back_top

Macht & Mandate

super Video!
so funktioniert das Wr Wahlrecht.
Und so (das berühmte "plus 1" im Nenner) kann die SP auch mit ca 45% der Stimmen mehr als 50% der Mandate erhalten.
Watch these 5 min:

heute letztes Nightskaten

heute nochmal Radeln (Treffpunkt 13.00 Rathaus Stiege 6)
am Abend dann: letztes Skaten im heurigen Jahr:
Hier ist die Route (u.a. über den Gürtel- autofrei!!)
Abfahrt: 21.00 Heldenplatz (nicht nur Skater, auch radler und Läuder willkommen)
Wetter bleibt schön.
Freu mich auf Euer kommen

"Lohnsklavenherrgottsfrühradeln"

Morgen Freitag gibts ein Frühradeln.
Abfahrt pünktlich 7.30 beim Rathaus (Stiege 6)

DSC04073

Entstanden ist es aus folgendem Posting-Dialog:

Stefan Mackovik (Gast) - 5. Okt, 11:47
leider...
Als Lohnsklave, der von 09 - 18 Uhr arbeiten muss, ist es mir leider nicht möglich, zu diesen Zeiten zu radeln.


cc - 5. Okt, 11:55
@ Stefan
sollen wir einen "Lohnsklaventermin" einschieben?
Jedoch: Am Abend wirds schon dunkel.
Und in der Früh?
Klingt aber interessant: "Lohnsklavenherrgottsfrühradeln"
Sollen wirs versuchen?

Moritz (Gast) - 5. Okt, 11:57
Lohnsklavenherrgottsfrühradeln find ich auch verlockend!

Stefan Mackovik (Gast) - 5. Okt, 12:28
Warum nicht?
Freitag wäre verlockend ;)


also dann: bis morgen 7.30
(nachher gibts Kaffee)

Wir radeln um jede Stimme

IMG_1345a

Jetzt ist sogar Verstärkung aus Tirol da: Georg Willi, unser Klubobmann im Tiroler Landtag radelt mit mir.
Wer radelt mit?
Di, Mi und Do Treffpunkt 13.00 Rathaus vor Stiege 6 (bei der Trafik)
wenn geht, grünes Leiberl anziehen und - na klar - Radl mitbringen
Ich komm mit dem Hochrad

Das ATV-Spektakel: Als-ob-Politik

Eigentlich macht “man” soetwas nicht.
Wenige Tage vor einem wirklichen entscheidenden Wahlgang über ein Fernsehevent räsonieren.
Aber es ist mir wichtig.
Es geht um die TV-Konfrontation “meine Wahl” von ATV.
Schon im Vorfeld hatte ich ein sehr flaues Gefühl, dem ich diffus auf twitter Ausdruck verlieh.
ATV Redakteur Martin Thür schrieb sehr freundlich zurück, aber da meine Kritik nicht auf knappen 140 Zeichen zu formulieren ist, verwies ich auf einen blog-Beitrag.
Hier ist er.
Für jene, die “meine Wahl” Sonntag auf ATV nicht gesehen haben, hier das Sendungskonzept.
Es wurde von ATV die Stadthalle angemietet, der Zuschauerraum in 4 Sektoren geteilt, und den Parteien je 450 Karten verkauft (10 Euro das Stück).
Mit dieser Inszenierung war der Inhalt vorgegeben.
Das Stück: Fußballstadionatmosphäre, nur mit vier statt zwei Mannschaften.
Schon vor der Stadthalle: Massen an roten, blauen, gelben und grünen Luftballons, die jeweiligen Anhängerschaften skandieren lautstark Gesänge, die Roten brüllen “Hieeer regieeert die S.P.ÖÖÖÖ”, eine schwarz gelbe Einpeitscherin versucht mit einem Megafon Stimmung in die gelb gewandeten VP Anhänger zu bringen, wir Grünen hatten Trommlerinnen (kleines i) mitgebracht, die Blauen bilden ein Spalier, Schlagstöcke(?) in Händen?? Nein, sie entpuppen sich als Konfetti”kanonen”, ein blauer Regen ergießt sich auf Hazeh, als er seinen lautstark inszenierten Einzug hält.
Der Fairness halber: Alle Parteien machen es mehr oder weniger so.
Dazwischen wuseln Kamerateams von ATV und Dutzende Fotografen, gierig nach genau diesem Spektakel.
Ja Spektakel. Bunt, laut, am besten auch bissl kontrovers -wird gar die Polizei zwischen den Fans ordnend eingreifen müssen?- das gäb erst Bilder und Schlagzeilen.
Zum Glück passierte diesmal nichts.
Diesmal!

Um genau die Inszenierung des Spektakels gehts hier.
Alle Parteien mobilisierten ihre Anhänger, “überbuchten” die 450 Plätze, damit nur ja fürs Fernsehn kein Platz frei bleibt.
Drinnen setzt sich die Match fort.
Und dann wurde es grotesk: Moderatoren ersuchten das Parolen skandierende, Tafeln hochhaltende Parteipublikum, doch nicht zu laut zu sein, nicht Buhh zu schreien.
Zauberlehrling?
Durchschauten die ATV Macher ihre eigene Inszenierung nicht?
Wenn Du ein Fest machst und gratis Bier und Schnaps austeilst, nutzen Aufrufe nicht,sich bittschön nicht zu betrinken.
Ich erspare mir Details, wie es bei der Diskussion weiterging, man kann es sich ausmalen, oder hat es ohnehin gesehn.
Matchatmosphäre!

Viele meinen und schrieben, es war ein gelungener Abend, eine unterhaltsame Diskussion.
Und jedenfalls “bunter” als die in der Tat tröge ORF Debatte.
Und ich geb zu: Ja, es war wirklich bunt, laut, unterhaltsam.
Und ich könnt mich zufrieden zurücklehnen, denn unsere Maria Vassilakou kam mit diesem Konzept ausgezeichnet zurecht, und schob, ganz Wienerisch gesprochen auch paar gute Wuchteln.

Aber mein Unbehagen bleibt. Es ist hier begründet:
Ist es gut, wenn politische Auseinadersetzung immer mehr Spektakel wird?
Was heisst es für unsere Demokratie, wenn politische Debatte immer mehr wie “Wetten daß” wirken?

Sollte nicht (o je, das wirkt jetzt “spassbremsend”) in einer Wahlauseinandersetzung primär die Frage gestellt werden:
Wohin soll sich die Stadt, das Land in den nächsten fünf Jahren entwickeln, Konzepte und politische Fähigkeiten bewertet und abgewogen werden?
Denn: Es steigt spürbar der Verdruß mit “dieser Politik”.
Immer weniger haben die Regierten das Gefühl, daß sie mitbestimmen, daß die Politik die großen Problembereiche (Bildung, Umwelt, Verkehr, Integration, Gesundheit, etc.) grundlegend reformieren kann.

Diese ATV Diskussion verstärkt bei mir diesen Eindruck: Wenn man schon die Politik als rationaler öffentlicher Entscheidungsraum aufgegeben hat, dann will man sich wenigstens auf die Schenkel klopfen.
Heissa, ist das wenigstens lustig!
Politik als Theater.
Politik als Spektakel.
"Als ob" - Politik.

Dahinter ziehen die Mächtige die Strippen, immer weiter weg von jeder Öffentlichkeit, die ja mit Unterhaltung abgelenkt ist.

Nein, ich halte das für ganz falsch.
So geht Demokrartie in eine gefährliche Richtung.

Und noch eine vorerst abschliessende Beobachtung:

Fernsehn ist ein zutiefst antiaufklärerisches Medium.
Und wenn ich Marshall McLuhans erschreckend wahren Satz “the medium is the message” transformieren darf:
Die Medien schaffen Politik.Ab.

Ich hatte (und habe noch) große Erwartungen an diskursive Medien (u.a. all das, was web 2.0 genannt wird)
Warum findet auf twitter die intensivste Auseinandersetzung bisher mit der Gemeinderatswahl ausgerechnet über ein Fernsehevent statt?
Ist web 2.0 zu schwach, um ein eigenes, genuines und diskursives Format zu entwickeln.
Offensichtlich ja (Widerspruch bitte!)

Wiental-Radweg

Er ist eröffnet!
Ein schönes unglaublich "urbanes" Gefühl, sich mit dem Rad durch dies Stadtraum zu bewegen.

wiental

Ich freu mich einfach

P1110173a

(danke an Volker Plass für die Fotos)



Und jetzt werden wir schlicht versuchen,die absurden Öffnungszeiten zu verändern.

edit:
hier der Bericht im online-standard

Wen wählen? Paar Argumente für Zweifler



Genauer gerne hier im Dialog.Schriftlich.

Vorzugsstimmen vergeben. Aber wie?

In Gesprächen merke ich. Viele möchten Personen wählen und deswegen Vorzugsstimmen vergeben, aber die wenigsten wissen, wie es in Wien funktioniert.
Hier ein zweistufiges "How to Vorzugsstimme"
Die erste Erklärung ist kurz, einfach, aber deswegen notgedrungen ein wenig ungenau.
Denn leider ist das Vorzugsstimmensystem nicht ganz einfach.
Die zweiteErklärung ist ausführlich, v.a. demokratischen Feinspitzen gewidmet.
Am besten erklärt man es anhand des Stimmzettels (hier jener der letzten Wahl)

stimmzettel_2
stimmzettel_21
vergrössern? anklicken!


A: Die einfache, kurze Erklärung:

Man kann in Wien auf Gemeinderatsebene ( im Unterschied zur Bezirksvertretung, dafür gibt es einen eigenen zusätzlichen Stimmzettel)
zwei puls eine Vorzugsstimme vergeben.
1. kann man zwei Vorzugstimmen an zwei Personen vergeben, die auf dem wienweiten Vorschlag der Partei gereiht sind.Die Liste aller Parteien hängt im Wahllokal aus, hier ist sie schon jetzt zu finden.
Ich selbst kandidiere wienweit auf Platz sechs, und freue mich über Vorzugstimmen.(habe trotzdem oben im Wahlzettel keine Namen eingetragen, vielleicht kann er so auch Anhänger anderer Parteien zu Vorzugsstimmen motivieren.
Alexander van der Bellen, der über Vorzugstimmen ins Rathaus kommen möchte, kandidiert auf Platz 29.
Vorgereiht (d.h. automatisch auf Platz 1 kommt jene Person die mehr Stimmen erhält, als 125% der Wahlzahl (Details unten).
Das wären rund 10 000 Stimmen, also bei uns Grünen ca 10% jener Stimmen, die auf uns Grüne entfallen.
Einschätzung: 10 651 (das war bei der letzten Wahl die Hürde) ist ist zwar eine ziemlich hohe Latte, ist aber bei großer Anhängerschaft erreichbar.

2. Eine weiter Vorzugstimme kann man einer Person geben, die auch im Wahlkreis kandidiert. Auch hier hilft der Aushang in der Wahlzelle weiter, oder man schaut wieder hier nach.
In Wien gibt es 18 Wahlkreise.Jeder Bezirk ist ein eigener Wahlkreis, bloß die "kleinen" sind zusammengefaßt:
Die Bezirke 1,4,5,6 heissen Wahlkreis Zentrum
7,8,9 werden Wahlkreis Innen-West genannt.
Ich selbst bin in diesen Wahlkreisen wählbar: Innen West, Zentrum, Floridsdorf sowie Penzing.
Alexander van der Bellen ist in Innen West, Zentrum und Währing auch auf Wahlkreisebene direkt wählbar.
Einschätzung: Um hier vorgereiht zu werden, braucht es einerseits ein Grundmandat im Wahlkreis, zusätzlich muß der Kandidat die Wahlzahl im Bezirk erreichen, die zwischen 5000 und 6000 Stimmen liegt. Hier vorgereiht zu werden ist ziemlich unwahrscheinlich.

Fazit: Die wichtigere Vorzugstimme ist jene für die Stadt (1)
Man kann, muß aber nicht identen Personen sowohl wienweit (1) als auch im Wahlkreis (2) eine Vorzugstimme geben.
Für die Bezirksvertretung gibts einen eigenen Stimmzettel.
Was bringt eine Vorzugstimme?
Jedenfalls, und das sollte nicht unterschätzt werden, wird das Abschneiden eines Kandidaten bei Vorzugstimmen parteiintern mit großem Interesse registriert. Sagt das fdoch sehr viel darüber aus, wie seine /ihre Politik bei der breitest möglichen "Basis" den Wählerinnen und Wählern einer Partei ankommt.
Erreicht eine Person die "Hürde", wie beschrieben, wird sie vorgereiht.

B: Erklärung für Spezialisten und Feinspitze der "Macht":

Die Wahlzahl auf Wahlkreisebene (Markierung 2 am oben abgebildeten Stimmzettel) wird so vergeben:
Abgegebene gültige Stimmen / Mandate im Wahlkreis plus 1.
Dieses plus 1 nenne ich den "SPÖ Faktor".(edit: Müßte mathematisch korrekt SP-Summand heissen, danke für den Hinweis!)
Denn zählt man im Nenner 1 dazu wird die Zahl (Wahlzahl) deutlich geringer, welche zur Erreichung eines Mandats notwendig ist.
Konsequenz: Für große Parteien (ergo die SPÖ), die viele Wahlkreismandate erhalten, sind diese "billiger"
Kleiner Parteien erhalten "teurere" Restmandate.
Dieses kleine plus 1 im Nenner, um das wir bei der letzen Wahlrechtsreform heftig gerungen haben, garantiert der SPÖ, auch mit "bloß" 46% der Stimmen, mehr als 50% der Mandate zu erhalten.

2. Die Wahlzahl auf Landesbene wird so ermittelt: die aus dem ersten Ermittlungsverfahren übrig gebliebenen Restmandate werden entsprechend den Summen der Reststimmen pro Partei nach d’Hondt verteilt (der Teiler des letzten vergebenen Mandates ergibt die Wahlzahl):
im Gesetz heisst das:
„Auf diese Parteien werden die im zweiten Ermittlungsverfahren zu vergebenden Restmandate mittels der Wahlzahl verteilt, die folgendermaßen zu berechnen ist: Die Summen der Reststimmen werden, nach ihrer Größe geordnet, nebeneinander geschrieben; unter jede Summe sind die Hälfte, darunter das Drittel, das Viertel und nach Bedarf die weiterfolgenden Teilzahlen zu schreiben. Als Wahlzahl gilt bei bloß einem zu vergebenden Restmandat die größte, bei zwei zu vergebenden Restmandaten die zweitgrößte, bei drei Restmandaten die drittgrößte, bei vier die viertgrößte Zahl usw. der so angeschriebenen Zahlen.“

Es gibt bei der Germeinderatswahl 18 Wahlkreise:

simpel gesagt

1,4,5,6

7,8,9

ale anderen Bezirke sind eigene Wahlkreise

Und soviele Mandate werden in den Wahlkreisen vergeben (so kann man sich leicht ausrechnen, wieviel dort ein Regionalmandat "kostet: Stimmen durch Mandate plus SPÖ Faktor 1.:


Zentrum (Innere Stadt, Wieden, Margareten und Mariahilf): 8

Innen-West (Neubau, Josefstadt und Alsergrund): 6
Leopoldstadt:5
Landstraße 5
Favoriten 10
Simmering 5
Meidling 5
Hietzing 3
Penzing 5
Rudolfsheim-Fünfhaus 3
Ottakring 5
Hernals 3
Währing 3
Döbling 4
Brigittenau 4
Floridsdorf 10
Donaustadt 10
Liesing 6

Das bedeutet demnach:

Grünes Grundmandat kostet in Währing 25% der gültigen Stimmen, in Favoriten es rd. 9,1%.

Alles klar?

Gerne beantworte ich Fragen (auch im Eigeninteresse...)

Mail an
Christoph Chorherr

Versuche jedenfalls Mails selbst zu beantworten.

Christoph Chorherr auf Twitter Christoph Chorherr auf Facebook

Meine Tweets

    Aktuelle Beiträge

    10 Jahre später
    strom-gas24.de interessanter Artikel aufgrund des alters....
    timtonne - 4. Okt, 00:52
    Wenn ich mich grad irre,...
    Wenn ich mich grad irre, vergessen Sie den Kommentar...
    la-mamma - 9. Mär, 09:08
    Neue Bauordnung 2018
    In Städten, in Wien zu leben ist beliebt. Seine Bevölkerung...
    cc - 6. Apr, 12:18
    Barrierefreiheit
    Da es ja noch keine öffentlich zugänglichen Text gibt...
    martin.ladstaetter - 6. Apr, 11:20
    Word!
    Martin Schimak - 20. Nov, 12:55
    Deutschland: Ein schlichter...
    Der Anlass für diesen Blogpost ist das Scheitern der...
    cc - 20. Nov, 12:44
    Mehr Chorherrs!
    Lieber Christoph, Du engagierst Dich, übernimmst Verantwortung,...
    Andreas Kleboth - 29. Okt, 10:04
    Interconti
    Ich bin zwar kein grüner aber nun fällt es mir wie...
    WolfgangS - 27. Okt, 15:44
    Am besten alle "unecht-grünen"...
    Am besten alle "unecht-grünen" auch noch rausschmeissen...
    Martin Schimak - 27. Okt, 13:14
    Echt-Grüne...
    fliegen nicht...
    Hans Doppel - 26. Okt, 18:35
    Wer dich kennt,
    wird dir niemals unlautere Absichten unterstellen....
    Erwin Greiner - 26. Okt, 16:00
    Ein besonders krasses...
    ... dafür wie leicht es in der heutigen Medienwelt...
    Martin Schimak - 26. Okt, 14:16

    User Status

    Du bist nicht angemeldet.

    Feeds