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Suedafrika

suedafrika (4)

Möchte heute angesichts dessen, was hier ca 50 (ab Montag 70) österreichische Student/innen leisten, über Universitäten, und ihr ungeheures Potential schreiben.
Sie arbeiten hier mit einer Kraft, Ausdauer und listiger Phantasie (denn klarerweise funktioniert ganz vieles nicht oder anders als gedacht), die mehr als beeindruckt.
In 5 Wochen wird jeweils ein Kindergarten fertiggestellt.
Die Autos - notwendig für den Transport von Personen und Material, die Baustelle ist 60 km vom gesponserten Schlafort entfernt sind der helle Wahnsinn.

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Um Kosten zu sparen sind sie vom hiesigen rent a wreck gemietet.
Keines hat weniger als 300 000 km drauf, etlich mehr als 400 000.
Dauernd gibts Probleme, dann rückt zu jeder Tages und Nachtstunde Salomon aus, der jede Panne beherrscht.
Und wie: Jüngst war eine Batterie hinüber.
Bei laufendem Motor wechselt er Batterien.

Es kommt das Wochenende: Da aber die Holzlieferungen zu spät dran sind, muss durchgearbeitet wertden. Muss sag nicht ich (ich misch mich überhaupt nicht ein), sondern sie wollen das, sie wollen fertig werden.
Es ist enorm anstrengend, aber macht Freude, alle lernen so viel:sich organisieren, mit den Unbillen des Wetters (Hochsommer mit extremer
Sonneneinstrahlung, dann wieder sehr viel Regen) Lieferschwierigkeiten, Preissteigerungen, budgetlimits, der Lokalpolitik usw. fertig zu werden.

Was Schwarze und Weisse kaum glauben, sie bekommen nichts bezahlt, im Gegenteil, die Flüge zahlen sie aus der eigenen Tasche.

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TU Wien in Orangefarm

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TU Graz in Weilersfarm

Ein konkretes Ziel, das Übertragen von Verantwortung, das setzt so viel Energie frei. Die Lust, etwas zu UNTERNEHMEN.
Das ist jener erweiteter"Unternehmensbegriff", der für mich ein Schlüsselbegriff auch von Bildungspolitik ist.
Stellen wir uns einmal kurz vor, was Universitäten könnten (nicht nur in Afrika, auch bei uns), wenn man sie ernst nähme, derartige Initiativen ernst breit fördern und ihnen auch Öffentlichkeit gäbe.
Da ist so viel möglich:
Just do it!

suedafrika (3)

Heute Besuch einer weitern Township Schule, um das Projekt der Uni Innsbruck vorzubereiten.
Es wird höchst wahrscheinlich ein weiterer Kindergarten.
Beim Rundgang durch die Schule - 860 Schüler/innen, nur 20(!) Lehrer/innen - zieht es mir das Herz zusammen, obwohl es nichts Neues ist; aber es lässt mich immer wieder zweifelnd zurück, wenn ich es sehe:
In manche Schulklassen 47 Kinder und mehr.
Viele, das sieht man, werden nach den 7 Jahren Grundschule kaum rechnen können, in diesem Umfeld ist Unterricht so schwierig.
Viele Eltern Analphabeten, viele Kinder Aids-Waise, sie leben allein.
Andere wiederum kommen nicht zur Schule, sie müssen ihre todkranken Eltern pflegen.
Und die meisten Eltern: arbeitslos.
"All of them drink so much" erzählt mir der Direktor.
"We have to solve problems, they have at home."
Wieder wird mir bewusst, wie zentral Bildung ist. Bei uns in Österreich, hier in Südafrika, überall.
Aber unter diesen Rahmenbedingungen ist es extrem schwierig.

Weilersfarm, wo die Grazer bauen ist so ein Township; ganz wenige haben Strom, kein Kanal, kein Fliesswasser; wer hier geboren ist, kommt ganz schwer heraus.
Nur Qualifikationen sind eine Chance.
Aber, das was auch "Reichtum" ausmacht, Chancen eröffnet, das sind Kontakte.
Die hat hier niemand

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Bei den Grazern sieht man den Bau geradezu wachsen

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Auch die Wiener haben begonnen; Orangefarm - dort sind die Rahmenbedingungen ein
bisschen besser. Ein Bagger ist bestellt, er sucht den Kanalanschluss, der dort, wo er laut Kanal sein sollte aber nicht zu finden ist

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Zum Abschluss zwei Klischees
weil sie einem gerade hier so stark begegnen

typisch Buben
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typisch Mädchen
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Südafrika (2)

Draussen Sommerregen.
Auch hier sind die Ausschreitungen wegen der Mohamed Karikaturen Thema in den Zeitungen .
Hab grad folgende Meldung im Radio gehört: "Vertreter der südafrikanischen Muslime verurteilen das Anzünden von Botschaften"

Jetzt sind auch die Student/innen der TU Wien angekommen.
Die Vorhut hat gestern Lindiwe den Plan ihres
Kindergartens erklärt. Ihren Blick, eine Mischung aus Unglauben, Dankbarkeit und Glück werd ich nie vergessen.

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Auch die Jugendlichen der walz sind eingetroffen. Sie werden drei Wochen am Masibambane College beim Unterricht helfen, im township bei Lehrern wohnen, und einen Einblick, ein Gefühl bekommen, dass es auch andere Wirklichkeiten als ihr Leben in Wien gibt.

Die hiesigen Kinder heissen sie stürmisch willkommen, sie kennen "Weisse" kaum aus der Nähe. 90% aller weissen Südafrikaner hat noch nie ein Township betreten.
Die Apartheitvergangenheit wirkt nach:
Eine Mischung aus Angst vor Gewalt, Unverständnis und schlechtem Gewissen, sowie kolportierte Horrorgeschichten und keinerlei Freundschaften in dieses Milieu hinein verhindern das.

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Alle Projekte und Facts zur NGO sarch gibts hier (www.sarch.at)

Südafrika (1)

Vorweg (kleines) Lob an McDonalds in Johannesburg.
Während sonst Wlan Anschlüsse 10 Euro pro 30 min kosten, gibts der gratis.
Sonst mag ich dieses Etablissement ja nicht besonders.

Hier ist Hochsommer, und als erste sind bereits 22 Grazer von der TU
hier und arbeiten heftig an ihrem Kindergarten

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Mehr infos zu diesem Projekt hier (www.weilersfarm.net)
Hier bin ich immer hin und her gerissen zwischen Euphorie und Bestürzung
über derartige gesellschaftliche Unterschiede.
Euphorisch, wenn ich Südafrika mit Israel/Palästina vergleiche.
Hier leben nach einem mörderischen Apartheidregime nicht nur Weisse und Schwarze
unter einer gemeinsam gewählten Regierung weitgehend friedlich zusammen, es ist
ein multikulturelles Land par excellence.
Allein 11 offizielle Landessprachen, auf der Strasse neben schwarz und weiss
viele Inder, Muslime, Christen (das Land ist extrem gläubig) usf.
Behäbig und mühsam, aber es geht hier sichtbar weiter: Immer mehr Menschen haben
Haus und Strom, ein sehr grosser Teil des Staatbudgets geht in Bildung.
Aber:
Quantitativ gibts genügend Schulen, aber in Klassen mit 50, 60 Kindern und mehr
sagt zurecht ein head-master: "We organize schooling, we can´t organize education"
Auch der Bildungsstand vieler Lehrer/innen ist gelinde gesagt bescheiden.
Aber es geht sichtbar bergauf.
Immer wieder für uns Europäer schockierend: Auf engstem Raum ein Nebeneinader von enormem Reichtum (Villen, Autos) und breitester Armut. In Weilersfarm, wo die Grazer bauen: Hier fährt täglich der Wasserwagen herein,
weils noch immer keinen Wasseranschluss gibt.
Und die Arbeitslosigkeit in den townships ist enorm hoch, das Leben in den
shacks unmenschlich.
Hier im township ist jede/r 3 zwischen 15 und 40 HIV infiziert.
Das ist wohl eines der wirklichen düsteren Kapitel der sonst durchaus
anständigen Bilanz der ANC Regierung.

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Christoph Chorherr

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