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taciturus (Gast) - 9. Jun, 11:28

allgemeine politische Situation

Ich glaube man sollte das Ergebnis der Grünen bei dieser Wahl in Relation zu ÖVP und SPÖ setzen. Dann erkennt man, dass SPÖ und ÖVP immer größere Anteile an Stimmen verlieren und dieser Trend sich nun auch die Grünen erfasst hat. Zudem sollte man den sehr großen Anteil der Nichtwähler nicht vergessen, und gerade jenen Anteil davon, der bei rein innerstaatlichen Wahlen sehr wohl wählen geht.

Das Hauptproblem liegt mE in der Form, wie Politik von diesen drei genannten Parteien betrieben wird. Es gibt eine Reihe von Spitzenpolitikern, die regelmäßig in den Medien vorkommen und dafür Professionalisiert sind. Von Spindoktoren über eine geschliffene Rhetorik der Antwortsverweigerung. Mit diesem Auftreten ist jedoch mE kein Leiberl mehr zu gewinnen. Die Menschen wollen klare Antworten. Auch wenn das nicht immer leicht ist, sollte man sich zumindest dem Versuch stellen. Mit herumlavierenden Antworten in Interviews schafft man kein Vertrauen zu den Wählern, sondern vertreibt diese eher.

Die Krux von der Geschicht ist nur, dass nach dem gerade geschriebenen, Ulrike Lunacek in den Wahlauftritten eigentlich diesen Anforderungen weitestgehend entsprochen hat. Sie war mE die einzige Spitzenkandidatin, die auch glaubwürdig zu ihren Positionen gestanden ist, diese argumentiert hat und nicht ihre Fahne in den Wind der Krone gehängt hat.

Daher muss meine Analyse entweder falsch sein - was ich nicht glaube ;-) - oder das Verhalten der Repräsentanten der Partei allgemein in den letzten Wochen und Monaten erfüllt diese Anforderungen nicht. Hier liegt mE schon eher ein Kern der Wahrheit begraben. Dieser Trend zu inhaltsleeren Aussagen in vor allem TV-Interviews besteht auch schon länger bei den Grünen, wenn auch immer wieder positive Gegenbeispiele (z.B. Alev Korun ist vielfach bei Talk of Town mit gerade sehr sachlichen und glaubhaften Aussagen aufgefallen). Dies müsste mE deutlich in den Vordergrund gerückt werden, da ansonsten wohl der Trend sowohl bei Grün, Rot und Schwarz in dieser Form anhalten wird.

Wobei mir natürlich bewusst ist, dass bei dieser Wahl speziell bei den Grünen noch viele andere Gründe, die bereits erwähnt wurden, mitgespielt haben.

dieter (Gast) - 9. Jun, 15:31

Deine Analyse ist falsch. Ein überzeugter Roter wird dir auch erklären, dass nur der Swoboda glaubwürdig wäre und viele Schwarze würden dass dem Strasser attestieren. So verblendend kann Voreingenommenheit wirken und ich glaube du bist da auch Opfer von grüner Sympathie-Vernebelungs-Fahnentreue.

Ob jemand glaubwürdig ist, sieht man daran, wie engagiert er sich für die angesprochenen Themen außerhalb der Wahlkampfzeiten einsetzt und welche Kernthemen er sich aneignet.

Der Mölzer schreibt ja auch in seiner eigenen Zeitung, ließ sich in Köln bei der Anti-Islamisierungsdemo mit Steinen bewerfen und ist dann nochmal hin gegangen. Der ist authentisch.

HPM sowieso. Der hat schon viel früher gegen Konzernlobbyismus angeschrieben. Außerdem hätte er als SPÖ-EU-Parlamentarier bis zur Pension eine ruhige Kugel schieben können, entschied sich aber für den riskanten Eigenbrötlerweg.

Lunacek ist vielleicht bei den Homo-Themen authentisch, aber was will sie eigentlich im Europaparlament?.
taciturus (Gast) - 9. Jun, 17:59

Die eigenen Präferenzen mögen dabei natürlich auch eine Rolle spielen. Ein Teil solcher Wertungen ist immer subjektiv. Abgesehen davon gibt es aber durchaus einen objektiv wahrnehmbaren Wert. Der EU-Kurs der SPÖ ist mE auch objektiv unglaubwürdig, wenn man sich von Leserbrief bis lavieren von Swoboda im Wahlkampf, welches seinem Verhalen im Parlament widerspricht. Auch eine ÖVP Linie mit Strasser war populistisch gefärbt.

Allerdings meinte ich mit meinem Post diese Thematik nur am Rande. Vielmehr ist es die Art der politischen Kommunikation. Bestes Beispiel wieder gestern Josef Cap im Report. Auch wenn er eine an sich perfekte Rhetorik pflegt, weiß ich nach den vielen Worten nicht mehr über den Standpunkt seiner Partei als zuvor. Oder die Interviews nach den ersten Hochrechnungen von allen Parteien mit Verlust.

Dann braucht man sich auch nicht wundern, dass man damit niemanden begeistern kann.

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