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rolf (Gast) - 17. Jun, 11:49

Grüne Feindbilder?

Sehr geehrter Herr Hrach, sehr geehrter Herr Chorherr,
vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe meine Frage vielleicht zu zugespitzt und dadurch missverständlich formuliert. Ich persönlich finde das Projekt Desertec grandios. Noch grandioser finde ich jedoch, dass es Finanziers gefunden hat, die Jahrzehnte lang von Grünen als „Verhinderer“ und „Schuldige“ bekämpft worden sind und bis zum heutigen Tag bekämpft werden. Ich wollte damit die Frage aufwerfen, ob die tradierten grünen Feindbilder nicht schon längst überholt sind. Sicherlich bauen und betreiben Siemens, RWE und Eon nach wie vor Atom- Kohle- und Gaskraftwerke und sicherlich möchten die erdölexportierenden arabischen Länder ihr Öl bis zum letzten Tropfen teuerstmöglich verkaufen. Aber sind nicht gerade untern „den großen Bösen“ von einst, inzwischen viele, die in absoluten Zahlen gerechnet mehr für die grüne Sache tun, als alle europäischen grünen Parlamentarier zusammengenommen? Bei vielen Fluglinien kann man heute für 1-2 EUR mehr pro Flug seinen CO2-Fußabtruck wieder wett machen, Dell und IBM stellen extrem energiesparende Rechner her, die global gesehen Megawattstunde um Megawattstunde einsparen. Welcher multinationale Konzern hat den Großteil seiner „Papierflut“ noch nicht digitalisiert und spart so Schiffslandung um Schiffsladung Holz ein? Öl- und Atomstrom-Konzerne geben heute mehr Geld für die Entwicklung und Herstellung Erneuerbarer Energien aus als die Staaten der EU und Europas größter Bio-Gemüse-Verkäufer heißt Aldi (in Österreich Hofer)… es gäbe unzählige weitere Beispiele. Es wäre naiv anzunehmen, dass hinter dieser Entwicklung irgendeine Art von Einsicht oder Idealismus steckt. Wir sind schon längst an einen Punkt gekommen, an dem sich in bereits vielen Bereichen ein ökologisch nachhaltiges Wirtschaften rechnet und Profit bringt - und genau das ist der Punkt.
Wären die Grünen von heute nicht besser beraten, in den Management-Etagen der einstigen „Feinde“ Unterstützer zu suchen und ihnen vorzurechnen, wie sich ein ökologisch nachhaltiges Wirtschaften - in dem ein oder anderen Projekt - auch für sie rechnet, anstatt reflexartig auf „Verhinderer“ – von denen es leider noch viel zu viele gibt – blind hinzuschlagen um sich in der Öffentlichkeit ein wenig zu profilieren? Wo bitte sind grüne Projekte von einer Dimension wie Desertec? Kann es sein, dass man sich inzwischen im Kampf gegen etwas verheddert, während man an anderer Ort und Stelle die Möglichkeiten FÜR etwas zu kämpfen „links“ liegen lässt?
Hierzu würde ich mich über eine Antwort freuen.

tetrade (Gast) - 17. Jun, 16:53

ESTAG halbiert

http://www.kleinezeitung.at/steiermark/2025445/index.do

Wie man der Zeitung entnehmen kann, ist das "fossile Denken" bei der ESTAG nicht nur langfristig perspektivlos, sondern auch kurzfristig alles andere als erfolgreich.

Und das ist typisch: "Die Wirtschaft" wird von einer Managergeneration repräsentiert, die Schönwetterkapitäne auf der Boomwelle waren und beim momentan vorherrschenden Gegenwind umgeschmissen werden. Von diesen Leuten kommt keine Erneuerung der Wirtschaft im Zeichen eines Neuen Wachstums, das selbstverständlich nur ökologisch sein kann.

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