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Wolfgang (Gast) - 17. Dez, 08:35

Stellt sich nur die Frage...

... warum man gegen übertriebenen Autoverkehr in der Stadt ist. Weil sie die Luft verpesten und Lärm verursachen? Weil sie den Fußgängern die Ampelphasen vermiesen? Weil sie Platz für Parkplätze verschwenden? Weil sie das Radfahren nervtötend und gefährlich machen? Weil sie Öffis im Stau blockieren? Weil der Parkplatzsuche fast so viel Energie draufgeht, wie bei der eigentlichen Reisestrecke?

Manche von diesen Problemen werden durch Elektroautos gelöst (worüber man, wie schon von andern erwähnt, streiten kann, wir sind kein Hydro-Powerhouse mehr, grad zur Schneeschmelze vielleicht), andere werden durch Elektroautos noch schlimmer, weil die dann billig sind, und man damit als umweltfreundlich gilt.

Fürs Land ist sowas super, und selbst da reichen 60km für die meisten Pendler, zumindest wenns an der Arbeitsstelle auch eine Auflademöglichkeit gibt.

Gérard (Gast) - 17. Dez, 13:24

Stadt ohne Autos?!

Die oben gestellen Fragen von Wolfgang halte ich tatsächlich für bedeutend wichtiger als die Frage, wo die Leute Strom tanken können (die wenigen, die ich gesehen habe, legen tatsächlich ein Verlängerungskabel aus dem Fenster - geht offenbar auch).

Die immense Reduktion an Lebensqualität und Sicherheit durch den Autoverkehr in der Stadt, der durch "Ökoautos" ja nur ein Feigenblatt bekommt, wird durch Stromautos keineswegs kompensiert. Man denke nur daran, dass heuer soviele Fußgänger - nicht wenige davon auf "Schutzwegen" - getötet worden sind, wie schon lange nicht mehr. Ohne Auto geht's nicht. Offenbar haben auch die Grünen vollständig kapituliert. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass nicht permanent auf die Missstände (von den Ampelphasen für Fußgänger über lebensgefährliche Radstreiferln bis zu lächerlich schmalen Gehsteigen im Vgl. zur Fahrbahnbreite) des roten Wien hingewiesen wird.

Der öffentliche VK als Alternative? Fragt mal eingefleischte Autofahrer, die lächeln nur milde. U-Bahnen, die auch zur größten Stoßzeit nur alle 5-6 Minuten kommen, bummvolle Straßenbahen, nicht vorhandene Busspuren etc. Ja, bei der derzeitigen Verkehrspolitik in Wien kann ich sie verstehen!
a.m. (Gast) - 17. Dez, 21:14

Stadt ohne Autos. Sowas wirds einfach nie geben. Man denke an eine Familie, die wöchentlich ihren Einkauf, Transport von Lebensmittel und sonstigem bewältigen soll. Die geht natürlich einmal in der Woche groß einkaufen.
Natürlich kann man da Kampagnen erstellen, die einen anderen Lebensstil bewerben. Aber das alleine reicht nicht aus.
Wolfgang (Gast) - 17. Dez, 23:41

Ganz ohne Autos

wirds wohl nicht gehen. Es wird immer einen gewissen Lieferverkehr geben müssen, sowie Einsatzfahrzeuge, Müllabfuhr usw. Auch Installateure usw. werden wohl eins brauchen.
Die Frage ist ja eher, ob diese Unmengen an Pendlerfahrten notwendig sind. Was wär dabei, mal die Intervalle der U6 auf 90 Sekunden zu senken, und dafür eine Spur vom Gürtel zu sperren/begrünen/radwegisieren?
Was wär dabei, wenn bei einem Druck bei einer Bedarfsampel sofort die Auto-Ampel zu blinken beginnt, und man in <10 Sekunden selbst grün hat?
Was wär dabei, wenn man bei Baustellen keine sündteuren Ausweichrouten baut (falls jemand diese Ausweichkurve auf der A2 bei der neuen IZ Nö Süd Abfahrt kannte), sondern einfach ein paar Monate mit einem Nadelöhr lebt?
Was wär dabei, wenn man die Nightlines nicht stur dort enden lassen würden, wo das entsprechende Straßenbahngleis endet?

Klar, bei den Grünen brauch ich mich deswegen nicht aufregen, aber mir scheints halt sinnvoll, das hier zu posten.
dieter (Gast) - 18. Dez, 00:05

In der Stadt muss man nicht wöchentlich mit dem Auto einkaufen. Das ist eine Vorstadtpraxis. Bei mir in der Gegend gibt es genug Türkinnen, die den Einkauf für ihre Familie per pedes erledigen. Es gab gerüchteweise auch schon Familien, bevor es Autos gab und die waren größer als die heutige 1,3-Kind-Familie mit ins Seniorenheim ausgelagerten Großeltern.

Das Problem mit dem Verbannen von Autos aus der Stadt ist, dass die Autofahrer dann in den Speckgürtel ziehen. Da wird dann schönes Grünland mit noch mehr Häusern, Straßen und Hofer-Filialen zubetoniert und die Autofahrer pendeln erst recht in die Stadt und brauchen mehr Benzin.
a.m. (Gast) - 21. Dez, 00:40

früher hat man auch vom Bauern gegenüber das Fleisch bekommen und beim Greisler eingekauft. Aber heute ist der Lebenskomfort ein anderer. Familien kaufen z.B. nicht mehr eine FLasche Mineral sondern gleich mindestens 12 Flaschen für den Vorrat. usw. Früher hat man halt eben dafür nur weniger und dafür öfters eingekauft.
Auch in der Stadt gibts jede Menge an Leute, die nur mit dem Auto einkaufen fahren.
dieter (Gast) - 22. Dez, 00:05

Das stimmt eben nicht. Du setzt Familien mit Vorstadtfamilien gleich. Die Hälfte der Wiener Haushalte haben kein Auto und in Fußgängerfreundlichen Bezirken rennen ständig Leute, auch Mütter mit ihren Kindern mit Einkaufssäcken und Kinderwägen herum. Es zahlt sich häufig wegen Einparken und den Wegen von und zum gefundenen Parkplatz meist gar nicht aus, das Auto zu nehmen.

Und warum sollte ein Großeinkauf mit dem Auto Lebenskomfort bedeuten? Damit wird ein Problem gelöst, das man gar nicht hat, wenn man in einer Minute beim Billa ist.

Wohlgemerkt, das trifft nicht auf Gegenden zu, die nach 1960 gebaut wurden.

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