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Thomas (Gast) - 13. Okt, 23:10

Man darf in meinen Augen Birnen mit Äpfel in dieser Diskussion nicht verwechseln. Während TV/Print ein klassisch "passives" Medium ist, das heißt, es gibt eine Stelle die veröffentlicht und Konsumenten, die das mehr oder weniger über sich ergehen lassen müssen, ist (ich hasse diesen Begriff!) Web 2.0 ein wesentlich "demokratischerer" Zugang.

Wenn man "Zuseher" vergleicht, dann sollte man vieleicht andere Zahlen vergleichen: Wie viele Blogger gibt's - wie viele Leute gibt es, die klassische Medien verbreiten. Wie viele "Facebook-Freunde"/Twitter Follower hat ein Politiker - an wie viele Leute kommt der selbe Politiker persönlich. Also, wenn ein Strache während des Wahlkampfs in der Fußgängerzone steht und erklärt dass er de Sorgen der Leute sich anhört, wird er garantiert nicht viel mehr "Feedback" von Leuten erhalten als ein im Web aktiver Benutzer. Damit ist der Vergleich der Nutzerzahlen in meinen Augen ein falscher, eben weil die Qualität des Kontaktes eine andere ist. Klar, für einen Politiker ist es interessanter wenn er am besten täglich von jedem Österreicher gehört würde. Aber man darf außerdem nicht vergessen: Diese Welle -> Facebook/Twitter/Blogs gibt's noch nicht wirklich lang. Wie viele Leute haben 2-4 Jahre nach Erfindung des TVs einen Fernseher zu Haus gehabt?

Dass viel mehr grundsätzlich Gleichgesinnte im Netz miteinander zu tun haben liegt natürlich an der Natur der Sache. Allerdings seh ich im Moment weniger die Gefahr dass es kein Abschleifen gibt. Es gibt das wunderbare Beispiel z.B. des Blogs vom Tom Schaffer, wo auch mal ein "kleiner BZÖ'ler" oder ein Gerhard Loub sich einmischen. Klar, die Anonymität schafft natürlich auch das Problem, dass das Klima hier schnell rau werden kann. Aber wo ist da z.B. der Unterschied zum Leserbriefschreiber in der Kronenzeitung? Durch die Anonymität (Obwohl mir das Wort nicht wirklich gefällt, da Blogger oder Blogleser zumeist nicht so anonym sind) hat man aber auch viel mehr die Möglichkeit berechtigte und sinnvolle Kritik zu äußern. Wie war es denn z.B. bei den grünen Vorwahlen jetzt? Da ist im Netz diskutiert und kritisiert worden, vermutlich von grünen Sympathisanten als in den Medien, für die das ein Sommerlochfüller, aber nicht mehr war.

Und dass das Netz nicht (noch) sehr viel demokratischer als alle anderen Netze ist kann man wohl nicht behaupten. Dieses Posting, das schlicht und einfach meine kleine Meinung repräsentiert, wäre ohne das Web nicht ohne riesen Aufwand einer gewissen Anzahl von Lesern zugänglich zu machen gewesen. Also, wenn man schon Zahlen vergleichen will: Blog/Facebook/Twitter: vielleicht einige hundert, einige tausend, keine Ahnung <--> TV, Print: Null ;)

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