Videoblog
Energiepolitik nach Fukushima
Meine Rede in unserer Aktuellen...
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...wilde Vögel fliegen
Meine Rede auf der Landesversammlung:
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Im Gespräch mit Rudi Anschober
Im September wählt Oberösterreich. Dass...
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meine Vision einer Radverkehrspolitik in Wien
aktuelle Stunde, von uns eingebracht...
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Bikecity am Wasser.Ein Video
EDIT: der ORF-Bericht aus Wien...
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Zum zweiten Beispiel:
Deine These:
ohne Kunstdünger + regional = gut
Kunstdünger + globalisiert = schlecht.
Die ökologische Landwirtschaft braucht mehr Grundfläche und damit viel mehr Diesel zum Pflügen, Aussähen, Ernten usw. Bevor es Traktoren gab und man auf Nutztiere zurückgriff, wurde der größte Teil der Anbaufläche für das Futter der Nutztiere gebraucht. (Letztere sind extrem ineffizient, weil sie ständig Nahrung brauchen und nicht nur, wenn man sie einsetzt und darüber hinaus keine Räder haben.)
Es kommt also darauf an, ob es effizienter ist, Öl in Form von Kunstdünger auf die Felder zu schütten, oder das Öl in den Tank des Traktors zum Pflügen größerer Flächen zu füllen.
Hinzu kommt, dass der Ertrag, sowie der Düngemitteleinsatz, stark vom Klima und von den Böden abhängt. In Südeuropa, Kalifornien, Südamerika usw. braucht es wesentlich weniger Dünger. Somit ist es umweltfreundlicher, dort anzubauen, wo man weniger Energieaufwand hat und nicht notwendigerweise regional.
Der Transport großer Mengen haltbarer Güter über große Strecken ist hingegen überhaupt kein Problem. Dazu braucht man nicht einmal Öl. Das gab es schon in der Antike.
Die meisten Transportwege entstehen am Ende und am Anfang der Transportkette, also in der mühsamen Anfahrt zum kleinen Bergbauernhof und umso mehr bei den Millionen Vorstadtbewohnern, die ihre Einkäufe mit dem Auto tätigen. Das summiert sich auf, unabhängig davon, woher die Gurke ursprünglich kommt.
Darüber hinaus kann eine regionale Landwirtschaft leicht an den lokalen Bedürfnissen vorbeiwirtschaften. Kleinteilige Strukturierung bringt auch mehr Verschwendung und somit mehr unnötigen Transport und Energieaufwand. In Indien, das dort ist, wo uns verklärende Romantiker gerne haben wollen, ist genau das ein Problem. Dort will man eben jene Modernisierung durch industrielle Landwirtschaft, Großhandel, Transportlogistik, industrielle Verarbeitung und Supermärkte forcieren, die manche hier in Europa wieder los haben wollen.
http://www.rediff.com/money/2007/mar/16food.htm
http://news.bbc.co.uk/2/hi/south_asia/1695954.stm
Warum breite ich das im Detail so aus? Viel Kritik an der Marktwirtschaft ist oberflächig. Ohne sich mit einem Sektor der Wirtschaft auszukennen, wird einfach behauptet, dieser wäre verschwenderisch und dumm und angedeutet, dass mit einerm anderen "System" alles viel ginge. Dabei sieht man, wenn man sich näher befasst, dass die Marktwirtschaft die Unternehmen zu Produktivitätssteigerungen treibt und somit im Regelfall sehr wohl zu einem sparsamen Umgang mit Ressourcen.
Die Marktwirtschaft strebt nähmlich nach Produktivität. Das Wachstum resultiert daraus, dass die Konsumenten nicht nur das Gleiche zum günstigern Preis haben wollen, sondern mehr.
Krisen wie die aktuelle enstehen eher, wenn alle fest mit Wachstum (gesamt oder sektoriell) rechnen, dieses aber nicht eintrifft.
aufs WIE kommt es an
Unsere Erde ist nun mal begrenzt - sowohl Fläche, als auch Ressourcen - das ist Faktum. Faktum ist weiters, dass die einzige Energiequelle der Erde unsere Sonne ist. D.h. alles Stoffliche muss im Kreis geführt werden, alles Energetische kommt von der Sonne. Andere Systeme haben keine Zukunft.
Die Kreislaufwirtschaft ist eine grundlegende Eigenschaft der Ökolandwirtschaft, d.h. Düngemittel (Mineralstoffe) usw. gehen stets im Kreis (vereinfacht: Abfall -> Kompost -> Feld). Energetisch muss nun als nächster konsequenter Schritt die Entkopplung von fossilen Trägern erfolgen. Früher, so wie von dir beschrieben, war das mit Ochsen & Manpower selbstverständlich - aber eben höchst ineffizient und beschwerlich. Keiner von uns will das heute noch auf sich nehmen. Keiner will "back to the roots". Muss man auch nicht. Heute kann man dank menschlichen Erfindergeist sehr wohl einen Schritt weitergehen und den tierischen Ochsen durch mechanische Ochsen (Traktor) ersetzen. Hierbei kommt es jedoch auf das "Futter" an. Nimmt man z.B. einen Teil des Ertrages (Zwischenfrüchte, Ernterückstände, Tiermist, Abfälle, ...) - ohne damit nun den "Teller" zu gefährden! - und füttert damit z.B. eine Biogasanlage, so kann man auch damit Traktoren betreiben (wenn auch dzt. noch mit tlw. Diesel). Gesamtenergetisch wohl dennoch effizienter, als Ochsen. Und eben bequemer. Weiters wäre auch hier die stoffliche Kreislaufwirtschaft gegeben (Biogasgärschlamm -> wertvoller Dünger). Zusätzlich ließen sich Brachflächen, Dächer usw. mit PV ausrüsten, um den Großteil der elektrischen Energie eines Bauernhofes abzudecken (ggf. sogar mal elektrische Traktoren??).
Wenn man diesen Ansatz nun auf Gemeindeebene fördert, fördert man lokale Wertschöpfung und Arbeit, lokale Selbstversorgung, fossile Unabhängigkeit, bremst Ferntransporte und Abhängigkeiten von korrupten Systemen. Das gilt nicht nur für Österreich oder Europa, sondern dieses Konzept kann man weltweit einsetzen!
Warum wird es nicht (im großen Stil) gefördert/umgesetzt? Weil der wirschaftliche, steuerliche und politische Anreiz fehlt! Weil der niedrige Preis fossiler Energieträger noch immer die Wirtschaftlichkeit dieses Konzepts untergräbt. Weil CO2 nichts kostet, Arbeit (nicht nur manuelle) hingegen teuer besteuert wird.
Lösung?: Ziemlich einfach & theoretisch unkompliziert und schnell einzuführen: Massive CO2-Steuer und Flächensteuer + im Gegenzug massive Senkung der Arbeitssteuern. Entsprechend balanciert würde das für "Familie Mayer" völlig neutral bleiben (also keine Mehrbelastung), trotzdem wäre der globale Lenkungseffekt enorm.
Leider traut sich die Politik noch immer nicht drüber, ignoriert alle Vorzeichen weiterer (massiverer) Krisen, fährt weiter mit fossilem Vollgas gegen die Wand ... leider eine zutiefst menschliche Eigenschaft, sich an schleichende Veränderungen anzupassen, diese zu ignorieren, und erst bei einem echten "Vollcrash" aufzuwachen und zu handeln, dann wenn es wesentlich mehr Anstrengung kostet, als vorzubeugen ...
Kunstdünger kann man auch aus Strom + Luft + Wasser erzeugen. Aus Kohle geht's aber auch. Machen die Chinesen so. Wir werden noch Kunstdünger haben, lange bevor es keinen fossilen Diesel mehr geben wird.
Der Markt wird das langfristig forcieren, wenn der Ölpreis steigt. Der Staat kann da mit vielleicht mit vielfältiger Forschung und Pilotprojekten unterstützen. (Gut beispielsweise, dass es Passivhaustechnik gibt, jetzt, wo wir sie brauchen)
Aber für völlig verfehlt und gefährlich halte ich es, wenn der Staat eine ganz bestimmte Technik oder Bewirtschaftungsweise als allein seelig machende aussucht und forciert, denn der Staat ist kein Hellseher.
Kreislaufwirtschaft, also Nachhaltigkeit, muss langfristig her, klar. Aber es würde mich wundern, wenn dieser Kreislauf nicht durch industrielle Prozesse inkl. Gentechnik verbessert würde und sich nicht auch über den ganzen Globus erstreckt, indem z.B: Kunstdünger mit Solaranlagen in Ägypten hergestellt wird.
Wie das genau aussehen wird, wird die Zukunft weisen.
Aber die "ökologische" Landwirtschaft verfolgt viele Ziele, die überhaupt nichts mit Umweltbilanz und Kreislauf zu tun haben, sondern mit Romantik und Nostalgie, die sich auch gut verkauft. Beispielsweise schreibt die BIO Austria vor, dass Futtermittel vom eigenen Hof stammen müssen und wenn überhaupt, nur aus dem Inland zugekauft werden dürfen. Dafür kann es keinen rationalen Grund geben.
Guano-Dünger, der als Biodünger gilt, ist nichts anderes als südamerikanische Vogelscheiße, die schon im 19. Jhdt. in Europa eingesetzt wurde.
In einer industrialisierten Welt sind wir alle voneinander irgendwie abhängig. Dadurch sind wir aber auch produktiver und effizienter.
Wir werden ja sehen, wie sich die steigenden Ölpreise auf die Landwirtschaft auswirken werden. Die industrielle Landwirtschaft wird auf Preissignale reagieren und sich nicht mit unbegründeter Ideologie aufhalten.