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Wohnen auf dem Supermarkt

AUC-1
Grafik: querkraft

das zukünftige Auhofcenter mit günstigen Wohnugen am Dach

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Grafik: querkraft


Wiens Stadtplanung (also unser grünes Ressort) steht vor einer gewaltigen Herausforderung.
Wiens Bevölkerung wächst ausnehmend stark, so stark, wie wenige andere Städte in Europa.
In den letzten 10 Jahren hat Wiens Bevölkerung um 170 000 Menschen zugenommen.
Im letzten Jahr allein (Sept. 2011 bis Sept. 2012) um 24 255 Personen.
Sark steigende Nachfrage erhöht die Preise nach Wohnungen, und da die Fläche Wiens nicht vergrößert werden kann, wird auch Bauland tendentiell knapper (v.a. weil wir Frei- und Grünflächen soweit irgend möglich schützen wollen) und teurer.
Wo gibt es Bauland zu günstigen kosten ist eine Schlüsselfrage.
Deswegen versuchen wir jetzt eine weitere neue Strategie:
Die enorm platzverschwendenden ebenerdigen "Schachteln", die Supermärkte mit ebenso platzverschwendenden Parkplätzen in Einfamilienhausqualität müssen ein Ende haben.
Auch dort gehört verdichtet, eine gemischte dichte Stadt entwickelt.
Ein erstes Pilotprojekt (viele weitere sollen folgen) entsteht in Kürze beim Einkaufszentrum Auhof.
Hier hat der Betreiber im Zuge eine neuen Widmung zugestimmt, zu sehr günstigen Grundstückskosten seine Dachfläche als "Grundstück" für eine Wohnhausanlage zur Verfügung zu stellen.
So ist es dort möglich, ohne "auf der Grünen Wiese" Platz zu verschwenden, zusätzliche Wohnugen zu errichten.
V.a. für viele Menschen, die im Auhof arbeiten, und häufig von weither anreisen müssen, wird das eine auch verkehrssparende Alternative sein.
Da kaum Grundstückskosten anfallen, und möglicherweise sogar die anfallende Abwärme des Einkaufszentrums zur (Teil-) Beheizung genutzt werden kann, entstehen dort sehr günstige Wohnungen mit günstigen Energiekosten für die Nutzer.
Die Wohnbaugenossenschaft der Privatangestellten wird mit dem Architektenteam querkraft dieses Pilotprojekt verwirklichen.
Viele weitere "Stadtverdichtungen" auf unternutzen Supermarktflächen sind in Vorbereitung.
Schon in wenigen Wochen möchte ich hier ein weiteresProjekt präsentieren.

Berichte dazu:
orf
Kurier

wien heute
Wr. Zeitung
Wirtschaftsblatt
hondo (Gast) - 2. Nov, 14:06

Grundsätzlich ja, aber..

Vorweg: die idee ist gut, keine Frage. Allerdings: An diesem kleinen Projekt kann man auch wieder sehen, woran es in den Grünen Überlegungen per se scheitert: Die Annahme, dass in Österreich jemand auf das Dach des Einkaufszentrums ziehen würde, in dem er arbeitet, um sich die weite Anreise zu ersparen. Das ist einfach realitätsfern. Ginge es um ein neu zu schaffendes EKZ mit neuen Wohnungen drauf, ok. Aber so wird angenommen, dass es demjenigen völlig egal ist, wo er wohnt, dass er keine sozialen Bindungen hat oder sonstwie an seiner derzeitigen Umgebung hängt. Das ist für mich kein Schönheitsfehler, sondern zeigt, dass schon die kleineren/mittleren Parteien in Österreich Schwierigkeiten, haben, mit der tatsächlichen Lebenswelt der Wähler "mitzufühlen".

cc - 2. Nov, 14:23

@ hondo

warum lassen wir nicht "die Wirklichkeit" entscheiden? Schon jetzt, bloss paar Tage nach Veröffentlichung, gibts schon eine Reihe von Voranmeldungen. Leute haben darüber gehört/gelesen, und wollen von sich aus dorthin ziehen.
Es gibt sehr, sehr verschiedene "Lebenswelten".
hondo (Gast) - 2. Nov, 14:50

Seltsamerweise...

kannich auf cc's Kommentar nicht antworten, also muss ich mir hier helfen: Ich sag ja nicht, dass da niemand hinziehen will. ich sage nur, dass die Annahme, die dort frohnenden Menschen hätten (in der Mehrzahl) gerade darauf gewartet, dass das Ding gebaut wird - mehr nicht. Thumbs up für die schnelle Antwort, übrigens.
Wolfgang (Gast) - 2. Nov, 20:58

Ich glaub schon, dass da einige drauf gewartet haben.

Günstige Wohnungen im Westen von Wien sind Mangelware, und im Handel wird man auch nicht besonders reich. Wenn der Partner komplett wo anders arbeitet, ists vielleicht nicht optimal, aber in einer Viertelstund ist man von Hadersdorf am Westbahnhof, d.h. der Weg in die Stadt ist nicht so schlimm.

Und es ist auch eher wurscht, obs jetzt genau die Angestellten sind, die dort wohnen. Die Wohnungen werden wahrscheinlich weggehen wie die warmen Semmeln, weil halt im Westen sonst fast keine Wohnhausanlagen gebaut werden, sondern nur "Projekte".

Wenn das von der Statik her klappt, kann man das ruhig öfter machen.
bcn (Gast) - 4. Nov, 01:29

Gratulation

Kann zu solchen Ideen und Konzepten nur applaudieren... weiter so!

Max (Gast) - 9. Nov, 22:29

Nicht durchdacht

Wohnungen auf dem Auhofcenter sind absolut nicht durchdacht und gelinde gesagt einfach nur "schwachsinnig" (das Gesamtkonzept mit Bau über Hofer oä. ist ja prinzipiell nicht so blöd):

1) Hadersdorf ist ein Nadelöhr wo viel zu wenig Platz für Zubau, Parkplätze, Strassen o.ä. ist- ES IST HIER EINFACH ZU ENG

2) Das Auhofcenter liegt zwischen der stark befahrenen B1 und der Autobahn, und dann kommt noch der Vekehr der Shopper hinzu- kein Wunder das das dann billig ist! Frei nach dem Motto: Wer wenig Geld hat kann auch ruhig ein bisserl Lärm verkraften!

3) Der Bau der Wohnungen ist höher als die ursprüngliche Widmung und verändert stark das sehr schöne Stadtbild dieser Region und entwertet weiters die angrenzenden zum Teil sauteuren neuen/ aber auch alten Wohnungen (v.a. gegenüber).

4) Um dem Verkehr dann gerecht zu werden müssen Teile des angrenzenden Wienerwaldes/Lainzer Tirgartens gerodet werden- auch nicht unbedingt im Sinne de Grünen????

5) Die öffentlche Anbindung kann weitere Anwohner bei weitem nicht tragen, auch die Westeinfahrt ist so ausgelastet das ein Bau von weiteren Wohnungen (es kommen eh schon c.a.500? Menschen ganz ums Eck in der Stadt des Kindes hinzu) eine Katastrophe bedeutet!

6) Die Hadersdorfer werden seit Jahren (zuerst 10 Jahre Bau des Wildschweintunnels, Strassenbauarbeiten, Bauarbeiten zum Auhofcenter- und jetzt wieder für die Wohnungen??) mit Baulärm, Schmutz und kaputten Straßen gequält. Irgendwann muss schluss sein!!
Wolfgang (Gast) - 10. Nov, 21:02

Hachja, schwachsinnig...

0) Inwiefern ist das eine Antwort auf den Beitrag von bcn?

1) Ein Grund mehr, in die Höhe zu bauen.

2) Wird sich zeigen. Das Leben wird sich eher im Hof abspielen. Und in diesen ist das oft nur ein leises Rauschen. Die Fenster der Wohnräume sollte man halt wenn möglich nach innen zeigen lassen - Klo und Küche kann man ruhig nach außen lüften.

3) Das sehr schöne Stadtbild beim Auhofcenter. Danke, keine weiteren Fragen.

4) Wozu? SInd genug Straßen da. Der Stau spielt sich normalerweise auch weiter stadteinwärs ab. Und jetzt mal im Ernst: das sind 70 Wohnungen. Selbst der Worst Case mit 140 Autos pro Tag macht für die Westeinfahrt einfach einen mickrigen, verachtenswerten Unterschied aus. Mit dem Parkpickerl sinds sicher um mindestens 140 pro Tag weniger geworden.
Wenn in irgendeinem Dorf weiter draußen mal wieder ein Bauer sein Feld umwidmen lässt ist der Effekt der gleiche - nur kriegts in Wien keiner mit.

5) Ein unglaublicher Holler. Selbst zur Stoßzeit in der S-Bahn ist das kein Problem. Ich kenn die Strecke. Und wenn die Tunnels für den Fernverkehr in Betrieb sind, kann man die S-Bahn problemlos öfter fahren lassen. (@cc: Bitte kümmert euch darum, dass das auch passiert!)

6) Noch wohnt dort ja keiner, inwiefern werden Sie durch diese Bauarbeiten gequält? Das hochrangige Straßennetz ist auch direkt daneben, die Betonmischer werden auch nicht zum Spaß ein paar Extrarunden durch Hadersdorf drehen.
Stefan Mackovik (Gast) - 20. Dez, 17:13

grundsätzlich...

... Flächen besser auszunutzen. Diese "Schateln" sind ja wikrlich schwachsinnig und hässlich...

aber: ich persönlich würde nie über einem Supermarkt wohnen wollen. Da wird bekanntlich oft Nachts geliefert, und der Lärm beginnt dann auch bereits fürh wieder, wenn der Supermarkt geöffnet wird.

Ist halt jetzt die Frage, wie viele Menschen das wie ich sehen bzw. wieviele das wegen gütigerer Wohnungspreise in Kauf nehmen würden...

Christian (Gast) - 30. Dez, 19:17

Eigentlich keine schlechte Idee! Was mir wirklich gefällt, ist die Tatsache, dass die enorme Abwärme, die Supermärkte produzieren so sinnvoll genutzt werden kann. Denn wo Heizkosten weiter und weiter steigen, sind solche alternativen Denkmodelle ein guter Schritt in die richtige Richtung!

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