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dieter (Gast) - 27. Aug, 09:55

Vieles davon kann man ja mal probieren. Ich würde da aber keine großartigen Versprechungen machen, denn gut klingende Programme gibt es viele im Bildungsbereich. Erfolge aber selten.

Die Schweden haben Gesamtschule, ambitionierte Frühförderung und hohe Lehrergehälter und trotzdem schnitten sie bei PISA schlechter ab. Finnland schult erst im Alter von sieben Jahren ein und hat eine Vorschule ab sechs. In den USA geht der Trend momentan wieder zur späteren Einschulung, da später eingeschulte Kinder bessere Leistungen aufweisen.

Meister und Matura klingt gut, Nachmittagsbetreuung auch.

Von der Mehrsprachigkeit braucht man sich nicht viel zu erwarten. Kinder sind selten an Fremdsprachen interessiert und lernen diese auch nicht. Es ist in dieser Hinsicht auffällig, dass Erwachsene, die das fordern, nicht selber Fremdsprachen lernen.

Bildungskonto? Darunter kann ich mir nicht viel vorstellen.

Und warum muss die Zahl der Studenten auf OECD-Niveau gehoben werden? Wie man ja sieht, ist Österreich auch mit dem aktuellen Bildungssystem mit HAK, HTL und FHs pro Kopf Export-Europameister. Und das Kuriosum unbezahlter Scheinpraktika ist doch eher ein Indikator dafür, dass es in einigen Branchen zuviele Absolventen gibt.
Siehe den folgenden, amüsanten Blogeintrag: Stuff White People Like: #105 Unpaid Internships

Thomas (Gast) - 27. Aug, 10:28

Ein paar Worte dazu:

>Von der Mehrsprachigkeit braucht man sich nicht viel zu erwarten. Kinder sind
>selten an Fremdsprachen interessiert und lernen diese auch nicht

Das ist falsch. Bis zum ungefähr achten Lebensjahr hat der Mensch die Fähigkeit durch reines zuhören Gesetzmäßigkeiten aus der Sprache spielerisch zu erlernen. Danach ist das erlernen einer Fremdsprache lernen. In einem zweisprachigem Kindergarten bekommt JEDES Kind automatisch die zweite Sprache mit, bekommt Gesetzmäßigkeiten mit, und versteht irgendwann die Sprache ohne sie "lernen" zu müssen, wie es dann in der Volksschule der Fall ist. Das hilft für das ganze Leben, wenn man die Sprache schon im Kindergarten "erlernt".
dieter (Gast) - 27. Aug, 12:12

Belege? Links? Studien?

Ich hatte Englisch im Privatkindergarten und es hat mir überhaupt nichts gebracht. Ich zweifle einfach an der Nachhaltigkeit, denn, wenn man die Sprache nicht weiter nutzt und ständig weiterentwickelt, verliert man sie wieder. Dafür hat aber ein Kind selten eine Motivation, wenn es sich um eine Fremdsprache handelt, die es im Alltag nicht braucht.

Lernen durch Zuhören kann man übrigens als Erwachsener genauso. Was im Vergleich von Kindern und Erwachsenen übersehen wird, ist, dass Erwachsene nicht den ganzen Tag mit Spielkameraden verbringen und von Erwachsenen betreut werden. Wenn man sich als Erwachsener einen exklusiven Sprachlehrer leisten kann, dann kann man eine Fremdsprache sicher viel schneller erwerben, als ein Kind.

Worauf ich hinaus will, ist, dass hinter dem Traum von vielsprachigen Kindern die Auffassung "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" steckt.
Nur frage ich mich, wie wahrscheinlich sich Hänschen für Chinesisch interessieren sollte, wenn Hans es selber nicht der Mühe wert befindet, Chinesisch zu lernen. Und die Kinder merken ja, dass die Eltern die Fremdsprache, die ja angeblich so wichtig sein soll, selber nicht beherrschen.
Gonzo (Gast) - 27. Aug, 13:07

Hänschen

... also der Satz mit dem Hänschen stimmt definitiv. Studien, Belege? Gibts wie Sand am
Meer. Man braucht sich nur die Praxis in Kanada ansehen (DIE haben im Gegensatz zu
Schweden SEHR sehr gut abgeschnitten bei PISA), wo vor allem Migrantenkinder durch
den zweisprachigen Unterricht auf ein Lernniveau kommen, das dem der "Einheimischen"
1:1 entspricht. Und die meisten finnischen Kinder sprechen mittlerweile alle zwei Fremdsprachen:
Schwedisch und Englisch.
Dass die Eltern eine fremdsprache beherrschen müssen, damit sie das Hänschen lernt, ist,
sorry, einfach Quatsch. Das hat schon vor 25 Jahren nicht gestimmt, sonst hätte ich ja
auch keine Sprache lernen dürfen. Kinder sind SEHR an Fremdsprachen interessiert, außer
sie werden demotiviert. Und das ein Erwachsener Sprachen schneller lernt als ein Kind
ist schon eine derart absurde Behauptung, dass ich vor Lachem am liebsten vom Sessel fallen möchte ...
dieter (Gast) - 27. Aug, 13:43

Bitte genau lesen. Mir ging es um Fremdsprachen, die ein Kind nicht im Alltag nutzt. Englisch bzw. Französisch zählt also nicht für Migrantenkinder in Kanada und Deutsch nicht für Migrantenkinder in Österreich zu dieser Kategorie.

Ich spreche beispielsweise von einem Kind österreichischer Eltern, das im Kindergarten Französisch lernt.
Englisch zählt nicht, da dem Kindergarten ja bis zu zwölf Jahre an Englischunterricht in der Schule folgen.
Sie müssten also eine Studie aufzeigen können, in der beispielsweise österreichische Kinder im Kindergarten Russisch lernten und diese Sprache ohne weiteren Unterricht während der Schulzeit bis ins Erwachsenenalter beibehielten.

Kanadische Einwanderer können übrigens schon Englisch oder Französisch, bevor sie das Land betreten, bzw. ist es schwierig, ohne Sprachkenntnisse die notwendigen Punkte zu erreichen. Siehe: http://www.canada-da.com/calculator.html
Somit können sie auch ihren Kindern in der Schule helfen.

Es gibt viele Erwachsene, die aus beruflichen Gründen binnen weniger Monate eine Fremdsprache erlernen müssen und das auch tun. Viele Einwanderer lernen fließendes Deutsch unter einem Jahr. Kinder brauchen viel länger für den Spracherwerb.

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