aussen hui und innen: erst recht
von cc am 21.12.2006

Vorarlberg ist immer eine Reise wert.
Das war eine Ende der 60er Jahre errichtete Industriehalle.Riesiger Energieverbrauch, erst Öl dann Gas.
Dann Sanierung auf Passivhausstandard.
Man muss, um das Konzept zu verstehen, es buchstäblich erfahren, spüren:
Draussen hats minus 3 Grad, drinnen angenhme 22 Grad.
Und der gesamte Energieverbrauch ist geringer, als der jedes einzelnen Einfamilienhauses, welche daneben stehen.
Techne, wussten schon die alten Griechen, heisst Kunst.
Die kalte Luft wird angesaugt, und zuerst 90 Meter unter dem Gebäude im Kreis geführt. Schon ist die Luft auf 10 Grad erwärmt, bzw im heissen Sommer gekühlt.
Dann sorgt ein ausgereiftes Lüftungs und Wärmerückgewinnungssystem dafür, die Luft auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Gewinne aus Sonneneinstrahlung oder "Gewinne" von Computern, der Beleuchtung bzw schlicht der Menschen (jede/r von und strahlt 80 Watt ab) besorgen den Rest.
Und wenns ganz kalt ist, hilft eine optimierte Wärmepumpe aus.
So einfach gehts, ist ausdgereift und zu besichtigen.
Drinnen werden von der Firma Drexel und Weiss eben jene Lüftungs-und "Heiz"systeme hergestellt, die dafür sorgen, dass Passiv-und Niedrigenergiehäuser angenehm temperierte Räume bzw ausreichend Warmwasser haben.
Mit Energieverbräuchen unter der Wahrnehmungsschwelle.
Der Erfolg des Unternehmens ist bestechend.
Letztes Jahr wuchs das Unternehmen um ca 45%, heuer dürften es mehr als 50% sein.
Schon sind die Planungen abgeschlossen, die Nachbarhalle, in der es derzeit saukalt ist, ebenfalls auf Passivhausstandard zu sanieren.
Schön diese tollen Einzelbeispiele zu sehen.
Aber warum sorgt die Politik nicht dafür, dass sie rasch zur Regel werden?
Und ist nur mir aufgefallen, dass in den Koalitionsverhandlungen das Thema Umwelt/Energie nicht einmal am Rande vorkommt?
Nein, mir ist das auch aufgefallen.
Die können sich um solche unbedeutenden Kleinigkeiten nicht auch noch kümmern...