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Energie & Umwelt

Vergebliches Flehen an der Zapfsäule

Diesmal ein Kommentar im Standard.
Darin spreche ich einmal mehr das "2-Liter-Auto" an.
Wie das aussehen könnte?
So.

Hier der Kommentar im Volltext:

Erhören sie unser Flehen, die Saudis? Diese Frage war Spitzenmeldung vor dem Wochenende. Und dann die große Erleichterung. Sie drücken auf den Knopf und erhöhen die Fördermenge.So wurde und wird berichtet. Österreichs bekannter Ölexperte Martin Bartenstein durfte am wundersamen Ölpreisgipfel von Dschidda teilnehmen und berichtete dann wiederholt in den Journalen im Radio: Ja, jetzt gebe es berechtigte Hoffnung, dass der Ölpreis wieder sinkt.

Dieses Wochenende zeigt vor allem eines: Wie billig sich Österreichs Mainstream-Wirtschaftsjournalimus von den Saudis abspeisen lässt. - Was nicht zu lesen, oder zu hören war:

1. Was meinen die Saudis, wenn sie die Fördermenge auf 12,5 Mio. Barrel erhöhen möchten. Meinen sie "crude", dann wäre das eine Sensation, denn aus "crude" kann man Benzin, Diesel etc. raffinieren. Oder meinen sie "liquids", das sind jene flüssigen Kuppelprodukte, die bei der Gasförderung anfallen, die gut für die chemische Industrie geeignet sind, aber Benzin kann man sehr schwer daraus machen. Die Differenz zwischen diesen beiden Sorten beträgt immerhin 2 Mio. Fass.

2. Warum schaut kaum jemand ins Archiv? Derartige Beschwichtigungskonferenzen gab's in den letzten Jahren immer wieder. Strickmuster: Saudis geben sich besorgt und versprechen verstärkte Förderung. Der Ölpreis müsse sinken. - Und was geschah?

3. Die Ölförderung (von "crude" wie von "liquids") der Saudis geht seit 2006 zurück. Erst in den letzten Monaten stieg sie wieder leicht an, liegt aber deutlich unter dem bisherigen Fördermaximum.

4. Die meisten der saudischen Ölfelder sind sehr alt. Das mit Abstand ergiebigste Feld Saudi-Arabiens, Ghawar, wurde 1948 entdeckt und liefert seitdem. Wenn dort der Fördergipfel erreicht ist, geht's steil bergab. Die Kernfrage lautet daher: Wollen die Saudis nicht, oder können sie nicht mehr?

5. Die Ölfelder der Nordsee, als auch Mexikos, sowieso der USA und seit jüngster Zeit auch Russlands sind "post-peak", d. h. deren Förderung geht zurück. Hierin liegt die Hauptursache des steigenden Ölpreises.

6. Übersehen (willentlich?) wird ein weiteres Faktum: In allen erdölproduzierenden Ländern steigt der Eigenbedarf nach Öl. So bleibt bei mühsam aufrechterhaltener Fördermenge immer weniger zum Export über. Folge: Trotz drastisch gestiegenen Ölpreises ging 2007 der globale Ölexport um 2,5% zurück.

7. In Österreich gibt es ca. 500 Fahrzeuge je 1000 Einwohner. In China derzeit knapp mehr als 20. Hunderte Millionen Menschen wollen und werden sich in den nächsten Jahren ein Auto kaufen. Der indische Konzern TATA bringt demnächst ein Auto auf den Markt, das ab Werk 1700 Euro kostet. Das wird die Nachfrage nach Öl noch weiter beschleunigen.

Und aus all den genannten Deswegen wird mittelfristig auch der Ölpreis weiter steigen. Statt vergeblich das Christkind und die Saudis anzubetteln gibt's nur eine rationale Strategie: runter mit dem Ölverbrauch, so schnell wie möglich. Um nur ein Beispiel zu nennen: Ein Auto, das weniger als 2 Liter / 100 km braucht, ist technisch längst machbar. Hier müsste die EU der Autoindustrie kluge Rahmenbedingungen geben. (Christoph Chorherr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.6.2008)

Der Ölpreis, die Medien und das web

Seit Tagen die Spitzenmeldung in allen Medien.
Die Saudis rufen zum Ölpreisgipfel.
Alle kommen dankbar, und sind dann ganz glücklich, weil die Saudis versprechen, ihre Produktion auszuweiten.
Journalismus in Österreich:Wer analysiert für das Morgenjournal?
Wirtschaftsminister Bartenstein meint, jetzt sei es doch wahrscheinlich, dass der Ölpreis sinkt.
Warum nimmt sich kein Journalist die Mühe, ein bisschen zu recherchieren?
Macht nichts.
Ein kurzer Klick, und man bekommt relevante Informationen.
Z.B. darüber:

saudi08

Über den so wichtigen Unterschied, welches Öl gemeint ist, wenn sie sagen, langfrsitig auf 12,5 mio barrel auszuweiten.
Sprechen sie über "crude", dann meinen sie Rohöl, dass zu Benzin, Diesel etc. verarbeitet werden kann.
Oder meinen sie "liquids", dann sind das flüssige Kuppelprodukte der Gasproduktion, die nur für die chemische Industrie geeignet sind, und keinerlei Auswirkung auf den Ölpreis haben.
Warum fragt kein Journalist, warum seit 2006 die Förderung der Saudis gesunken ist?
Warum solche Ankündigungen schon oft gemacht wurden, und dann nicht eingehalten wurden?
Zum Glück können wir selbst lesen, und zum Glück gibts das web und Quellen wie diese.

Verbund privatisieren?

Das Politgetöse rund um Gusis unglückliche Zukunft überdeckt eine ziemlich wichtige Frage.
Wirtschaftsminister Bartenstein hat heute vorgeschlagen, die Verbundgesellschaft, an der der Bund mit 51% beteiligt ist, zu privatisieren.
Es muss m.E. sehr gute Gründe geben, warum ein Unternehmen in staatlicher Hand bleiben sollte.
Bei der Verbundgesellschaft gibt es 2 Gründe:
1.) Die Verbundgesellschaft besitzt einen Grossteil der österr. Wasserkraftwerke.
Die meisten davon wurden vor Jahrzehnten gebaut, sind wirtschaftlich weitgehend abgeschrieben, und liefern ziemlich günstig Strom. Gleichzeitig steigt der intern. Strompreis.Deswegen wachsen die Gewinne des Verbundes, und wachsen und werden in Zukunft weiter wachsen.
Die Dividende erhält der Eigentümer, fliessen also derzeit dem Staat, also uns allen zu.
Warum also verkaufen? Nur damit diese Gewinne in Zukunft privaten Anlegern zufliessen?
Nein.Gut dass der Staat neben Steuern auch ein paar lukrative Beteiligungen hält, die einnahmen bringen.

Viel gewichtiger noch halte ich dieses Argument:
2.) Wenn der Stromverbrauch weiter wächst, und sowohl fossile wie nukleare Stromerzeugung zurecht unter heftiger Kritik steht, ist Strom aus "unseren Flüssen", ohne Emissionen erzeugt , das mögliche Rückgrat einer veränderten Industriegesellschaft.
Wenn es in den nächsten Jahren zu Stromabschaltungen kommt, soll diese notwendige Infrastruktur "der Öffentlichkeit" zur Verfügung stehen.
Darüber die Verfügungsmacht abzugeben, wäre eine unverzeihliche Dummheit, die nur purer Ideologie (privat ist immer super, staatlich immer schlecht) geschuldet ist.
Deswegen von meine Seite ein schlichtes kräftiges Nein zu Bartensteins Privatisierungsplänen.
Ganz anders sehe ich das bei der AUA.
Hier sehe ich keinerlei zwingende Notwendigkeit eines staatlichen Eigentums.
Ob die AUA mehrheitlich der Lufthansa, oder gar der Aeroflot gehört, ist vielleicht eine symbolisch emotionale ("rot-weiss-rote Heckflosse") Frage, für Österreichs wirtschaftliche Zukunft ist sie irrelevant.
Ganz anders als bei der Frage der Verfügungsmacht über Wasserkraftwerke.

DAS kann die Politik tun

Mich giften die Landeshauptleute.
Statt konkret was gegen steigende Energiekosten zu tun, erheben sie populistische Forderungen.
DAS könnten sie rasch zur deutliche Entlastung der Menschen, die als Mieter mit Gas heizen.

Energieverbrauch runter -
statt illusorischer Forderung "Energiepreise runter"
Dieser Vorschlag entlastet Wiener Haushalte bis zu 1094 Euro pro Jahr.


Sozial Schwache sind in Wien von den steigenden Heizkosten stark belastet, haben aber als MieterInnen keine Möglichkeiten ihren Heizwärmebedarf zu zu senken. Durch eine gesetzliche Verankerung einer Sanierungsverpflichtung für schlecht gedämmte Wohnhäuser könnte Wien wirkungsvoll zur Energiekostensenkung in den WIener Haushalten beitragen.

Gas ist in Wien Energieträger Nr 1. Insgesamt werden 47 Prozent der Wiener Haushalte mit Erdgas beheizt, der überwiegende Teil davon sind schlecht wärmegedämmte Häuser (Gebaut vor 1971 und nicht saniert).

Das ersparen sich Haushalte durch unseren Vorschlag:

Grafik

Jetzt kommt drastische Gaspreissteigerung

Der Ölpreis ist im letzten Jahr massiv gestiegen, allein im letzen halben Jahr um 30%; lag er im November 2007 noch bei 90 USD, liegt er heute um 130 USD. Tendez: weiter steigend.

Eng mit dem Rohölpreis ist auch der Erdgaspreis gekoppelt; mit einer Verzögerung von ca sechs Monaten steigen auch die Erdgaspreise. Aktuell planen auch die Wiener Gaswerke eine deutliche Erhöhung, offen ist noch, ob sie 15 Prozent, 20 Prozent oder gar 30 Prozent betragen wird. Und das, nachdem es erst kürzlich saftige Preiserhöhungen beim Gas gab. Am 1.2.2006 stieg der Gaspreis bei der Wienenergie um 17 % (!) am 1.1.2007 dann um weitere 5,3 Prozent.

Ein Entkommen für Haushalte aus der Kostenfalle Energiepreise ist einfach über Energieeinsparungen möglich. Die Durchsetzung von Energiepreissenkungen liegt jedenfalls nicht im politischen Einflussbereich.


Unser Vorschlag:
Sanierungspflicht für schlecht gedämmte Häuser

Das Hauptproblem liegt aber darin, dass nur ein geringer Teil der Wiener Wohngebäude saniert werden. Sollen Energiesparpotentiale im Bereich Raumwärme tatsächlich genutzt werden, muss eine Sanierungsverpflichtung für schlecht gedämmte Wohnhäuser erlassen werden. Analog der deutschen Energieeinsparverordnung (die eine Anpassungsverpflichtung für Heizkessel vorschreibt), muss die wärmetechnische Sanierung von Wohnhäusern in Wien in der Bauordnung vorgeschrieben werden. Praktisch sollte die Sanierung dann verpflichtend erfolgen, wenn MieterInnen ein Ansuchen dafür stellen und der Heizwärmebedarf des betreffenden Gebäudes über 80 kWh/m² pro Jahr liegt.
Sollte dies (was in Einzelfällen möglich ist) technisch unzumutbar sein, kann der Hauseigentümer um eine Ausnahme ansuchen. Die Beweislast wird aber umgedreht.


Thewosanförderung deutlich verbessern

Mit der ab Juli gültigen Techniknovelle werden in der Wiener Bauordnung erstmals Werte für den maximal zulässigen jährlichen Heizwärmebedarf pro m² (in Abhängigkeit der Geometrie des Gebäudes) bei der Sanierungen festgelegt. Für ein durchschnittliches Mehrfamilienwohnhaus (Kompaktheit von 0,4) gilt ab 2008 ein maximaler Heizwärmebedarf von 60 kWh/m² pro Jahr und ab 2010 von 50 kWh/m² pro Jahr. Dagegen liegt der maximal zulässige Heizwärmebedarf für die Inanspruchnahme der Thewosan-Förderung zum Teil über diesen Werten (Stufe 1 und 2). Diese Stufen sind folglich aus dem Förderprogramm zu nehmen, da sie nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.


Verpflichtende Sanierung halbiert Heizkosten

Die Ergebnisse der Fallstudie "Gasverbrauch der Haushalte 2006" der Statistik Austria zeigen, dass der durchschnittliche Gasverbrauch für Heizen 128 kWh/m² pro Jahr beträgt.


437 Euro Kostenersparnis für Durchschnittshaushalt


Werden die derzeit gültigen Erdgaspreise zugrundegelegt, ergibt sich bei einem Durchschnittshaushalt (80 m², Heizenergieverbrauch 128 kWh/m² pro Jahr eine Kostenersparnis von 437 Euro (noch vor der erwarteten Gaspreissteigerung) pro Jahr und Haushalt bei Einführung einer Sanierungsverpflichtung. Bei schlecht gedämmten Wohnhäusern von bis zu Euro 841 pro Jahr und Haushalt. Werden die zu erwartenden Preissteigerungen beim Gas berücksichtigt ergeben sich Einsparungen von bis zu 1135 Euro pro Jahr und Haushalt.

Gasbeheizte Wohnungen in Häusern mit glatter Fassade (Wärmedämmung leicht möglich) finden sich in den Gründerzeitvierteln Wiens, u.a. im 10., 11. 15.,16., 17.und 20.,Bezirk, in Gegenden, wo viele sozial Schwache leben.

Pellets tanken!

Ja ich weiss, das ist ein Unfug.
Aber nur scheinbar.
Denn Diesel, der getankt wird, ist nur ein anderer Name für Heizöl.
Und das wird noch immer in rauen Mengen in ca 900 000 öst. Haushalten verbrannt.
Das kann man ersetzen.
Durch gepresste Sägespäne; Pelltes eben
Ausserdem ist das inzwischen extrem wirtschaftlich:

pellets

Pellets gibts derzeit - und auf absehbare Zeit - mehr als genug.
Vor allem in Osteuropa haben viele Sägewerke Pelletsanlagen errichtet.
Da kann jetzt rasch und wirksam Heizöl (Diesel) ersetzt werden.

die spinnen, die Ami!

Die US-Bürger/innen beklagen enorme Steigerungen der Spitpreise.
Diese sind in den letzten Jahren deutlich stärker als bei uns gestiegen, da wir von starken Euro "profitieren" (Öl wird in Dollar gehandelt), und durch die hohe Besteurung in Europa schlägt die Steigerung der Rohölpreise nur anteilig durch.
Auch im US-Wahlkampf ist der "Kampf gegen teuren Sprit" bereits Thema Nr 1.
Die USA sind eine Auto-"Kultur".
Aber trotzdem:
Wie ist es erklärbar, dass trotz der wirklich deutlich gestiegenen Benzinpreise DAS (Ford f-series) noch immer der meistverkaufte PKW (nicht LKW) der USA ist. (Daten von April 2008)

ford

Auch wenn langsam ein Umdenken einzusetzen scheint, kleine spritsparsamere Autos Marktanteile gewinnen, diese riesigen Trucks Verkaufseinbussen hinnehmen müssen...
Egal.
Die Nummer 1 bleibt Nummer 1.
Versteh einer dieses Volk.

nyt-trucks

(gefunden in der NYT)

8 Punkte, wie`s ginge

aus gegebenem aktuellen Anlass:
ein Kommentar für den Standard zum Klimawandel.

8 Punkte,wie`s ginge
Dass wir bald schon europäisches Schlusslicht beim Klimaschutz sind, dämmert jetzt auch dem Umweltminister. Aber kann Österreich überhaupt etwas tun? - Von Christoph Chorherr
Nachfolgende acht Punkte sind keine Hexerei, sondern würden bloß statt leerer Katastrophenrhetorik konkrete Politik bedeuten. Sie sind umsetzbar und konkret, und würden jedenfalls Österreichs Treibhausgas-Emissionen deutlich reduzieren. Worauf warten Pröll und Gusenbauer eigentlich noch?

1.) Österreich wird Vorarlberg: Der Passivhausstandard wird ehestmöglich (2009) zu DEM Baustandard im ganzen Land. Denn die klügste Kilowattstunde ist jene, die nicht verbraucht wird.

2.) Verpflichtender Anteil von 30% erneuerbarer Energieträger beim wohnbaugeförderten Hausbau, 20% bei der Sanierung. Das würde zu einem Boom bei Solaranlagen und Biomasseheizungen führen. Denn wozu müssen noch immer mehr als 900.000 österreichische Haushalte mit Öl heizen?

3.) Befristete (4-jährige) steuerliche Absetzbarkeit von energetischen Sanierungsmaßnahmen bei Gebäuden. Dies könnte der Bund sofort einführen und würde sich wahrscheinlich selbst finanzieren, da deutliche zusätzliche Beschäftigungseffekte und Steuereinnahmen dadurch induziert würden (Multiplikator!)

4.) Statt wie derzeit auf EU-Ebene völlig unverständlicherweise den Dackel der deutschen Autoindustrie zu spielen und eine Aufweichung strenger EU-Verbrauchskennzahlen bei Autos zu verlangen, volle Kraft auf eine möglich strenge möglichst Verbrauch reduzierende Lösung. Und wer sich dann noch immer einbildet, einen Geländewagen (meist für die Stadt) kaufen zu müssen, soll hohe Steuern zahlen.

5.) Endlich ein wirksames Ökostromgesetz beschließen. Das wäre besonders einfach, weil man bloß das deutsche Modell (inzwischen in mehr als 15 Ländern wegen großem Erfolg angewendet) abschreiben müsste. Das würde ganz rasch und einfach dazu führen, dass der Anteil der erneuerbaren Stromerzeugung in Österreich wieder wachsen, statt wie derzeit schrumpfen würde.

6.) Straßenbahnen braucht das Land. Zwar finanziert der Bund 50 Prozent der (sehr teuren) Wiener U-Bahn, es gibt aber keine Bundesmittel für die viel billigeren Straßenbahnen. Darum werden auch kaum neue gebaut. Würde z.B. der Klimafonds neue schienengebundene Verkehrsmittel mit rund einem Drittel unterstützen, nicht nur in Wien, auch in Graz, Linz oder Innsbruck, könnte rasch ein dichtes Netz entstehen. Und warum dann auch nicht in der 250.000-Einwohner-Großstadt Rheintal? Studien belegen nachdrücklich: Wo der öffentliche (Nah-)Verkehr fährt und auch attraktiv funktioniert, steigen sehr viele Menschen gerne um.

7.) Das Stiefkind Raumplanung anerkennen und pflegen. Wer (politisch) zulässt, dass riesige Einkaufszentren auf der Grünen Wiese gebaut werden dürfen, darf sich nicht wundern, dass die fußläufige humane und ökologische Nahversorgung stirbt, und der Zwang zum Auto zunimmt. Manchmal muss Politik schlicht NEIN sagen können.

8.) Ausbildungsoffensive für Handwerker und Techniker für Energieeffizienz und "Renewables" - ein weites Feld von den Berufsschulen und HTLs bis zu Fachhochschulen und Unis. Nahezu alle Unternehmen in diesem Bereich ermangeln qualifizierter Nachwuchskräfte. Und dann kommt eben doch der traditionelle Installateur, und empfiehlt die Ölheizung.

Abschließend: Vielleicht kommt aber alles ganz anders. Der Chefökonom der IEA, jener Organisation, die bisher Gralshüter der fossilen Energiewirtschaft war, warnt in eindringlichen Worten vor eklatanten Knappheiten bei der Ölversorgung, dramatisch steigenden Energiepreisen, und appelliert: "Wir sollten das Öl verlassen, bevor es uns verlässt."

Wenn er Recht hat, wird alles viel schneller gehen.

jetzt wird´s wirklich eng

Bisher haben "sie" abgewiegelt.
Nein, es gibts genug Öl.
Und die Förderländer werden es auch liefern können.
Nein, nein , es gibt keine grundsätzliche Krise.
"Sie" sind die Gralshüter des fossilen Energieestablishments.
Die IEA .
Sie geben mit dem energy outlook die jährliche Bibel heraus.
Und jetzt das.
Ihr Chefökonom spricht das bisher Unaussprechliche aus:

Wir sollten das Öl verlassen, bevor es uns verlässt.


und er bestätigt weiter, was bisher streng tabu war:

Energiehunger trifft Energieknappheit: Während die Nachfrage nach Öl wächst, sinkt die Förderung – es drohen Lieferklemmen, eskalierende Preise, Inflation.

Eigentlich müsste man dieses Gespräch
auf den Titelseiten unserer Medien lesen

statt dessen werden uns die Ohren vollgesäuselt, wie toll weltweit der Autoabsatz steigen wird:

Siehe dieser Bericht über enorme Zuwächse in der Autoproduktion

Und die sollen und werden mit Öl fahren.
Wo soll das herkommen?

Hintergrund:
Dr. FATIH BIROL, geb. 1958 in der Türkei, ist Chefökonom und Leiter der Abteilung Wirtschaftliche Analyse der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris. Er ist verantwortlich für den World Energy Outlook, die wichtigste Publikation der IEA zu Energiemärkten und -ressourcen.

Masterplan für das Solarzeitalter

spektrum

Prominent am Cover des Spektrum der Wissenschaft.
Think big.
Das können die Amis.
Und rechnen uns vor, dass bis 2050 70% des benötigten Stroms solar erzeugt werden kann.
Und die Erdölimporte auf 0 sinken können.
Hier gibts den gesamten Artikel.
Auch die kosten werden beziffert: 420 Mrd Dollar.
Das klingt auf den ersten Blick zwar astronomisch viel, ist aber ein Bruchteil dessen, was der Irakkrieg den USA kostet.
Das hat jüngst Nobelpreisträger Stieglitz errechnet.
Jetzt mag dieser ""Solar Grand Plan" allzu technik-lastig scheinen.
Er zeigt jedoch einmal mehr:
Denkt man "Gross", ist der totale Umstieg von fossil auf erneuerbar möglich.
Und das zu Kosten, die sich reiche Industrieländer allemal leisten können.
Noch liegt Europa vor den USA, was Energieeffizienz aber auch was die Technologieentwicklung von Solar, Biomasse Wind etc. betrifft.
Noch.
Wann kommt endlich ein einflussreicher EU Politiker und legt diesen europäischen "Solar Grand Plan" vor?
Alles spricht dafür!

wollen sie nicht, oder können sie nicht?

Der Ölpreis steigt weiter.
Bei 100 Dollar vor wenigen Wochen gabs noch grosse Diskussionen, jetzt liegt er schon bei 110 Dollar.
Zur Erinnerung: Ende der 90er Jahre lag er noch bei 10 Dollar.
Die zentrale Frage lautet:
Wird Öl wirklich knapp?

Dazu (peak oil) hab ich schon vor längerem hier einiges geschrieben.
Ist es noch möglich (lassen wir einmal die Klimadiskussion beiseite) den deutlichen Zuwachs des Ölverbrauchs zu decken.
Denn dass immer mehr Öl gebraucht wird, ist unstrittig.
Hier die Entwicklung des Autobestands in China:

chinaauto

Hinzuzufügen ist, dass "wir" in Österreich über 500 Autos je 1000 Einwohner haben.
Und jetzt zur zentralen Frage.
Der Ölpreis steigt und steigt, aber die weltweite Produktion stagniert.
Seit Jahren.

oelprod2

Das hat u.a. damit zu tun, dass in sehr vielen Ländern die Produktion deutlich zurückgeht. Sie sind "post-peak".
Die USA seit den 70er Jahren.
Und seit ein paar Jahren geht auch die Ölproduktion aus der Nordsee deutlich zurück.

Alles blickt deswegen in den nahen Osten.
Können v.a. die Saudis das auffangen.
Auffangen im doppelten Sinn:
Den weltweiten Nachfragezuwachs befriedigen, und das, obwohl in sehr vielen Földerländern die Produktion zurückgeht.
Noch in jüngster Zeit waren die (USA freundlichen) Saudis "Swing-producers.
D.h. sie haben kurzfristig ihre Produktion ausgeweitet, wenn es notwendig war, bzw zurückgefahren, wenn zuviel Öl am Markt war.
Aber damit scheint Schluss zu sein.
Wollen sie nicht mehr produzieren, oder können sie nicht?
Stimmt zweiteres dann wird die nahe Zukunft enorme Umbrüche bringen.

oelprod

Wer zu diesem Thema schmökern möchte: hier

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Christoph Chorherr

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