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dieter (Gast) - 20. Nov, 14:31

So hat die Menschheit hunderttausende Jahre lang gelebt, ohne was dabei zu finden. Wenn Entwicklungshelfer Toiletten bauen, dann werden die häufig nicht akzeptiert. Da muss erst einmal erklärt werden, dass das unhygienisch ist und eine Schamhaftigkeit gegen das öffentliche Defäkieren aufgebaut werden.
Es macht auch wenig Sinn, in Regionen in denen akuter Wassermangel herrscht, das Wasser für WCs zu verschwenden. Eine Grube, die zugeschaufelt wird, sobald sie voll ist, reicht. Aber dafür reichen eine Schaufel und ein paar Bretter. Den Zusammenhang zu aus der Luft geschaffenem Zentralbankgeld zur Stützung westlicher Banken sehe ich nicht.

Die Hälfte der weltweit Arbeitenden verdienen nicht 2 Dollar pro Tag, die sie dann im Billa ausgeben, sondern sie leben in einer vorindustriellen Subsistenzwirtschaft. Sie essen das, was sie in primitiver Land- oder Viehwirtschaft an Nahrungsmitteln erwirtschaften und sie leben in Lehmhütten, die sie selbst gebaut haben. Die 2 Dollar sind soweit ich weiß lediglich Schätzwert für diese Wirtschaftsleistung, der aber absurd ist, wenn man das nicht nach Kaufkraft bereinigt, sofern das überhaupt denkbar ist. Denn in Österreich kann man sich mit 2 Dollar pro Tag nicht einmal die Miete für ein Stück Land für eine Lehmhütte leisten.

Erhard Fürst von der Industriellenvereinigung hat gestern im Club 2 auf den Vorwurfsschwall von Jean Ziegler und den anderen überzähligen eifernden Wirtschaftsfeinden in der Runde auf den Vorwurf, dass das Wasser in der dritten Welt verschmutzt ist, prägnant gekontert. Und zwar mit der Frage: "War das Wasser dort früher besser?"

Und das entlarvt auch das Absurde an solchen Gegenüberstellungen. Die Finanzmarktkrise basiert darauf, dass Amerikaner, Iren, Isländer, Briten, Australier, Spanier und auch Südafrikaner auf Kosten anderer entwickelter Länder konsumiert haben und nun die Kredite nicht mehr begleichen können. Es ergibt überhaupt keinen Sinn, das in einem gemeinsamen Kontext mit Entwicklungspolitik zu diskutieren. Der westliche Reichtum basiert nicht darauf, dass Kinder in Afrika, Indien und Teilen Südamerikas wie seit eh und jäh ihr Geschäft hinter dem nächsten Baum verrichten.

tetrade (Gast) - 21. Nov, 07:26

"Der westliche Reichtum basiert nicht darauf, dass Kinder in Afrika, Indien und Teilen Südamerikas wie seit eh und jäh ihr Geschäft hinter dem nächsten Baum verrichten".

Der Satz müsste wohl lauten: Der westliche Reichtum basiert darauf, dass Kinder in Afrika, Indien und Teilen Südamerikas wie eh und je viel zu selten ihr Geschäft hinter dem nächsten Baum verrichten, weil sie so wenig zum Verdauen haben.

"War das Wasser dort früher besser?"

Nein. Aber der epochal-historische Skandal von früher wird nicht dadurch weniger skandalös, dass die Finanzkrise keinen erkennbaren draufgesetzt hat.

Ganz ehrlich Dieter: Dein Zynismus ist zum Kotzen,

"Eine Grube, die zugeschaufelt wird, sobald sie voll ist, reicht. Aber dafür reichen eine Schaufel und ein paar Bretter".

Ein einziges Brett vor dem Kopf reicht bisweil auch, um geistigen Müll abzusondern, den keine Schaufel beseitigen kann.
Martin (Gast) - 21. Nov, 10:12

Lebenserwartung

Aktuelle durchschnittliche Lebenserwartung in einem "ganz normalen" afrikanischen Land als Beispiel:
Niger - 41 Jahre (Quelle Wikipedia)
zum Vergleich Österreich = x2
Hari (Gast) - 21. Nov, 10:13

tetrade, spar dir bitte den Geifer. Man kann auch dsikutieren ohne die Beiträge anderer als "geistigen Müll" zu bezeichnen.

Der CC-Vergleich: "mit den Milliarden, die die USA in die Autoindustrie stecken könnte man besser allen Einwohnern der Entwicklungsländer ein anständiges Klo kaufen" ist ja wirklich kein besonders glorreicher Wurf.

Erstens brauchen die viele Dinge dringender als ein Klo nach westlichem Standard. Angesichts der Probleme die Menschen in Entwicklungsländern haben, kann das leicht als Zynismus aufgefasst werden. Jedenfalls unpassend für einen Grünen Spitzenpolitiker.

Zweitens ist der merkantilistische Ansatz, dass der Gesamtwohlstand begrenzt ist und daher Wohlstand der Entwicklungsländer (nur) mit Verzicht der Industriestaaten erkauft werden kann seit über 200 Jahren nicht mehr Stand der Wissenschaft.

Ich glaube man tut gut daran, diese CC-Meldung ak acta zu legen.

Schliesslich berichtet er indiesem Forum ja auch über erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit, bei der deutlich wird, dass es mit Geld-Schicken-und-Häusl-Bauen nicht getan ist, dass Zusammenarbeit, Austausch ganz wesentliche Faktoren sind.
dieter (Gast) - 21. Nov, 20:39

"Lebenserwartung
Aktuelle durchschnittliche Lebenserwartung in einem "ganz normalen" afrikanischen Land als Beispiel:
Niger - 41 Jahre (Quelle Wikipedia)
zum Vergleich Österreich = x2"

Und früher war es dort besser? Ganz im Gegenteil.
Schau es dir an auf: http://www.gapminder.org
(Geniale Seite, die wirtschaftliche und entwicklungspolitische Daten veranschaulicht. Wurde auch schon mal auf CC verlinkt.)

Die Steigerung der Lebenserwartung wurde nur durch AIDS unterbrochen bzw. verdeckt und AIDS hat sicher nicht der angeblich bösartige, ständig den Afrikanern einen Streich spielende Westen erfunden.

Das Wasser haben wir den Menschen dort auch nicht weggenommen. In manchen Regionen dieser Welt gibt es einfach kaum Wasser und wenn schon, dann nicht unbedingt welches, das natürlich gereinigt aus den Bergen fließt. Und keine Finanztransaktion der Welt wird an diesem Zustand etwas ändern. Selbst die Amerikaner können ihre potemkinsche Wüstenstadt Las Vegas nicht mehr lange betreiben.

Als Grünsympathisant sollte man sich eigentlich bewusst sein, wie sehr unser Leben von der Natur, in der wir leben, abhängt.

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