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Vom Ende des Naturschutzes

Das ist ein wichtiger Artikel in der FAZ.
Mit dem Grundgedanken sollten (nicht nur) wir Grüne uns befassen. Auch wenn es schwerfallen mag.
Einige kurze Zitate daraus:

Wir haben als Weltgärtner die Natur für immer verändert: Die Bewegung der Novel Ecology plädiert daher für den Abschied vom rein konservierenden Naturschutz.
...
Die Vision einer unberührten Wildnis prägt bis heute unser Verständnis der Natur - und des Naturschutzes, der darauf gerichtet ist, sie zu bewahren. Doch wir sollten aufhören, uns etwas vorzumachen, so die „Nature“-Journalistin Emma Marris, unberührte Natur gibt es nicht mehr. Ohne es zu wollen und vor allem ohne zu übersehen, was das bedeutet, sind wir längst zu Gärtnern der ganzen Welt geworden.
...
Auch wenn die unberührte Natur eine Illusion geworden sei, könne die historische Natur noch immer eine wertvolle Orientierungsmarke sein, um neu auftretende Prozesse zu erkennen und zu verstehen. Letzte Grenzen dessen, was ein Ökosystem ertragen kann, müssten formuliert und dürften nicht überschritten werden. Erhaltungsbemühungen sollten sich an der Resilienz eines Systems orientieren, daran, wie seine Fähigkeit, mit aktuellen und zukünftigen Veränderungen und Störungen zurechtzukommen, am besten erhalten werden kann. Und das Management eines Ökosystems sollte von den Werten bestimmt werden, die es für die Betroffenen hat: die materiellen Werte genutzter Rohstoffe, Leistungen wie das Filtern des Wassers, das Festhalten des Bodens, das Bestäuben der Obstbäume, aber auch die kulturellen oder religiösen Werte, die ein Ökosystem für eine Gesellschaft oder Gruppe haben mag.

...
den ganzen Artikel lesen lohnt!

Wie wollen wir unseren Lebensraum, die "Landschaft", in der wir und unsere Nachkommen ein gutes Leben verbringen können gestalten?
Das ist die zentrale schwierige Frage, die sich der Mensch, die Menschheit, die Politik stellen muß.
Die verantwortungsvolle Gestaltung von Natur im Zeitalter des Anthropozäns in wesentlicher Erweiterung eines bloß konservierenden Naturschutzes, nicht weniger ist zu leisten!
Wir müssen uns dem stellen, auch wenn es schwerfällt.
falke (Gast) - 13. Feb, 16:57

Das Problem beginnt dann, wenn Konzerne die Zerstörung von Naturrefugien fordern, weil man ja danach sowieso einen Lebensraum aus zweiter Hand schaffen kann. Ich möchte da an die Diskussion über das Donaukraftwerk Hainburg erinnern. Natürlich hätte man auch mit einem Kraftwerk einen Landschaftsgarten mit Schwänchenteich errichten können und dort vielleicht sogar Kormorane und Bieber ansiedeln können, wie es sogar der Naturschützer Prof. Koenig forderte. Das Ökosystem Auwald, dessen Pflanzengesellschaften auf die Hochwasserdynamik angewiesen sind, wäre aber damit unwiederbringlich verlorengegangen.
Also: Landschaftsgärtnerei um bereits bestehende Industriewüsten ökologisch aufzuwerten – Ja. Landschaftsgärnerei als Feigenblatt für Großkonzerne um ihren Profit auch auf Kosten der letzten naturnahen Ökosysteme noch mehr zu erhöhen – Nein.

marko (Gast) - 20. Feb, 10:14

Soll das nun die LOBAU Autobahn rechtfertigen?


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