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U2 Verlängerung gestoppt

2009 sollte Eröffnung sein: die U2 bis Aspern.
So verkünden es alle SP Jubelpostillen.
Sollte.
Denn der Baubeginn wurde still und heimlich abgeblasen.
Wo erfährt man soetwas?
Als Bauunternehmen, das bereits Bauhütten aufgestellt und alle Vorbereitungen laufen hat, aus unten angehängtem Schreiben.
Mit dem Zusatz, bis zur Wahl "bitte" Stillschweigen zu bewahren.

Dem werden wir nicht nachkommen.

Und wir wollen auch noch wissen:
Was heisst ""unkonventionelle Vorgangsweisen"?

Der Wahlkampf wird ja noch spannend.

Hier das Schreiben:


u2_aspern_xl
Für grössere Ansicht, bitte Bild anklicken.
Stefan (Gast) - 14. Okt, 10:46

Interessant

Also das ist ja wirklich still und heimlich passiert. Ich muss ja zugeben ich bin weder Freund noch Feind der Stadtregierung der SPÖ in Wien, aber ich hoffe das dieses Thema ein Stolperstein für sie wird, auf das die absolute Mehrheit wieder fällt.
Die Grünen sollten dieses Schreiben mal ein bischen in Wien verteilen, nicht jeder hat Internet, aber sicherlich viele interessiert dieses Schreiben.

godany (Gast) - 14. Okt, 12:04

no ja, abgeblasen

baubeginn ist um 1 jahr zu verschieben steht da genaugenommen.
aber unkonventionelle vorgangsweisen ist gut.

cc - 14. Okt, 12:08

ca.ein Jahr

ca ein Jahr
wer Wien kennt, weiss was diese zwei Buchstaben bedeuten.
c.
godany - 14. Okt, 12:12

ok ;)
BS (Gast) - 14. Okt, 13:19

Ende des U-Bahnwahn? :-)

wär ja gar nicht das schlechteste, wenn der perverse U-Bahnbau auf die
grünen Wiesen in Wien endlich ein Ende nähme.

das Geld wär im Ausbau moderner Stadtbahnsysteme ohnedies besser angelegt.

BS

christoph (Gast) - 14. Okt, 13:39

was sind "moderne stadtbahnsysteme"?? was ist da der unterschied zur ubahn?

aspan ist doch eines der größten stadterweiterungsgebiete. wie soll man dass den an den öffentlichen verkehr anschließen wenn nicht mit der ubahn?? sonst endet das dort so wie der wienerberg!
Georg Z. (Gast) - 14. Okt, 17:43

auch wenn ich nicht gefragt bin, ein paar Punkte warum mit einer U-Bahn nicht alles gut
wird:

Ein "normaler" U-Bahnzug fasst 840 Menschen. Bei einem üblichen Intervall in der Rush
Hour (3,5 Minuten) können somit 14400 Personen pro Richtung transportiert werden.

Nehmen wir mal 19 Betriebsstunden und 5 Minuten Intervall im Tagesschnitt an. 127 680
Passagiere pro Richtung wären dann die Kapazität. Das schafft auch ein großes
Stadtentwicklungsgebiet nicht, auch nicht wenn alle Öffis benützen würden.

Der 22. ist außerdem kein extrem dicht besiedelter Bezirk, dafür aber flächenmäßig sehr
groß. Eine U-Bahn kann einen solchen Bezirk nie perfekt erschließen, die Realität wäre
dann weiterhin mit dem Bus zur U-Bahn fahren, bedeutet umsteigen, Zeitverlust usw.

Eine moderne Stadtbahn, oder nennen wir sie auch einfach Straßenbahn, hat einfach "nur""
einen eigenen Gleiskörper und fährt oberirdisch. Die Investionen sind wesentlich geringer,
da die Züge kleiner sind und die Stationen im Gegensatz zur U-Bahn kein Personal brauchen
können mehrere Linien errichtet werden die perfekt die Fläche erschließen.

Ganz aus dem Stehgreif (ich bin kein Experte für den 22ten) eine Grundidee als U2 Alternative

Start beim Praterstern, Route wie die derzeit im Bau befindliche U2 nur auf Straßenlevel
(durch Adaptierung der bestehenden Gleiskörper). Wo nötig wird zur Beschleunigung ausgebaut
Nach der Donauquerung splittet man in zb 3 Linien auf und kann somit die 3fache Fläche im
22ten direkt erschließen. Greift main einfach auf die ULF zurück passen pro Zug immer
noch 220 Personen. Wenn die 3 Linien jeweils im 6 Minutentakt fahren kommt man auf der
gemeinsamen Strecke auf ein 2 Minutenintervall und eine Stundenkapazität von 6600 pro
Richtung, sobald sich die Linien teilen ist zwar das Intervall etwas größer, jedoch kann man
weite Bezirksteile direkt erschließen und der Geschwindigkeitsverlust ist marginal. Durch das
ersparte Umsteigen ist für die meisten Passagiere die Gesamtfahrzeit sogar kürzer als mit der U2.

Eine beschleunigte Straßenbahn, Stadtbahn oder wie man es auch nennt hat einfach die folgenden
Vorteile: Sie kann dort wo es nötig ist U-Bahn ähnlich unterirdisch (auf Stelzen) geführt werden,
aber gerade in Gebieten die erst verbaut werden kann sie auch ganz einfach als Straßenbahn
mit eigenen Gleiskörper geführt werden. Die Kapazitäten können besser den Bedarf angepasst
werden, auch die Bauzeit ist wesentlich kürzer.

Das Grundprinzip hat sich zB auch bei den bestehenden Bim Linien ab Schottentor bewährt,
in Zentrumnähe teilen sich mehrere Linien eine Strecke, die Kapazität ist hoch und die Intervalle
extrem kurz, je weiter man stadtauswärts kommt desto mehr fächern sich die Linien auf,
erschließen die Fläche und ermöglichen eine umsteigefreie Anbindung ans Zentrum.

In diese Richtung geht auch die Idee die Schottentorlinien durch einen Tunnel den 1. Bezirk
durchqueren zu lassen (Schottentor (U2) - Herrengasse (U3) - Albertina/Oper (U2/U1/U4)
Schwarzenbergplatz (71er) und dann als 71er weiterzuführen. Mit diesem kurzen Tunnelabschnitt
wären die Bezirke 16 bis 19 auf der einen Seite und 3 und 11 auf der anderen Seite direkt an
die wichtigsten Punkte im Stadtzentrum und an (fast) alle U-Bahnlinien.

Letzter Vorteil von Stadtbahnen/Straßenbahnen sind die "kompakteren" Haltestellen. In der
Zeit die man bei mancher U-Bahnstation braucht bis man vom Eingang beim Zug ist hat man
hier schon die ersten 3 Stationen zurück gelegt.

Kurz gefasst (weil es gar so lange war)

Weniger umsteigen
Weniger Investitionen
Niedrigere Betriebskosten
Bessere Auslastung
Bessere Erschließung der Fläche
Kürzere Fußwege
BS (Gast) - 17. Okt, 10:40

moderne Stadtbahnsysteme

moderne Stadtbahnsysteme sind das, was man zB in Stuttgart, Hannovr, Strassburg und auch in Linz findet:

im Prinzip eine beschleunigte Straßenbahn, die dort wo notwendig in einer zweiten Ebene, wo möglich auf
eigener Trasse und wo sinnvoll im Mischverkehr (zB in Fußgägerzonen) fährt.
Längere Züge als die Straßenbahn erlauben höhere Kapazität, dennoch sind die Kosten weit geringer, als die
einer U-Bahn (~10%). Folge: mit geringeren Mitteln schafft man eine viel bessere Flächendeckung.

Die Reisegeschwindigkeit ist dank kürzerer Zugangswege als bei der U-Bahn kaum geringer; summiert über
das gesamte Stadtgebiet ist die Reisegeschwindigkeit bei gleicher Investitionssumme weit _höher_, als bei der U-Bahn.
Gérard (Gast) - 17. Okt, 12:22

Dilemma U-Bahn / Str.bahn

Es ist ja eigentlich egal, wie ein VK-Mittel nun bezeichnet wird - die Aufgabe ist, möglichst schnell und bequem eine Alternative zum Inidividualverkehr zu bieten. Dazu sind unabhängige Trassen/Gleiskörper/Spuren notwendig. In Linz zB. gibts(gabs?) einen Schnellbus vom Bhf. zur Uni am nördl. Stadtrand, der ist nur wenige Male stehen geblieben und auf einer eigenen Spur ziemlich schnell zum Ziel gekommen.

Was in Wien wirklich fehlt, sind schnelle Verbindungen von einem Ende der Stadt zum anderen. Denn genau dieses Fehlen verleitet viele Autofahrer dazu nicht umzusteigen, eben weil die Fahrzeiten (trotz Stau im Autoverkehr) immer noch viel kürzer sind als mit dem öff. VK.
Was spricht gegen Schnellbusse, außer das Wiener Sakrileg, dass der Autoverkehr immer fließen muss und Vorrang hat? Was spricht gegen schnelle U-Bahnen, die nur an großen Umsteigestationen halten und in Ausweichen die "regulären" überholen, außer dass die Wr. VK-Betriebe glauben, Sie seien die besten der Welt?

Und warum, warum gibt es immer noch zig Fußgänger-Ampeln, bei denen das Grün-Rot Verhältnis 10sec zu 2min ist? Weil der Fußgänger in Wien letztrangig behandelt wird! (Und auch alle "armen, ausgebeuteten Proletarier" natürlich schon 1-2 Autos pro Haushalt haben. Daher vertritt die SP die Interessen der autofahrenden Bevölkerung, so einfach ist das!)
Gérard (Gast) - 14. Okt, 21:42

U-Bahn ist nicht ersetzbar

Eine U-Bahn kann nicht mit einer Straßenbahn verglichen werden! Sie ist als schnelles Massentransportmittel darauf ausgelegt,

1. größere Distanzen mit weniger Stopps abzudecken,
2. große Fahrgastzahlen in kurzer Zeit zu transportieren und
3. unabhängig vom Individualverkehr zu sein.

Straßenbahnen (und vor allem Busse!) sind viel günstiger in Errichtung und Betrieb, decken aber mit längerem Zeitbedarf kürzere Distanzen ab. Sie sind somit als "Zubringer" zu den schnellen Massentransportmitteln konzipiert und können diese nicht sinnvoll ersetzen.

Jemand, der vom Stadtrand (egal ob 14., 23. oder 21. Bez.) entweder ins Zentrum oder an das andere Stadtende will, kann nicht erwarten, dass eine U-Bahn vors Haus fährt, wohl aber, dass mit einmaligem Umsteigen eine solche erreichbar ist. Nur die Kombination aus beiden (langsame, flächendeckende und schnelle, distanzdeckende VK-Mittel) können einen sinnvollen öffentlichen Verkehr bilden.

Im übrigen ist Wien seit jeher um mindestens 10 Jahre mit dem jeweiligen U-Bahnausbau hinten nach! Die U1 sollte schon längst tief im 22. und die U6 weit im 21. Bezirk sein, tatsächlich zuckeln die Bewohner (Großteil der Wr. Bev.!) wie eh und je mit Straßenbahnen (= Kurzstrecken-VK-Mittel!) durch die Gegend...

vonHaubitz - 15. Okt, 05:55

Stimmt teilweise

Ich denke U-Bahnen sind perfekte Verkehrsmittel für die rasche Überwindung
von großen Distanzen. Aber der richtige Mix der Verkehrsmittel ist wichtig.
Aber U-Bahnen haben auch Nachteile:
- lange Zugangswege
- beschwerliche Zugangsswege für ältere und behinderte Menschen
- ziehen Kriminalität an
- zu teuer für periphere Ziele
- für ältere Menschen - de es nicht so eilig haben meist - ist der Ulf sicher
ein wesentlich besseres Verkehrsmittel. Und Wien wird immer älter!
Die U-Bahn ist ein Massenverkehrsmittel für lange Distanzen, das sie aber auch
bleiben sollte.
In den "alten" Bezirken diesseits der Donau gibt es ein fast perfektes Öffi Netz
(sieht man mal von der sinnlosen Umstellung der 2er Linien auf U2 und die sinnlose
Einstellung der Tram in der Landstrasser Hauptstrasse ab), in Transdanubien allerdings
fühlt man sich in die Steinzeit versetzt. In den größten Bezirken fahren fast nur
Busse, wer an der S-Bahn lebt hat ab Floridsdorf unakzeptabel lange Wartezeiten,
Schnellstrassenbahnen - obwohl mehr als genug Platz für eigene Gleiskörper -
gibt es nicht. Wer in die Stadt will muss zur U1. Ein riesiger Umweg wenn man z.B.
von Aspern kommt.
Kein Wunder, dass der Autoverkehr unerträgliche Ausmasse angenommen hat.
Und dann kommt noch das Pendlerproblem hinzu, wobei ich den Leuten aus dem
Wiener Umland es nicht verdenken kann, dass sie das Auto wählen, weil
es schlicht kaum ordentliche Verkehrsmittel nach Wien herein gibt. Ausser man
hat das Glück in der Nähe eines ÖBB Bahnhofes zu wohnen...
Es gibt viel zu tun bzgl. Verkehr und die einzieg Antwort scheint der Ausbau der
U-Bahn zu sein. Das wird nicht reichen und ist sehr teuer.
BS (Gast) - 17. Okt, 10:46

unersetzbare U-Bahn ??

Gerard, du widerspricht dir selbst:

ja, eine U-Bahn ist dazu da, große Mengen an Fahrgästen in kurzer Zeit zu transportieren.
Genau aus diesem Grund hat die U-Bahn am Stadtrand _nichts_ verloren, weil dort keine
ausreichend großen Mengen an Fahrgästen vorhanden sind.

und ja, eine U-Bahn solle dazu dienen, große Distanzen schnell zu überwinden - dazu
hat die Wiener Version aber viel zu geringe Haltestellenabstände, wodurch die
Fahrzeiteinsparungen gegenüber einer Straßenbahn viel zu gering sind, um die enormen
Investitionen zu rechtfertigen.
ferromonte - 15. Okt, 17:26

wo ham sie denn das brieferl her? und wer hat es unterschrieben?
und denken sie wirklich, mit so einer alltäglichkeit (wann haut schon etwas zeitplangemäß hin?) können sie die spö verunglimpfen? pah ...
ihre wadlbeißer-attacken kosten die grünen nur wählerstimmen. seien sie doch positiver!
(oder haben die grünen etwa nicht wirklich etwas zu bieten?)

pool2 (Gast) - 15. Okt, 23:22

wadlbeisser? geh bitte!

bitte weiter so: die stadt braucht kontrolle und mehr politiker wie chorherr. wer ihn kennt, weiss: es gibt kaum einen grösseren optimisten.
coyote (Gast) - 17. Okt, 12:07

Schon was von den 23 Projekten gehört,...

die die Grünen (mit CC voran) mit der SPÖ durchgeführt haben ?
Z.B. das Biomasse - Kraftwerk.
z.B. die autofreien Siedlungen (Saikogasse im 21, oder siehe unten).

http://wien.gruene.at/stadtplanung/artikel/lesen/238/425/blaettern/2/?no_cache=1

Ich finde leider den Link auf wien.gruene.at nicht, CC, tu was !
dr (Gast) - 16. Okt, 21:40

hm

ich finde das ist kein skandal. stadtplanung ist komplizierter als es scheint, es gibt so viele entscheidungen dabei zu treffen, sovieles zu vernetzen, dass eine realistische planung und "zeitgerechte" umsetzung nur sehr selten möglich ist.
die wiener spö ist in den letzten jahren nicht unerfolgreich bei enormen projekten gewesen, und ich vermute, das wird sie auch bleiben.

wo ist im brief übrigens der erwähnte "zusatz"??
ich kann ihn beim besten willen nicht entdecken.

Fiercedragon - 16. Okt, 22:06

ich seh das problem mit dem brief leider nicht - aber vielleicht erklärt's mir ja wer.
wenn ich ein projekt (egal welcher größe) manage und ich habe in gewissen,
nicht-zeitkritischen teilen des projekts massive schwierigkeiten, dann friere ich das dafür
vorgesehene budget ein.
i consider this "normal", nicht "skandal".

und der zusatz mit dem stillschweigen bis zur wahl steht da nirgends.

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