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Energie & Umwelt

Es wird knapp!

oder:
Was den sogenannten Aufschwung bald wieder bremsen wird
oder:
warum das gut ist.

Die Ölminister der Opec tagen wieder in Wien.
Eine kluge Öffentlchkeit würde da genauer hinschauen.

Denn die Ölnachfrage, die seit Ausbruch der Wirtschaftskrise deutlich zurückgegangen ist, scheint wieder deutlich anzusteigen.
Bleibts dabei führt nichts an einem wiederum deutlich steigenden Ölpreis vorbei, v.a. da das Ölangebot kaum beliebig hinaufgeschraubt werden kann (peak oil in sehr vielen Ländern)

Hier ein paar Grafiken dazu:

oildemand-1

an obiger Grafik schaue man sich das letzte "Schwanzerl" an. Der Weltölverbrauch steigt nach längerem wieder stark an.
warum?

oildemand-2

diese, noch mehr Ölgrafiken hier

Dies sind zwei ganz wichtige Grafiken.
Sie zeigen, dass der Rückgang nahezu ausschliesslich die reichen "Verschwenderländer" betroffen hat, allen voran die USA.
Aber auch dort ists mit dem Rückgang vorbei.
Die Ölpreise sind gesunken, bzw die Leute haben sich daran gewöhnt, dass es teurer geworden ist.
Noch viel wichtiger:
Die Motorisierung dort, was früher 3. Welt geheißen hat, nicht nur in Indien und China, nimmt deutlich zu, weil sie (und das ist der zentrale Punkt) dort so gering ist.
China ist bald der größte CO2 Emittent, obwohl nur 25 Autos auf 1000 Einwohner kommen.
Bei uns sind es 500!
Es wird knapp, nicht nur beim Öl.

Dass es reichlichst Alternativen gibt, die heute bereits verfügbar sind, versuch ich von alles Seiten auf diesem blog zu beleuchten.
Heute bloss das:
Warum es in Österreich noch immer fast 800 000 Ölheizungen gibt, zeigt die Trägheit und Fahrlässigkeit unser Politik und unserer geschätzten Einwohner.
Denn von Pellets über Fernwärme bis hin zum Passivhaus sind längst wirtschaftliche Alternativen erprobt.
Nur nicht müde werden!

Glühlampenverbot?

Schon einmal hab ich mir erlaubt, die Vorgangsweise der EU zur Steigerung der Effizenz bei der Beleuchtung zaghaft zu unterstützen.
Da wird öffentlich derart viel Unsinn verbreitet.
Heute bloss ein Argument.
Wer wirklich weiterhin Glühlampen verwenden will, muss nicht hamstern.
Das ist eine Glühlampe und bleibt auch weiter - auf Jahre hinaus - erlaubt im Handel.
411px-Halogen_lamp_230V
Es ist eine Halogenglühlampe, die eine um ca. 30% höhere Lichtausbeute, als eine herkömmliche Glühlampe hat.
Letztere setzt, bloss zur Erinnerung, bloss 5% des Stroms in Licht um, der Rest ist Wärme.
Wer also Energiesparlampen nicht mag, kann weiter "glühen". Ganz legal.

Desertec statt Nabucco

It`s over.
Langfristige Investitionen müssen nahezu ausschliesslich in Erneuerbare fliessen.Und nicht weiter in die Fossilwirtschaft.
Nabucco ist von vorgestern und ein grosser Fehler.
Georgs Beitrag dazu ist zu empfehlen.
Wenn schon big, dann Desertec.

Sonne aus der Sahara?

wuestensolar2

Die Idee ist nicht neu, jetzt scheint sie ihrer Realisierung näher zu kommen.
Deutsche Unternehmen planen im grossen Maßstab Solarstrom in der Sahara zu erzeugen.
Was ist davon zu halten?
Was dafür spricht, liegt auf der Hand.
Bisher hat sonnenerzeugter Strom einen Marktanteil von weit weniger als 1%.
Bisher fehlte auch der grosse Wurf, das grosse Geld.
Das floss und fliesst in die Öl-Kohle und Gasindustrie.
Allein in China geht alle 10 Tage ein zusätzliches Kohlekraftwerk ans Netz, in Europa werden dutzende Gakraftwerke errichtet, welche die Abhängigkeit von Russland weiter erhöhen, noch mehr CO2 in die Luft pusten und die Frage unbeantwortet lassen, was wir machen, wenn nach dem Öl auch das Gas knapp wird.
Die Sonne hingegen scheint unbegrenzt (zumindest noch ein paar Milliarden Jahre).
Die solarthermische Stromerzeugung hat ausserdem den Vorteil, Strom auch in den Nachtstunden herzustellen (im Unterschied zur Fotovolataik), da die solar erhitze Flüssigkeit zwischengespeichert werden kann, und die Turbine auch dann "befeuert", wenn die Sonne bereits untergegangen ist.
Die Technologie ist zwar (wie fast jede) noch verbesserungsfähig, aber bewährt und gereift, die Wirtschaftlichkeit ebenso, ausser man glaubt, die Stromkosten werden in den nächsten Jahren deutlich fallen.
Fast ein Wunderding also?
Natürlich gibt es auch Einwände.
Fast nichts strahlt nur, und hat keine Schattenseiten.
Der wesentlichste Einwand: Wie jede Grosstechnologie, welche zentral Strom erzeugt, schafft sie Abhängigkeiten (das wäre unsere euroäische Sicht)
Der zweite Einwand: Warum Solarstrom für uns, statt für die afrikanischen Länder selbst?
Beides ist richtig, aber kein Grund, dieses Projekt abzulehnen.
In den nächsten Jahren muss nahezu alles versucht werden, um die derzeitige Abhängigkeit zu reduzieren oder zumindest regional aufzufächern (es gibt verschiedenste Länder in Nordafrika), ausserdem geht es ja "bloss" darum, neben Wind, dezentraler Fotovoltaik, dezentralem Strom aus Biomasse eine weitere zusätzliche Quelle zu eröffnen.
Vielleicht reicht es auch als erster Schritt, den grossen Stromimporteur Italien von Süden mit Sonnenstrom statt von Norden mit Kohlestrom zu versorgen.
Der wesentlichste Schritt wäre es jedoch, die dramatisch wachsenden nordafrikanischen Staaten selbst auf Solarstrom umzustellen, was dann, sollte dieses Projekt realisiert werden, mit Sicherheit eine "Nebenauswirkung" sein wird.
Ergo: Würde das realisiert werden, wäre das ein ganz grosser Durchbruch Richtung einer solaren Stromversorgung.
In meinem "würde" steckt jedoch meine grosse Skepsis.
"In 10 Jahren" lese ich.
Warum erst in 10 Jahren? Dezentrale Windparks wurden in zwei Jahren hochgezogen.
Warum muss das so lange dauern?
Ist es vielleicht nur ein toll inszeniertes PR-und Ablenkungsmanöver?
Ich hoffe nicht.
Also: Zaht`s an, Bursch`n und Mädels.
Denn Sonne haben wir genug.
Deswegen nochmals dieses Bild, welches man nicht oft genug zeigen kann:

wuestensolar1
Es zeigt die Fläche, die notwendig wäre, um die Welt, die EU bzw Deutschland mit Solarstrom zu versorgen.
Denn auf die Erde strahlt das 18 000-fache dessen ein, was wir derzeit an Energie verbrauchen.
Gibts andere Meinungen, überseh ich etwas?

erschreckend, empörend, wunderschön

18 Minuten über ein grosses unterschätztes Thema.
Beim Betrachten der unglaublich schönen Bilder wurde mir wieder ganz klar, warum ich den Beruf habe, den ich habe.

Watch, think and act!

Klimaanlagen in Autos

Klimaanlagen im Auto heizen die Erde so stark auf wie der weltweite Flugverkehr. Abhilfe ist möglich – wenn die PS-Branche nicht mauert.
Einmal mehr ist die EU ökologische Reformkraft.
Wichtiger Machtkampf

Was Politik bei der Windenergie (nicht) kann

Vor ein paar Tagen gabs hier eine Grafik über die völlig unterschiedlichen Entwicklungen der Sonnenenergie in verschiedenen Ländern.
Etliche haben nachgefragt, wie es bei der Windenergie aussieht.
So: (aus österr. Sicht beschämend)

WindkraftRanking

WindkraftRanking1
vergrössern? anklicken!

Mehr zu diesem Thema im guensblog

Er hats kapiert, die "unseren" nicht

Gut, reden wir über Politik.
Meine grosse Hoffnung heisst derzeit USA.
Richtig schreibt heute die New York Times in Ihrem Leitartikel:
Save the planet and the economy:
From Paris to Beijing, the refrain is the same: This is no time to pursue ambitious plans to stop global warming. We can’t deal with a financial crisis and reduce emissions at the same time.

There is a very different message coming from this country. President-elect Barack Obama is arguing that there is no better time than the present to invest heavily in clean energy technologies. Such investment, he says, would confront the threat of unchecked warming, reduce the country’s dependence on foreign oil and help revive the American economy.

Call it what you will: a climate policy wrapped inside an energy policy wrapped inside an economic policy.


Mein Tip:
Obamas inauguration speech wird fast ähnlich wie Kennedys "dream" (We fly to the moon) der grossen Energiewende ganz wichtige Bedeutung zumessen.

Denn er hat`s begriffen, wie zentral das ist, und (siehe oben im Leitartikel) ein zentrales Umrüstungs-und Beschäftigungsprogramm für die US Wirtschaft ist.

Europa (und besonders) Österreich ist umwelt-und energietechnologisch den Amerikanern noch weit voraus.
Nicht wegen, sondern trotz Politik.
Liest man vor diesem Hintergrung genauer das Regierungsprogramm, dann pandelt die Emotion zwischn ungläubigem Kopfschütteln und Enttäuschung.
Sie habens eben nicht kapiert und/oder wollen einfach nicht.
Was tröstlich ist:
Wenn die USA wirklich einsteigt, dann dreht sich global wirklich etwas.
Warten wir also gespannt auf den 20.1.

raus aus Öl konkret

Rudolf Hanzalik ist Pensionist und wohnt in einer von 110 000 Haushalten, die von den Preissteigerungen bei Heizöl wirklich belastet sind: Er hat in seiner Wohnung eine Öleinzelheizung.
Bis heute vormittag.
So sollte unsere Energiewende konkret aussehen:


IMG_3152

rechts hinten im Bild der alte bereits deaktivierte Ölofen.
Herr Hanzalik hätte für diesen in der kommenden Heizperiode um ca 1000 Euro Öl kaufen müssen.
Vorne ist bereits die Alternative angeschlossen.
Dank Unterstützung der Firma rika heizt jetzt ein Pelltesofen die Wohnung.
Seine Heizkosten werden heuer weniger als 400 Euro betragen, eine Ersparnis von 600 Euro.
Deswegen:
oelpellets-08

oelpellets-081
vergrösssern? anklicken!

Unsere Forderung:
Um rund 30 Mio/Jahr (ein im Vergleich zur Mehrwertsteuersenkung lächerlich geringer Betrag) Förderung könnten in kurzer Zeit alle Öl/Kohle-bzw Flüssiggas-Einzelöfen auf Pelltes umgerüstet werden.
Denn die Gesamtkosten (Ofen plus Installation) von 3000 Euro können sich viele nicht leisten.
Wir wollen für Einkommens-schwache 50% aus öffentlichen Mitteln zuschiessen.
Das würde kurzfristig sozial Schwache sehr wirksam finanziell entlasten.
600 Euro weniger fürs Heizen zahlen sind eine schöne Summe.

Und zusätzlich wirksam CO2 Emissionen reduzieren, mit dem klaren Ziel fossile Brennstoffe durch erneuerbare zu ersetzen.
Ausserdem profitiert die heimische Wirtschaft.
Rika produziert mit 200 Menschen in Oberösterreich.

von 9/11 zu 4/11

alaska

"addicted" sind nicht nur "ie Amis", sondern auch all jene bei uns, die eine Senkung der Energiepreise herbeibeten.

kluge Worte von Thomas L. Friedman in der New York Times:

We don’t have a “gasoline price problem.” We have an addiction problem. We are addicted to dirty fossil fuels, and this addiction is driving a whole set of toxic trends that are harming our nation and world in many different ways. It is intensifying global warming, creating runaway global demand for oil and gas, weakening our currency by shifting huge amounts of dollars abroad to pay for oil imports, widening “energy poverty” across Africa, destroying plants and animals at record rates and fostering ever-stronger petro-dictatorships in Iran, Russia and Venezuela.

When a person is addicted to crack cocaine, his problem is not that the price of crack is going up. His problem is what that crack addiction is doing to his whole body. The cure is not cheaper crack, which would only perpetuate the addiction and all the problems it is creating. The cure is to break the addiction.

Our cure is not cheaper gasoline, but a clean energy system. And the key to building that is to keep the price of gasoline and coal — our crack — higher, not lower, so consumers are moved to break their addiction to these dirty fuels and inventors are moved to create clean alternatives.


hier der ganze Artikel:


I am reliably told by a Bush administration official that there is an old saying in Texas that goes like this: “If all you ever do is all you’ve ever done, then all you’ll ever get is all you ever got.”


Could anyone possibly come up with a better description of President Bush’s energy policy? America is in the midst of its worst energy crisis in years and what is the big decision our Decider has decided? Drum roll, please: Our Decider decided to lift the executive orders banning drilling for oil and natural gas off the country’s shoreline — even though he knew this was a meaningless gesture because a Congressional moratorium on drilling passed in 1981 remains in force.

The economist Paul Romer once said to me that “a crisis is a terrible thing to waste.” President Bush is well on his way to being remembered as the leader who wasted not one but two crises: 9/11 and 4/11. The average price of gasoline in the U.S. last week, according to the Energy Information Administration, was $4.11.

After 9/11, Mr. Bush had the chance to summon the country to a great nation-building project focused on breaking our addiction to oil. Instead, he told us to go shopping. After gasoline prices hit $4.11 last week, he had the chance to summon the country to a great nation-building project focused on clean energy. Instead, he told us to go drilling.

Neither shopping nor drilling is the solution to our problems.

What doesn’t the Bush crowd get? It’s this: We don’t have a “gasoline price problem.” We have an addiction problem. We are addicted to dirty fossil fuels, and this addiction is driving a whole set of toxic trends that are harming our nation and world in many different ways. It is intensifying global warming, creating runaway global demand for oil and gas, weakening our currency by shifting huge amounts of dollars abroad to pay for oil imports, widening “energy poverty” across Africa, destroying plants and animals at record rates and fostering ever-stronger petro-dictatorships in Iran, Russia and Venezuela.

When a person is addicted to crack cocaine, his problem is not that the price of crack is going up. His problem is what that crack addiction is doing to his whole body. The cure is not cheaper crack, which would only perpetuate the addiction and all the problems it is creating. The cure is to break the addiction.

Ditto for us. Our cure is not cheaper gasoline, but a clean energy system. And the key to building that is to keep the price of gasoline and coal — our crack — higher, not lower, so consumers are moved to break their addiction to these dirty fuels and inventors are moved to create clean alternatives.

I understand why consumers think we have a gasoline price problem — because they are immediately hurt by higher gas prices and the pump is where most people touch our energy system. They tend not to see the bigger picture. But that is why you have a president: to explain that and lay out a response.

Alas, we have a president and a vice president who deny that climate change is hurting our environmental body, who refuse to see the connection between the dollars we are shifting abroad and the rise of petro-dictators, who do not care about biodiversity loss and who are apparently untroubled by the sharp decline in the dollar, partly because of all the money we are paying for oil imports. So, they have chosen to define this as a “gasoline price crisis” — not an-addiction-to-a-fuel-that-is-badly-hurting-us-as-a-nation crisis.

If you want to know what an alternative strategy might look like, read the speech that Al Gore delivered on Thursday to the bipartisan Alliance for Climate Protection. Gore, the alliance’s chairman, called for a 10-year plan — the same amount of time John F. Kennedy set for getting us to the moon — to shift the entire country to “renewable energy and truly clean, carbon-free sources” to power our homes, factories and even transportation.

Mr. Gore proposed dramatically improving our national electricity grid and energy efficiency, while investing massively in clean solar, wind, geothermal and carbon-sequestered coal technologies that we know can work but just need to scale. To make the shift, he called for taxing carbon and offsetting that by reducing payroll taxes: Let’s “tax what we burn, not what we earn,” he said.

Whether you agree or not with Gore’s plan, at least he has a plan for dealing with the real problem we face — a multifaceted, multigenerational energy/environment/geopolitical problem.

This moment — $4.11 — represents Bush’s last chance for a legacy. It amazes me how inadequate his response has been. By hectoring the nation to simply drill for more oil, he has profoundly underestimated the challenges we face, misread the scale of the solutions required, underappreciated the American people’s willingness to sacrifice if presented with a real plan, and ignored the greatness that would accrue to our country if we led the world in clean power.

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