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Artemis (Gast) - 30. Aug, 21:20

ÖH

Ich schließe mich voll und ganz der Meinung an, dass mehr Geld in unser Bildungssystem investiert werden muss. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass mit den Mitteln, die von Österreich und Österreichern, zur Verfügung gestellt werden, vor allem Österreichische Schulabgänger ausgebildet werden sollen. Denn wie ist es einem österreichischen Steuerrzahler zumutbar, dass z.b..: ein deutscher Medizinstudent in Österreich um teures Geld ausbegildet wird; er nach dem Studium aber wieder nach Deutschland zurück geht.
Abgesehen davon stellt sich die Frage, ob wir hier in Österreich wirklich eine prestigeträchtige, sündhaft teure Eliteuniversität brauche. Wäre es nicht vernünftiger bestehende Bildungseinrichtungen zu fördern?
Unser jetziges, akutes Uniproblem und die Schwierigkeitem, die das EuGh-Urteil mit sich bringen, sind doch schon seit Jahren bekoannt. Doch nach guter alter, österreichischer Vogel-Strauß-Politik wurden sie ingnoriert. Absichtlich oder unabsichtilich. Seis drum. Der freie Hochschulzugang ist passé. Was hat die ÖH zu alledem zu sagen? Bis jetzt war höchsten ein kaum wahrnehmbares Flüstern vernehmbar. Sollten nicht sie es sein, die für Studenten, -rechte, Unibudgets,..... auf die Barrikaden steigen und sich lauthals durchsetzen. Oder sind sie durch das UG2002 so sehr geschächt worden, dass sie ohnehin bald von der Bildfläche verschwinden werden?

marion (Gast) - 31. Aug, 21:31

vogel-strauß nennt sich gats

... nun ich denke es ist weniger eine vogel-strauß-politik als die ersten auswirkungen des von österreich mitunterzeichneten gats-vertrages. damit werden auch die bildungssysteme für den freien markt geöffnet. davon sind auch die universitäten nicht ausgenommen. ein erstmaliges einführen der studiengebühren - in "noch" geringem ausmass waren die vorboten dazu. die stratifizierungen und rechtfertigungen für die studiengebühren (die an nordamerikanischen universitäten wie auch in england etc. sehr hoch sind) werden durch qualität begründet - damit wird es über kurz oder lang zu dem denken kommen - die öffentliche hand hat kaum geld für bildung (woher auch) und damit kann es nur ein mindestmaß an bildungsauftrag erfüllen. wer glücklich ist und es sich leisten kann hat ja dann auch die möglichkeit gegen entsprechende gebühren bessere bildungsmöglichkeiten zu wählen.
"herzlich" willkommen in der freien bildungs-industrie!

dass dies nicht nur folgen für die ausbildung sondern auch für die forschung und wissenschaft haben wird ist schon jetzt klar. dass die unis nicht nur weniger an ressourcen zur verfügung gestellt bekommen sondern obendrein noch mehr z.T. sinnlosen verwaltungsaufwand - dies ist schon jetzt für jeden studenten, jede studentin spürbar.

dass das staatliche bildungssystem schlecht war und durch die freie marktwirtschaft besser und günstiger geregelt werden kann bezweifle ich schlichtweg. das hat schon im gesundheitssystem nicht funktioniert. dass strukturelle, zeitgemäße veränderungen notwendig sind, daran zweifelt ohnehin niemand. und dass wir eine abgrenzungs- und abschottungspolitik spätestens mit dem eu-beitritt offiziell beendet haben, hat sein gutes aber auch weitreichende folgen denen nun intelligent und weltoffen begegnet werden sollte.

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