Harald Katzmair: Feedback auf Thesen
von cc am 22.08.2005
Selten genug werden seitens der Politik die richtigen Fragen aufgeworfen. Hier geschieht dies aber offensichtlich: Wie sieht eine Stadtpolitik des 21. Jahrhunderts aus?
Die Antwort von Chorherr darauf: Wir müssen eine Politik forcieren, die die Entfesselung von Wertschöpfungs- und Innovationsprozessen in das absolute Zentrum ihrer Aufgabe rückt. Schwierig genug dabei die Antwort auf folgende Frage, die mich seit längerem beschäftigt:
Wie können Menschen ein Leben lang innovativ sein, ohne dass ihre schöpferische Tätigkeit sie in die Erschöpfung treibt, weil der (oligopolistische) Markt sie zwingt sich permanent zu verändern, anzupassen, neu zu erfinden?
Wie kann man in einer Welt der permanenten Veränderungen "am Ball bleiben", ohne dass es einen dabei zerreißt, ohne dass man verrückt wird?
Das ist die neue "soziale Frage" des 21. Jahrhunderts, dass ist die Frage einer Wettbewerbsökonomie, deren Rohstoff Wissen und deren Wettbewerbsvorteil Innovationen sein sollen.
Die Antworten auf diese Frage sind noch nicht ausformuliert, aber es gibt meiner Meinung nach Indizien, wohin die Reise gehen muss: neue Grundsicherungs- und Grundeinkommensmodelle, die sozialrechtliche Aufhebung des Unterschieds von selbständiger und unselbständiger Beschäftigung, Diversity Mainstreaming nach dem Modell des Gender Mainstreaming, der Aufbau von sozialen Netzwerken als Teil einer neuen (immateriellen) Infrastrukturpolitik, generell die Förderung von urbanen Milieus der Kreativität und Toleranz (Leben und leben lassen), die Erhöhung der Frauenerwerbsquote, eine Armutsbekämpfung und Arbeitsmarktpolitik, die nicht nur in die Aus- und Weiterbildung investiert, sondern auch in die Netzwerke der Menschen (weil man kann noch so gescheit sein, wenn man niemanden kennt, kann man sein Wissen und Können nicht realisieren)
Wie auch immer, ich glaube, dass es heute mehr denn je darum geht, zunächst die richtigen Fragen zu stellen, denn sie sind bereits Teil der Antworten. Insofern bin ich schon gespannt, ob es im Umfeld dieses Blogs gelingt gerade in Zeiten des Wahlkampfs einen politischen Diskurs anzuregen, der die neuen Konturen einer künftigen Politik für Wien, Österreich und Europa noch schärfer als bisher Zutage treten lässt!
Dr. Harald Katzmair - Head of Research and Business
FAS.research - Network Analysis for Science and Business
Muellnergasse 3/1, A-1090 Vienna
http://www.fas.at
Die Antwort von Chorherr darauf: Wir müssen eine Politik forcieren, die die Entfesselung von Wertschöpfungs- und Innovationsprozessen in das absolute Zentrum ihrer Aufgabe rückt. Schwierig genug dabei die Antwort auf folgende Frage, die mich seit längerem beschäftigt:
Wie können Menschen ein Leben lang innovativ sein, ohne dass ihre schöpferische Tätigkeit sie in die Erschöpfung treibt, weil der (oligopolistische) Markt sie zwingt sich permanent zu verändern, anzupassen, neu zu erfinden?
Wie kann man in einer Welt der permanenten Veränderungen "am Ball bleiben", ohne dass es einen dabei zerreißt, ohne dass man verrückt wird?
Das ist die neue "soziale Frage" des 21. Jahrhunderts, dass ist die Frage einer Wettbewerbsökonomie, deren Rohstoff Wissen und deren Wettbewerbsvorteil Innovationen sein sollen.
Die Antworten auf diese Frage sind noch nicht ausformuliert, aber es gibt meiner Meinung nach Indizien, wohin die Reise gehen muss: neue Grundsicherungs- und Grundeinkommensmodelle, die sozialrechtliche Aufhebung des Unterschieds von selbständiger und unselbständiger Beschäftigung, Diversity Mainstreaming nach dem Modell des Gender Mainstreaming, der Aufbau von sozialen Netzwerken als Teil einer neuen (immateriellen) Infrastrukturpolitik, generell die Förderung von urbanen Milieus der Kreativität und Toleranz (Leben und leben lassen), die Erhöhung der Frauenerwerbsquote, eine Armutsbekämpfung und Arbeitsmarktpolitik, die nicht nur in die Aus- und Weiterbildung investiert, sondern auch in die Netzwerke der Menschen (weil man kann noch so gescheit sein, wenn man niemanden kennt, kann man sein Wissen und Können nicht realisieren)
Wie auch immer, ich glaube, dass es heute mehr denn je darum geht, zunächst die richtigen Fragen zu stellen, denn sie sind bereits Teil der Antworten. Insofern bin ich schon gespannt, ob es im Umfeld dieses Blogs gelingt gerade in Zeiten des Wahlkampfs einen politischen Diskurs anzuregen, der die neuen Konturen einer künftigen Politik für Wien, Österreich und Europa noch schärfer als bisher Zutage treten lässt!
Dr. Harald Katzmair - Head of Research and Business
FAS.research - Network Analysis for Science and Business
Muellnergasse 3/1, A-1090 Vienna
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