back_top
Euphor (Gast) - 8. Nov, 15:53

What goes up must come down.

Das ist wohl eher Unfug.
Langfristig geht die Entwicklung stetig nach oben, das ist seit dem Urknall so, in der Steinzeit hat sich das nichts geändert und auch heute stehen wir besser da als im Mittelalter (oder vor 50 Jahren).

Das Positive: es herrscht allgemeiner Konsens dass das Platzen von Wirtschaftsblasen zu vermeiden ist.

Das geht nur, wenn das Entstehen von Blasen verhindert wird.

Hier passiert meines Erachtens zu wenig. Heute sind alle damit beschäftigt, den Geldfluss im Bankensystem so schnell wie möglich wieder herzustellen.

Wenn wir nicht die Ursachen von Spekulationsblasen verstehen und diese Erkenntnis einsetzen um deren Entstehen von der Wurzel an zu verhindern, ist es nur eine Frage der Zeit bis es das nächste Mal kracht.

Im Wesentlichen muss es bei der Neugestaltung des Finanzsystems darum gehen, Gewinnmöglichkeit durch Spekulation zu unterbinden und zu verhindern dass zu viel Kapital auf den Markt drängt (z.B. durch hohe Sparquoten, kapitalgedeckte Zukunftsvorsorge).

Wenn die Lösung der Situation Österreichs darin liegen soll, den schon schwer angelutschten Slogan "Energiewende jetzt!" als das revolutionäre Rettungskonzept zu verkaufen, kann das nicht funktionieren.

Dadurch werden die Ursachen der Krise nicht berührt, die Folge ist im besten Fall eine Öko-Energie-Blase.

tetrade (Gast) - 9. Nov, 10:09

Jetzt leichter

Interessant:

"Im Wesentlichen muss es bei der Neugestaltung des Finanzsystems darum gehen, Gewinnmöglichkeit durch Spekulation zu unterbinden und zu verhindern dass zu viel Kapital auf den Markt drängt (z.B. durch hohe Sparquoten, kapitalgedeckte Zukunftsvorsorge)"

Conclusio:

Posten auf Seiten wie diesen ist für manche eine Art Stoffwechsel, sozusagen ein Nobrainer, Hauptsache man fühlt sich leichter.
Werner (Gast) - 9. Nov, 10:18

@tetrade:
soll der CC-Blog wirklich das selbe Schicksal erfahren wie peterpilz.at, wo sich die poster nur mehr gegenseitig untergriffige Kommentare ausrichten?
Raphael (Gast) - 9. Nov, 17:16

Neugestaltung des Finanzsystems

Sie haben vollkommen recht. Es ist an der Zeit den ungeregelten Casinokapitalismus des Finanzmarktes unter Kontrolle zu bringen. Also Tobin-Tax und Trockenlegung der Steueroasen.
tetrade (Gast) - 10. Nov, 10:35

Konfliktscheuer Werner

Es ist nicht alles ein Untergriff, was sprachliche=gedankliche Ungenauigkeit kritisiert.

Der Satz:
"Im Wesentlichen muss es bei der Neugestaltung des Finanzsystems darum gehen, Gewinnmöglichkeit durch Spekulation zu unterbinden und zu verhindern dass zu viel Kapital auf den Markt drängt (z.B. durch hohe Sparquoten, kapitalgedeckte Zukunftsvorsorge)" - drängt doch die Frage auf:

Verhindert man Spekulation durch hohe Sparquoten und kapitalgedeckte Zukunftsvorsorge oder sind beide - im Gegenteil - dafür verantwortlich. Aus der Formulierierung läßt sich beides ableiten.

Da die Briten und Amerikaner eine gegen Null gehende Sparquote haben, die Japaner, die Deutschen und die Österreicher eine hohe - alle aber von der Blase betroffen sind, könnte die Doppeldeutig der Formulierung sogar korrekt sein, bloß welchen Erkenntniswert ziehen wir alle daraus?

Klar, die Spekulation muss eingedämmt werden, darin sind sich ja alle einig. Aber wie? Wir haben das Internet gegen uns, das die Finanzströme rund um die Welt auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt hat; wir haben ein weitgehend automatisiertes Kauf/Verkaufssystem, das die menschliche Komponente an den Börsen in den Hintergrund gedrängt hat - das heisst: menschliche "Schlamperei", auch Langsamkeit, Unentschlossenheit etc. sind aus der Gleichung weitgehend draussen. Wenn die Rechner Witterung aufnehmen von einem Downturn, rammen sie die Kurse blitzschnell, weltweit, ausnahmslos in Boden (oder umgekekehrt: in den Blasenhimmel). Den "Handel aussetzten" heisst: die Rechner runterfahren bevor sie uns ganz ruinieren.

Wie wollen wir verhindern, dass uns unsere Informationstechnologie ins Mittelalter zurückbeamt?

Wohlgemerkt, das betrifft die Frage wie retten wir unsere Finanzwirtschaft vor der Über-Technologisierung. Die wichtigere Frage: Wie retten wir unsere Realwirtschaft vor der Finanzwirtschaft?

Mein erster Vorschlag: Manager einer börsennotierten Gesellschaft werden gesetzlich verpflichtet keine einzige Aktie ihres Unternehmens besitzen zu dürfen. Ihre Entlohnung erfolgt über frei zu verhandelnde Gehälter und Erfolgsprämien, die an den nachhaltigen Erfolg ihrer Unternehmen gekoppelt sind. Also an die Dividende und nicht den Börsenkurs der Aktien ihres Unternehmens.
Euphor (Gast) - 10. Nov, 11:26

@Werner: besten Dank, Intervention hat funktioniert.
@tetrade: besten Dank für den sachlichen Beitrag.

Ich glaube meine Statement war doch recht eindeutig: viel verfügbares Kapitel, welches aus hohen Sparquoten, Zukunftsvorsorgeprodukten etc. stammt, heizt Spekulationsblasen an.

Der Aspekt der automationsunterstützten Handelssysteme die in Bruchteilen von Sekunden praktisch selbständig "Entscheidungen" treffen, ist ein wesentilches Merkmal, da stimme ich vollkommen zu.

Ich würde dieses Phänomen aber nicht unbedingt der Ursachen-Seite zuordnen. Schliesslich handelt es sich im Kern nur um eine Zunahme der Geschwindigkeit der Transaktionen, also ein quantitatives und kein qualitatives Element. Auch der oft als Referenz zitierte Börsencrash 1929 ist ganz ohne moderne IT zustande gekommen.

Die Frage: Wie retten wir unsere Realwirtschaft vor der Finanzwirtschaft? trifft genau das Problem.

Ich glaube aber der angeführte Vorschlag, im Aktienbesitz des Managements der großen Gesellschaften anzusetzen und damit in die Entscheidungsanreize der Vorstände einzugreifen, greift zu kurz. Obendrein halte ich derartige Regeln für zu detailliert - da bleibt immer irgendwo eine Lücke offen.

Es müssen einfache Spielregeln her, die das gesamte Wirtschaftssystem erfassen.

Spekulationsbekämpfend könnten wirken:

*) Limitierung der Finanzprodukte auf Instrumente die für die Realwirtschaft notwendig sind: keine Indexzertifikate und dgl.
*) kein Sekundärmarkt oder Barablöse für Optionsgeschäfte: Einschränkung der Optionen auf in der Realwirtschaft mit der Ware handelnde Kreise
*) kein Sekundärmarkt für Kredite (gewährleistet Rückführbarkeit)
*) Keine Förderung von privatem Kapitalaufbau
*) Transaktionssteuern, eventuell erweitert um Steuer auf Währungsgeschäfte ohne Warenaustausch
*) keine Steuererleichterung für Spekulationsgewinne

So - jetzt habe ich meinen Stoffwechsel befriedigt.

Da die Liste von vielen ohnehin schon als vollkommen gaga eingestuft werden wird setz' ich noch eins drauf:

*) keine Fonds, nur direkte Geschäfte/Investitionen

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

Mail an
Christoph Chorherr

Versuche jedenfalls Mails selbst zu beantworten.

Christoph Chorherr auf Twitter Christoph Chorherr auf Facebook

Meine Tweets

    Aktuelle Beiträge

    Wer kompetent ist...
    hälts doch in der Politik nicht aus. Sabine Gretner...
    Wolfgang (Gast) - 15. Feb, 11:48
    Frage: Warum nur langweilen...
    Frage: Warum nur langweilen mich politische Diskussionen...
    Almi66 (Gast) - 14. Feb, 14:19
    PP.S.:
    Dille ist zwar grün, hat aber nix mit Dilettanten...
    Franz Stefan (Gast) - 13. Feb, 13:06
    P.S.:
    im gestrigen Kurier gab es zu dem Thema eine exakt...
    Franz Stefan (Gast) - 13. Feb, 13:02
    Gibts andere Fragen/Antworten...
    Sehr geschätzter Herr Chorherr, nicht nur Ihre...
    Franz Stefan (Gast) - 13. Feb, 12:48
    öffentlichkeit braucht...
    mit sicherheit schafft social media eine neue, erweiterte...
    tripolt (Gast) - 13. Feb, 10:48
    zur Untermauerung meines...
    zur Untermauerung meines obigen Postings: http://derstanda rd.at/1328507527175/Sparpa ket-Parteiaustritt-als-ueb erfaellige-Reaktion-auf-di e-Politik-der-Faymann-SPOe
    heinz (Gast) - 13. Feb, 08:06
    Kompetenz de Umfeldes
    Politiker sollten eigentlich die Kompetenz haben, ihr...
    heinz (Gast) - 13. Feb, 06:08
    Najo, wenn eine Innenministerin...
    Najo, wenn eine Innenministerin ohne weiters Finanzerin...
    schippre (Gast) - 13. Feb, 03:17
    Einfache Antwort
    Geh bitte, glaubst du das wirklich, oder willst du...
    naahhh (Gast) - 12. Feb, 22:58
    warum schaffen es nichtmal...
    warum schaffen es nichtmal die Grünen,obwohl in...
    michael gunczy (Gast) - 12. Feb, 15:30
    Anmerkungen zu Thurnher
    Armin Thurnher, Herausgeber des Falter Armin Thurnher...
    cc - 12. Feb, 09:36

    User Status

    Du bist nicht angemeldet.

    Feeds