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Rad & Mobilitaet

Das Auto ist ein Virus...

"Das Auto ist wie ein Virus, das sich im Gehirn festsetzt und Verhaltenskodex, Wertesystem und Wahrnehmung total umkehrt. Ein normaler Mensch würde unseren derzeitigen Lebensraum als total verrückt bezeichnen! Wir ziehen uns mehr oder weniger freiwillig in abgedichtete Häuser mit Lärmschutzfenstern zurück, um den Außenraum dem Krach, dem Staub und den Abgasen der Autos zu überlassen. Das ist doch eine völlige Werteumkehr, die uns nicht einmal mehr auffällt...."

hervorragendes Interview mit Hermann Knoflacher.
Absolut lesenswert!

U.a. auch jenen gewidmet, die meinen, wir sollten uns "wichtigeren Dingen" zuwenden, statt uns der Förderung des Radverkehrs zu widmen.

Wiental-Radweg

Er ist eröffnet!
Ein schönes unglaublich "urbanes" Gefühl, sich mit dem Rad durch dies Stadtraum zu bewegen.

wiental

Ich freu mich einfach

P1110173a

(danke an Volker Plass für die Fotos)



Und jetzt werden wir schlicht versuchen,die absurden Öffnungszeiten zu verändern.

edit:
hier der Bericht im online-standard

Es ist soweit: Baubeginn Wientalradweg

Und noch ein "Spatenstich".
Jetzt ist es soweit.
Alle Genehmigungen sind eingeholt:
Baubeginn.
Bald wirds hier nicht so aussehen:

highway2

sondern so. Heuer noch!

highway1

eine genaue Projektbeschreibung findet ihr in diesem blogpost

Die vielen Kommentaren, Vorschläge und auch die Kritiken habe ich aufmerksam gelesen.
Einige Verbesserungen konnten wir noch einbringen.
Insbesondere gibts jetzt eine durchgängige fugenfreie Oberfläche.

Was nicht möglich war:
Die bauliche Trennung von Fußgängern und Radfahrern.
Warum?
Rechtlich ist dies kein Radweg, sondern eine "Begleitstraße"
Ein vollwertiger Radweg nach Straßenverkehrsordnung hätte u.a. völlig andere (flachere) Rampenneigungen erfordert, so wäre das Projekt signifikant teurer geworden.
Die Kosten sind auch jetzt schon nicht ohne.
Ich halte die jetzige Ausführung mit 4 Metern Breite für einen guten Kompromiss.
Menschen, die ihre Hunde spazierenführen, finden auch im Wienflußbett daneben ausreichend Platz.
Jedenfalls freue ich mich sehr.
Zu Beginn, als wir dieses Projekt ventiliert haben, gabs viel Skepsis und Ablehnung.
Bald wird es befahrbar sein.
Es geht ja doch einiges.

PS:
Wieviel wäre erst möglich, wenn wir aus einer Regierungsposition breit und ja mächtig gestalten könnten?

Brompton oder Birdy?

Vor genau einem Jahr geschah es: Liebe auf den ersten Blick. Das Londoner Faltrad Brompton für den falter gestestet und sofort: “Will haben”.
Seitdem fahre ich damit, beinahe täglich, mit noch wachsender Begeisterung.
Ich versuche also kurz meine eindeutige Parteilichkeit pro Brompton zu verdrängen und schwinge mich auf das Birdy von Riese und Müller.
Auch in Darmstadt stehen technisch versierte Unternehmerpersönlichkeiten hinter dem Faltrad.
Ausgangspunkt ihrer Garagenfirma waren augerechnet “Ohrenwärmer”, den vom jungen Markus Riese entwickelten Hot Ears, um im Winter unter dem Fahrradhelm nicht zu frieren.
Gemeinsam mit Heiko Müller entwickelte er zunächst in einer Diplomarbeit das birdy. Dann war irgendwie Pause, denn ähnlich wie beim Brompton verweigerten die Banken jegliche Finanzierung; (was einmal mehr die unglaublich innovationsfeindliche Finanzierungskultur Europas zeigt)
Den Durchbruch brachte die Globalisierung: George Lin, ein Taiwanese stand bei einer Ausstellung vor dem Birdy und war begeistert. Er übernahm Finanzierung und Rahmenfertigung, und die Darmstädter-taiwanesische Erfolgsgeschichte begann.
Was kann das birdy (und was kann es sogar besser als das Brompton)?
Wer auf beiden gesessen ist muß neidlos anerkennen: Mit dem Birdy fährt man eindeutig stabiler; dafür sorgt sein steifer Rahmenbau, aber auch die etwas grösseren Laufräder, sowie die doppelte Federung. Sowohl hinten wie auch vorne, ähnlich der legendären “geschobenen Schwinge” von BMW-Motorrädern in den 50er Jahren federt auch das Vorderrad Unebenheiten ab und erhöht deutlich die Fahrqualität. Ein weiterer Vorteil: Die Bremsen. Beim Brompton eher allzu “klassisch” bietet das Birdy serienmäßig die bewährten V-Bremsen, oder auch Wunsch sowie mit Aufpreis auch Scheibenbremsen. Die ziehen immer zuverlässig. Auch bei strömendem Regen.
Nicht bloß die Sattel-(wie beim Brompton) sondern auch die Lenkstange ist in der Höhe verstellbar.
Auch das Zubehör besticht: z.B.der kompakte Birdy-Koffer, indem das gesamte Faltrad platz findet. Zusätzlich kann dieser zum Anhänger umfunktioniert werden, das Fahrrad wird so zur Zug”Maschine” für den Koffer.
Preislich beginnt das Birdy bei 1170 Euro.
Wer das Besondere schätzt, wird zur 14 gängigen Innen-Nabenschaltung Marke “Rohloff” (noch so ein “hidden champion”) tendieren.
Diese allein kostet zwar schlanke 900 Euro Aufpreis, dafür hat sie verglichen mit den üblichen Gangschaltungen kaum Verschleiss, da sie sprichwörtlich in ein Ölbad gebettet ist.
Für technische Feinschmecker eben.
Packtaschen für hinten wie vorne machen das Birdy zu einem vollwertigen Erstrad, welches auch für längere Touren bestens geeignet ist.
Egal ob Birdy oder Brompton. Falträder haben zwei unglaubliche Vorteile.
Sie sind in weniger als einer Minute ein - und wieder ausgefaltet und können so problemlos auch wähernd der Stoßzeiten in U-Bahn oder auch Bim (z.B. wenn es zu regnen beginnt) mitgenommen werden.
Oder: Fährt man an Wochenenden Freunde am Land besuchen, muß man sich weder erkundigen ob der Zur Fahrräder mitnimmt, noch dafür ein extra Ticket lösen.
Oder auch (ich gebs gern zu): wenn der Abend länger wird, und jemand ist mit dem Auto da, das Faltrad passt auch in den kleinsten Kofferraum.
Der zweite damit zusammenhängende Vorteil: Falträder können nicht gestohlen werden. Denn sie sind immer dabei.Bei Besprechungen, im Kaffeehaus, ja auch im Kino oder Theater.
Nach einem Jahr intensivem Gebrauch versteh ich nicht, warum nicht weitaus mehr Menschen diese unglaublich urbane und Freiheiten eröffnende Form der Mobilität nutzen.
Zum Abschluß höre ich jetzt schon die drängende Frage: “Also was jetzt, Birdy oder Brompton?”
Der größte Vorteil beim Brompton: Es ist einfacher und schneller zu falten, sowie im gefalteten Zustand eindeutig kleiner, und passt wirklich unter jeden Schreibtisch, verschwindet in jeder Ecke. Demgegenüber sieht das Birdy im gefalteten Zustand wie nach einem Unfall aus.
Wer also täglich die Kombination Faltrad-Öffis wählt, wird eindeutig zum Brompton tendieren.
Technisch ist das Birdy eindeutig anspruchsvoller, moderner und aufgrund seine Steifigkeit sowie der vielen Gänge (bis zu 24) auch besser für Überlandfahrten geeignet.
Bleibt als Auswahlkriterium die Ästhetik. Hier muß wohl jeder seine eigenen Vorlieben entdecken.
Die Begeisterung wird sich beim Radeln bei beiden einstellen. Garantiert.
(meine Mobilitätskolumne für den falter)

Radbrücke über den Gürtel kommt

hier fehlt dringend ein Lückenschluss,der jetzt kommen soll:

P1000618

Fährt man das Wiental stadtauswärts, stellt der Gürtel eine gewaltige Barriere dar.
Geradezu abenteuerlich, und für Fussgänger, die aus der U-Bahnstation kommen, wirklich gefährlich ist´s hier:

P1000620

dann geht´s nochmal über Schienen, bevor der Weg weitgehend unbehindert weitergeht:

P1000624

im letzten Planungsausschuss des Wiener Gemeinderates haben wir beschlossen, quer über den Gürtel, und südlich vorbei an der Otto Wagner Station Margaretengürtel eine Rad-Fussgängerbrücke zu errichten.
Als erster Schritt wird dazu ein internationaler Architektenwettbewerb ausgeschrieben.
Das wird in einem schon stark befahrenen Bereich eine deutliche Verbesserung des Radverkehrs bringen.
Und hoffentlich kann dabei auch noch eine "schöne Brücke" ausgelobt werden.
Bin schon sehr gespannt und werde weiter darüber beeichten, wenn´s Neuigkeiten dazu gibt.

Das Gefährt des Übermenschen

und schon wieder eine Adoration:
meine Mobilitätskolumne im aktuellen falter

P1000615
Wendelin und Florian Fortner und das Objekt der Begierde

Gewisse Empfindungen kann man kaum beschreiben, man muß sie erfahren. Buchstäblich.
Wenn Du einmal auf so einem Fahrrad gesessen bist, weisst Du, diese Technologie hat eine ganz große Zukunft.
Besonders bergauf wird man zum “Übermenschen”.
Du trittst ganz zart in die Pedale, und wie durch Zauberkraft vervielfältigt sich Deine Kraft.Eine noch nie erlebte Beschleunigung bringt Dich innerhalb weniger Sekunden auf empfundene 30km/h, und das bergan.
Als Marshall McLuhan, der grosse Medientheoretiker einmal gefragt wurde, warum er nicht Auto fährt und keinen Führerschein besitzt, war das seine Antwort:
"Weil das Auto den Fahrer zu einem Servomechanismus degradiert, der die Verbindung zwischen Servobremse und Servolenkung billig herstellt."
Das Rad hingegen ist eine, wie McLuhan sagt, "Extension", Verlängerung/Verstärkung der Beine, es wird zu einem Körperteil. Der Unterschied könnte drastischer nichts sein: Das eine - das Rad - macht eine Art Supermenschen, das andere - das Auto - treibt den Menschen aus und degradiert ihn zu einer Teilmenge der Maschine.
Dabei kannte McLuhan diese Pedelecs nicht. Pedelecs (Pedal Electric Cycle) sind geniale Elektrofahrräder, welche die menschliche Kraft am Pedal messen und dann über einen kleinen Elektromotor vervielfältigen.
In den Niederlanden werden sie schon in großen Mengen verkauft, bei uns steht der Boom noch bevor.
Pedelecs erweitern die Einsatzmöglichkeiten des Fahrrades beträchtlich.
Für den täglichen Gebrauch des Rads sind steile Hügel für viele zu abschreckend. Mit dem Pedelec fliegt man mit empfundener Rückenwind geradezu bergauf.
Auch älteren Menschen, denen längere Strecken bereits zu schaffen machen, ermöglicht der kleine Motor des Pedelecs die weitere Fahrradnutzung.
Pedelec, das ist kein bestimmtes Fahrrad. Es ist ein Prinzip. Man muß es einfach ausprobieren. Zum Beispiel bei Wendelin und Florian Fortner in der Kaiserstrasse in Wien Neubau.Die beiden Twens kommen aus der Steiermark, haben Industriewirtschaft bzw industrielle Elektronik studiert und betreiben das Geschäft “Elektrobiker”.
Dort kann man sowohl aus den verschiedensten Pedelecs auswählen, als auch sein eigenes Rad auf Pedelec umrüsten lassen.
Im Regelfall hat der Elektromotor 250 Watt. Nur zum Vergleich, ein Kleinwagen braucht ca die 200fache Antriebsstärke, kein Wunder bei einer Tonne oder mehr. Man sieht den Motor nicht, er ist in der Radnabe verborgen. Die Batterie wiegt 1,5 kg, steckt versperrt am Rahmen und ist in zwei Sekunden heruntergenommen, um sie zu Hause oder im Büro aufzuladen. Die realistische Reichweite, die natürlich je nach eingestellter Unterstützungskraft variiert liegt bei jedenfalls 40km, die jedoch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt deutlich, bis zur Hälfte sinkt.
Eine EU Norm legt fest, dass ein Pedelec solange rechtlich ein Fahrrad bleibt, als es elektronisch bei 25km/h abriegelt. Man muss jedoch kein Prophet sein um sich vorzustellen, wie Verkehrspolizisten überfordert sind, um zu überprüfen ob der Pedelecnutzer die maximale Höchstgeschwindigkeit auf 32km/h umprogrammiert hat.
Wer so ein Fahrad legal schneller fahren möchte, was technisch kein Problem ist, muss es als Moped anmelden.
Die Gesamtgewicht des elektrischen Antriebs (Motor, Batterie, etc.) liegt bei ca 9 Kilogramm, und kostet als Umrüstsatz, je nach Qualitätsanforderung ab 1150 Euro.
Fertige ausgestattete “vernünftige” Pedelecs, beginnen bei Preisen von 1500 Euros.
Jedenfalls ist es empfehlenswert, zur sorgfältigen Auswahl Zeit zu investieren, sich sowohl gut beraten und v.a. verschiedene Modelle auszuprobieren.
“Drehmomentsensor” oder “Drehzahlsensor” klingt entsetzlich technisich, macht aber einen riesigen Unterschied. Beim ersterem greift der Elektromotor sofort, bei zweiterem erst, nachdem die Pedale ein bis zwei Umdrehungen gemacht haben. Hier hilft eine händisch gesteuerte Anfahrtshilfe.
Man sieht, Erklärungen wirken hilflos. Surfen versteht man nur wirklich, wenn man einmal am Brett steht, und die Kraft des Windes in den Armen spürt.
Das Pedelec muss man ebenso “spüren”, und wird sich seiner Faszination nicht entziehen können.

Pedelecs testen:
Elektobiker
1070 Kaiserstrasse 77
0664 2104122

Rote Ampeln und die Radfahrer

Über das unterschiedliche "Wesen" von Auto- und Radfahrern.
Darüber denk ich schon sehr lange nach; jetzt wollte ich diese sehr grundsätzlichen Überlegungen publizieren und zur Diskussion stellen.
Diese Woche im falter.
Und natürlich hier.

rote-ampel

In letzter Zeit werden sie immer heftiger. Die Debatten und gelegentlich geradezu wüternden Vorwürfe rund um das Thema “Radler missachten Verkehrsregeln”. Wenn eine Radiostation von Anrufern gestürmt werden möchte, wählt sie “Radfahrrowdy”, läd jemanden wie mich ins Studio, und die Telefone beginnen von Hysterie zu kreischen.
Meist versuche ich es dann mit rationalen Argumenten Vergleiche die verschwindend geringe Zahl jener Menschen, die “unters Fahrrad” kamen, mit den Abertausenden, die von Autos gerammt wurden. Verweise auf den Wiener Kardinalfehler, Radwege auf schmalen Gehwegen angelegt zu haben statt auf Fahrbahnen - mit der Konsequenz, die schwächsten Verkehrsteilnehmer auf einander zu hetzten, damit die Autos ungestört bleiben. Jedes Mal aufs Neue merke ich: ich kann mich brausen mit solchen Argumenten.

Das zugrundeliegende Problem ist ernst und in seiner Konsequenz radikal.

Man möge mit einer kritischen Selbstbetrachtung beginnen.
Sitzt man hinter dem Steuer eines Autos und leuchtet die Ampel rot, so wird der Stop-Befehl unhinterfragt und ohne Anstrengung befolgt. Man bleibt stehen und wartet.

Der selbe Mensch als Fussgänger: Wenn klar ersichtlich ist, dass kein Auto kommt, keinerlei Gefährdung vorliegt, übernimmt eine andere Kraft das Kommando. Man geht einfach los. Und jene, die neben einem stehen, gehen ebenso los.

Stehenbleiben, ohne dass dafür, ausser der roten Fußgängerampel ein triftiger Grund vorliegt, weil die Strasse leer ist, erfordert eine grosse Kraftanstrengung.

Zwei Spezies in einer Person reagieren völlig unterschiedlich. Gebückt, im Auto eingeschlossen, die Kommunikation auf insektenhaftes Blinken heruntergefahren, quasi als spezies “Homo autofahriensis” fügt man sich in technisch gesteuerte Lenksignale.


Wieder auferstanden zum homo sapiens sapiens kann man schwer anders, als Jahrtausende alte Verhaltensmuster weiterzuführen. Man benutzt Augen, Ohren und ein wenig Verstand, um sich sicher bewegen zu können. Es ist in der Tat erstaunlich, wie es auch grossen Menschenmassen, in Fussgängerzonen, auf Flug- oder Bahnhöfen, geradezu spielerisch gelingt sich individuell zu bewegen, auszuweichen, sich einzuordnen, ohne dass dafür technische Hilfsmittel notwendig wären.

Auch wenn in Venedig in den Sommermonaten sich Abertausende bewegen, zurecht ist noch niemand auf die Idee gekommen, Einbahnen einzuführen oder Ampeln zu errichten.
Erst die Übereignung der Strasse an das Auto hat dies mit sich gebracht. Solange man als Homo sapiens sapiens auf seinen eigenen Füßen unterwegs ist, würde der als ziemlich grenzwertig betrachtet werden, der einen Umweg zu gehen auf sich nimmt, da ja “hier eine Einbahn ist”.
Man traut “dem Menschen” zu sich frei und selbstbestimmt zu bewegen.
Setzt sich der Mensch, und das ist jetzt der springende Punkt, auf ein Fahrrad, bleibt er ein Mensch, wird weiterhin als Mensch angesehen und auch so angesprochen: “Die Radler” seien Rowdies heisst es, nicht “die Räder”. Ganz im Unterschied zum Auto. “Die Autos” seien gefährlich, der Mensch bückt sich und verschwindet in der Maschine. Folgerichtig fragt am auch, “Wo stehst DU?”, wenn man meint, “wo parkt dein Auto?”

Wer diese auf den ersten Blick merkwüdige aber sehr ernst gemeinte These, dass der Mensch hinter dem Lenkrad im Auto zu einer anderen spezies wird, bezweifelt, möge an sich selbst das Aggressionsverhalten beobachten. Nirgendwo sonst kommen so schnell geradezu eruptionsartig Schimpftiraden über die Lippen, nur weil ein anderes automobiles Insektoid überholt, schneidet, oder sonst wie das eigene Revier bedroht. Man schimpft und droht, obwohl man weiss, dass man nicht gehört wird, weil ja alle Fenster geschlossen sind.
Man nimmt ungeheure Risken auf sich, gefährdet sich und andere, wenn man wütend und hupend kanpp vor der Kurve diesen verfluchten Anfänger, diesen gesch... Radler, der Teufel möcht ihn holen überholt und dabei die Faust erhebt.
Radler entäussern sich nicht ihrer Spezies als sapiens sapiens, wenn sie auf den Sattel steigen. Und empfinden Ampeln, Stopschilder, als, sagen wir es zurückhaltend, schlichte Empfehlungen.
Es ist unausweichlich: Trifft eine rote Ampel auf einen Fußgänger oder einen Radfahrer, liegt es schlicht im Wesen letzterer, ihre Selbstbestimmung und ihr humanes Orientierungsverhalten nicht aufzugeben.
Das potenziert natürlich die Aggression jener Wesen hinter dem Lenkrad, die ihrer Spezies gemäss ein Rot als unerbittlichen Befehl hinnehmen. Aus ihrer Sicht wird das Überfahren einer roten Ampel zum besonderenFrevel. Kommt noch die Demütigung dazu, trotz 150 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von weit über 200 kmh im Stau von eben jenen frechen Radlern überholt zu werden, ist jenes emotional Gebräu gemischt, das die Aggression gegen Radfahrer heute ausmacht.
Eine “kleine” Lösung gibt es hier nicht, letztlich nur eine radikale. Wo der homo sapiens sapiens lebt, haben Ampeln, Einbahnen und Stopschilder nichts verloren. Menschen in grosser Zahl auf der Strasse, sei es auf zwei Füßen oder muskelbetrieben auf zwei Rädern statt an den Rand gedrängt das wird, wiederum, die Stadt der Zukunft sein.

ehkloa: Je mehr Radler, desto (deutlich) sicherer

radunfall

manchmal ists einfach.
Diese wichtige Untersuchung zeigt.
Je höher der Radanteil, desto deutlich sicherer sind diese unterwegs.

Auszug:

Other figures compiled by the organisation show that in Denmark, top of the continental league for cycling, the average person rides over 10 times further than his British peer every year but runs only 20% of the risk of being killed.

The reasons for this inverse correlation are many, according to Peck, and include the likelihood of better cycling infrastructure in areas where more people ride, the fact that if car drivers also occasionally cycle they are likely to be more careful with bikes, and the statistical quirk that a higher proportion of riders in low-cycling areas tend to be young men with a higher than average threshold for risk.

"It's a virtuous circle: people feel safe, they know a lot of people who also cycle and say, 'it's OK, get out there. It's even a pleasant way to get around,'" said Peck. "They're much more likely to get on a bike if they know, say, a friend or neighbour who cycles."


dank an Georg via fb

Radverkehr schlägt alles

hab vor wenigen Stunden das auf facebook gepostet:

Chorherr hat morgen Freitag die Ehre zwischen 12.00 und 13.00 bei Radio Wien zum Thema "Radfahren in der Stadt" zu Gast zu sein; mir fällt mehr ein, als ich in einer Stunde unterbringen könnte; bin trotzdem an Vorschlägen sehr interessiert.

und dann ging´s los

Volker Plass am 07. Mai um 17:11
Bitte sag mindestens einmal: »Fahrraddiebe sind Arschlöcher!«

Christoph Chorherr am 07. Mai um 17:12
hams Dir das Radl g`stohln?

Christian Hiel am 07. Mai um 17:17
Eine Ring und eine Gürtelspur exklusiv für die Radler!
Damit sich FussgängerInnen und Radfahrerinnen nict in die Quere kommen müssen!

Hikmet Kayahan am 07. Mai um 17:20
und sag auch, dass ich ne premie von 2.500,- haben will fürn neurad-kauf! so!

Reetta Karjalainen am 07. Mai um 17:31
@ hikmet: ja, die idee ist mir auch schon gekommen! abfrack-prämie und dafür kein neuwagen sondern ein neufahrrad kaufen, das wär mal ein fortschritt, zumal die folgen dieser prämie in deutschland ganz katastrophal sind!!

Christian Hiel am 07. Mai um 17:35
Oder für alle die ihr Auto zurückgeben kriegen für jedes Haushaltsmitglied ein Fahrrad eigener Wahl!!!

Reetta Karjalainen am 07. Mai um 17:38
@ volker: und rücksichtslose autofahrer auch!! die haben ja eine knautschzone, meine kinder und ich auf dem fahrrad nicht!! grmpf!
@ christoph: danke, dass du dich dieses themas annimmst! ich glaub, du weißt eh, was fehlt: toleranz/bewusstsein bei autofahrern, aufwertung der radfahrer, weil sie die umwelt schützen und eine stadt mit weniger autos ... Mehr lesenauch sonst mehr lebensqualität und sicherheit für alle bringen. ach ja: und ausbau eines INTELLIGENTEN radfahrnetzes, damit man etwas besser vor den autos geschützt ist und nicht ganz so viel angepöbelt wird... THANX. :)

Niki Macke am 07. Mai um 17:45
Musterbeispiel Chicago: Radgaragen samt Spind und Dusche in der Innenstadt. (Aber: Wien darf ja nicht Chicago werden....)

Tex Rubinowitz am 07. Mai um 17:49
ich bin auch Radfahrer, winters wie sommers, was mich mal interessieren würde, warum Radfahrer die rücksichtslosesten Verkehrsteilnehmer sind, was ist das für eine Wut, die sie an Fussgängern zB ablassen müssen, weg abschneiden, erschrecken. ich hab noch keinen Autofahrer erlebt, außer Taxifahrer, ok, die sind nur frustriert, das muss irgendwie ... Mehr lesenraus, der so aggressiv und selbstherrlich im Verkehr unterwegs ist, woran mag das liegen? Ich vermute, dass ist eine Art Raubrittermentalität, weswegen berittene Polizisten auch so einschüchternd sind, daher kommt das, ist ein Psychologe im Haus?

Anna Jeller am 07. Mai um 17:52
@ tex:danke ;-)

Reetta Karjalainen am 07. Mai um 17:57
@ tex: also ich hab da immer wieder ganz gefährliche situationen mit agressiven autofahrern gehabt, die mich mit heulendem motor viel zu knapp überholen nur, damit sie 10 m weiter an der roten ampel erst wieder stehen bleiben müssen. solche radfahrer, wie du hab ich widerum nicht getroffen, ist aber natürlich auch nicht ok, das stimmt schon...

Sandra Gerö am 07. Mai um 17:59
@tex: ja, so ein durchschlängeln, so ein "ihr macht euren verkehr und eure regeln, das gilt für uns nicht", aber die aggression ist schon bei den autofahrern auch arg in wien, reih dich mal wo falsch ein und die lynchjustiz naht - keine frage, dass sich das überträgt. so aus der vergleichenden psycho-sicht mal gesprochen.

Tex Rubinowitz am 07. Mai um 18:02
am Ring spielt sich tagtäglich eine richtige Menschenhatz ab, da werden die Touristen gejagt und aus dem Weg geklingelt, direkt peinlich, und die Hobbyfahrer machens den Radboten nach, offenbar in Bewunderung

Helge Fahrnberger am 07. Mai um 18:05
Jede Einbahn aufmachen, Mehrzweckspur auf jeder Straße, Fahrspur am Ring, Querungen des ersten Bezirks, Mariahilferstraße nur für Öffis/Taxis/Lieferanten/Radfahrer, kostenlose "Ich bin ein Auto weniger"-Kotflügel-Sticker für alle Radfahrer.

Reetta Karjalainen am 07. Mai um 18:12
@ helge: ja, bin dabei, ich will auch so einen sticker!! :))
@ tex: grad am ring gibt's doch eh einen rad- und einen fußgängerweg, vielleicht sollte man den radweg noch deutlicher kennzeichnen? wenn mans eilig hat, sind die vielen touristen auf dem radweg schon nervig, ich klingel da auch, aber dazu lächle ich freundlich, zeig auf das radweg-schild... Mehr lesen und fahr vorsichtig weiter... ich glaub ich bin in anbetracht der umstände relativ unpeinlich...außerdem kann ich einige fremdsprachen, die kommen da auch ganz gut... ;)

Florian Holzer am 07. Mai um 18:15
kann tex nur beipflichten: radfahrer fühlen sich vogelfrei, mit allen vor- und nachteilen. nachteil unter anderem, kein gefühl für verantwortung und oftmals auch für realität zu entwickeln. die "platz da, jetzt komm ich"-, und "meine spur ist meine spur"-mentalität ist sehr oft stärker ausgeprägt als bei autofahrern. meine theorie: überproportional viele junge männer, die ihr fahrrad-fahren außerdem als revolutionären, kämpferischen akt verstehen ...

Dagmar Gordon am 07. Mai um 18:15
@Tex: Danke! Ich find Radfahren per se auch super, aber DIESE Sorte Radfahrer für die keine Regeln gelten (vor allem keine roten Ampeln beim Zebrastreifen) macht mir auch das Leben schwer.

Helge Fahrnberger am 07. Mai um 18:44
Ich oute mich mal:

Ich bin Radfahrer (Auto verkauft) und halte mich an viele Regeln nicht. Ich bleibe bei roten Ampeln nicht stehen, wenn ich durch mein Weiterfahren niemanden gefährde oder erschrecke. Ich halte mich zb. nicht an Einbahnen. Ich gehöre aber nicht zu den Fußgänger- und Touristenschrecks am Ring.

Die meisten Regeln sind für (und vor allem: gegen) Autos gemacht. Wegen Radfahrer bräuchte es keine Ampeln, keine Einbahnen. Die Gründe, warum solche Regeln auch für Radfahrer gelten sind a. um sie vor Autos zu schützen (danke, ich passe selber auf) und b. weil Ausnahmeregelungen zu schwer zu beschildern wären.... Mehr lesen

Zudem benütze ich das volkswirtschaftlich und städeplanerisch wünschenswerteste Verkehrsmittel.

Kurz: Ich sehe nicht ein, warum ich mich, solange ich niemanden gefährde an diese Auto-Regeln halten sollte.

Warum regt das die Leute so auf? Meine Vermutung: Die Freiheit des Radfahrers ist für Autofahrer schwer mitanzusehen. Neid.
r
Florian Holzer am 07. Mai um 19:05
nun ja, für mich sieht das ein bisschen nach selbstüberschätzung aus. proportional zur menge der radfahrer sterben in österreich mehr radfahrer als in dänemark oder china ...

verkehr klappt nur mit regeln, und wenn man erwartet, dass sich nur autofahrerinnen und autofahrer dran halten, funktioniertdas system grundsetzlich nicht, das ist bei systemen einfach so ...

Reetta Karjalainen am 07. Mai um 19:10
@ helge: ich kann mich dir nur vollinhaltlich anschließen. selber bin ich gerade mit kindern extrem darauf bedacht, alle verkehrsregeln einzuhalten, auch schon, weil es im fall eines unfalls sonst sicher gegen mich ausgelegt würde. und ja: es sind nicht nur die verkehrsregeln, auch vieles andere in unseren köpfen ist für autofahrer gemacht (das ... Mehr lesenzeigt ja auch dieses sofort auf-die-schlimme- radfahrer-schimpfen gezeigt hier, bitte leute, seht eure kritik auch mal in relation zu den tatsächlich passierenden unfällen mit verletzten/toten fußgängern... ich glaub die sind eher von autos überfahren worden!!), die autolobby ist nach wie vor sehr dominant, höchste zeit, dass sich das ändert.

Florian Holzer am 07. Mai um 19:28
liebe reetta, man macht seine argumente nicht schlagkräftiger, indem man besitzer anderer ansichten als mitglieder der autolobby bezichtigt. damit macht man sich höchstens lächerlich. die zahlen der von autos getöteten fußgänger steht hier nicht zur debatte, die dramatisch steigenden unfallzahlen von radfahrern aber schon.

Helge Fahrnberger am 07. Mai um 19:38
Lieber Florian, man macht seine Argumente aber auch nicht schlagkräftiger, in dem man wie du "funktioniert grundsätzlich nicht, ist einfach so" argumentiert. Kann dir aus Erfahrung sagen: Das funktioniert prächtig.

Reetta Karjalainen am 07. Mai um 19:38
lieber florian, ich habe nur gesagt, dass die autos sehr dominant sind, wenns um meinungen und regeln geht. ich bezichtigte niemanden hier, ein autolobbyist zu sein, nur um das mal klarzustellen, ich denke nur, dass diese dominanz eben ihre auswirkungen (auch auf mich) hat. danke, dass du die verunglückten radfahrer auch zur sprache bringst, das ist alarmierend, kann aber nicht allein darauf zurückgeführt werden, dass radfahrer undiszipliniert o.ä. fahren.

Jakob Fuerst am 07. Mai um 19:59
verunfallte radfahrerinnen: optimaler schutz (zb durch erhöhte radwege statt radfahrstreifen, die nur durch eine sperrlinie vom rest der fahrbahn getrennt sind).
für alles andere: eigenverantwortung als grundprinzip! soviel vertrauen muss die politik in ihre bürgerinnen schon haben. ich seh nicht ein, in der nacht bei einer kreuzung mit vier grünen... Mehr lesen zebrastreifenampeln stehen bleiben zu müssen.
und: smile and lean back - niemand braucht niemanden anschreien, anhupen, anklingeln. dann klappt das auch mit der rücksicht besser.
lg von einem jungen mann, der sein fahrradfahren als revolutionären, kämpferischen akt versteht ;)

Florian Holzer am 07. Mai um 20:09
apropos in der nacht fahren: beleuchtung wär zum beispiel cool. ich mein, von mir aus sollen radfahrer vermummt fahren, wenn sie nicht erkannt werden wollen und damit gegen das establishment protestieren wollen, fein. aber licht wär – vor allem bei den urbanen kampf-bikern – irgendwie sozial und fair, find ich.

Helge Fahrnberger am 07. Mai um 20:13
@Florian: Auch wieder so eine Sache - ein unbeleuchteter Radfahrer gefährdet (im Gegensatz zu einem unbeleuchteten Autofahrer) in der Regel nur sich selbst.

Klingt alles etwas nach dem Neid eines Autofahrers, der sich ärgert, dass sich Leute über Regeln hinwegsetzen, an die er selbst sich halten muss.

Christoph Chorherr am 07. Mai um 20:31
no sevas
soeine Debatte hab ich nicht erwartet.
Werd morgen dem Moderator sagen, dass er mir mal für 5 Stunden das Mikro überlassen soll.
Helges Vorschlag Sticker. "ein Auto weniger" wirds geben.
Das machma.

Fortsetzung gewünscht?

Die übersehene Elektrorevolution

DIE Kombination der Zukunft:

Das:
c1

mit diesen:
chinascooter

Dazu meine Mobilitätskolumne im aktuellen falter, leider nicht online verfügbar, drum hier im Volltext

Manche bahnbrechenden Innovationen sind ihrer Zeit leider voraus. Der Mut verlässt ihre Entwickler und erst Jahre später kommt der grosse Durchbruch.
Andere Innovationen passieren im Stillen.Man könnte, nein müsste sie deutlich sehen, so erfolgreich sind sie bereits, und trotzdem werden sie ignoriert.
Von diesen beiden Innovationen sei heute die Rede, und abschliessend eine Kombination aus beiden vorgeschlagen.
Aber langsam, der Reihe nach.
Alle Medien sind voll mit Berichten über das Elektroauto.
Dieser Hype ist nichts Neues, mindestens seit zehn Jahren wird von irgendeinem Autoproduzenten eine “serienreife” Produktion versprochen.Aus einer Vielzahl von Gründen blieb es bisher bei Ankündigungen.
Kaum wird jedoch darüber berichtet, dass in China bereits 60 Millionen Elektro-Roller in Betrieb sind.
chinascooter2
Denn wenn schon Elektro, warum dann gleich Auto, diese Frage drängt sich natürlich auf, nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass in neun von zehn Autos genau ein Mensch, sei es mit Aktentasche und Laptop, sei es mit Sportausrüstung oder Einkaufstasche sitzt.
Die Begrenzung der Ladekapazität der Batterie, welche das Haupthindernis des E-Autos ist, stellt sich beim Elektro-Scooter nicht.
Denn warum mit dem Auto ein Gewicht (und damit Antriebskraft) von mehr als einer Tonne bewegen, wenn das Gewicht des zu transportierenden Menschens weniger als 10% beträgt.Wozu diese Verschwendung? Wozu dieser Platzverbrauch.
Ein elektrisch angetriebener Scooter wiegt etwas mehr als 100 kg, entsprechend klein “darf” dann seine Batterie sein, und die wenigsten fahren damit weiter als 60km, das ist jene Distanz, die derzeit alle chinesischen Produkte spielend bewältigen.
Bedenkt man weiters, dass der Anschaffungspreis dieser Mopeds, je nach Ausstattung und technischer Qualität zwischen 1500 und 3000 Euro beträgt (in Europa, in China sind sie deutlich billiger), dann fragt sich in der Tat, warum diesem abgasfreien Konzept motorisierter Mobilität keine grössere Aufmerksamkeit zuteil wird.
Einmal “Volltanken” mit zwei, max. drei Kilowattstunden Strom kostet weniger als 50 Cent und macht diese Form der Mobilität konkurrenzlos billig.
Warum also, fragt man sich angesichts dieses Booms in China, und jetzt auch zunehmend in Indien, Thailand, Indonesien etc, wird soviel über ein noch immer nicht existierendes Elektroauto, sowenig über ein intelligentes, abgasfreies, sowie billiges Transportmittel gesprochen.
Aber der Regen bei uns, und der Wind und überhaupt, ich mag keinen Helm.
Womit wir bei Innovation zwei wären, jener, die (leider) ihrer Zeit voraus war.
C1, so knapp hiess dieses Fahrzeug von BMW.
Ein Motorrad mit Scheibenwischer,Überrollbügel und Dach, mit Sicherheitsgurten und seitlichem Aufprallschutz, und der Freiheit, eben keinen Helm tragen zu müssen. BMW pries sie 2000, als die C1 das erste Mal produziert wurde, völlig zurecht als grosse Innovation für den Nahverkehr.
Aber einige nicht umwesentliche Kleinigkeiten verdarben das Geschäft. Da war einmal der Preis: 9980 DM kostete damals das Basismodell, rechnet man die Inflation ein, müsste man heute rund 7000 Euro dafür berappen, ein mehr als stolzer Preis, für den man heute bereist einen günstigen Neuwagen (Dacia, etc.) erhält.
Und dann war da noch eine stilistische Eigenart, die der optisch sehr ansprechenden C1 sehr negativ ausgelegt wurde: Ihr Motorengeräusch. Hergestellt von der Firma Rotax im schönen oberösterreichischen Gunskirchen, klang und klingt der Motor wie eine überdimensionierte Nähmaschine bei Vollgas.Kein tiefer satter Klang, den man angesichts des Konzeptes und der Anmutung erwartete, sondern verklemmt, borniert, zum “Vorfahren” gar nicht geeignet.
Es kam bitter: Die Verkaufszahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück, eingefleischte Fans gab es zwar viele, vor allem in Deutschland, England und Italien, aber es waren trotzdem zuwenige.
Bereits 2003 wurde die Produktion wieder eingestellt, die Marke “C1” an Citroen verkauft. Die Geschichte gab jedoch den Erfindern recht. Gebrauchte C1 sind heute rar wie Edelstein und entsprechend teuer.
Zeit für einen Neubeginn: Eine preiswerte Neuauflage der weiland C1 mit Elektroantrieb. Das wäre die grosse Innovation. Mit Erfolgsgarantie.

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Christoph Chorherr

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