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schimi (Gast) - 28. Jan, 19:54

Es geht um Europa!

Also gegen die Sache an sich kann man ja eigentlich nichts sagen: Die Entscheidung den Wählern zu überlassen ist immer gut, und den Grünen kanns ja nur Stimmen bringen, glaube nicht dass jetzt jemand wegen Voggenhuber auf Platz 16 extra nicht die Grünen wählt.

2 Dinge finde ich hier aber viel auffallender, und leider sehr enttäuschend:

Zum einen muss man sich die Frage stellen, warum man sich diesen Schluss, dass die Grünen dadurch nur Stimmen gewinnen können, nicht früher überlegen hätte können? Hätte Voggenhuber nicht klar sein können/müssen, dass er im möglichen Falle einer Niederlage bei der Kür der Kandidaten diesen Weg wählen kann/sollte? Dann hätte man das Ergebnis einfach akzeptieren können, einen in den Medien breitgetretenen, internen Streit eingedämmt, und der Parteichefin die Möglichkeit gelassen diesen Schritt positiv zu beurteilen. So hingegen war es doch irgendwie wieder vorauszusehen, dass irgendwer wieder beleidigt ist, und dann in den Medien entsprechend entbehrlich darauf reagiert. Doch diese Reaktion beinhaltet gleichzeitig auch die Beantwortung meiner Frage, ob man sich das nicht früher überlegen hätte können: Nein, anscheinend nicht, weil es allen Beteiligten hier offensichtlich in erster Linie um parteiinterne Machtspielchen und persönliche Eitelkeiten geht.

Das zweite was mich enttäuscht sind die Reaktionen hier im Forum. Der Blogeintrag hat ja innerhalb kürzester Zeit etliche Statements hervorgerufen, was nur zeigt wie groß das Interesse an diesem Thema anscheinend ist, was man ja nur begrüßen kann. Eine überwältigende Mehrheit reagiert auf die Ankündigung Voggenhubers offensichtlich positiv, auch daran ist nichts auszusetzen. Aber gezählte eine (eine!) Person (man verzeihe mir, wenn es inzwischen 2 oder 3 sind), hat die für mich einzig entscheidende Frage gestellt, jene nach den Inhalten: Was bitte sind denn nun die scheinbar so großen Unterschiede zwischen Herrn Voggenhuber und Frau Lunacek? Schon seit Wochen frage ich mich das, ohne eine befriedigende Antwort darauf zu finden. Und hier setzt sich das nun fort: Geht es auch den Grün-Wählern nur um eine Art Personalie, ob mir nun der oder die eine oder andere sympathischer ist? Fast scheint es mir als ob der Großteil der Kommentarschreiber diese Wahl nur dafür nutzen will, der derzeitigen Parteispitze einen Denkzettel zu verpassen, anstatt darüber nachzudenken worum es wirklich geht, nämlich um das europäische Parlament.

Darum meine wirklich ernst gemeinte Frage an dieser Stelle: Wer kann mir eine Entscheidungshilfe geben, und mir wirklich erklären, was den angeblich so entscheidenden Unterschied zwischen diesen beiden Optionen darstellt? Ich beziehe mich dabei aber nur auf Inhalte, schwammige Antworten in Bezug auf Charaktereigenschaften wie „er oder sie ist mehr pro Europa“ oder „er oder sie hat soviel Erfahrung“ oder „er oder sie ist so kritisch“ lass ich leider nicht gelten, weil ich sie schon überall gehört habe. Danke im Voraus!

Johann Hosenträger (Gast) - 30. Jan, 16:28

Die Sache ist für mich relativ einfach...

Herr Voggenhuber ist bereits im europäischen Parlament und Frau Lunacek nicht. Herr Voggenhuber verfügt über eine perfekte Vernetzung innerhalb der Strukturen und kann daher ganz entscheidend an deren Gestaltung mitwirken. Und er ist ein glühender Verfechter der europäischen Verfassen, die meiner Meinung nach einen ganz wichtigen Schritt in Richtung Zukunft und regierbarkeit der Europäischen Union darstellt. Frau Lunacek darf sich als erstes einmal hinten anstellen und muss sich in den Strukturen dort erst ihren Platz schaffen.

Ja, Politik hat sehr viel mit Macht und Verantwortung zu tun. Da kann man mitspielen oder es bleiben lassen. Ich fühle mich wohler, wenn meine Stimme jemand vertritt, der bereits bewiesen hat, dass er in diesem Spiel die Spielregeln kennt und anwenden kann.

Genug begründet?

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