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Wolfgang (Gast) - 13. Okt, 22:37

Angst?

Also zuerst von freien Medien reden, und im nächsten Satz Facebook erwähnen find ich jetzt schon ein bissl gewagt. Viel unfreier als Facebook gehts ja gar nicht mehr.

Warum sollte "gratis" kein Geschäftmodell sein? Wenn man sich das, was für Druck und Vertrieb draufgeht, spart, reichen wahrscheinlich die Werbeeinnahmen. Werbeplatz in Zeitungen ist halt mehr wert, weil keiner messen kann, wie viele Leute draufklicken.

Was Armin Thurnher angeht: Ich glaube, er hat einfach nur Angst. Er weiß, dass es für Zeitungen in Zukunft schwer wird, und viele davon verschwinden werden. Ich schreib das jetzt gar nicht wertend. Er tut so, als wäre die massenmediale 1:n Kommunikation natürlich. Das ist nicht so. Bevors Massenmedien gab, haben sich Nachrichten über Gerüchte verbreitet. Durch Buchdruck, Radio und Fernsehen ists leichter geworden, mehr Menschen zu erreichen. Da es aber technisch nicht möglich (und auch nicht erlaubt) war/ist, dass jeder seinen eigenen Fernsehsender betreibt, oder seine Zeitung druckt, und einzelne Exemplare in entfernte Länder schickt, gibts halt Massenmedien. Mit dem Internet sind diese Hindernisse weg. Was ich schreibe, können Japaner wenige Sekunden später lesen.

Sicher gibts Bereiche, wo mehr Recherche Sinn macht, allerdings find ichs schon eher unfair, den Bloggern die Recherche abzusprechen, wo sie doch im Gegensatz zu Massenmedien ihre Quellen ordentlich angeben.

Und woher die Nachrichten in Zukunft kommen, hat sich ja in der Irankrise gezeigt. Twitter hat funkioniert, Massenmedien waren blockiert.

Raphael (Gast) - 13. Okt, 23:11

Werbeeinnahmen

Meinst Du nicht auch, dass es problematisch werden könnte, wenn Werbekunden die einzigen sind, die Journalisten auch bezahlen? Schließlich sind jene Journalisten meistens die ordentlich angegebenen Quellen der Blogger. Wer zahlt schafft an. Das gilt auch bei Massenmedien.
Wolfgang (Gast) - 14. Okt, 09:28

Natürlich

Erstens ist es nicht so, dass ich die Entwicklung ausnahmslos gut finde (auch wenn ich das in vielen Aspekten tu). Ich verleugne sie nur nicht.

Und Zweitens glaube ich, dass es jetzt schon so ist. Auch wenn durch den Zeitungspreis was hereinkommt - gute Werbekunden zu verlieren ist für eine Zeitung ein harter Schlag.

Was die Quellen der Blogger angeht: Ja, da werden oft Artikel zitiert, allerdings wird eben zitiert. Es werden auch Studien zitiert, es wird direkt zu Publikationen verlinkt. Online-Auftritte von Massenmedien tun dies teilweise auch, im richtigen Print ist das jedoch nicht möglich. "Eine Studie von xy hat ergeben..." heißts dann da. Und das ist mir zuwenig, weshalb ich lieber gleich online lese.
Raphael Wegmann (Gast) - 14. Okt, 16:21

Werbeeinnahmen

Natürlich ist es jetzt auch schon so, aber es wird noch viel schlimmer, wenn es gar keine zahlenden Leser mehr gibt, sondern sämtliche Einnahmen von Werbekunden stammen. Welche *unabhängigen* Quellen werden die Blogger dann noch zitieren können?
Wolfgang (Gast) - 7. Dez, 07:15

Sorry fuers wieder aufwaermen

Aber das hier ist symptomatisch fuer die Zeitungsindustrie:
http://www.sueddeutsche.de/medien/erfundener-wetten-dass-bericht-kritik-der-reinen-unvernunft-1.1032516

Im verzweifelten Kampf darum, aktuell sein zu wollen, werden Artikel einfach zusammengetraeumt. Klar, in Qualitaetszeitungen siehts etwas anders aus, aber wahrscheinlich auch nur insofern, als dass der Artikel dann halt rechtzeitig vor dem Druck rausgenommen wird.

Man muss sich nur mal vorstellen, wie das ablaeuft, wenn kein Unfall bei Wetten Dass passiert. Ob Robbie Williams die Show aus dem Koma holt, oder nicht, ist nicht die Privatmeinung des Autors, sondern einfach irgendein erfundener Mist - voellig blunzn, ob die Show im Koma war, und Robbie Williams gut oder schlecht war. Nicht, dass es jetzt wichtig waer - ich vermute jedoch, dass bei wichtigen News genauso geschludert wird.

Papier wirds auch in Zukunft geben, fuer Buecher mit sorgfaeltigen nachtraeglichen Aufarbeitungen von irgendwelchen Themen. Fuer aktuelle Nachrichten ist das einfach zum vergessen.

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