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dieter (Gast) - 4. Jun, 00:06

1. Freiheit: Ich habe prinzipiell etwas gegen Verbote. Weder will ich meine eigenen persönlichen Präferenzen anderen aufzwingen, noch will ich von anderen etwas aufgezwungen bekommen.
Wer für alberne Glühbirnenverbote eintritt, kann sich wohl kaum über Fingerabdrücke in Pässen oder konsumentenfeindlichen Kopierschutz beschweren und vieles andere. Ich mag keine Frankfurter. Ungesund sind sie auch. Also soll niemand Frankfurter essen dürfen?

2. Die Energiesparlampen gab es ja schon beim Hofer um 4€ im Doppelpack zu kaufen. Ich habe auch welche gekauft. Die Leute kaufen das schon und sind selber intelligent genug, sich zu informieren und abzuschätzen, welches Leuchtmittel für sie sinnvoller ist.
Die Angabe von Effizienzklassen ist eine gute Hilfestellung im Haushaltsgeräte-Bereich, ohne jemanden zu bevormunden. Die Verbotsbefürworter halten die Konsumenten für dumm und für Bevormundung bedürftig. Das ist auch eine zutiefst antidemokratische Einstellung.

3. Verhältnismäßigkeit. Die großen Brocken des Energieverbrauchs liegen woanders. Wie komme ich als Radelfahrer dazu, die Glühbirne verboten zu bekommen, wenn andere mit einem Porsche fahren und eine Klimaanlage oder einen Wäschetrockner haben und ihren Thermostat auf 24°C stellen?

4. sinnloser Aktionismus. Das Glühbirnenverbot wäre vor 15 Jahren undenkbar gewesen, weil es damals gar keine technischen Alternativen gab. Jetzt ist sowieso absehbar, dass in den nächsten Jahren viele alternative Technologien (LEDs usw.) auf den Markt kommen. Steigende Energiepreise werden diese beliebt machen. Alles, was das Verbot bewirkt, ist höheren Absatz einer teuren und für gewisse lobbyierende sehr profitablen Zwischenlösung.

Steffi (Gast) - 4. Jun, 08:28

Es werde Licht...

Abschaffung der einfachen, billigen, aber verhältnismaßig stromfressenden Glühbirne find ich w.o. nicht sinnvoll. Aber wo gearbeitet wird passiert es auch mal, dass man sich vergallopiert, was soll's. Sowas lässt sich leicht wieder in Ordnung bringen, wenn man in der Praxis feststellt, dass es nicht zielführend ist. Schlimmstenfalls beeinträchtigt es das Leben nur geringfügig und bald kriegen wir von der genialen Marktwirtschaft was besseres geliefert.

Wenn aber die Bevölkerung immer mehr in Richtung Armut abrutscht, weil die rechtskonservativen die Bürgerrechte auf Sicherheit, Gerechtigkeit, Einkommen usw. aushöhlen, damit ein paar Reiche wie Meinl und Co. die Freude am betrügerischen "Geldvermehren" nicht verlieren, lässt sich das nicht so leicht wieder in Ordnung bringen. Auf die freiwillige Einsicht, dass dieser Weg für viele eine immer schwierigere Lebenssituation bringt, weil der Schutz durch Polizei und Justiz fehlt, das Einkommen schon von den ganz normalen Fixkosten aufgefressen wird, das Bildungssystem von Leuten wie Neugebauer als "Eigentum" angesehen und zu Machtdemonstrationen verwendet wird usw. auf diese Einsicht werden wir bis zum Sanktnimmerleinstag warten. Das produziert nur immer größere Mengen an übelriechenden, warmen braunen Haufen...

Einzige Chance was zu ändern - G R Ü N wählen und auch wirklich hingehen. Um mehr Licht in die Angelegenheit zu bringen empfehle ich die Vorzugsstimme für Eva Lichtenberger...
Corvus (Gast) - 4. Jun, 10:14

@Dieter

Wenn Du Rad statt Porsche fährst, keine Klimaanlage und keinen Wäschetrockner hast, und das Thermostat Deiner Biomasse-Heizung auf 19°C gestellt hast - was spricht dann eigentlich noch dagegen, dass Du auch energeisparende Leuchtmittel verwendest? ;^)

Auch wenn es größere Verbraucher gibt: Gemessen an der Stückzahl ist die Glühbirne wohl von keinem anderen Stromverbraucher zu schlagen. Deshalb macht es sehr wohl Sinn, hier anzusetzen: Der Multiplikator ist entsprechend groß, der Austausch gegen effiziente Leuchtmittel ist unproblematisch und bringt den Konsumenten sogar einen Kostenvorteil. In Summe sollen immerhin 4,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr gespart werden. Und die Einsparungen bei der Stromrechnung der Konsumenten soll bei 5,3 Milliarden Euro pro Jahr liegen.
dieter (Gast) - 4. Jun, 12:56

@Corvus: Wäschetrockner könnte man genauso einfach verbieten und Thermostate auf 18°C normieren.
Im Winter muss man sowieso heizen. Da sind die Glühbirnen ja 100% effizient.


4,5 Mio Tonnen? wo? Ab wann? Woher hast du die Zahlen?
Für Österreich wären das 5%.

Es braucht ja einige Zeit, bis alte Glühbirnen hin werden und durch neue ersetzt werden. Da müsste man die Leute eher positiv motivieren. Das Gegenteil wurde durch das Verbot bewirkt, denn es gibt Hamsterkäufe. Die gehamsterten Glühbirnen werden noch brennen, wenn es schon längst billige LEDs gäbe.

Somit ist die Kommission offenbar ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft.
martinm - 4. Jun, 13:48

effizient??

"Im Winter muss man sowieso heizen. Da sind die Glühbirnen ja 100% effizient."

Ich muss och sehr bitten! Effektiv vielleicht aber sicher nicht effizient. Wo wollen wir die 100%Effizienz ansetzen? Ich würde mal sagen bei dem Heizelement, welches pro watt heizleistung am wenigsten CO2 ausstoß verursacht, das ist sicher nicht die glühbitne!
Corvus (Gast) - 4. Jun, 17:02

@Dieter: Sorry...

Uuups, sorry, die Zahlen gelten ja nur für Deutschland... Es sollten 23 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr sein, EU-weit.

Zur positiven Motivation: Weniger Kosten für den Anwender, weniger schädlich für das Weltklima - das sollte eigentlich schon genug Motivation sein. Wer das einsieht, dem kann's ja eigentlich auch völlig egal sein, ob es ein Verbot von Glühbirnen gibt oder nicht, der wird sie sowieso nicht mehr verwenden. Also wieso diese Aufregung?

Und ob positive Motivation bei allen Mitbürgern klappt, sei dahingestellt. Da könnten wir gleich alle Verbote in der StVO abschaffen, und an deren Stelle positive Motivation setzen? Wird's klappen?
dieter (Gast) - 5. Jun, 07:39

23 Mio Tonnen sind 0,5% des CO2-Ausstoßes in der EU, also soviel, wie der Zuwachs in einem halben Jahr ausmacht.
Noch nicht beantwortet, hast du die Frage, wie lange es braucht, bis der Verbotseffekt überhaupt voll eintritt; wenn also alle bisherigen Glühbirnen ausgebrannt sind und ob erhöhte Heizkosten mitberücksichtigt wurden.
Aber Porsche Cayennes sind weiterhin noch erlaubt, ja? Flugbenzin wird auch nicht besteuert.

Das mit der Motivation stimmt eben nicht. Siehe auch Bewegungsmelder. Die sparen sehr viel Strom, weil das Licht nur jeweils kurz brennt. Die Energiesparlampen verkraften aber die Schaltzyklen nicht.

Und dass es Hamsterkäufe gibt, ist ein Faktum. Das Verbot motiviert also nicht nur nicht zum Kauf von CFLs, sondern sogar zum Kauf von Glühbirnen.
Corvus (Gast) - 5. Jun, 09:10

@Dieter: Verbotseffekt

Woher soll ich wissen, wie viele Glübirnen die Menschen gehortet haben und wann dann der Verbotseffekt eintritt...? ;^)

Bewegungsmelder: Naja, so begeistert bin ich da nicht. Immer wenn eine Katze die Strasse entlang läuft, geht an allen Häusern das Licht an - mehrmals pro Nacht. Ein Mensch kann einen Schalter betätigen und das Licht genau dann einschalt, wenn er es braucht, und ausschalten, wenn er es nicht mehr braucht. *Das* ist effizient. Erfolgsgeheimnis des Bewegungsmelders ist es wohl eher die Bequemlichkeit als der Spargedanke, würde ich meinen.
sigi (Gast) - 5. Jun, 23:50

Mit dem "Verbot" der Sparlampe haben Kleinunternehmer (Beleuchtung, Design, ...) den größten Schaden. Bei den normalen Glühbirnen gibt es nun hunderttausende von verschiedenen Formen: von verspielt bis traditionell. Das Angebot gibt es bei Energiesparlampen nicht.
Wer kann sich ein Schloss Schönbrunn mit Sparlampen bestückten Lustern vorstellen: vom Design, Ambiente, Lichtfarbe usw. schrecklich.

Die einzige Empfehlung von sogenannten Experten, wenn eine E-Sparlampe zu Bruch geht: mind. 1 Std. lüften, und nicht im Raum anwesend sein wegen den Quecksilber-Dämpfen.
Und was ist, wenn man Kinder im Haus hat?

Würde man das natürliche Lichtspektrum einer normalen Glühbirne auch bei der E-Sparlampe erreichen wollen, hätte man so gut wie KEINE Energieeinsparung!!!


Warum hat die EU bei der Autoindustrie nachgegeben bei den Vorschriften?
Aja: Konsumenten haben KEINE (wirkliche) Lobby in der EU.


Was ist mit der Straßenbeleuchtung? (Leuchtsoffröhren haben ausgedient. Trotzdem werden da keine energieeffizienteren Leuchten installiert). Bei Ampeln (diese müssen im Übrigen nicht auf LED umgestellt werden.)
Und was ist mit den gläsernen Schaufenstern, die 24 Stunden am Tag das Licht anlassen?

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