Videoblog
ja/nein Abstimmungen - eine grüne Kontroverse
Wie soll unsere Demokratie weiterentwickelt...
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Energiepolitik nach Fukushima
Meine Rede in unserer Aktuellen...
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...wilde Vögel fliegen
Meine Rede auf der Landesversammlung:
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Im Gespräch mit Rudi Anschober
Im September wählt Oberösterreich. Dass...
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meine Vision einer Radverkehrspolitik in Wien
aktuelle Stunde, von uns eingebracht...
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Ich gehe davon aus das Sie selbst schon mal in Wien mit einem Rad an dem Stadtverkehr teilgenommen haben. Und damit meine ich nicht kurz mal ein paar meter gefahren, sondern das Rad auch wirklich als Verkehrsmittel benützt mit dem man seine täglichen Strecken fährt.
Ich habe selbst lange Zeit sowohl den PKW, als auch das Rad als mein Hauptverkehrsmittel in Wien genützt um über ihre Forderung mehr als perplex zu sein. Inzwischen benutze ich zu 99% die Öffis, einfach weil mir das Radfahren in Wien zu gefährlich und ungesund ist. Meiner Meinung nach haben Radfahrer NICHTS auf der Straße verloren! Wenn ich doch mal mit dem Rad unterwegs bin, nehme ich nicht selten den Gehsteig, und fahre dort lieber Schrittgeschwindigkeit als direkt auf der Straße an dem unausweichlichen Auspuff der Blechlawine zu hängen, mit dem Risiko irgendeinmal übersehen zu werden, und dann gerammt und oder überfahren. Die Gefahrenquellen auf den Straßen - mit oder ohne Fahrradwegkennzeichnung (die ohnehin weder Autofahrer noch Autoparker respektieren) - sind ungleich höher, als auf dem Gehsteig. Fährt man dort nämlich angepasst und nicht zu schnell kann man die Gefahrenquellen wenigstens durch Voraussicht und Drosselung der Geschwindigkeit als selbst entschärfen. Während man auf der Straße der Nüchternheit, Aufmerksamkeit und Wachheit der ungeduldigen Autofahrer ausgeliefert ist, die logischer Weise eine andere Verkehrsflussgeschwindigkeit gewohnt sind und wünschen und durch die Radfahrer nur blockiert werden. Dieses blockieren der Radfahrer führt zwangsläufig zu Risikosituationen, weil Autofahrer den Radfahrer überhohlen möchten oder wenn sie nicht können drängen. Ich zittere sowohl als Autofahrer als auch als Radfahrer jedesmal wenn ich in so eine Situation komme.
Und jetzt lese ich von ihnen sie wollen die Radfahrer noch mehr auf die Straße bringen?
Das Problem ist mMn ein Grundsätzliches: Die Straßen gehören dem Auto. Solange das Auto diese Vormachtstellung inne hat, wird sich auch nichts ändern. Und werden (aus meiner Sicht) auch nicht mehr Menschen im Stadtgebiet wo es wirklich leicht möglich wäre zum Drahtesel greifen. Die Frage die sich (mir) stellt ist was der PKW-Verkehr überhaupt im Stadtgebiet verloren hat. Aber diese frage ist heutzutage schon zu radikal um überhaupt ausgesprochen zu werden. Zu schnell ist man da abgestempelt als "Träumer". Bei den Grünen war das zumindest mal ein Thema.
Ich wähle Grün weil sie als Partei wenigstens den Ruf hat für solche Themen zu stehen. Wenn sie solche Forderungen bringen machen sie mir die Wahl aber wieder ein kleines bisschen schwerer. Darum bitte ich Sie, wenn sie solche Vorschläge machen auch zu erklären wo genau der Sinn darin besteht Radfahrer auf von Autos dominierten Straßen fahren zu lassen, und Abgase aus erster Hand zu inhalieren. Statt sie auf die Straße zu schicken könnte man ja auch einfach auf den Radweg besser hinweisen - sei es mit Schildern, Licht, oder Spiegel oder alle dem.
das ist zwar richtigerweise die sicherste möglichkeit sein rad in wien zu benutzen, allerdings auch eine nutzlose. in etwa so sinnvoll wie eine gondel am donaukanal.
die forderung nach abschaffung der benützungspflicht bzw. allgemein der forderung fahrradfahrer auf die straße zu bringen, ist unterstützenswert. ich weiß nicht wie sie zu dem subjektiven schluß kommen, daß straßen gefährlicher sind.
fahrradfahrer werden innerstädtisch nicht von raudys und besoffenen umgefahren (auf landstraßen und/oder bei nacht mag das anders sein), sondern weil sie durch unachtsamkeit, zumeist beim abbiegen, übersehen werden. und zwar auf fahrradwegen.
kein autofahrer fährt blind über eine autokreuzung, beim kreuzen von fahrradwegen passiert das andauernd. auf meinem üblichen <5km langen weg durch wien, der fast vollständig auf fahrradwegen verläuft (u.a. praterstraße und ring) nimmt man mir durchschnittlich etwa 1-4x die vorfahrt (d.h. wenn ich nicht darauf verzichten würde, würde ich auf der motorhaube liegen). wenn ich auf der straße fahre und "rechtskommender" bin, passiert mir das nie.
warum?
weil autofahrer damit rechnen, daß "von dort" etwas kommen kann. wenns dann nur ein blöder radfahrer ist, bekommt er halt auch mal vorfahrt ;)
zusätzlich zu dem sicherheitsgewinn, ist man meistens auch wesentlich schneller unterwegs. eben weil man nicht auf jede ausfahrt, auf jeden dackel mit leine, auf jedes kind 50cm neben dem fahrradweg aufpassen muß. und weil fahrradwege ein patchwork sind, die viel zu oft alibihalber und planlos errichtet werden (zumindest das ändert sich glaube ich).
ihr argument mit den abgasen ist wohl zum teil berechtigt. ich bin aber der (unqualifizierten) meinung, daß die schadstoffe 2m neben der straße auch nicht wesentlich besser sind.
"Das Problem ist mMn ein Grundsätzliches: Die Straßen gehören dem Auto. Solange das Auto diese Vormachtstellung inne hat, wird sich auch nichts ändern."
das problem ist ihre ansicht von straßen! straßen gehören nicht dem auto, sie gehören dem sich fortbewegenden menschen. ja autos haben eine vormachtstellung auf unseren straßen... und fahrradwege zementieren genau diese ein (pun intended)!
ad schadstoffbelastung
trotzdem haben studien gezeigt, dass die schadstoffbelastung im auto (trotz des größeren atemvolumens beim rad fahren) um einiges höher ist als auf dem fahrrad. und zwar - je nach schadstoff - ca. 2-6 mal so hoch. genaueres steht z.b. in der broschüre "fahrradfreundliche städte", seite 35: www.stadtradeln.de/fileadmin/stadtradeln/inhalte/Dokumente/kampagne_fahrradfreundliche-staedte.pdf
oder in dem dort zitierten paper:
"The exposure of cyclists, car drivers and pedestrians to traffic-related air-pollutants"
http://www.springerlink.com/content/k325720708p685p7
oder: http://can.org.nz/system/files/Research-0402-Emissions.pdf
Das einzige wo Radwege notwendig und sinnvoll: bei breiten Straßen.
Und was sonst noch sinnvoll wäre: Alle Einbahnen für Radfahrer öffnen. Und nur die EInbahnen, wo Radfahrer nicht gegen diese fahren dürfen (weil zu eng), soll eben ein Schild stehen. Viel viel sinnvoller, da die meisten EInbahnstraßen dafür geeignet sind.
Weiters: Lichtpflicht und Einhaltung der Verkehrsregeln sollte verstärkt auch bei Radfahrern passieren. Es passiert mir als Radfahrer so gut wie jeden Tag, dass ich Radfahrern wegen deren Fehlverhalten ausweichen muss.