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tetrade (Gast) - 15. Nov, 14:23

Angst essen Seele, bisweilen Hirn

Luxus-Autos welcher Art auch immer ist mit Rationalität nicht beizukommen. Das spielt sich fast ausschließlich auf der Ebene emotionaler Reflexe ab. Aber während Sportwagen, Coupes und Limousinen auf einer sexuellen bzw. Macht/Status-Emotion basieren, ist es bei den SUVs nicht so leicht die Kauf- und Besitzwunschmotive auszuleuchten.

SUVs werden mehrheitlich aus einer un-aggressiven Haltung heraus bevorzugt, im Gegenteil: Sie sprechen sehr oft Frauen an, deren Furcht vor Aggression sie in einen solchen "Panzer" flüchten läßt. Man sitzt hoch oben, beobachtet das Verkehrsgeschehen aus dieser Distanz besser, fühlt sich privater und behüteter als in "normalen" Autos und beschützt Kind und Kegel gleich mit.

Wenn also der Trend überall gegen SUVs geht und bei uns immer noch stärker in Richtung SUVs, dann müsste CC korrekterweise fragen: Warum ist bei uns eine gewisse Form von Alltags-Angst so groß, obwohl wir uns vergleichsweise idyllisch sicher wähnen. Sehen wir was nicht, was in Wahrheit da ist und einschüchternd wirkt?

Wolfgang (Gast) - 16. Nov, 10:24

Jep

Das war schon bei den Amis so, dass die Mütter die SUVs geordert haben. Dem müsste man halt mit ner Info-Kampagne beikommen - denn jeder, der nicht in so einer Karre sitzt, ist umso mehr gefährdet. Und jeder von uns ist auch mal Fußgänger.
cc - 16. Nov, 10:41

sehr gute Frage!

tetrade stellt eine sehr gute Frage:
"Warum ist bei uns eine gewisse Form von Alltags-Angst so groß, obwohl wir uns vergleichsweise idyllisch sicher wähnen. Sehen wir was nicht, was in Wahrheit da ist und einschüchternd wirkt?"
Ja, das tät mich sehr interessieren:
Sehen wir etwas nicht?
Übersehen wir etwas?

Tatsache ist jedenfalls:
"Angst" ist aus tausend Gründen in unserer österr. Gesellschaft tief verankert.
Angst gepaart mit Neid sitzt bei uns sehr tief.
Auf diesen beiden Grundmustern spielen u.a. Parteien wie die FPÖ.
Sehr "erfolgreich" übrigens.

Darf ich die Frage einfach weitergeben.
Was übersehen wir?
dieter (Gast) - 16. Nov, 14:34

"Was übersehen wir?"

Die eigenen Ängste. Vor Gentechnik, Atomkraft, Fortschritt, der in die "Natur" bzw. das, was wir darunter verstehen, eingreift, der FPÖ, Globalisierung, Industrialisierung usw.

Aber ich glaube die Grün-Politiker fürchten sich wirklich selber vor diesen Dingen, genauso wie sich Karl-Heinz Clement grundlos vor Homosexuellen und Feministinnen fürchtet und diese sich vor ihm.

Menschen haben Angst. Manchmal berechtigt, häufig überzogen. Die Frage ist, wie man eine positive Stimmung verbreitet.

Ich schätze, dass wir uns sogar immer weiter hypersensibilisieren. Wir erleben keine Kriege mehr, weniger Morde, ehemals tödliche oder entstellende Krankheiten und Verletzungen sind heilbar. Maschinen und Haushaltsgeräte sind doppelt und dreifach abgesichert. Auch der Autoverkehr ist viel sicherer als früher.

Dadurch werden Kleinigkeiten als Tragödie wahrgenommen und man greift zu absurden Maßnahmen um jedes Restrisiko auszuschließen. Also dürfen Kinder nicht mehr alleine in die Schule und werden mit einem Privat-Panzer chauffiert.
maschi - 16. Nov, 18:22

empfehlenswert zum thema angst das aktuelle brand eins: "keine panik. das ist schon wieder nicht das ende." da noch aktuell derzeit noch nicht, aber demnächst dann auch online auf http://www.brandeins.de

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