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One Brick (Gast) - 27. Jun, 08:35

Cool

Ist doch ein Erfolg in welche Positionen die Grünen mittlerweile aufrücken!

Ich bin überzeugt ausser Fischer gibt es noch eine ganze Menge Personen die einen Job machen von dem es ihnen lieber wäre er wäre nicht mehr notwendig.
Kann man sein Geld mit Erdgas verdienen und trotzdem überzeugt sein, dass das ein Auslaufmodell ist? Ich denke schon.
Muss man seine politischen Wünsche jederzeit selbst leben, auch wenn der Weg dorthin niemals über einzelnes Vorleben führt sondern nur durch die Gestaltung der Rahmenbedingungen beschritten werden kann? Mir ist dieser Anspruch zu fundamentalistisch.
Bleibt man glaubwürdig? Für diejenigen, die einen Messias brauchen wohl kaum.

Corvus (Gast) - 27. Jun, 11:49

Messias

Brauche ich einen Messias?
Ich denke Nein.
Aber ich wünsche mir Politiker, die nicht Wasser predigen, dann aber beim Wein zugreifen, wenn sie ihn erst einmal angeboten bekommen. Politiker, die Ziele haben und denen es wichtig ist, diese Ziele tatsächlich umzusetzen - und nicht solche, die auf der Wahlkampfbühne das runterbeten, was ihnen die Spin-Doktoren vorgegeben hat. Kurz, ich erwarte mit Ehrlichkeit und Authentizität. Aber vielleicht ist das auch schon zu viel verlangt...?
One Brick (Gast) - 27. Jun, 21:06

Das makellose Vorbild

Corvus, für meinen Geschmack verlangst Du da ein bisschen viel. Ich halte es für ganz OK wenn die steirische SPÖ Steuern spart indem sie Vermögen in Stiftungen spart jedoch gleichzeitig für die Beendigung der steuerlichen Stiftungsprivilegien eintritt. Solange das zu unserem Steuersystem gehört ist das nichts Anstössiges dabei - blöd wären die steirischen Sozi wenn sie auf Steuervorteile verzichten während alle ÖVP-nahe Organisationen ihre Reserver steuerschonend in Stiftungen untergebracht haben.

Ich fahre ja auch nicht jeden Tag mit den schleissigen ÖBB-Verbindungen weil ich der Ansicht bin, der Individualverkehr gehört zum öffentlichen Verkehr umgeschichtet während fast alle anderen in der halben Zeit mit dem Auto an ihr Ziel kommen.

Zugegeben, es gibt - gerade bei den Grünen - auch andere Beispiele: David Ellensohn möchte die Reichensteuer einführen und zahlt als gut verdienender Stadtrat schon einmal freiwillig in die Vereinskasse des "Vereins für freiwillige Vermögensteuer" ein. Das macht ihn und seinesgleichen sehr glaubwürdig - ich hege aber den Verdacht die wirklich Reichen lachen sich einen Ast.
Corvus (Gast) - 28. Jun, 09:09

@One Brick

Für meinen Geschmack ist es überhaupt nicht zu viel verlangt.

Worauf dürfen wir uns als nächstes einstellen? Vielleicht Peter Pilz als EADS-Lobbyist?
ameno (Gast) - 28. Jun, 13:29

@One Brick

also bezüglich stiftung gebe ich ihnen vollkommen recht, wobei es natürlich auch moralische grenzen gibt, die man nicht brechen darf, auch wenn sie gesetzlich erlaubt sind (ich denke da an die beinahe-verhetzung von diversen politikern und rassengesetze der ns-zeit etc.).

ABER es ist etwas gänzlich anderes, wenn man aus freien stücken für den erfolg einer sache kämpft, die man jahrelang politisch bekämpft hat. das hat nichts mehr mit messiaswünschen zu tun, sondern das macht einen selbst (und frühere mitstreiter zum teil auch) unglaubwürdig.

grüne politik richtet sich nicht gegen gas, (nur) weil es ein "auslaufmodell" ist, sondern weil es, ganz vereinfacht gesagt, der menschheit schadet. damit geld verdienen kann man, wenn man "persönliche vorlieben" (=mehr geldverdienen als anderswo, obwohl man mehr als genug hat) höher stellt, als die werte, die man früher vertreten hat. wenn man das tut, muß man sich aber den vorwurf gefallen lassen, daß man möglicherweise auch früher schon nicht aus überzeugung, sondern aus anderen gründen für/gegen etwas gearbeitet hat.
One Brick (Gast) - 28. Jun, 19:32

@ameno

Du hast natürlich Recht, es gibt schon Abstufungen des Bösen. In meinem Universum gehört Gas zu den wenig Bösen Dingen bzw. ist Gas für uns als umweltschonendste Fossilenergie nicht zu ersetzen (im Gegensatz zu Atomenergie oder Kohlekraftwerken).

Aus diesem Grund verstehe ich die Aufregung bezüglich Joschka Fischer nicht.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum meine grüne Welt durch Fischers Jobwahl nicht ins Wanken gerät: diese unbedingte Verknüpfung von Sachanliegen mit Personen ist mir suspekt. Meine Einstellung dem Erdgas gegenüber kann ja nicht davon abhängen wie toll ich Joschka Fischer finde und die von den Grünen propagierte "Energiewende" halte ich für notwendig und glaubwürdig ganz unabhängig davon was irgendein Politiker tut oder welchen Job er nach seiner Politkarriere annimmt.
One Brick (Gast) - 28. Jun, 19:39

@corvus

"Worauf dürfen wir uns als nächstes einstellen? Vielleicht Peter Pilz als EADS-Lobbyist?"

Guter Gag - und wenn schon. Dadurch wird mir die EADS keinen Deut sympathischer lediglich PP verliert sein Gesicht.

Es hinderte mich auch nicht daran anti-EADS-Überzeugungsarbeit zu leisten. Die Eurofighter sind mit und ohne PP die selbe Geldverschwendung - wenn EADS sogar den Pilz kaufen kann unterstreicht das ja erst recht wie wichtig hier Aufklärung und Kontrolle sind.

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