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Film und Medien

digitaler Maoismus

eine erfrischende und intelligente Streitschrift des Computerwissenschaftlers und Musikers Jaron Lanier wider den Kollektivismus im Internet und wider die angebliche "Weisheit" von Wikipedia und Co.
die deutsche Übersetzung davon hier
dazu setzte eine heftige Debatte ein
z.b. hier
auch Larry Sanger, Wikipediagründer, erwidert ausführlich in seinem blog
spannend!

ORF von innen-Österreich ein Feudalstaat

Danke, Armin Wolf!
Wenn wir Grüne als Oppositionspartei den ORFals VP-geknebelt kritisieren, glauben viele, solche Kritik sei überzogen und gehöre eben zum politischen Spiel.
Jetzt hat Armin Wolf bei einem hochoffiziellen Anlass, anlässlich seiner Verleihung des Robert Hochner Preises eine aussergewöhnliche Rede gehalten.
Aufrichtige Gratulation.
Das Schlimme daran:
Trotzdem scheint "das schwarze Personalpaket"auf Schiene.
Schliesslich: Es ist kein Gerücht, sondern eine Tatsache, dass es eine Intervention des Bundeskanzleramtes war, dass heuer nicht mehr Armin Wolf die Sommergespräche moderieren wird.
Wir entfernen uns immer mehr von demokratischen Zuständen.
Österreich, ein Feudalstaat.

Oscar und Österreich

allzuselten ermöglicht mir Schlamperei einen Volltreffer.
Schon lange wollte ich mein Transpolitics aktualisieren, wo noch immer ein damals laufender Film, LA crash, als Tip angeführt wird.
Und siehe da: Jetzt hat er den Oskar als bester Film bekommen, also wird kurzfristig nix aktualisiert.

Aber der heimische Film ist hier ein neues Thema, das ich schon längst diskutieren wollte.
Einerseits-andereseits:
Das "Einerseits" ist eine tolle Erfolgsgeschichte. Viele österreichische Filme gewinnen gegen harte Konkurrenz international anerkannte Preise. Nicht nur Saupers "Darwins Nightmare" und Virgil Widrichs "Copyshop" waren oscarnominiert , von Coop 99 bis zu Michael Haneke (ich zähl jetzt nicht alle auf), der österreichische Film hat eine Namen auf den Festivals der Welt.
Andererseits.
An der Kinokasse schauts traurig, sehr traurig aus.
Die Marktanteile heimischer Filme sind in vielen Ländern erstaunlich.
Nicht nur (nona) in England (34% für den britischen Film) oder Frankreich (37%) auch in kleinen Ländern wie Tschechien (24%), Norwegen (14%) ,Schweden (22%) oder Dänemark (34%) gelingt es den jeweils heimischen Filmschaffenden, das Publikum zu erreichen.
Nicht so in Österreich.
Hier dümpelt der Marktanteil des heimischen Films bei magersten 3%.
Mehr Daten hier
Weil mir die "creative economy" ein besonderes Anliegen ist, und der Wirtschafts- und Kulturfaktor Film total unterschätzt wird, möchte ich hier eine Debatte beginnen, die diesem Wirtschaftszweig (der in den USA die zweitmeisten Exporterlöse einbringt)endlich den Stellenwert gibt, der ihm gebührt.
Was also läuft hier schief, sollte verbessert werden?

Heute startet Okto

Viele glauben mir nicht, dass Politiker sein gar nicht selten heisst, sich wirklich herzlich zu freun.
Heut ist so ein Tag.
Weil ich über Jahre sehr viel Mühe, Zeit und Engagement in ein Projekt gesteckt habe, und es heute feierlich "geboren" wird.
Ein neuer Fernsehsender für Wien.
Offen für alle, dies probieren wollen, nicht-kommerziell, vielfältig.
Jetzt heisst das "Baby" Okto
Manche kennen es noch als Offenen Kanal. oder Community TV.
Der Weg war mühsam, viele haben nicht daran geglaubt und böse Ahnungen prophezeit.
Besonders musste klargestellt (und rechtlich abgesichert) werden:
Das ist wirklich ein offenes Projekt, und unterliegt keiner Parteigängelung.
Keiner roten, aber auch keiner grünen.
Ich glaube, das ist geglückt.
Jetzt sind die Sendungsmacher/innen am Wort (und am Bild)
Da wirds gelegentlich rumpeln, es wird viel gelernt werden, und wirklich sagen, obs geglückt ist, kann man wahrscheinlich erst in ca einem Jahr, wenn sich Erfahrungen eingestellt haben.
Heut freu ich mich einfach.

google print-gut oder böse

ein interessantes Gespräch mit dem Schweizer Urs Hölzle von google
in der nzz.
Wie das Internet Vielfalt-diversity ermöglicht.
interessantes Detail aus dem Gespräch:
Die Internet-Marktanalyse «Anatomy of the Long Tail» des Journalisten Chris Anderson, die vor einem Jahr in «Wired-Magazine» publiziert wurde, beweist, dass das Internet in der Lage ist, auch unbekannte Bücher, die in Buchläden nicht erhältlich sind, ins Bewusstsein der Web-Leser zu rücken. So sind erstaunlicherweise 57 Prozent aller Bücher, die Amazon verkauft, nur im Internet zu kaufen.

Wien bekommt einen neuen Fernsehkanal

Ende November startet in Wien eine neues Fernsehprojekt.
Bekannt unter dem Namen "offener kanal" heisst es jetzt:
community TV
Das ist eines jener 23 rot/grünen Projekte, die in dieser Legislaturperiode realisiert wurden.

Was heisst "Community TV"?

Im wesentlichen gehts darum, dass interessierten Personen und NGOs die Möglichkeit geboten wird, selbst Fernsehn zu machen.
Community TV stellt equipment und Ausbildung zur Verfügung, und betreibt einen eigenen Fernsehkanal (im Kabel).

Es war eine politisch nicht ganz leichte Geburt.
Mir war - und ist - die politische Unabhängigkeit besonders wichtig.

Das ist auch gelungen:
"Eigentümer" ist ein gemeinnützigen Verein, in dem kein einziger Politiker, sondern profilierte Personen aus der Medien - und Kunstszene sitzen.

Das Community TV wird eine spannende Gratwanderung sein:
Zwischen prinzipieller Offenheit auf der einen (wer Interesse/Ideen hat, bekommt eine Chance), einem aber auch ansprechenden Programm für Seher auf der anderen Seite.

Wer Interesse hat, ab nach Penzing.
Bin schon sehr gespannt.

Der gekaufte Journalismus

In Spectrum der Wochenendausgabe der Presse findet sich ein kluger Artikel von Ernst Sittinger, den wir genauer lesen sollten.
Ich habe ein paar Zitate herausgenommen, die v.a. auf darauf Bezug nehmen, dass das, was wir lesen und sehen immer öfter schlicht und einfach gekauft ist, ohne dass wir es merken.
Statt sichtbarer Inserate gehen "ums Geld raufende Medien" immer stärker darüber über "Beilagen" zu produzieren, die nach unabhängigem Journalismus ausschauen, letzlich aber einfach bezahlte Lobbyarbeit darstellen.
Selten wird diese extrem gefährliche Entwicklung thematisiert.
Beispiele dazu: Der Immobilientteil derselben Presse ein paar Seiten weiter hinten.
Oder der (heute Sonntag) erscheinende "Wohnkurier"
Eine Beilage, die vorgibt journalisisch unabhängig zu berichten, in der man aber klarerweise niemals irgendein kritisches Wort zur Wiener Stadtentwicklung finden wird, die "Besteller", die Stadt Wien und die Bezahler der Beilage (Wohnbaugenossenschaften, die sich wiederum bei der Stadt Wien um Wohnbauförderung anstellen) haben daran keinerlei Interesse.


Anbei einige Zitate aus Sittingers Artikel:

Doch mittlerweile hat sich der Wind gedreht. Die Medien dominieren nicht mehr, sie werden ihrerseits dominiert. Es scheint so, als liefe der Journalismus Gefahr, an seinem eigenen Erfolg zu scheitern: Gerade deshalb, weil er für die Gesellschaftsgestaltung so wichtig ist, wurde er für die Gestalter der Gesellschaft zum Objekt der Begierde.


Ein Sturm unterschiedlicher Lobby-Begehrlichkeiten fegte durch die Redaktionen. Dieser Belastungsprobe waren die redaktionellen Strukturen nicht gewachsen, und sie sind es in weiten Teilen bis heute nicht.

Die Schutzdämme zur Wahrung der journalistischen Unabhängigkeit waren immer schon auf Sand gebaut, weil darunter stets die ökonomische Abhängigkeit der Medien von ihren Geldgebern durchschimmerte. Auch Medien, die Gewinne erwirtschaften, sind anfällig für den "Durchgriff" kommerzieller Interessen.


...

Die traditionelle journalistische Autonomie wird unterspült und weggeschwemmt.
...
Dass es mittlerweile weit mehr Pressesprecher gibt als Journalisten, ist signifikant für die Kräfteverschiebung im öffentlichen Raum. Die Aufrüstung der PR-Branche beschränkt sich nicht auf Personen und Ressourcen, sondern umfasst auch das Arsenal der Methoden. Medienbeeinflussung tritt vermehrt in Form von strategisch durchgeplanten Kampagnen auf, die mit gewaltigem Finanzaufwand in die mediale Landschaft geknallt werden. Die Grundaussagen werden von Strategieberatern geformt, von Werbeagenturen in attraktive Botschaften verpackt und anhand von Medieneinsatzplänen öffentlich verbreitet. Dabei setzt man auf "integrierte Kommunikation" - angefangen von klassischen Inseraten über Pressekonferenzen, Journalistenseminare, Reisen und Themen-Incentives bis hin zu "Medienpartnerschaften", bei denen die Grenzen zwischen Journalismus und Werbung gezielt verschwimmen.

...

Die Deutsche Bank ließ auf ihrer Hauptversammlung 2005 eine hauseigene Fernsehkamera mitlaufen, der Zutritt für unabhängige Journalisten und Kameraleute war verboten. Das zensurierte Bildmaterial wurde von der öffentlich-rechtlichen ARD in den Hauptabendnachrichten ausgestrahlt.

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