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Exportschlager Bikecity & Biomassekraftwerk

Unverhoffte Überraschung hier in Suedafrika:
Da erreicht mich ein Mail aus Mailand, wo man von unserer Bike-City gehoert hat.
Zur Erinnerung:
Eine Wohnsiedlung am Nordbahnhofgelände erreicht für Menschen, die v.a das Rad benutzen. d.h. Auf 50% der gesetzlich vorgeschriebenen Stellplaetze wird verzichtet, das eingesparte Geld wird in Radinfrastruktur, Sauna, und die Freitraumgestaltung gesteckt.
Für manche unerwartet der Anklang: Für knapp 100 Wohnungen gibt es derzeit 1900 Voranmeldungen. Bin deswegen dabei, weitere Projekte dieser Art durchzusetzen, was leider nicht ganz einfach ist, weil Garage & Auto bei den meisten SP PolitikerInnen eine heilige Kuh darstellen.
Umso mehr freut es mich, dass jetzt bei einem grossen Stadtentwicklungsprojekt in Mailand, wo man von unserer bikecity gehörrt hat, eine Realisierung ernsthaft erwägt.

Schön auch der zweite "Export"
nachdem die Bundesforste (in Kooperation mit Wiener Energie) mit dem Wiener Biomasse/Kraftwerk viel Know How erworben hat, wird jetzt in Uganda, wo - wie überall in der Welt - der Stromverbrauch stark wächst, statt Atom oder Fossil ein Kraftwerk gefeuert mit Holz errichtet. Die Bundesforste wurden beauftragt, das Projekt mitzuentwickeln.
Klar wird man sich anschaun, und ich werd mich nachdrücklich erkundigen, wie da das Holz gewonnen wird, aber Uganda ist ein Waldland. Aufgrund klimatisch günstigerer Bedingungen erreichen die jährlichen Zuwachsraten der indigenen Laubhölzer mit 40 Festmetern pro Hektar Fläche ein Vielfaches der in Österreich erzielbaren Menge.
Es freut mich jedenfalls, dass das Anregen und durchsetzen derartiger Projekte solche Folgewirkungen hat.
Christoph (Gast) - 19. Feb, 13:28

Apropos

Apropos saubere Energie:
Wienstrom bietet seit kurzem neben dem „Normal-Strom“, „Naturstrom“ an. Man muss nur den Tarif wechseln und hat ab da an Gewissheit, dass der Strom halbwegs sauber produziert wird. Da die Netztarife und das „Grundendgelt“ gleich bleiben ist der Preisunterschied zum „Normal-Strom“ auch nicht besonders groß – aber man setzt ein Zeichen und beruhigt das Gewissen.

Apropos Fahrrad:
Die Critical Mass (www.criticalmass.at) erfreut sich auch in Wien zunehmender Beliebtheit. Wer ein Zeichen für mehr Radverkehr in Wien setzen will, sollte einfach mal mitfahren – es erstaunt, wie positiv die „Stadtbevölkerung“ den Anliegen der Radfahrerinnen eigentlich gegenüber steht – wenn man sie nur lässt.

Gérard (Gast) - 19. Feb, 21:05

ad "sauberer" Wienstrom

Laut e-control.at ist auch beim "Naturstrom"-Angebot ein fossiler Anteil enthalten. Das Angebot ist überhaupt eine Farce, da ja die Wien Engergie überwiegend aus fossilen Brennstoffen Strom erzeugt (die paar Windräder und das Biomasse-KW machen das Kraut nicht fett) und man somit nolens volens auch als "Naturstrom"-Abnehmer das gesamte Unternehmeskonzept mitfinanziert. Die Kosten sind übrigens *deutlich* höher als beim Verbund (=Wasserkraft)!
Christine Berndl (Gast) - 19. Feb, 22:36

Sauberer Wienstrom

Die Umweltorganisationen Global 2000 Ggreenpeace WWF und Umweltenergie empfehlen lediglich 2 100% saubere Stromanbieter: die Alpen Adria Naturenergie und die oekostrom AG. Die anderen (auch der Verbund und die Wien Energie - siehe www.global2000.at - Energie/Stromanbieterwechsel)führen bei den Privatkunden in ihrer buchhaltärischen Bilanz je nach Anbieter einen niedrigen Atomstromanteil an, der Rest des GEHANDELTEN Stroms erhält die Industrie zugeteilt, die lediglich an billigem Strom, nicht an der Zusammen-setzung interessiert ist. Auch der C02 emittierende Strom ist zu beachten.
Ich bin seit 2 Jahren zufriedene Naturstromkundin der Alpen Adria Naturenergie und konnte wie viele anderen auch feststellen, dass Naturstrom meist sogar preisgünstiger ist, als der übliche Egalstromanbieter. Ein unverbindlicher Preisvergleich lohnt sich auf jeden Fall.
christoph (Gast) - 20. Feb, 11:11

Strom und das Mascherl

OK - ich wollte keinesfalls werbung für wienstrom machen. Auf der Internetseite von wienstrom heißt es:
Drei gute Gründe die für NaturStrom sprechen:
"NaturStrom wird nachweislich und ausschließlich in behördlich genehmigten und anerkannten Kleinwasserkraft- und Ökostromanlagen gewonnen (70% aus Kleinwasserkraft und 30% aus Wind- und Sonnenenergie)."

Dass man damit aber erst wieder bei einem Unternehmen wie Wenstrom ist, dass der Industrie alles (hauptsache billig) liefert, ist aber natürlich ein problem.

Insofern danke für den Link zu global2000. Ich werd mir das mal anschauen
maschi - 20. Feb, 11:56

Strom und das Mascherl II

e-control zeigt meines Wissens den Mix nur Anbieter-bezogen, aber nicht tarif-bezogen an, oder?

Wäre es Wienstrom aus Marketing-Sicht also zu raten, eine eigene Firma für diesen Tarif zu gründen?

Und was ist besser: Zu einem Mini-Anbieter zu wechseln, dessen Marktanteil an MWh nicht mal annähernd so gross ist wie der Naturstromanteil eines grossen Anbieters? Oder einen grossen Anbieter durch Tarifwechsel in seiner weiteren Produktpolitik etwas zu steuern?

Fragen über Fragen...
Gérard (Gast) - 20. Feb, 12:41

Wien Energie

Ich weiß nicht, wie groß der tatsächliche Anteil an "ökologischem" Strom bei der Wien Energie im Vergleich mit echten Öko-Anbietern ist. Nur darf man als Kunde eines nicht vergessen: Die Gebühren fließen in die Gesamtbilanz des Unternehmens, und Wien Energie betreibt nun mal wesentlich mehr ökologisch bedenkliche (kalorische) KWe als ökologisch verträgliche! Dh. bei Spitzenbedarf werden diese hinaufgefahren und nicht etwa schnell ein paar neue Windräder aufgestellt...

Wer sich es also leisten will und kann, sollte sicher mit seinem Geld kleine Anbieter fördern und nicht das Ökomascherl der Wien Energie. Die zweitbeste Lösung ist dann Wasser-KW-Betreiber zu finanzieren, die zwar die Landschaft zubauen, aber eben keine fossilen Brennstoffe verheizen. (Und wer ganz viel Geld hat, baut sich ein Passivhaus mit Erdwärmeheizung :-)
maschi - 20. Feb, 12:52

Schleierhaft

ist mir als Nicht-Insider auch, wie der Verbund eigentlich auf seine "100% (Gross-)Wasserkraft"-Plakette kommt, denn ich dachte immer, dass Ö im Winter kaum eine Chance hat, mit Wasserkraft durchzukommen. Aber vermutlich können die sich eben formal auf ihre "Wasserkraft" zurückziehen, während die insgesamt für Ö verbleibende Lücke halt durch die bösen Regionalversorger geschlossen werden muss...? Und der e-control Balken bleibt dann dummerweise das ganze Jahr über "schön bunt"...?
Markusl (Gast) - 21. Feb, 01:27

weißwaschen

wenn ich es richtig verstehe, dann betreibt der verbund einfach große waschmaschinen, mit denen er dreckigen atom oder fossilen strom rein wäscht. um genau zu sien, mit den speicherkraftwerken. schließlich, muss für diese zuvor strom eingekauft werden. dies erfolgt für gewöhlich in der nacht, wo atomstrom und co äußerst günstig ist. mit dem hinaufgepumpten wasser wird dann tagsüber "saubere" wasserkraft erzeugt und zu einem spitzenpreis aufgrund der höheren nachfrage verkauft. in der bilanz dürfte dann nur die wasserkraft aufscheinen und nicht der zuvor eingekaufte strom. dabei handelt es sich um einen gewaltigen fehler im system, der zur kundentäuschung führt.
daher am besten auf wirklichen ökostrom der beiden oben genannten anbieter zurückgreifen. zur finanzierung kann ich auch aktien der branche nur weiterempfehlen. damit konnten in den letzten jahren gewaltige gewinne erzielt werden und werden vermutlich auch nch in zukunft erreicht werden können :)
Gérard (Gast) - 21. Feb, 12:10

Strom kommt aus der Steckdose

...und der Strom ist natürlich IMMER bei ALLEN Anbietern ein Mix aus Wasserkraft, fossilen Brennstoffen, Atom, Windkraft, Solar etc. - jeder Anbieter muss, sobald die Nachfrage über seinem möglichen Angebot liegt, Strom zukaufen - meist aus dem Ausland! Und der ist ziemlich sicher zum Großteil Atomstrom (weil billig und jederzeit verfügbar).

Die Aufschlüsselung bei den einzelnen Anbietern besagt nur, welche Kraftwerke sie betreiben, nicht woher der gelieferte Strom wirklich kommt! Das wird von vielen Konsumenten gerne übersehen (oder gar nicht gewusst). Was sollte z.B. ein kleiner Öko-Anbieter mit wenigen Kleinkraftwerken machen, wenn grade kein Wasser fließt oder kein Wind weht? Die Kunden im Dunkeln sitzen lassen? Also, kauft er Strom zu...

Dh. mit der Entscheidung, wo man Kunde wird, unterstützt man nur eine bestimmte Unternehmenspolitik, kann aber nie sicher sein, keinen Atomstrom in seinen Leitungen zu haben.
a.m. (Gast) - 22. Feb, 12:16

//www.oekostrom.at/www/getFile.php?id=29&parent=0
den Anbieter finde ich am besten, weil er in vielen kleinen Kraftwerken Strom erzeugt.
Der Verbund benötigt z.B. große Wasserkraftwerke. Diese zerstören aber auch Lebensraum für die Tier und Pflanzenwelt.
Fusionaer (Gast) - 19. Feb, 13:32

Emissionen

Wie hoch sind eigentlich die CO2 Emissionen bei Biomassekraftwerken im Vergleich zu Kohlekraftwerken.
Der Vorteil der erneuerbaren Brennstoffe liegt ja auf der Hand, aber verbrennen ist ja im Prinzip immer noch verbrennen. Oder gibts da signifikante Unterschiede?

Markus Gansterer (Gast) - 19. Feb, 13:47

die verbrennung von biomasse ist co2-neutral. d.h. es entsteht selbstverständlich wie bei jeder verbrennung co2, dieses wurde aber nur wenige jahre zuvor aus dem atmosphärischen kreislauf entnommen und geht bei der verbrennung eben wieder zurück. ein nullsummen spiel im positiven sinn. bei fossilen brennstoffen kommt neues co2 in den kreislauf, da seine entnahme schon millionen jahre zurückliegt.

hast du das gemeint? oder meinst du wie viel co2 trotzdem pro energieeinheit emitiert wird?
gbtoe (Gast) - 19. Feb, 17:04

@co2 Neutralität von Biomasse

Die argumentation "die biomasse wurde aber nur wenige jahre zuvor aus dem atmosphärischen kreislauf entnommen" halte ich nicht für gut. Lässt man sie gelten, wird die first-best-lösung, nämlich nicht verbrennen und trotzdem aufforsten geschwächt bzw. in den hintergrund gedrängt.
biomasse ist definitiv der fossilen Energiegewinnung vorzuziehen, sollte aber mE nicht überbewertet werden. Viel besser wärs zB holz und biomasse einige male stofflich zu nutzen, bevor sie, wenn überhaupt, verbrannt wird.
Übgrigens musste ich feststellen dass das neue biomassekraftwerk der wien-energie als reines prestigeobjekt in ihren eigenen höchsten chefetagen leider ziemlich belächelt wird, ua da die strommenge für strategische kalkulationen der wienenergie keine ernstzunehmende größe darstellt.

Was mich persönlich interessieren würde: ist die verbrennung von biomasse nach der gewinnung von biogas aus dieser biomasse möglich? weiss da wer was? und kennt jemand eine gut gemachte ökobilanz von cng-autos?
jupe - 21. Feb, 13:39

besonders schön finde ich die Freitraumgestaltung in das eingesparte Geld wird in Radinfrastruktur, Sauna, und die Freitraumgestaltung gesteckt..

Ich bin so frei mir meinen Traum zu gestalten. Wirklich wirklich sehr schön!

Tom (Gast) - 21. Feb, 14:45

Interessanter Link


maschi - 21. Feb, 17:36

Allerdings interessant.

Was mir hier aber fehlt, bzw. worauf nicht explizit eingegangen wird, ist die Frage, ob und wie sich die Situation wieder ändert, wenn die High-Tech-Fahrzeuge von heute in die Massenproduktion übergehen und zum Low-Tech-Standard werden.

Zumindest denkbar wäre es, dass hier die Gesamtbilanz einer High-Tech-Fertigungskette auf die heute damit produzierte Stückzahl umgelegt wird. Und dann mit der Gesamtbilanz einer Low-Tech-Fertigungskette mit viel höherer produzierter Stückzahl verglichen wird...?
Tom (Gast) - 21. Feb, 20:50

@Maschi

Ja, da stimme ich zu, muß allerdings zugeben, daß ich die Emissions- bzw.
Umweltproblematik bisher nicht aus diesem gesamtheitlichen Blickwinkel gesehen habe -
da sieht man wieder, daß Schlagworte (oder schwarz/weiß-Malerei) eben nicht
ausreichen, um eine gesamtheitliche Lösung anzudenken. Für mich nehme ich aus
dieser Diskussion bzw. der Information des Artikels mit, daß eben noch einige weitere
Facetten in der Umweltdiskussion zu beachten sind.
gbtoe (Gast) - 24. Feb, 14:36

weiterführendes Wissen

über Ökobilanzierung bzw. Ökologische Vergleichsrechnung, Lebenszyklusanalysen gibts z.B. bei Prof. Vogel itnp.wu-wien.ac.at.
Mein persönliches Fazit aus meinem Studium an diesem Institut:
Die Bewertung von Gütern und Handlungen im Hinblick auf ihre Umweltbelastung ist extrem komplex.
Neben den gravierenden ökonomischen Problemen von externen Effekten ist das ein wesentlicher Grund dafür, dass die ökologischer Probleme auf die Politik angwiesen ist. Daneben sind Eigeninitiativen wie die von CC, oder zB //www.oekodorf.or.at/ gut, aber keinesfalls hinreichend.
In diesem Sinn stehe ich voll hinter der Kritik der Grünen an Pröll.
a.m. (Gast) - 22. Feb, 12:50

//www.autofasten.at/

wobei man eigentlich das ganze Jahr über fasten sollte.

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