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Katrin (Gast) - 16. Jul, 18:17

Wunschzettel statt Plakat

_ Bloggerei von Chorherr, Pilz, Rauch, Gretner, Moser ist super und sollte im Wahlkampf natürlich noch dynamischer ablaufen – siehe Chorherr-Aktion mit den Wahlplakaten

_ Metathemen wie Wahlkampfkostenbeschränkung (vgl. 16.7. Sburny) sind natürlich wichtig, aber im Wahlkampf bitte nur unter ferner Liefen für die Hardcore-Fans

_AusländerInnen-Thema darf man nicht den Anderen überlassen – siehe heutige Standard-Postings in Reaktion auf Ellensohn-Interview

_ Digitale Kommunikation ist gut, aber nicht alles – um neue Wählergruppen anzusprechen bzw. „gesellschaftshygienisch“ zu wirken, finde ich die Straße ganz wichtig – ich weiß, es ist anstrengend und frustrierend, aber mein Eindruck ist, dass die Ursache für die Reflexe gegen „die da Oben“, „die EU“, „die Ausländer“ vor allem ein Ohnmachtsgefühl ist, das sich mit Angst und Ärger, nicht wahrgenommen zu werden, verbindet. Klingt vielleicht naiv, aber ich bin überzeugt davon, dass den Menschen zuhören, ihnen Aufmerksamkeit schenken, schlicht sie ernst nehmen, der einzige Weg ist, sie überhaupt für Lösungsvorschläge zu öffnen.

_ Konzentration auf drei Themen auf den „Massenkommunikationswegen“ (Plakat, TV, Zeitung): Ausländerproblem, Soziale Frage, politischer Ethos

_ Andere wichtige Themen, die jedoch eher die bisherige grüne Stammwählerschaft ansprechen bzw. dazu führen, dass diese sich weiterhin zuhause fühlt, sollen auch kommuniziert werden, aber eher in Medien, die mehr Komplexität zu lassen (z.B. Blogs, Diskussionsveranstaltungen, Zielgruppenveranstaltungen): Neues Familienrecht, Umweltschutz, Gendersensibilität, Homo-Partnerschaft etc.

_Ad Ausländerproblem:
> Migration ist ein globales Faktum – Schimpfen ist leicht, aber es geht um Lösungen;
> Zuwanderung ist ein schwieriges Thema, das man nicht mit Aggression lösen kann > es ist nicht gerecht, dass Du in Ö geboren wurdest, aber Sie in Tschetschenien > wir können Weltprobleme nicht alleine lösen, aber wir können versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten fair zu sein > und wir sind immer noch eines der reichsten Länder der Welt
> Hetze mit Fakten konterkarieren (z.B.: Was hat die FPÖ in der Regierung getan? Wer zahlt mehr in die Sozialversicherung ein? Wie viel bekommt ein Asylwerber an staatlicher Unterstützung? Wer bekommt eine Gemeindewohnung? Auf wie viel Quadratmeter lebt im Durchschnitt „der Ausländer“? Welche Bildungschancen haben Ausländer? Welche Berufe ergreifen Ausländer? Was ist das Durchschnittseinkommen der Ausländer?);
> Klarstellung, dass Anpassung auf beiden Seiten nötig ist > Deutlich machen, dass wir als Mehrheit den ersten Schritt machen müssen
> Unterstreichen der Bereicherungen (z.B.: bieten wieder den Greißler/Schneider/Schuster ums Eck, sind kinderfreundlicher, sind kommunikativer, verhelfen uns endlich wieder zu Fußballern, stützen unser Pensionssystem, halten das Pflegesystem am Leben, bereichern unsere monarchistische Weltküche)
> Lösungsvorschläge anbieten (z.B.: „Du darfst im Park nicht mitspielen? Hast Du schon mal gefragt?“, „Dich nervt der Küchengeruch aus der Nachbarsküche? Hast Du schon mal mit Deinen Nachbarn darüber geredet?“, „Dich stören die Schuhe vor der Haustüre des Nachbarn? Hast Du ihn schon mal gefragt, warum er das macht?“)
> Minarette/Kopftücher > aktiv den österreichischen Weg der Kommunikation bewerben

_ Ad Soziale Frage:
> Benennen der aufgehenden Schere > Unternehmensgewinne/Managergehälter versus Kaufkraftverlust von ArbeitnehmerInnen, Prekariat und PensionistInnen
> Visionen für Umverteilung > Vermögensbesteuerung, Grundeinkommen, Spekulationssteuer, Erbschafts- und Schenkungssteuer, Abschaffung der Stiftungen, nationalstaatlicher Handlungsspielraum im globalen Finanzkapitalismus
> Lösungsvorschlag für Pflegenotstand
> Lösungsvorschlag für Kinderbetreuungsnotstand
> Lösungsvorschlag für Bildungsnotstand
> Energiewende als Lösung gegen die Abhängigkeit von Öl/Gas und für mehr Geld im Börsel
> Zukunft der Arbeit als Gegenmodell zur Vollbeschäftigungslüge
> Neue Gewerkschaftsarbeit anstelle von Einbunkern
> Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau sind ungerecht und funktionieren nicht mehr, weil es den Ernährer in der Familie nicht mehr gibt > mutige Interventionen von den Skandinaviern übernehmen
> Förderung des nachhaltigen Unternehmertums anstelle des Manageralism

_ Ad politischer Ethos:
> Hier geht’s um produktives Aufgreifen des momentan neue Rekorde erreichenden Politikfrusts – die Grünen haben da schon eine Marke, aber die sollte bewusst genutzt werden
> Politik darf nicht zum Machtspielchen verkommen
> Die Grünen wollen an die Macht, aber nicht zum Selbstzweck, sondern um noch mehr als bisher gestalten zu können > die Grünen werden Sicherheitsnetze einbauen, damit ihre Ideale nicht unter den Rädern der Realpolitik zerbröseln
> Politik geht nur mit Kompromissen – aber anders als uns dies Rotschwarz gelehrt hat
> Politik braucht Anstand, Verlässlichkeit, Transparenz und Vertrauen
> Politik muss unser Zusammenleben möglichst effizient organisieren
> Repräsentative Politik macht Sinn, aber braucht lebendigen Parlamentarismus
> Sozialpartnerschaft hat Vorteile, aber darf keine Schattenregierung sein
> Politik muss mit seinen WählerInnen kommunizieren, und sie nicht wie Werbekunden verarschen
> Wenn die da oben scheiße sind, haben wir was falsch gemacht, denn wir sind das Volk
> Was hat die FPÖ in der Regierung für Dich gebracht?
> Welches Programm hat die ÖVP?
> Welches Versprechen hat die SPÖ eingelöst?
> Pessimistische Politik hatten wir genug – wir wollen optimistisches Problemlösen

Katrin (Gast) - 17. Jul, 13:32

Ergänzung: Längerfristiger Wunsch

Links-Rechts-Schema funktioniert weder bei den grünen Funktionärinnen noch bei den Wählerinnen, aber deshalb/trotzdem müssten sich meiner Meinung nach die Grünen ein Narrativ geben, welches sie verbindet - ein Weltbild, ein Menschenbild - verpackt in eine knackige Metapher. Inspirierend dafür fand ich Folgendes: http://www.misik.at/fsmisik-die-wochentliche-videoshow-auf-standardat/fsmisik-folge-32-wie-konservative-denken-wenn-sie-denken.php

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