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Mr.Hat (Gast) - 31. Jan, 17:03

Rückschritte

als an sich konsequenter ÖVP-wähler, dessen größter wunsch es war und ist, schwarz/grün auf bundesebene verwirklicht zu sehen, erfüllt mich die entwicklung der grünen nicht nur in den letzten tagen und wochen, sondern eigentlich in den letzten monaten und jahren mit sorge und trauer;
ich halte alexander van der bellen für einen überaus integeren politiker und auch an johannes voggenhuber hat mich immer fasziniert, dass er in letzter konsequenz die sache über die parteilinie gestellt hat; es mag durchaus sein, dass er dies aus eigeninteresse und dickköpfigkeit getan hat - stört es mich? überhaupt nicht! ganz im gegenteil, es ist auch parteiintern höchst notwendig, dass es immer leute gibt, die die parteilinie hinterfragen und versuchen, eine fortentwicklung zu provozieren; nichts ist schlimmer als ein schmieriger politiker wie werner faymann, der es möglichst allen recht machen und sich an den "mainstream" anbiedern will; wo ist z.b. die teuerung hinverschwunden? keine spur mehr davon, stattdessen sind die gelder versenkt und die finanzkrise bittere realität;

genau aus diesem grund genießen leute wie voggenhuber auch ansehen in der bevölkerung, weil ein solches auftreten mit glaubwürdigkeit einhergeht; ganz egal, ob man seine standpunkte vertritt oder nicht, man hat das gefühl, dass man es zumindest mit jemandem zu tun hat, der für das steht, was er sagt;
aus der sicht von glawischnig ist der schritt höchst nachvollziehbar, konnte sie sich doch auf diese weise von einem unliebsamen kombattanten ein für allemal verabschieden;
mit glawischnig und insbesondere auch der unerträglichen vassilakou haben die grünen einen weg eingeschlagen, der auf lange sicht konstruktive, ehrliche zusammenarbeit unmöglich scheinen lässt - dass es doch möglich wäre zeigt das gut funktionierende oberösterreichische projekt; die grünen sind, was seriösität anbelangt, leider auf dem besten weg, so zu werden, wie die deutsche "linke" - ohne klare linie, ohne focus auf sachpolitik, nur mehr darauf bedacht, mit stimmen links der SPÖ über die runden zu kommen;

insbesondere die wirtschaftspolitischen ansichen van der bellens wurden in den letzten jahren ohnehin zunehmends einer einheitlichen parteilinie geopfert - unvergessen bleibt das interview mit armin wolf, wo ihn dieser darauf hinweisen musste, dass sein soeben geäußertes - in der sache grundvernünftiges und schlüssiges! - statement leider in diametraler opposition zum damaligen parteiprogramm stand

stehen SPÖ und ÖVP in gestalt von faymann und pröll für stillstand, so haben die grünen leider den retourgang eingelegt und überlassen das spielfeld dem rechtspopulismus; dabei sieht man doch gerade an der hessenwahl und dem gewinn der dortigen FDP, dass ehrliches, liberales gedankengut auch zu zeiten einer wirtschaftskrise zu stimmgewinnen führen kann - dass "die liberalen" in österreich nicht fuß fassen konnten liegt wohl eher an der partei und seiner vorgeschichte bzw. den handelnden personen und weniger daran, dass das wählerpublikum für eine solche linie nicht aufnahmefähig wäre

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