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Hat die Wiener Polizei nichts Besseres zu tun?

Nachfolgendes mail wurde mir geschickt.
Der Autor hat mir erlaubt, es hier einer breiteren Öffentlichkeit mitzuteilen.
510 Euro Strafe für einen Radfahrer. Für welches Delikt?
Es ist wirklich absurd!

Ich besitze mein Mountainbike, mit Stadtbereifung, nun seit 11 Jahren und benutze es fast nur am Tag und habe eine LED Beleuchtung vorne und hinten je nach Tag(Nebel)/Nacht Bedarf.

Für mich bedeutet Fahrradfahren nicht nur Entspannung und Förderung meiner Gesundheit sondern auch die Schonung der Umwelt und die Reduktion von Feinstaubbelastung als Herz und Lungenkiller, welche in Wien nicht unerheblich ist.

Letztlich hatte ich aber ein erstaunliches Erlebnis:

Ich bin um die Mittagszeit am Radweg des Ringes gefahren, und zwar in Richtung Börse über die Kreuzung von der Uni kommend.

Da ich es etwas eilig hatte, bin ich von der Haltelinie am Fahrradweg weggefahren, ohne abzuwarten bis „meine“ Ampel auf grün schaltet, sondern habe nur abgewartet, bis der Querverkehr stehen geblieben ist.

Währen meines Übersetztens, am Radweg, hat dann meine Ampel auf Grün geschaltet.

Als ich auf der anderen Seite ankam, sprang plötzlich ein Polizist hinter einer Liftassäule hervor und schrie mich mit „Halt“ an.

Da ich aber schon auf seiner Höhe war und nicht mehr vor ihm stehen bleiben konnte, schlug er mit der Faust auf meinen Rücken.

Ich blieb natürlich stehen und fragte lautstark warum er mich schlägt?

Er antwortete lautstark: „Es bestand akute Fluchtgefahr“.

Da ich keinen Ausweis hatte, und er mir verboten hat weiterzufahren, musste ich zur BP Deutschmeisterplatz mein Fahrrad abstellen und er fuhr mit mir und seinem Kollegen zu meiner Wohnung, um einen Ausweis zu holen.

Er saß dabei hinten im Polizei KW, neben mir, und sein Kollege, lenkte das Fahrzeug.

Als ich höflich fragte, warum er sich nicht anschnallt, meinte er, es herrscht akute Fluchtgefahr und deshalb muss er bereit sein, sich auf mich zu stürtzen.

Zuhause habe ich ihm meinen Ausweis gegeben und er meinte dann, sie können nun ihr Rad abholen und die Strafe erhalten sie per Post.

Ich habe nun eine Gesamtstrafe von fast 510 Euro erhalten, da er jedes Einzelteil welches er an meinem Fahrrad bemängelte, einzeln bestraft hat.

Z.B. hat er bemängelt, dass auf jedem Pedal (es handelt sich um Clip Pedale für Radfahrschuhe) 2 Reflektoren fehlen, obwohl man auf diesen Pedalen keine Reflektoren montieren kann. Weiters wurde das Fehlen von Seitenstrahlern bemängelt. Was bei einer Addition von 2 vorne und 2 hinten schon 280 Euro ergibt.

Diese Vorgangsweise ist für mich eine Diskriminierung von Radfahrern, da ich zu keiner Zeit eine Gefahr darstellte, und ich der Meinung bin, dass die Exekutive die Radfahrer in dieser Art und Weise über alle Masse bestraft, und nur versucht, Radfahrer aus dem Verkehr zu ziehen.

Man möge nur daran denken, welche Verwaltungsvergehen man zustande bringen muss, um diese Strafhöhe zu erreichen.


PS: Nur zur Erklärung: Die Wr. Polizei ist eine Bundesbehörde. Politisch ist deswegen nicht die Stadt Wien, sondern die Innenministerin verantwortlich.

jetzt kommt car2go: Auto nutzen statt besitzen

car2gowien

Wie können wir sowohl den Autoverkehr als auch die Zahl der Autos in Wien deutlich reduzieren und gleichzeitig die Mobilität aller erhöhen?
Das ist eine der grössten und wichtigsten Aufgaben unserer Regierungsbeteiligung und unseres Ressorts.
Eine tragende Säule heisst: "Auto nutzen statt besitzen"
Einen carsharing-Anbieter gibt es bereits in Wien.
Jetzt kommt ein zweiter:
Car2go

Kurzfassung des Konzepts (hier lesenswerter Artikel in brandeins über car2go):
Wie unsere citybikes werden in den nächsten Wochen ca 500 Smarts in Wien zur Nutzung bereitstehen. Man meldet sich an, und kann dann, wenn Bedarf besteht irgendeines (wahrscheinlich das nächst verfügbare) nutzen.
Abgestellt kann es innerhalb des Einzugsgebietes, das - vorerst - ungefähr jenem der zukünfigen "Parkpickerlzone" entsprechen wird (und sogar über die Donau hinausreicht) überall werden.
Abgerechnet wird minutenweise.
Für Wochenend- bzw längere Urlaubsfahrten wird eine Kooperation mit einem Autoverleiher angeboten.
Ich erwarte mir sehr sehr viel von diesen car-sharing Angeboten.
Es ist ja (auch wirtschaftlich) absurd, für gelegentlich notwendige Autofahrten ein eigenes Auto zu besitzen, dafür zu zahlen und es dann irgendwo eher behindernd im öffentlichen Raum herumstehen zu lassen.
Das durchschnittliche Wiener Auto steht 95% seiner Zeit ungenutz herum und verursacht private wie öffentliche Kosten und behindert Fussgänger, öffentliche Verkehrsmittel und Radfahrer.
Die Lösung für viele kann heissen: Befreit Euch vom eigenen Auto, spart Kosten und habt Zugriff auf Hunderte Autos Eurer Wahl, wenn ihr sie wirklich braucht.
Wenn jetzt car-sharing Autos im öffentlichen Raum sichtbar sind,tausende Wiener/innen sich dafür registrieren lassen, auch um es vorerst nur auszuprobieren, und über "nutzen statt besitzen" viel diskutiert wird, kann ein ganz wesentlicher Mentalitätswandel eingeleitet werden:
Ich muss kein Auto besitzen (und bezahlen) wenn ich gelegentlich eines benötige.
Ein carsharing Auto ersetzt rund 8 konventionelle.Dadurch kann der Autobestand noch rascher reduziert werden.
Ich bin sehr froh, dass diese Angebote nach Wien kommen und gleichzeitig sehr gespannt, wie sich dieses Experiment in Wien bewähren wird.
PS: car2go zahlt Parkgebühren, wie alle anderen auch.
PPS: hier ein Artikel im standard, der auch die Preise nennt

Parkgebühren

Diese Gebührenerhöhung finde ich gut und richtig.
Wir haben uns sehr dafür eingesetzt, dass es so kommt.
Jetzt herrscht (fast) Gleichklang:
Eine Stunde Kurzparken in Wien auf öffentlichem Grund kostet (fast) soviel wie eine Stunde Benutzung unserer Öffis.
2 Euro das eine, bald 2,1 Euro das andere.
Ja, das ist jetzt eine beträchtliche Erhöhung der Kurzparkgebühren.
Im internationalen Vergleich liegen wir damit ziemlich im Mittelfeld:

parkgebuehren

Und noch ganz wichtig: Das Parkpickerl, das Anrainer zahlen wird um 15 Euro/Jahr billiger.
Ja, all das ist Grüne Politik:
Wo wir wollen, das es die Menschen mehr benutzen (Öffis) wird es deutlich billiger (Jahresticket um 1 Euro/Tag)
Wo wir wollen, dass die Menschen umsteigen (Kurzparken im knappen öffentlichen Raum) wird es teurer.
Ausserdem:
Die Parkometerstrafen werden ebenfalls erhöht. Das Organmandat wird von 21 auf 36 Euro erhöht.
Beide Massnahmen bringen Mehreinnamen von rund 50 Mio Euro.
Um auch in finanziell schwierigen Zeiten Geld für sinnvolle Massnamen zu haben.
Wer möchte, dass sich etwas ändert, muss etwas ändern.
That`s it!

paar Tage off

CIMG3275

bin jetzt paar Tage in Ithuba bei unsern zwei Schulprojekten.

Gerechtigkeit und Klugheit

Ein potentes Parlament kann substantielle Fakten zur politischen Debatte liefern.
Diese Grafik ist einem Bericht "Trends in the Distribution of Household Income between 1979 und 2007" des US Parlaments entnommen:

gerecht

Gefunden hab ich diesen ebenso interessanten wie empörenden Bericht im nicht gerade wirtschaftsfeindlichen economist hier.

Deswegen ist der Slogan "We are the 99 percent" so wichtig.
Steuerpolitik kann und muss das ändern.

Wenn ich Joseph E. Stiglitz zitieren darf: "the top 1 percent have the best houses, the best educations, the best doctors, and the best lifestyles, but there is one thing that money doesn’t seem to have bought: an understanding that their fate is bound up with how the other 99 percent live. Throughout history, this is something that the top 1 percent eventually do learn. Too late."

(Zitat hab ich bei Martin Blumenau gefunden)

365!

365

Ihr hat es alle schon gehört/gelesen.
Trotzdem auch hier.
365.
Eine Jahreskarte für einen Euro pro Tag.
Ich halte das wirklich für einen grossen Schritt.
Denn das gabs in Wien noch nie.
Noch nie!!
Alles wird teurer.
Erdäpfel und Milch, Schuhe und Haareschneiden.
Inflation nennt man das.
Deswegen werden auch Öffitarife immer teurer.
Bisher.
Weil Strassenbahnfahrer und innen z.B. jedes Jahr eine Lohnerhöhung wollen.
Deswegen sind die 365 wirklich etwas besonderes.
Weil zum ersten Mal der wichtigste Fahrschein, die Jahreskarte trotz Inflation, trotz knapper Budgets signifikant gesenkt wird.
Warum?
Einerseits haben wir uns im Wahlkampf für billige Öffitarife stark gemacht.
V.a. aber hoffen wir, dass jetzt Zehntausende sich zum ersten Mal ein solches Ticket kaufen werden.
Natürlich gibts Einwände:
1.) "Ihr habt ja ein 100 Euro Ticket versprochen."
Im Wahlkampf sagt man, was man als Partei möchte.
Dann muß man mit dem Regierungspartner, der, no sagen wir, das nicht genau so wollte, einen kompromiss erzielen.
Das ist jetzt dieser Kompromiss
2.) "Aber das Einzelticket wird ja teurer."
Einerseits gehört das zum Kompromiss, andereseits muß ja irgendwo das Geld herkommen (wobei die gesamte Reform der Stadt ziemlich viel Geld kostet.
Und v.a. Touristen, die nur wenige Tage in Wien sind, ist ein erhöhter Einzelfahrschein zumutbar
3.) Jetzt kommen 100 Ideen, was nicht alles wichtiger gewesen wäre.
Ja, alles ist irgedwie wichtig, man muß in der Politik das eine tun, und das andere nicht lassen.
Uns ist schon vieles gelungen, sehr vieles ist noch offen.
In diesem zentralen Punkt zeigt sich aber, dass wir hart und gut verhandeln können und einen ansehnlichen Kompromiss vorzeigen können.
Für Radfahrer/innen:
Radmitnahme ist jetzt gratis möglich. Auch nicht schlecht.

"Stay hungry, stay foolish!"

Eine der besten Reden, die ich kenne.
"Stay hungry, stay foolish!"
RIP Steve Jobs!

Verändert!



updates Mein Vorschlag zur Reform unserer Demokratie.
Gekürzter Vorabdruck in der Sonntagspresse
update 19. Okt:
folgende Menschen haben, v.a. in blogs darüber geschrieben:
Martin Schimak
Franz Josef
Martin Blumenau
Conrad Seidl
Werner Reisinger
Christopher Pieberl
Susanne Zoehrer
Günter Strobl
Mario Halm
Marco Schreuder


Leser/innen dieses blogs wird manches, aber nicht alles bekannt vorkommen.
Es geht um jene Themen, die mich seit bald 20 Jahren intensiv beschäftigen:
.) Wie kann die Umweltpolitik wirksam begründet werden?
.) Wie schaut eine Energiepolitik für einen ganzen Planeten mit bald 9 Mrd Menschen aus?
.) Was sind Eckpunkte einer großen Bildungsreform?
und besonders drängend
.) warum verfällt die Qualität unserer Demokratie derart beängstigend, und wie könnte eine grosse Verfassungsreform aussehen?
Ja und noch einiges andere vom Fahrrad bis zu unseren Schulen in Südafrika.

Im Nachwort des Buches habe ich auf diesen blog hingewiesen. Samt der Einladung, Kommentare, Kritik aber auch Fragen hier zu diskutieren.

Gut ists immer, in einer Buchhandlung zu kaufen, oder sich von dort ein Buch schicken lässt. Ich hab mit Anna Jeller gesprochen, dort könnt ihr telefonisch oder per e-mail das Buch bestellen.
update 23. Okt: mein Buch gibts auch als e-book. Je nach Endgerät über amazon, thalia oder apple oder auch sonstwo zu bestellen. (hier verlink ich nix, bitte, je nach Gerät selber suchen). Kosten dort : 16.99 Euro

Much more to come
Freu mich schon sehr auf Kommentare, Fragen & Kritik

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    Wer dich kennt,
    wird dir niemals unlautere Absichten unterstellen....
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    Ein besonders krasses...
    ... dafür wie leicht es in der heutigen Medienwelt...
    Martin Schimak - 26. Okt, 14:16

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