Brompton oder Birdy?
von cc am 14.04.2010
Vor genau einem Jahr geschah es: Liebe auf den ersten Blick. Das Londoner Faltrad Brompton für den falter gestestet und sofort: “Will haben”.
Seitdem fahre ich damit, beinahe täglich, mit noch wachsender Begeisterung.
Ich versuche also kurz meine eindeutige Parteilichkeit pro Brompton zu verdrängen und schwinge mich auf das Birdy von Riese und Müller.
Auch in Darmstadt stehen technisch versierte Unternehmerpersönlichkeiten hinter dem Faltrad.
Ausgangspunkt ihrer Garagenfirma waren augerechnet “Ohrenwärmer”, den vom jungen Markus Riese entwickelten Hot Ears, um im Winter unter dem Fahrradhelm nicht zu frieren.
Gemeinsam mit Heiko Müller entwickelte er zunächst in einer Diplomarbeit das birdy. Dann war irgendwie Pause, denn ähnlich wie beim Brompton verweigerten die Banken jegliche Finanzierung; (was einmal mehr die unglaublich innovationsfeindliche Finanzierungskultur Europas zeigt)
Den Durchbruch brachte die Globalisierung: George Lin, ein Taiwanese stand bei einer Ausstellung vor dem Birdy und war begeistert. Er übernahm Finanzierung und Rahmenfertigung, und die Darmstädter-taiwanesische Erfolgsgeschichte begann.
Was kann das birdy (und was kann es sogar besser als das Brompton)?
Wer auf beiden gesessen ist muß neidlos anerkennen: Mit dem Birdy fährt man eindeutig stabiler; dafür sorgt sein steifer Rahmenbau, aber auch die etwas grösseren Laufräder, sowie die doppelte Federung. Sowohl hinten wie auch vorne, ähnlich der legendären “geschobenen Schwinge” von BMW-Motorrädern in den 50er Jahren federt auch das Vorderrad Unebenheiten ab und erhöht deutlich die Fahrqualität. Ein weiterer Vorteil: Die Bremsen. Beim Brompton eher allzu “klassisch” bietet das Birdy serienmäßig die bewährten V-Bremsen, oder auch Wunsch sowie mit Aufpreis auch Scheibenbremsen. Die ziehen immer zuverlässig. Auch bei strömendem Regen.
Nicht bloß die Sattel-(wie beim Brompton) sondern auch die Lenkstange ist in der Höhe verstellbar.
Auch das Zubehör besticht: z.B.der kompakte Birdy-Koffer, indem das gesamte Faltrad platz findet. Zusätzlich kann dieser zum Anhänger umfunktioniert werden, das Fahrrad wird so zur Zug”Maschine” für den Koffer.
Preislich beginnt das Birdy bei 1170 Euro.
Wer das Besondere schätzt, wird zur 14 gängigen Innen-Nabenschaltung Marke “Rohloff” (noch so ein “hidden champion”) tendieren.
Diese allein kostet zwar schlanke 900 Euro Aufpreis, dafür hat sie verglichen mit den üblichen Gangschaltungen kaum Verschleiss, da sie sprichwörtlich in ein Ölbad gebettet ist.
Für technische Feinschmecker eben.
Packtaschen für hinten wie vorne machen das Birdy zu einem vollwertigen Erstrad, welches auch für längere Touren bestens geeignet ist.
Egal ob Birdy oder Brompton. Falträder haben zwei unglaubliche Vorteile.
Sie sind in weniger als einer Minute ein - und wieder ausgefaltet und können so problemlos auch wähernd der Stoßzeiten in U-Bahn oder auch Bim (z.B. wenn es zu regnen beginnt) mitgenommen werden.
Oder: Fährt man an Wochenenden Freunde am Land besuchen, muß man sich weder erkundigen ob der Zur Fahrräder mitnimmt, noch dafür ein extra Ticket lösen.
Oder auch (ich gebs gern zu): wenn der Abend länger wird, und jemand ist mit dem Auto da, das Faltrad passt auch in den kleinsten Kofferraum.
Der zweite damit zusammenhängende Vorteil: Falträder können nicht gestohlen werden. Denn sie sind immer dabei.Bei Besprechungen, im Kaffeehaus, ja auch im Kino oder Theater.
Nach einem Jahr intensivem Gebrauch versteh ich nicht, warum nicht weitaus mehr Menschen diese unglaublich urbane und Freiheiten eröffnende Form der Mobilität nutzen.
Zum Abschluß höre ich jetzt schon die drängende Frage: “Also was jetzt, Birdy oder Brompton?”
Der größte Vorteil beim Brompton: Es ist einfacher und schneller zu falten, sowie im gefalteten Zustand eindeutig kleiner, und passt wirklich unter jeden Schreibtisch, verschwindet in jeder Ecke. Demgegenüber sieht das Birdy im gefalteten Zustand wie nach einem Unfall aus.
Wer also täglich die Kombination Faltrad-Öffis wählt, wird eindeutig zum Brompton tendieren.
Technisch ist das Birdy eindeutig anspruchsvoller, moderner und aufgrund seine Steifigkeit sowie der vielen Gänge (bis zu 24) auch besser für Überlandfahrten geeignet.
Bleibt als Auswahlkriterium die Ästhetik. Hier muß wohl jeder seine eigenen Vorlieben entdecken.
Die Begeisterung wird sich beim Radeln bei beiden einstellen. Garantiert.
(meine Mobilitätskolumne für den falter)
Seitdem fahre ich damit, beinahe täglich, mit noch wachsender Begeisterung.
Ich versuche also kurz meine eindeutige Parteilichkeit pro Brompton zu verdrängen und schwinge mich auf das Birdy von Riese und Müller.
Auch in Darmstadt stehen technisch versierte Unternehmerpersönlichkeiten hinter dem Faltrad.
Ausgangspunkt ihrer Garagenfirma waren augerechnet “Ohrenwärmer”, den vom jungen Markus Riese entwickelten Hot Ears, um im Winter unter dem Fahrradhelm nicht zu frieren.
Gemeinsam mit Heiko Müller entwickelte er zunächst in einer Diplomarbeit das birdy. Dann war irgendwie Pause, denn ähnlich wie beim Brompton verweigerten die Banken jegliche Finanzierung; (was einmal mehr die unglaublich innovationsfeindliche Finanzierungskultur Europas zeigt)
Den Durchbruch brachte die Globalisierung: George Lin, ein Taiwanese stand bei einer Ausstellung vor dem Birdy und war begeistert. Er übernahm Finanzierung und Rahmenfertigung, und die Darmstädter-taiwanesische Erfolgsgeschichte begann.
Was kann das birdy (und was kann es sogar besser als das Brompton)?
Wer auf beiden gesessen ist muß neidlos anerkennen: Mit dem Birdy fährt man eindeutig stabiler; dafür sorgt sein steifer Rahmenbau, aber auch die etwas grösseren Laufräder, sowie die doppelte Federung. Sowohl hinten wie auch vorne, ähnlich der legendären “geschobenen Schwinge” von BMW-Motorrädern in den 50er Jahren federt auch das Vorderrad Unebenheiten ab und erhöht deutlich die Fahrqualität. Ein weiterer Vorteil: Die Bremsen. Beim Brompton eher allzu “klassisch” bietet das Birdy serienmäßig die bewährten V-Bremsen, oder auch Wunsch sowie mit Aufpreis auch Scheibenbremsen. Die ziehen immer zuverlässig. Auch bei strömendem Regen.
Nicht bloß die Sattel-(wie beim Brompton) sondern auch die Lenkstange ist in der Höhe verstellbar.
Auch das Zubehör besticht: z.B.der kompakte Birdy-Koffer, indem das gesamte Faltrad platz findet. Zusätzlich kann dieser zum Anhänger umfunktioniert werden, das Fahrrad wird so zur Zug”Maschine” für den Koffer.
Preislich beginnt das Birdy bei 1170 Euro.
Wer das Besondere schätzt, wird zur 14 gängigen Innen-Nabenschaltung Marke “Rohloff” (noch so ein “hidden champion”) tendieren.
Diese allein kostet zwar schlanke 900 Euro Aufpreis, dafür hat sie verglichen mit den üblichen Gangschaltungen kaum Verschleiss, da sie sprichwörtlich in ein Ölbad gebettet ist.
Für technische Feinschmecker eben.
Packtaschen für hinten wie vorne machen das Birdy zu einem vollwertigen Erstrad, welches auch für längere Touren bestens geeignet ist.
Egal ob Birdy oder Brompton. Falträder haben zwei unglaubliche Vorteile.
Sie sind in weniger als einer Minute ein - und wieder ausgefaltet und können so problemlos auch wähernd der Stoßzeiten in U-Bahn oder auch Bim (z.B. wenn es zu regnen beginnt) mitgenommen werden.
Oder: Fährt man an Wochenenden Freunde am Land besuchen, muß man sich weder erkundigen ob der Zur Fahrräder mitnimmt, noch dafür ein extra Ticket lösen.
Oder auch (ich gebs gern zu): wenn der Abend länger wird, und jemand ist mit dem Auto da, das Faltrad passt auch in den kleinsten Kofferraum.
Der zweite damit zusammenhängende Vorteil: Falträder können nicht gestohlen werden. Denn sie sind immer dabei.Bei Besprechungen, im Kaffeehaus, ja auch im Kino oder Theater.
Nach einem Jahr intensivem Gebrauch versteh ich nicht, warum nicht weitaus mehr Menschen diese unglaublich urbane und Freiheiten eröffnende Form der Mobilität nutzen.
Zum Abschluß höre ich jetzt schon die drängende Frage: “Also was jetzt, Birdy oder Brompton?”
Der größte Vorteil beim Brompton: Es ist einfacher und schneller zu falten, sowie im gefalteten Zustand eindeutig kleiner, und passt wirklich unter jeden Schreibtisch, verschwindet in jeder Ecke. Demgegenüber sieht das Birdy im gefalteten Zustand wie nach einem Unfall aus.
Wer also täglich die Kombination Faltrad-Öffis wählt, wird eindeutig zum Brompton tendieren.
Technisch ist das Birdy eindeutig anspruchsvoller, moderner und aufgrund seine Steifigkeit sowie der vielen Gänge (bis zu 24) auch besser für Überlandfahrten geeignet.
Bleibt als Auswahlkriterium die Ästhetik. Hier muß wohl jeder seine eigenen Vorlieben entdecken.
Die Begeisterung wird sich beim Radeln bei beiden einstellen. Garantiert.
(meine Mobilitätskolumne für den falter)






























