der US-Autowahnsinn (2)
von cc am 13.06.2006
Dass tonnenschwere SUVs das "normale" Kaufverhalten von US-Amerikanern dominieren wurde hier unlängst dokumentiert.
Dass sich die Verkaukszahlen des "Hummer", eines besonderen Auswuchs in den USA von 2004 auf 2005 beinahe verdoppelt
haben, trotz steigender Benzinpreise,sei auch noch ergänzt.
hier ein Wiener Exemplar:

Nachfolgende Grafik ist in diesem Zusammenhang doppelt aufschlussreich:

vergrössern?anklicken!
Einerseits zeigt sie (schwarze Linie) dass der Benzinverbrauch pro Fahrzeug in den USA seit 1987 wieder ansteigt.
(dort wird mittels miles/gallon gerechnet, steigende Effinzienz-statt bei uns sinkende Verbrauchswerte, bitte bei Lektüre der Grafik umdenken)
aber eine sehr optimistische Entwicklung ist dieser Grafik auch zu entnehmen:
Falls eine Regierung will (wie die US-amerikanische Ende der 70er Jahre) und mittels strenger Auflagen die Autoindustrie ZWINGT, energieeffinziente Autos zu produzieren und auch zu verkaufen, dann wirkt das (man betrachte die dramatische Steigerung der blauen Kurve ab Ende der 70er Jahre).
Deswegen wird es eines der wichtigsten Vorhaben sein
(und wir werden das auch in unserm Wahlprogramm fixieren)
strenge Vorgaben auf EU-Ebene zu erlassen, die statt derzeit mittels freien Vereinbarungen klare Effizienzverbessereungen beim Spritverbrauch von Autos durchsetzt.
Wenn es gelänge (was technisch kein Problem wäre) den Durchschnittsverbrauch
von derzeit 7 Liter/100km in der EU auf 3- 4 Liter zu reduzieren, wäre das eine enorme Entlastung von Erdölimporten und ein extrem wirksamer Beitrag zum Klimaschutz.
Und erst dieser reduzierte Verbrauch kann dann weitgehend biogen bereitgestellt werden.
Dass sich die Verkaukszahlen des "Hummer", eines besonderen Auswuchs in den USA von 2004 auf 2005 beinahe verdoppelt
haben, trotz steigender Benzinpreise,sei auch noch ergänzt.
hier ein Wiener Exemplar:

Nachfolgende Grafik ist in diesem Zusammenhang doppelt aufschlussreich:

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Einerseits zeigt sie (schwarze Linie) dass der Benzinverbrauch pro Fahrzeug in den USA seit 1987 wieder ansteigt.
(dort wird mittels miles/gallon gerechnet, steigende Effinzienz-statt bei uns sinkende Verbrauchswerte, bitte bei Lektüre der Grafik umdenken)
aber eine sehr optimistische Entwicklung ist dieser Grafik auch zu entnehmen:
Falls eine Regierung will (wie die US-amerikanische Ende der 70er Jahre) und mittels strenger Auflagen die Autoindustrie ZWINGT, energieeffinziente Autos zu produzieren und auch zu verkaufen, dann wirkt das (man betrachte die dramatische Steigerung der blauen Kurve ab Ende der 70er Jahre).
Deswegen wird es eines der wichtigsten Vorhaben sein
(und wir werden das auch in unserm Wahlprogramm fixieren)
strenge Vorgaben auf EU-Ebene zu erlassen, die statt derzeit mittels freien Vereinbarungen klare Effizienzverbessereungen beim Spritverbrauch von Autos durchsetzt.
Wenn es gelänge (was technisch kein Problem wäre) den Durchschnittsverbrauch
von derzeit 7 Liter/100km in der EU auf 3- 4 Liter zu reduzieren, wäre das eine enorme Entlastung von Erdölimporten und ein extrem wirksamer Beitrag zum Klimaschutz.
Und erst dieser reduzierte Verbrauch kann dann weitgehend biogen bereitgestellt werden.
Zwang
Daher halte ich eigentlich weniger vom Zwang zum Minderverbrauch und mehr von schlauen Lenkungsmassnahmen. Denn auch in Zukunft wird der Konsument besser als der Staat entscheiden können, ob er persönlich tatsächlich so ein Fahrzeug braucht (aus einer Kosten-Nutzung-Abwägung heraus - allerdings nach Internalisierung *aller* externen Kosten...).
Lenkung
Ich bin persönlich (noch immer) auf Treibstoff-Besteuerung, und lokalen Mauten eingestellt.
Wie würden Sie Hummerfahrer lenken?
Zwang II (@gtoe)
Lenkung: Wenn einer möchte, soll er gerne sein ganzes Geld für Hummer ausgeben, wenns ihm das wert ist. Wenn man selten bis nie in ein Flugzeug einsteigt, kann man übrigens auch aus ökologischer Sicht dafür ziemlich lange Hummer fahren... Voraussetzung für eine solche liberale Politik wäre, dass all die externen, derzeit von der Allgemeinheit getragenen Kosten zum Hummerfahrer wandern (Infrastrukturkosten, Luftverschmutzung, Klimaschäden, Wertverluste & Ertragsausfälle entlang von Strassen, Lärmschäden, Unfallschäden, Staukosten, Flächeninanspruchnahme etc etc). Weil das eben so gar nicht der Fall ist, wuchert der Autoverkehr und wuchert Hummer in den USA.
Steuern sind ein Weg dorthin und besser als Zwang. Noch besser sind marktkonforme Modelle, wie das zB im Bereich der CO2-Zertifikate ansatzweise geschieht, da dies die Vermeidungsinnovation bestmöglich stimuliert - ohne die prinzipielle Wahlfreiheit einzuschränken.
Interessantes Material dazu:
http://vplno2.vkw.tu-dresden.de/oeko/start.htm
Eine These zum Abschluss: Unsere Wirtschaft wächst langsamer, weil wir - in manchen Bereichen mit extremer Konsequenz - die Kosten nicht den Verursachern zuordnen. Das macht Kostenverursacher reich - und die Allgemeinheit arm.
@maschi
@gtoe
Ich wünsche mir aus sehr prinzipiellen Überlegungen heraus eine Gesellschaft mit sowenig Zwang als möglich. Es muss dem Einzelnen überlassen bleiben, seine eigenen Prioritäten zu setzen. Das ist nicht nur egoistische Freiheit, sondern sichert als Prinzip auch die Zukunft unseres Gemeinwesens.
Voraussetzung dafür ist, dass ökonomisches Denken und ökonomische Verhaltensweisen auch ökologisch sinnvoll sind. Das ist heute deshalb oft nicht der Fall, weil ökologische Schäden entstehen, ohne entsprechende Kosten für den Verursacher zu zeitigen - Kostenwahrheit - leider ein schon sehr lang strapazierter Begriff - das Prinzip wird aber nicht falsch, weil wir ob der Langsamkeit der politischen Umsetzung allmählich alle müde und morsch werden...
Ich habe nichts gegen die von Ihnen angeführten Mauten und Steuern, im Gegenteil. Sie sind als lenkende Massnahmen (Beeinflussung von Angebots/Nachfrage-Mechanismen) klar besser als der reine Zwang in Form von Industrieauflagen, gegen den ich oben argumentieren wollte. Handelbare Umweltbelastungsrechte halte ich für den noch besseren Ansatz als Steuern, freilich muss er praktisch machbar sein.
Für konkrete Politik werden alle Grautöne zwischen Zwang und Lenkung mal sinnvoll sein. Man muss aber seine Prioritäten kennen, meine liegen auf Lenkung.
Lenkung vs. Zwang
Genau damit macht man Werbung für das Hummerfahren: Indem man es mit dem
Schild "Luxus, nur für die, die es sich leisten können!" versieht.
Darauf folgt automatisch die "Bewegung des kleinen Mannes" (oder der "zu kurz gekommenen"): "Hummerfahren darf kein Luxus sein!" (frei nach einem Slogan der
SPÖ aus der Kreisky - Zeit, geistig haben sie sich seit damals eigentlich nicht
weiter entwickelt, für sie ist ein Radler wie ich immer noch ein "Wohlstandsverweigerer", einer, der das was sie erreicht haben, nicht zu schätzen weiß).
Unsere Verschwendungswirtschaft funktioniert genau nach dem Muster:
Wenige können etwas haben, was sich die anderen nicht leisten können - darum kann man es ihnen immer als Karotte vor die Nase halten.
Das macht sie brav, gefügig und abhängig.
Zwang wäre da manchmal die demokratischere Option !
Die Alternative ?
Gleiche Ressourcenkontingente für alle ?
War sicher aufwendig
Ich sehe jedenfalls mehr Alternativen als nur jene zwischen "Zwang" und "Ressourcen-Coupon-Schneiden". Meine Argumente finden sich aber in jeder zweiten Van der Bellen Rede... sind also weder soo neu noch soo spannend.
PS: Gruss eines Fussgängers an einen Radfahrer! Mein Ressourcenkontingent hat die vermittelten Drahtesel bis dato noch für eigentlich unverschämt teuer befunden. Auch von dieser Karotte lasse ich mich aber weder brav, noch gefügig und schon gar nicht abhängig machen! ;-)
Das Gegenteil von gut...
Was bedeuten soll: Was schief gehen kann geht schief, was sich mißverstehen /
mißinterpretieren / mißbrauchen lässt wird mißverstanden / mißinterpretiert /
mißbraucht.
Jeder Schachzug bedingt seinen Gegenzug (weshalb ich nicht Schach spiele).
Gleiche Ressourcenkontingente für alle
Was mich emotional schreckt, sind die Eigentumsrechte am lezten freien Gut. Wenn' gelingt diese auch rechtzeitig zu verteilen...
Das letzte freie Gut.
Die Umwelt(-beeinträchtigung) als "das letzte freie Gut": Exakt. Deshalb ist sie im Rahmen unseres Wirtschaftssystems im wahrsten Sinn des Wortes "keinen müden Pfifferling wert". Und: Nur deshalb, weil es Eigentumsrechte gibt, ist noch keine Aussage darüber gemacht, wer diese innehat. Im Normalfall wandern sie früher oder später zu demjenigen, dem sie am meisten wert sind. Wenn also WIR - der Staat, die Weltbürger - beschliessen, dass uns weniger Emissionen mindestens soviel wert sind wie die Einsparung dem Einzelnen (zB dem Autofahrer, dem Industriebetrieb) kostet, dann kaufen wir die Emissionsrechte in Zukunft einfach auf - und nutzen sie nicht.
5 Katrinas....