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lbekic (Gast) - 3. Jul, 12:44

Innerhalb und ausserhalb des Blechs

Ich weiss nicht wo ich darüber gelesen hab - in Canettis Masse und Macht oder bei Paul Watzlawick:

In grösseren Ansammlungen würden wir alle wegen aufkommender Aggressionen ständig aufeinander losgehen. Dass es aber im Normalfall nicht zu Massenschlägereien kommt, kennt jede, die schon mal mit einer vollen U-Bahn gefahren ist oder sich auf anderen überfüllten Plätzen aufgehalten hat.

Kommt es zu Ansammlungen wird eigentlich jedes Menschen Privatshpäre - der ca. ein Meter große Kreis um uns rundherum - verletzt. Passieren tut nix, weil wir der Körpersprache mächtig sind: kurzer Blick runter reicht schon und ein Gegenüber weiss, der will mir nix Böses.

Alle VerkehrsteilnehmerInnen mit Nase an der frischen Luft kommunizieren mittels kleinster Signale. Mit den AutofahrerInnen redet keiner, drum sind die schneller mal sauer. AutofahrerInnen haben keine Mögichkeit zur Mikrokommunikation, da sie hinter ihren oft verspiegelten Scheiben durch Passanten und RadfahrerInnen nicht als kommunizierender Mensch sondern als Maschine wahrgenommen werden. Sie können mit ihren ausgesandten Signalen nicht zu den ausserhalb des Blechs befindlichen durchdringen.

Was andere VerkehrsteilnehmerInnen vorhaben, also Tempo- und Richtungsänderugen, Angebot oder Beanspruchung von Vorfahrt, bemerken wir inner- wie ausserhalb des Autos nicht ohne weiteres. Vergebliches kommunizieren frustriert und macht früher oder später sauer...

Wenn man sich vorstellt, wie gleichzeitig 100 FahrerInnen in Autos ein Autokino verlassen würden, bei dem jemand vergessen hat Bodenmarkierungen und Richtungs-Schilder anzubringen... im Vergleich dazu: wie gehen 400 Menschen aus einem normalen Kino raus?

Zu sagen AutofahrerInnen seien böse ist böse! Alle noch so braven RadfahrerInnen sind mindestens genauso stinkig, sitzen sie selbst am Steuer einer Blechschüssel.

Ben Hemmens (Gast) - 3. Jul, 15:01

wie gehen 400 Menschen aus einem normalen Kino raus?

Naja- wenn sie alle einmal meinen, es eilig zu haben, kommen manche der 400 gar nicht mehr lebend raus.

Ich weiss nicht - irgendwie schaff ichs als Autofahrer auch, mit den Menschen ausserhalb zu kommunizieren. Blickkontakt mit FG, RF und sogar andere AF kommt vor.

Das ist alles sehr übertrieben. Gottseidank hat die grosse Mehrheit der AutofahrerInnen ihre Agressionen unter Kontrolle.

Und es gibt auch Städte wo du trotz hektischem Autoverkehr ganz gut über eine ampellose Querung drüberkommst, oder als AF einen plötzlichen Spurwechsel ohne Karambolage schaffst, weil alle aufeinander viel besser aufpassen als in Wien. zB in Italien...

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