Videoblog
Energiepolitik nach Fukushima
Meine Rede in unserer Aktuellen...
Meine Rede in unserer Aktuellen...
...wilde Vögel fliegen
Meine Rede auf der Landesversammlung:
Meine Rede auf der Landesversammlung:
Im Gespräch mit Rudi Anschober
Im September wählt Oberösterreich. Dass...
Im September wählt Oberösterreich. Dass...
meine Vision einer Radverkehrspolitik in Wien
aktuelle Stunde, von uns eingebracht...
aktuelle Stunde, von uns eingebracht...
Bikecity am Wasser.Ein Video
EDIT: der ORF-Bericht aus Wien...
EDIT: der ORF-Bericht aus Wien...





























Die EU ersetzt den historisch gewachsenenen Nationalstaat durch einen zentralistischen, bürokratisierten und ausschließlich ökonomischen Interessen verpflichteten Riesen-Nationalstaat, der bar jeder demokratischen Kontrolle agieren kann. Die EU ist nicht ein Zusammenschluss europäischer Staaten zur Erreichung humanistischer Ziele, sondern eine rigide supranationale Organisation, die in wesentlichen ökonomischen und sozialpolitischen Fragen demokratisch legitimierte Parlamente vor vollendete Tatsachen stellt.
Wenn Montesquieu die Gewaltenteilung für eine der Grundvoraussetzungen moderner Demokratie hielt, so entspricht die Organisation der supranationalen Ebene EU nicht einmal Grundvoraussetzungen demokratischen Anspruchs.
Z.B. im Ministerrat, der nicht direkt politisch legitimiert ist und der seine Beschlüsse unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter völliger Intransparenz treffen kann.
Der Vertragstext zeigt eindeutig, dass die Ambitionen der EU in Richtung politischer und militärischer Kooperation gehen. Eine Unterzeichnung muss zu einer Aufweichung der Neutralität oder zu einer grundsätzlichen Neudefinition führen. Alles andere ist Illusion.
Spaßvogel
Ein kleiner, isolierter Nationalstaat wie das den Rechten aber auch manchen Linken vorschwebt, kann diese Ziele in einer globalisierten Welt nicht erreichen. Mythos Neutralität: Die Schweiz ist bekanntlich nicht EU-Mitglied, muss sich aber an alle EU-Vorschriften halten, wenn sie Güter außerhalb der Schweiz verkaufen will - ohne diese Vorschriften beeinflussen zu können!
Übrigens konnten die Schweiz und Österreich damals in den 80ern anderen europäischen Herstellern die Einführung des KATs aufzwingen, weil sich beide Länder für die strikteren US-amerikanischen Abgasnormen entschieden hatten. Eine derartige ökologische Vorreiterrolle ist gegenwärtig nicht möglich.
Outing: Das vorherige Posting war meins und die Aussagen darin stammen wörtlich aus den von Christoph Chorherr im Namen der Grünen Alternativen verfassten sieben Thesen zur EG, die 1989 im Buch "Herausforderung Binnenmarkt - Kopfüber in die EG?" (Hans Glatz/Hans Moser) veröffentlicht wurden. (Habe lediglich kleine Ersetzungen, wie EG -> EU, vorgenommen).
Die FPÖ posaunte in ihrem Beitrag, verfasst durch Friedhelm Frischenschlager, hingegen stolz, dass sie schon 1956 zu VdU Zeiten den Beitritt Österreichs als notwendig betrachteten und seither regelmäßige Vorstöße in diese Richtung unternahmen. Die Freiheitlichen erhofften sich von der EG unter anderem einen neoliberalistische Umstrukturierung der Volkswirtschaft von außen, da eine solche Umstrukturierung von innen nicht realpolitisch durchführbar schien.
Warum das Spielchen? Nun, als jemand, der ein Langzeitgedächtnis besitzt, ist es schwierig nachzuvollziehen, welche Argumente aktuell schlimme, populistische Kronen-Zeitungs-Propaganda und was legitime linksalternative Kritik ist. Die EG-Kritik der Grünen war auch an den Wahlurnen populär. Damit ließen sich in einigen Regionen erstmals zweistellige Stimmanteile erreichen.
Chorherrs Text von 1989 könnte zum größten Teil direkt aus der Feder des Andreas Mölzer stammen. Grüne und FPÖ haben ihre Positionen praktisch komplett ausgetauscht.
Wobei man da Christoph Chorherr ausklammern muss, der in vieler Hinsicht ein differenzierte, ausgewogener Realo ist.
20 years ago
Weder ist Ö. Teil eines Militärbundes geworden noch ist die (mythische) Neutralität verloren gegangen. Dieser Text ist somit der beste Beweis dafür, dass hysterische Ängste nicht eingetroffen sind und wohl auch nicht eintreffen werden.
Bez. Bspl. mit Schweiz/Außenhandel: ist mir durch einen Beitrag im Schweizer TV zu Bewusstsein gekommen. Die Schweizer sind zwar nicht in der EU, können sich aber der Realität nicht entziehen. Privilegiert sind sie natürlich, weil sie von EU-Staaten umgeben sind und so die Migrationsproblematik elegant abschieben können. Neutralität ist für mich heute nur noch Anti-Solidarität, in Sinne von "ist mir wurscht", "geht mich nix an", "dafür zahl ich nix" - weder schmeichelhaft noch erhaltenswert. Und eine Verpflichtung zur Beteiligung an Kriegen kann völkerrechtlich auch anders verhindert werden.
Was man am Text Chorherr`s auch schnell merkt, ist, wieviele konkrete Gestaltungsmöglichkeiten uns abhanden gekommen sind, die nicht zuletzt auch gerade die Politik der Grünen betreffen würden. Arnold Schwarzenegger kann in Kalifornien hemdsärmeliger agieren, weil ein amerikanischer Bundesstaat in vieler Hinsicht mehr Gestaltungsmöglichkeiten hat, als ein europäischer Nationalstaat. Europäische Hersteller verkaufen in einigen Bundesstaaten sauberere Dieselfahrzeuge als in Europa, weil sie hier nicht müssen.
Wir denken über solche Probleme in Österreich überhaupt gar nicht mehr nach, weil wir keinen Einfluss auf ihre Lösung haben. Die obige Problematik wurde beispielsweise während der Feinstaubdiskussion kaum angesprochen. Und selbst wenn, dann ist es unwahrscheinlich, dass die EU-Kommission Chorherr`s Presse-Kolumnen liest.
Letztlich hat der EG-Beitritt den Grünen das umweltpolitische und wirtschaftspolitische Betätigungsfeld unter den Füßen weggezogen. Eigentlich hätten sie sich in eine NGO-Lobbygruppe verwandeln müssen, um ihre damaligen, enthusiastischen, politischen Visionen weiterführen zu können.
Ökologische aber auch soziale Probleme können nur noch supranational gelöst werden, alles andere ist illusorisch!
Zum Ministerrat: der setzt sich aus den Fachministern der einzelnen Staaten zusammen, von diesen bekommen sie auch die "Aufträge" für Brüssel - was sollte also daran überraschend oder intransparent sein (wenn man sich dafür interessiert)? Problematisch ist sicher, das gebe ich gerne zu, dass der Ministerrat immer noch mehr gesetzgebende Macht hat als das EU-Parlament. Dass die Minister nicht direkt gewählt werden, kann aber schwer gegen die EU ins Treffen geführt werden, die werden in Ö. bekanntlich auch nicht gewählt - und Gesetzesvorlagen kommen gar nicht so selten auch von unserer Regierung und werden vom Parlament nur durchgewunken...
Zum Ministerrat: Können sie spontan die Gesetze nennen, die von Ministerrat und Kommission aktuell vorbereitet werden? Sind sie im Bilde?
Feinstaub ist ein lokales Phänomen, so wie viele anderen Fragestellungen ebenfalls lokal bewältigbar wären, wenn unsere Hände nicht künstlich gebunden wären, indem man uns verbietet, eigene Regelungen einzuführen und nicht zuletzt Verantwortung zu übernehmen.
Der Glaube an die Naturgewalt Globalisierung paralysiert uns und verschafft Industrielobbyisten einen immensen Vorteil.
Unter unmenschlichen Bedingungen hergestelltes Kinderspielzeug in unseren Regalen? Ach, kann man nichts machen, muss irgendwer supranational lösen....
Das subnationale Kalifornien hat bessere Abgasnormen, als die EU? Ach, muss irgendjemand supranational lösen....
Das alles hört sich nach selbstgewählter Unmündigkeit an. Ich sehe auch praktisch kein supranationales Engagement und Interesse von den Pro-EU-Bloggern, jedenfalls nicht in Form von englisch- oder französischpsrachiger Blogpostings.