! die sehr reduzierte Sichtweise von maschi teile ich keineswegs. Vergleicht doch mal eine politische Partei mit einer Vereinsstruktur. Es ist bei allen Vereinen die ich kenne so, dass nur eine kleine Hand voll Menschen wirklich Dinge anreissen und vorantreiben. Da kommt die klassische Gruppendynamik mit dem individuellen Sozialverhalten der einzelnen Personen voll zum Zug. Damit das ganze funktioniert müssen aber auch die nicht so aktiven Menschen mitgenommen werden und das auch wollen.Zurücklehnen und zu sagen ich hab mein Kreuzerl gmacht, jetzt bringts mir die Demokratie ans Bett kanns nicht sein!
Auf einer Bewegung surfen klingt für mich Ausnutzen und ist nicht das was ich meine. Boulevard Medien zu ignorieren halte ich auch für fahrlässig. Nur weil die Grünen ihre komplexen Geschichten mit dem Anspruch der allumfassenden Hintergrundinformation an die intelektuelle LeserInnenschaft in Standard und Co bringen wollen, kann nicht der grösste Teil der Medienlandschaft vernachlässigt werden.
sg (Gast) - 11. Jun, 14:14

@wolfgang

ist dein posting ernst gemeint?

wir haben berufspolitiker, die dafür bezahlt werden "gscheite" politik zu machen, dafür haben sie sich mit meiner bzw. unsere kritik auseinander zu setzen sonst gibt's bei der nächsten wahl das kreuzerl eben wo anders.

"aber grundsätzlich liegen die grünen nicht so schlecht"

weiß ja nicht wo du die grünen haben willst, mein wunsch wär in richtung 20%, damit man auch wirklich mitentscheiden/regieren kann. als knapp >10% wird das nix werden.

umso unverständlicher wo die themen ja mehr oder weniger aufglegt sind, verkehrshölle inntal, hohe energiekosten -> entsprechende alternativen, die's seitens der grünen ja aufgezeigt werden aber anscheinend vom wähler nicht wahrgenommen werden, klimawandel etc. etc.

da verliert der spitzenkandidat 1/3 der stimmen und bleibt!?

wie will man da reüssieren?

am boulvard anbiedern

ja, auch wenn's schmerzhaft ist, aber ohne wird's nicht gehen. ich hab eigentlich auch gedacht dass das internet hier große veränderungen bringen wird ist aber leider nur zu einem geringen teil so, anscheinend ist nach wie die überwiegende mehrzahl der bevölkerung nicht in der lage mit diesem medium umzugehen.

d.h. krone und co spielen nach wie eine wichtige rolle als infolieferant.

das dies nicht unbedingt das beste ist, weiß ich schon, aber es ist nun mal so und solange sich hier nichts ändert müssen die grünen halt schauen hier halbwegs vernünftig in erscheinung zu treten (siehe hainburg und die rolle der krone)

exzellente reden bzw. konzepte im parlament oder im landtag vortragen wird halt nicht reichen.

wieso die grünen hier nciht mehr auf direkte demokratie mittels volksbegehren (z.b. verstärkte förderungen für solaranlagen, wärmedämmung etc.) zurückgreifen, versteh ich sowieso nicht
cc - 11. Jun, 14:34

bitte weiterraunzn!

Unterschied zwischen Sozen und Grünen?
Bei ersteren wird gesudert, beu zweiteren geraunzt.
Im Ernst:
Ich gebe maschi in einem völlig recht, im anderen Fall muss ich ihm widersprechen:
Wo er völlig recht hat.
Bitte weiterraunzn.
Für mich ist das notwendige Kritik.
Wo immer ich mich umhöre, und zum Glück sprechen mich viele auf uns Grüne an, es hat sich aus verschiedensten Gründen sehr viel Unmut, sehr viel Enttäuschung angestaut.
Viele versichern mir, uns zwar weiter wählen zu wollen, aber mehr oder weniger als kleinstes Übel; wirklich überzeugt hätten wir viele schon lange nicht.
Gut dass Kritik geübt wird.
Denn sie zeigt, dass die Grünen vielen ein Anliegen sind, dass sie politische Hoffnungen mit uns verbinden.
Wirklich schlimm wirds dann, wenn diese Kritik verstummt.
Wir allen wurscht sind, nach dem Motto: Vergiß Sie einfach.
Und nochmals hat maschi recht.
Wer Kritik übt, muss nicht gleich eine Parteikarriere einschlagen.
nach dem Motto: Wenn Du es besser weisst, dann zeig doch mal.
Sich mit konkreter Kritik (hier) zu melden ist schon viel.
Und sollte uns dazu bringen verstärkt einiges zu ändern.
Wo der von mir sehr geschätzte maschi m.E. nicht recht hat:
Nein, das was der Boulvard gegen "die da oben" täglich an Ressentiment aufkocht, ist KEINE Demokratiebewegung.
Ich kann nur warnen, sich mit Krone oder Österreich allzusehr zu verbinden.
Ganz grundsätzlich:
Ich sehe uns Grüne als klar dem Prinzip der Aufklärung verpflichtet:
Argumente (ja wir sollten manches einfacher formulieren) statt Ressentiment, Diskurs und Kritik statt "Wir gegen Die" .
Ja, dcer Boulvard ist der Boulvard.
Wir werden, können ihn nicht ändern.
Aber:
Wir (die Gesellschaft) kann und muss an der Selbstermächtigung der Menschen arbeiten (Bildung!!), dem Boulvard nicht zu verfallen, und ihm dadurch politische Macht zu geben.
Darf ich diesen wunderbaren Satz von Kant zitieren:
"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit", wobei diese Unmündigkeit "das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines Anderen zu bedienen" ist.
Das ist es!
darauf fusst m.E. auch grüne Politik.
Und deswegen heisst mit dem Boulvard kooperieren, Unmündigkeit zu perpetuieren.
Zur wichtigen Demokratiefrage, die maschi anspricht, möcht ich später einen eigenen Beitrag schreiben.
maschi - 11. Jun, 15:07

danke für das feedback, nur eine ergänzung: natürlich IST es keine demokratiebewegung. aber das ist es ja auch vor allem deshalb nicht, weil man die leute dem boulevard überlässt. was ich meine, wenn ich sage im kern ist das auch eine schwer erkennbare - weil oft gänzlich negativ formulierte - demokratiebewegung, ist, man müsste anfangen zu sehen, dass die emotionen der leute, die sich der österreichische boulevard heute für eigene zwecke zunutze macht (gegen politiker als solche, gegen "priviligien", gegen korruption, gegen brüssel, gegens "drüberfahren" von "denen da oben", für volksabstimmungen...) in vielerlei hinsicht (nicht immer) ins positive ummünzbar wären - weil dahinter steht oft eine tiefe unzufriedenheit mit den derzeitigen partizipationsmöglichkeiten - und für das ausmass an unzufriedenheit eigentlich erstaunlich wenig ruf nach dem starken mann.

um einen teil davon ummünzen zu können - und um vom boulevard erwähnt zu werden, ohne sich mit ihm zu "verbünden", bräuchte es ein breitflächiges, mutiges demokratieerneuerungskonzept. das ist ein thema, mit dem man von 10% locker zwischen 15 und 20% kommen kann. und dann kann man neben der demokratieerneuerung auch einen teil jener dinge umsetzen, die die leute vielleicht weniger gern hören.
Gérard (Gast) - 12. Jun, 12:18

Wer raunzt, wählt (noch)

Wie CC richtig schreibt, wird's erst bedenklich, wenn die kritischen Stimmen verstummen - und die Grünen nicht mehr wählen. Gerade darum gilt es jetzt wirklich, in der Partei Grundlegendes zu verändern.

Zum Beispiel:
- neue, "massentaugliche" Gesichter, dh. Menschen mit Charisma; das Fachwissen ist dabei nicht so wichtig, das kann aus der zweiten Reihe kommen
- einheitliche Parteilinie zu Koalitionsfragen; wenn nach jeder Wahl das Gezänk losgeht, ob man mit einer konservativen Partei koalieren kann/darf, reduziert man die Chancen auf eine Beteiligung massiv
- kleine Erfolge gut verkaufen; die Menschen sollen sehen, dass die Grünen wirklich etwas erreichen können
- endlich, endlich eine sichtbare Oppositionspolitik in Wien; die Sozis machen so viel Pfusch (Verkehr, Stadtplanung, Wohnbau, Integration), dass eigentlich eine ganzjährige Plakataktion mit den roten Verfehlungen ausgelastet wäre - allein, man sieht nix von den (rotaffinen) Wiener Grünen
- Randthemen in den Hintergrund (Homoehe, Anti-Atom, Anti-Gen etc.) alles wichtig, damit können aber keine Wahlen (mehr) gewonnen werden
- Pragmatische Lösungen aufzeigen (nur gegen das Auto sein, hilft den Pendlern in peripheren Gebieten gar nix - für die Umlandpendler Förderung von Car-Sharing etc.)
dieter (Gast) - 12. Jun, 17:18

@Gérard: Anti-Atom, Anti-Gen sollen Randthemen sein? Genau da liegen die Grünen im populären Boulevard. Die FPÖ nutzt das, die Grünen wirken da noch eher zurückhaltend. Man will ja nicht andere Länder oder gar die EU kritisieren.

Pendlern in peripheren Gebieten ist nicht zu helfen. Da gibt es jedenfalls keine mir bekannten Lösungen und über die Frage zerbricht man sich weltweit den Kopf. Man kann nicht von den Grünen die Quadratur des Kreises erwarten.

Car-Sharing liegt ohnehin im ökonomischen Eigeninteresse der Pendler, da sie damit jede Menge Geld sparen könnten. Das kann man auch nicht von oben fördern. Das ist wenn überhaupt nur mit Selbstorganisation möglich, wegen unterschiedlicher Arbeitsplätze, Arbeitszeiten usw.

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