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jutta (Gast) - 31. Jan, 21:37

lieber christoph,
wie so oft teile ich deine meinung teilweise: ja, voggenhuber gar nicht antreten zu lassen ist keine gute idee. dass er nachdem er den ersten platz nicht geschafft hatte beleidigt abgerauscht ist, war auch keine gute idee. das ganze ist sehr unerfreulich. soweit sind wir uns ja einig.

wo ich mit dir gar nicht einer meinung bin, ist die alphatiergeschichte: voggenhuber wird meiner meinung nach zu recht für seinen egozentrischen aggressiven stil kritisiert. er hat einmal gesagt, ER sei das grüne projekt. und er betreibt eine ICH-AG. teamfähigkeit ist für mich auch eine wichtige eigenschaft wenn man in einer firma arbeitet und auch bei den grünen. das interessiert einen voggenhuber nicht.

voggenhuber auf platz 16, das wäre ein offener machtkampf gewesen, und zwar einer den voggenhuber genauso destruktiv geführt hätte wie in der vergangenheit. ich kann verstehen wenn das vielen grünen zu dumm ist. jaja, die medien hätten das großartig gefunden, sie leben davon. lunacek hätte mit demselben stil ihre agenda pushen müssen wie er: aggressiv und laut und selbstverliebt. passt nicht zu ihr.
das unerfreulichste an der geschichte ist für mich aber, dass jetzt gegen frauen gewettert wird was das zeug hält. lunacek sei unfähig, glawischnig auch, alles zicken und angsthasen. sie sind es nicht.
ich glaube nicht dass wir die wahl verlieren, weil voggenhuber nicht mehr antritt. er wird fehlen, aber es werden sich andere profilieren können. es wird sich etwas anderes entwickeln und das solltest gerade du gut finden.

One Brick (Gast) - 31. Jan, 22:23

Gute Analyse!
sgm (Gast) - 31. Jan, 23:10

"lunacek hätte mit demselben stil ihre agenda pushen müssen wie er: aggressiv und laut und selbstverliebt. passt nicht zu ihr."

Genau das müsste sie tun, damit die Medien sie überhaupt wahrnehmen.
Gerade bei der EU Wahl, die sowieso niemanden interessiert, ist das aber notwendig, wahrgenommen zu werden. Und wer mucksmäuschen still ist, der verliert klar und deutlich!
e9325827 - 1. Feb, 00:26

@Jutta:
Hmm, ich wollte irgendwo hier meine Meinung posten. Ich sehe, Sie sind mir zuvorgekommen ;-)
kritikus (Gast) - 1. Feb, 09:59

@jutta,

in einigen punkten haben sie recht, trotzdem sollten sie z.b. bedenken, wer diesen widerlichen
geschlechterkampf - wenn mann das jetzt so frei von der leber weg sagen darf -
begonnen hat. hat es eine glawischnig notwendig, ständig von frauenpower zu sprechen?
Oder ist es tatsächlich erforderlich dieses "typisch mann" und sonstiges jedem zu erzählen,
auch wenn er/sie es vielleicht gar nicht hören will?

voggenhuber ist präpotent, egozentrisch, teilweise selbstverliebt und oberlehrerhaft; was
aber seine arbeit anbelangt: gibt es da tatsächlich seriöse kritik, oder geht es tendenziell.
wieder in die richtung - na ja, ein mann halt?

zugegeben, voggenhubers angebot hat(te) schlicht und einfach die falsche überschrift,
nachdem er in doch sehr überbordender arroganz den zweiten listenplatz ablehnte. aber
andrerseits sollte frau sich auch daran erinnern, wie glawischnig säuselte und in aller
öffentlichkeit - wohl auf voggenhubers beleidigtsein bauend - verkündete, er möge doch
bitte die grünen unterstützen. ja, und da dürfte die vorsitzende eva glawischnig aus der
der sicht ihrer machtposition johannes voggenhuber aber gewaltig unterschätzt haben -
und schon war das dilemma fertig.

im nachhinein gesehen lief es eindeutig darauf hinaus, voggenhuber zu demontieren und
die eigenen vertrauten nach brüssel zu schicken - ein intrigenstadl, bei dem versucht wurde,
mit schönen worten und lieblichen seitenblicken, den beschlossenen abgang voggenhubers
der staunenden grünwählerschaft unter dem motto "selbst schuld, er will ja nicht!" zu
verkaufen.

und das ist jetzt gründlich in die hose gegangen.
p (Gast) - 1. Feb, 10:34

machtkaempfe

@jutta
mich als waehler interessieren machtkaempfe nicht.

ich haette gern dass ein offensichtlich kompetenter politiker die arbeit weiter macht, die er bisher gut gemacht hat. die gruene parteispitze hat mir hier zwei dinge gezeigt: a) kompetenz ist zweitrangig, b) sie hat angst dass der waehler sich falsch entscheiden koennte und will sicherheitshalber dem waehlerwillen keine chance geben.

na gut, ich kann ja auch woanders mein kreuzerl machen.
Felix (Gast) - 1. Feb, 10:59

Jutta, du schreibst: "das unerfreulichste an der geschichte ist für mich aber, dass jetzt gegen frauen gewettert wird was das zeug hält. lunacek sei unfähig, glawischnig auch, alles zicken und angsthasen. sie sind es nicht."

Dass in dieser Situation gegen Frauen gewettert wird, liegt in der Natur der Sache: Die Personen, die die Demontage von Voggenhuber maßgeblich betrieben haben, sind halt Frauen. Glawischnig, Lunacek und Co. werden aber nicht für ihr "Frausein", sondern einzig für ihr Handeln kritisiert. Und die Attribute unfähig, Zicke und Angsthase (die in dieser deutlichen Form auch selten formuliert werden in diesem Zusammenhang) zielen ja per se nicht nur auf Frauen ab, oder?
Aber das ist leider ein Punkt, wo bei manchen Frauen die Gleichbehandlung im eigenen Kopf noch nicht ganz angekommen ist: Sobald sie für ihr Handeln kritisiert werden, orten sie sofort einen Angriff auf sich "als Frau". So lebt es sich aber auch ein bissl gar einfach...
jutta (Gast) - 1. Feb, 11:53

nachdem man hier einem, der antwortet, nicht erneut antworten kann, muss ich das technisch eben so lösen.... also:

@ sgm (anonym) - 31. Jan, 23:10
"Genau das müsste sie tun, damit die Medien sie überhaupt wahrnehmen.
Gerade bei der EU Wahl, die sowieso niemanden interessiert, ist das aber notwendig, wahrgenommen zu werden. Und wer mucksmäuschen still ist, der verliert klar und deutlich!"

ja, mucksmäuschenstill sollte man nicht sein, da hat man in der politik nichts verloren. es ist allerdings schwierig, neben einem so aufgeblasenem ego wie voggenhuber überhaupt eine chance zu haben von den medien wahrgenommen zu werden. es verkauft sich besser, wenn man öfter mal komplett danebengreift in der formulierung etc. dies aber bitte nicht als medienschelte verstehen. sondern eher als konsumkritik. was interessiert leserInnen mehr: wenns kracht oder die nackte info?


@kritikus

"... voggenhubers angebot hat(te) schlicht und einfach die falsche überschrift,
nachdem er in doch sehr überbordender arroganz den zweiten listenplatz ablehnte. aber andrerseits sollte frau sich auch daran erinnern, wie glawischnig säuselte und in aller öffentlichkeit - wohl auf voggenhubers beleidigtsein bauend - verkündete, er möge doch bitte die grünen unterstützen. ja, und da dürfte die vorsitzende eva glawischnig aus der
der sicht ihrer machtposition johannes voggenhuber aber gewaltig unterschätzt haben - und schon war das dilemma fertig...."

ja, da haben beide fehler gemacht. große fehler.

@p
"...mich als waehler interessieren machtkaempfe nicht."

idas ist dein gutes recht. wenn es dir um inhalte geht und nicht um personen, dann bist du bei den grünen weiterhin gut aufgehoben. wenn es dir um die person voggenhuber ging, dann schaut die grüne welt nun anders aus. festzuhalten ist: die kompetenz bringen die anderen kandidatinnen auch mit.

@Felix
"... Glawischnig, Lunacek und Co. werden aber nicht für ihr "Frausein", sondern einzig für ihr Handeln kritisiert. "

ich habe nicht die postings hier auf chorherr.at gemeint, hier geht die diskussion fast immer sachlich ab. ich habe gestern lange die kommentare auf derstandard.at gelesen und ja, da bricht ein frauenhass raus aus den leuten ("...die grünen barbiepuppen..." etc, ich erpar euch das), den ich sehr traurig und für die situation auch erstaunlich vehement finde: da wurde so einiges ausgelöst und ja, mich wundert das schon.

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