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BenHemmens (Gast) - 11. Sep, 15:16

Nennts mich ruhig eine

Kassandra, aber ich sehe ein Problem, das durch die maximale Geschwindigkeit von 25 km/h nicht abgedeckt ist: das Fahrverhalten in FuZos sowie bei gemischten Geh/Radwegen.

Diese Flächen sind nur für eine behutsame Fahrweise geeignet. Die Obergrenze der "Schrittgeschwindigkeit" dürfte rechtlich bei 7-9 km/h liegen, de facto wird es toleriert, auch ein paar km/h mehr draufzulegen, solange du das intelligent machst und keinen FusgängerInnen gefährdest oder stresst.

Mit so einem Elektroding schiesst aber jeder unerfahrene Lenker ziemlich raketenartig von 0 auf 20 und das kann schon, wenns ungeschickt geht, sehr lästig werden.

Ich hoffe halt nur, dass hier keine neue Spezies von Elektroradrowdy in Erscheinung tritt und unsere manchmal prekäre Erlaubnis, diese Flächen mitzubenutzen, nicht in Gefahr bringt.

Irgendwas werden wir uns überlegen müssen, denn kleine Elektrofahrzeuge werden noch massiv zunehmen - was sehr fein ist, solange sie Autofahrten ersetzen. Böse wärs aber, wenn der Autoverkehr keinen cm zurückweicht und Elektroflitzer einfach in den gleichen Raum, wo sich Fussgänger und Radler eh schon miteinander schwer tun, hineingedrängt werden.

Wolfgang (Gast) - 11. Sep, 21:48

Das "Elektro" ist nicht das Problem

Man muss nicht besonders trainiert sein, um einen 20er locker eine Stunde durchzuhalten. Das Problem sind die gemischten Geh/Radwege an sich. Wenn ich mit 7-9 km/h unterwegs bin, kann ich gleich zu Fuß gehen. (meiner Erfahrung nach geh ich 6 km/h, wenn ichs ein bissl eiliger hab).

30er auf der Straße, richtige Radwege, wenn sehr viel Platz ist, und sonst einfach Kampagnen schaffen, um den Radfahrern mehr Selbstbewusstsein auf der Straße zu geben.
martinm - 12. Sep, 07:39

Moped

Na dann nimm och einfach ein Elektrofahrrad mit einem kräftigen Motor und melde es als Moped an. Dann darrfst du die gemischten geh/radwege nicht mehr benutzen und kannst auch die aufgemalten streifen Rechts liegen lassen.

Aber ich stimme zu, gemischte Rad-Gehwege sind ein grober unfug. Bemerkenswert auch, dass keiner beim "Wiental Highway" deisbezüglich jammert *g*

Und auch mehr selbstbewusstsein stünde den meißten radlern gut zu gesicht....

zu Fußgängerzonen: die sind in der Regel ohnehin für Radler tabu, absteigen und schieben muss man da, auch das elektrorad ;-)
BenHemmens (Gast) - 12. Sep, 14:53

Gemischte Geh-und Radflächen

sind in bestimmten Situationen von mir aus kein Unfug.

Sie sind keine generelle Lösung, besonders nicht als Teil von längeren zusammenhängenden Radrouten - richtig.
Sie werden, besonders in Wien - dem Rad-Schlusslicht Österreichs - viel zu sehr in Form von schmalen gemischten Geh- und Radwegen angewendet, um den Radverkehr irgendwie auf die Seite zu räumen.

Aber sie werden aus der Palette der Radverkehrsplanung nicht verschwinden, zu Recht nicht. Hier zwei Beispiele, wo sie gültig sind und es auch bleiben werden:

a) in für den Radverkehr geöffneten Fussgängerzonen. Diese haben eine enorm wichtige strategische Funktion, besonders in den Städten ausserhalb Wiens, weil dadurch die zentrale FuZo per Rad durchquerbar bleibt: d.h. viele Wege in der inneren Stadt sind nicht nur auf gleicher Route mit Rad schneller, sondern mit Rad kann man sich einer großen Abkürzung bedienen.

b) In Strassen, wo die Fahrbahn aus irgendeinem Grund für manche RadfahrerInnen unattraktiv ist, aber nicht genug Breite vorhenden ist, um getrennte Rad- und Fusswege einzurichten. zB Querschnitt: FH-Standort-Baumreihe-Gehsteig-Gleis/Fahrspur1-Gleis/Fahrspur 2/Parkspur/Baumreihe/Gehsteig/Geschäfte.

Es ist auch weder realistisch noch gerecht noch zukunfstorientiert, zu behaupten dass eh jeder und jede locker einen 20er fahren kann, wenn er oder sie sich nur ein bissl z'sammreisst. Eine Untergruppe der Rad-Mobilen fährt eher mit 10 km/h, und diese Gruppe geht nicht weg, sondern sie wächst - usere Gesellschaft altert ja. Es sind auch heute die Leute über 70, die sich an eine Zeit erinnern können, als das Rad noch ein selbstverständliches Mobilitätsmittel war. Sie wird in den fortschrittlichsten Ländern fix berücksichtigt - zB werden in Dänemark 1-Richtungsradwege grundsätzlich zweispurig angelegt, damit die 20+- Leute die langsameren gut überholen können. Das sind auch Leute, die sich mit FussgängerInnen auch friedlich eine Fläche teilen können. Sie sollten es dürfen. Sie zu ignorieren ist dumm und unsolidarisch, also, aus meiner Sicht: schlicht un-grün.

Wo ich schon sehr dafür bin, ist die Benutzungspflicht für gemischte Geh- und Radwege abzuschaffen; logischer wäre es sie einfach aus der Liste der Radverkehrsanlagen zu entfernen, weil sie in Wirklichkeit Gehsteige sind, wo man auch Rad fahren darf. Aber als Teil der Verkehrsplanung, und sogar als relativ häufiges Element in städtischen Strassen, sind sie nicht wegzudenken.

Im übrigen bin ich der Meinung, dass der Wientalradweg wirklich ein Unfug ist. 4m Breite reicht absolut nicht für 2 Richtungs-Fuss- und Radverkehr, sie wären allein für den Radverkehr schon sehr eng. Das ist ein schlechter Witz.

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