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coyote (Gast) - 2. Jul, 11:29

Wie ich mich verhalte

Ich muss einmal vorausschicken:
Ich bin etwa so alt wie CC (1 Jahr älter)
Radfahren gelernt habe ich mit 4, 5 (also in den 60ern)
Als Kind bin ich selbständig - auf dem Gehsteig, versteht sich - um Häuserblocks gekurvt.
Mit 12 bin ich dann "auf der Straße" gefahren (mit der Graziella die Johann-Staud-Gasse hinauf und hinunter, etwa).
Mit 14, 15 hab ich mein erstes 10-Gang - Rad gekriegt, und in der Folge hab ich dann Kahlenberg, Exelberg, Tulbinger Kogel, Riederberg, etc. bezwungen.
Nach der Hausaufgabe hab ich dann allein Ausflüge / Trainigsrunden von bis zu 85km mit allen verfügbaren "Bergen" absolviert.
Und am Wochenende bisweilen eine - eher flache Strecke - mit meinem Papa (in der Ebene meist an seinem Hinterrad, auf den Steigungen dann solo).

Damals gab es keine "Radwege", ergo lernte man sich im Verkehr zu behaupten und zu fahren "wie ein Auto". ("Vehicular Cycling" nannte es Forrester.)
Bei rot zu fahren oder auch nur zu gehen war ein allgemeines Tabu !

Und heute ?
Ich fahre noch immer Rad - und ich habe noch immer kein motorisiertes Fahrzeug.
Mich ärgern Leute, die sich vordrängen (und einem dann im Weg sind, denn es sind immer die langsamen).
Mich ärgern Leute, die das Klima vergiften, sich asozial und rücksichtlos und unsolidarisch verhalten, Streß und Ärger erzeugen.
Das ist für mich wie Doping (das verwenden die, die es nötig haben, weil sie nicht gut genug sind).

Auch ich halte mich bisweilen nicht an Regel, nämlich dann, wenn sie mich gefährden (Mehrzwangstreifen etwa) und grob diskriminierend behindern (z.B. die Ampel auf dem Radweg vor dem Künstlerhaus, wenn weit & breit keine BIM zu sehen ist).

Ich verzichte auch auf das Recht, mich vorzuschlängeln, wenn absehbar ist, daß ich danach andere behindere.
Ich verstehe mich als "gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer" (darum akzeptiere ich keine Benachteiligung) - und gleiche Rechte bedeuten gleiche Pflichten!

An Regeln, die für alle gelten, halte ich mich.
Denn das ist eine Frage des Prinzips, eine Frage der Disziplin, des sozialen Zusammenhalts, der Vertrauenswürdigkeit !
Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, in der Verläßlichkeit keinen Wert mehr hat. Und ich will nicht, daß meine Kindern in einer solchen leben müssen !

a.m. (Gast) - 2. Jul, 17:39

absolut richtig.

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