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was bitte ist eine Kilowattstunde

Diesem Wunsch komme ich gern nach.
Hier meine Rede auf unserer Klubklausur:


Wolfgang (Gast) - 15. Apr, 20:54

Super Rede!

Und genau so muss man an die Öffentlichkeit.
Das mit den 99% glaub ich im übrigen nicht, da jeder HTLer wissen sollte, was eine Kilowattstunde ist (auch wenn man dazu nicht sämtliche Vergleiche wissen muss, sondern eine eher formale Definition). Eigentlich solltens auch so gut wie alle Gymnasiasten gelernt haben, nur vergessens da viele, weil sie später nix mehr damit rechnen müssen. Ich würd die Energieeinheiten-Agnostiker so auf 80-90% schätzen.

Man sollte der breiten Masse auch wirklich die nahebringen, wie man aus Leistung (Watt) und Zeit (Stunde) die Arbeit(Wh) ausrechnet. Schwierig ists ja nicht.
Man könnt ja Beispiele plakatieren à la "200W Fernseher = 12 Minuten pro kWh" oder "1000W Toaster / 2 Minuten pro Toast = 30 Toasts pro kWh". Auch ein paar Standby-Beispiele könnte man bringen, sodass man sieht, dass die Zeit aus ein paar mickrigen Watt auch viele Kilowattstunden machen kann.

Thomas (Gast) - 16. Apr, 14:42

Gute Rede, würd ich auch sagen. Aber so an die Öffentlichkeit zu gehen ist glaub ich recht riskant. Die meisten Menschen werden bloss hören (auch wenn ers explizit nicht so sagt): Die Grünen wollen den Strom verteuern.
Zu den kWh und HTLern. Bin selber einer und hatte jetzt gar keine Vorstellung "wieviel" das ist.
Wolfgang (Gast) - 16. Apr, 20:22

Ich hab oben Blödsinn geschrieben

Bei 200W sinds natürlich 5h Fernsehen, bis man eine kWh verbraucht hat.

Dass man sich bei einem Teil der Bevölkerung unbeliebt macht, wenn was teurer wird, ist klar. Allerdings wirds irgendwann ganz von allein teurer, wenn fossile Brennstoffe knapp werden. Und durch das Wachstum von China, Indien & co. wird sich das beschleunigen.

Man muss eben etwas suchen, was dafür billiger werden kann, und das könnten z.B. Lohnnebenkosten werden. Menschliche Arbeit ist bei uns absurd hoch besteuert. Bei den ganz kleinen Einkommen, wo kaum Steuern gezahlt werden, kann man als Staat aber höchstens noch über Mindeslöhne etwas machen.

Zur Vorstellung von kWh muss man sich doch nur mal die Rückseite seiner Elektrogeräte ansehen. "Toaster, Wasserkocher, Mikrowelle & Co" vs. "Rasierer, Handy, Notebook"
Martin (Gast) - 18. Apr, 16:44

Geschirrspüler und Waschmaschine

Interessante Aussagen. Gibts zu den Argumenten mit "keine Stromvergeudung für Wassererwärmung bei Geschirrspüler und Waschmaschine" irgendwelche Umsetzungsideen? Die Ausgangsüberlegung ist ja bis 2015 eine Trendwende einzuleiten. Was können hier die ersten konkreten Schritte sein - ausser Bewusstseinsbildung?
Wolfgang (Gast) - 18. Apr, 21:23

Ein erster Schritt...

... wäre mal, sich über Geräte mit Warmwasseranschluss zu informieren. Da klickt man z.B. bei Geizhals mal auf Waschmaschinen, und dann auf Warmwasseranschluss, und sieht das:
http://geizhals.at/?cat=hwaschf&xf=465_Warmwasseranschluss#xf_top

Ja, die Auswahl ist eher mickrig, und ja, den Warmwasseranschluss muss man haben/basteln. Aber diesen Anschluss könnte man z.B. bei Neubauten fordern, und den Kauf von Waschmaschinen mit derartigem Anschluss fördern. Dann gäbs auch bald mehr davon, und hoffentlich auch mal einen Toplader.

Und ja, mir ist bewusst, dass man sich nicht nur deswegen eine neue Maschine kauft, aber wenn das nächste mal eine ansteht, machts vielleicht Sinn.
One Brick (Gast) - 19. Apr, 15:42

Kobukalarm?

Der Kern grüner Energiepolitik: Strom gehört dorthin, wo Bewegung ist, aber nicht dorthin wo erwärmt wird.

Dem kalten Wasser ist es doch ziemlich gleichgültig, ob die kWh die es erwärmt in Form von Elektrizität, Erdgas oder Sonnenstrahlung daherkommt. Eine kWh ist eine kWh und die Strom-kWh wärmt um nix schlechter als die Pellet-kWh. Oder?

Wolfgang (Gast) - 19. Apr, 16:39

Wirkungsgrad?

Um eine kWh zu erzeugen, benötigst du z.B. im Fall von Kohle bei einem Wirkungsgrad von 40% Brennstoff mit 2,5 kWh. Wenn du allerdings mit der Kohle direkt etwas erwärmst, schaffst du da wesentlich mehr als 40%.

Klar, in einer idealen Welt mit 100% erneuerbaren Energien und Strom im Überfluss, würds Sinn machen, diesen Strom für alles zu verwenden. Solang das nicht so ist, sollte man versuchen, Strom nicht dauernd zum erwärmen zu verwenden.
One Brick (Gast) - 21. Apr, 08:28

Ja, aber die Pointe an cc's Darstellung war ja, dass eine kWh Strom in Bewegung umgewandelt viieeeel mehr hergibt als wenn man damit Wasser wärmt. Das ist unterhaltsam, lustig, plakativ - aber falsch. Politsprech eben.
Eine kWh ist eine kWh und damit hat sich's.


P.S.: Der Wirkungsgrad eines Gasherds zum Teewasserkochen liegt auch deutlich unter 50%...
Wolfgang (Gast) - 21. Apr, 20:30

Na klar

Aber wenn du für das Teewasser Warmwasser nimmst, nutzt du den höheren Wirkungsgrad der Therme, bzw. der Fernwärme. Denn gerade im Sommer ists halt so, dass die Fernwärme ihre Wärme (die sowieso entsteht) ja nicht so gut absetzen kann. Jetzt zusätzlich noch Strom verheizen, wenn eh Wärme da wär, macht nicht viel Sinn.

Und dass die eine kWh was anderes ist, als die andere kWh hat cc nicht gesagt - im Gegenteil, er hat unterstrichen, dass es genau gleich viel Energie ist, mit der sich viel Bewegung, aber nur wenig Wärme erreichen lässt.

Der Punkt ist ja auch nicht der, dass man gar nix mehr mit Strom erwärmen darf. Grad bei etwas längeren Leitungen und langsam anspringenden Thermen kanns passieren, dass die Waschmaschine mit kaltem Wasser aus dem Warmwasseranschluss voll ist, bevor warmes Wasser daherkommt.

Das ändert aber nix an der Grundproblematik, dass es bescheuert ist, fossile Energieträger zu verheizen, um aus der Wärme Strom zu gewinnen, den man dann erst wieder verheizt.
jby - 20. Apr, 11:16

Mit 1kwh kann man ein kg 365m hoch heben, nicht eine Tonne.
Potentielle Energie= 1kwh = 3600kJ = m (1000kg)* g(9,81) * h (365m)

nachrechner (Gast) - 20. Apr, 12:19

stimmt,

mit der verrichteten Arbeit von 1kWh kann eine Masse von einem Kilo um rd. 365 m angehoben werden. Eine Masse von einer Tonne lässt sich mit der gleichen Arbeit von einer Kilowattstunde nur um 36,5 cm anheben. Ein Liter Wasser aus dem Wasserhahn gezapft lässt sich demgegenüber mit einer Kilowattstunde Arbeit zum Sieden bringen.

Wenn Politik auf solchen monströsen Fehlern beruht, tut das schon sehr weh.
Martin (Gast) - 20. Apr, 13:01

Video löschen! Danke fürs Nachrechnen

Hab mich schon gewundert, dass man mit 1kwh 1 Tonne 365 Meter hoch heben könnte. Schlampig recherchiert. CC sollte das Video daher schnell wieder löschen!
nachrechner (Gast) - 20. Apr, 14:36

jetzt muss ich mich selbst korrigieren.: mit einer Kilowattstunde lassen sich gute 10 Liter Leitungswasser zum Kochen bringen.
cycliste (Gast) - 20. Apr, 15:01

Und wo soll der Rechenfehler liegen?

Du hast ja selbst vorgezeigt, dass die Rechnung stimmt:

1000kg * 9,81m/s^2 * 365m = 3600000 (kg*m^2)/s^2 bzw. Wattsekunden (Ws)

1 Kilowattstunde = 3600000 Wattsekunden
nachrechner (Gast) - 20. Apr, 16:28

ich geb' auf.
wenn gerade einer schwierigkeiten mit dimensionen hat, bin ich das selbst.
sorry.
jby - 20. Apr, 16:33

hoppala

cysliste (daher auch CC) hat recht, J ist natürlich die rrichtige SI einheit und nicht kJ :O)
cc - 20. Apr, 21:54

@ ybi,@nachrechner, @martin,@cycliste

dafür lieb ich meinen blog.
Erst hab ich, nach Eurer Kritik, einen Riesenschreck bekommen.
Hab ich mich doch verrechnet?
"Schlampig recherchiert?"
"Monströser Fehler?"
Sichtbar in aller Öffentlichkeit?
Dabei hab ichs doch 3x gecheckt.
Wie unglaublich peinlich!

Jetzt klarerweise Erleichterung.
Und Freude, wie spannend eine Physik-Kontroverse sein kann. Auf einem Polit-Blog.
Jedenfalls: danke an Euch alle!!

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