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Warum regieren und bloggen keine einfache Kombination ist

Schon wieder so eine lange Pause am blog.
Zurecht gibts Kritik via postings.
"Das also ist die versprochene Bürgernähe".
Bevor ich jetzt (un-)heilige Eide schwöre, dass ab jetzt alles besser wird, bzw. mich auf die fehlende Zeit ausrede möchte ich das wahre Problem beleuchten.
Und das soll jetz keine Ausrede, keine Entschuldigung, sondern bloß eine Erklärung sein.
Bisher war es relativ einfach hier am blog. Vorschläge, Ideen entwickeln, und sie hier zur Diskussion stellen.
Die Letztverantwortung der Umsetzung trug die Regierung.
Die konnten wir gelegentlich unter Druck setzen, aber formale (Regierungs-)Macht hatten wir keine.
Jetzt ist das anders.
Jetzt können - müssen - wollen - werden wir ganz viel selbst umsetzen.
Gemessen werden wir ab jetzt nicht vordergründig an unseren Vorschlägen und Ideen, sondern daran, was sich tatsächlich ändert.
Und jetzt kommt die Kunst des politischen Handwerks ins Spiel.
Frühzeitig eine vielleicht noch im Detail unausgegorene Idee hinauszuposaunen bringt zwar Öffentlichkeit, ruft aber oft massiven Widerstand bei jenen hervor, die für die umsetzung dieser Idee gebraucht werden: Bezirke, Beamte, Interessensgruppen, der Koalitionspatner in all seiner Vielschichtigkeit.
Drum gehts jetzt bei (vorerst) so:
Idee mit Beamten akkordieren,
Finanzierung sicherstellen
Zustimmung jener einholen, die man für die Umsetzung braucht
rechtliche Fragen abklären (das zählt oft zum Mühsamsten und Langwierigsten)
Abklärung mit anderen Gebietskörperschaften
u.v.m.
Darf ich das an einem konkreten Beispiel illustrieren.
Die vehemente Förderung von Radverkehr und Radkultur ist ein (bei weitem nicht der einzige) Schwerpunkt.
Eine Maßnahme daraus: Fahrradstrassen.
Das sind derzeit (von Autos) wenig befahrene Nebenstrassen, die für Radfahrer insofern beschleunigt werden sollen, indem Radler dort Vorrang bei Kreuzungen bekommen, und Autos nur mehr zufahren können.
Schon vor Wochen wurde mit den zuständigen Magistratsabteilungen vereinbart, daß noch heuer diese Fahrradstrassen, vorerst 3-5 Pilotprojekte realisiert werden.
Die genaue Ausgestaltung hängt von der kommenden STVO-Novelle im Parlament ab.
Sowohl vom Magistrat wie von uns wurden dazu einige Vorschläge gemacht, diese werden derzeit geprüft, mit den Bezirken besprochen und auch mit Fahrradorganisationen diskutiert.
Diese Gespräche könnten ja ergeben, daß die eine oder andere der vorgeschlagenen Straßen nicht optimal geeignet ist, andere Routenführungen vorgeschlagen werden, etc.
Hier frühzeitig Unausgegorenes öffentlich zu kommunizieren, erzeugt bei vielen Betroffenen, die von solchen Ideen nicht unbedingt begeistert sind, rasch einen Reflex: "na, die lassma anrennen - Njet"
Dann wirds extrem mühsam.
Die Bundesregierung führt uns gerade diese Nummer vor.
Statt dessen: In vielen Gesprächen können Mißverständnisse ausgeräumt, Vertrauen hergestellt, und auch "gesichtswahrende Kompromisse" gefunden werden.
Gestern ereilte mich auch der empörte Anruf eines betroffenen Bezirkspolitikers, denn eine Tageszeitung hatte davon Wind bekommen (was kein Wunder ist, wissen darüber sicherlich schon mehr als 100 Menschen bescheid) und er hätte konkrete Fragen dazu bekommen, ohne genau zu wissen...
Was fiele mir ein, solches einem Journalisten "zu stecken"
Ich hatte es nicht "gesteckt", die mißstimmung konnte ausgeräumt werden, in dem Fall scheint es jetzt gut zu gehen, verschiedene Zeitungen greifen jetzt das Thema auf, morgen Früh wird sogar der Ö3 Wecker darüber berichten.
Das war jetzt nur eine Kurzzusammenfassung des Projektes "Fahrradstraßen"
Deren Realisierung ist mir wichtig, und ich will mir nicht das Veto roter wie schwarzer Bezirksvorsteher einfangen, nur deswegen, weil sie nicht rechtzeitig informiert wurden.
Dutzende ähnlich gelagerter Projekte sind in Vorbereitung.
Nicht nur im Planungs- und Verkehrsressort, auch in der Bildungspolitik.
Unsere "Schule der Zukunft" soll an einem konkreten Standort umgesetzt werden.
So ist es mit dem Bildungsressort und dem Stadtschulrat besprochen.
Es gibt auch schon einen Vorschlag für eine konkrete Schule.
Deren Direktor und Leherer/innen sollen das aber nicht durch einen Journalisten ( oder hier "von oben?" via blog) erfahren, sondern in einem direkten Gespräch, wo ihnen auch das konkrete Konzept vorgestellt wird, und sie letzlich ja, oder auch nein sagen können.
Dieser Beitrag würde jetzt sehr lang werden, und selbst dann könnte ich nicht alle Projekte, die derzeit in Vorbereitung sind beschreiben.
So, und was heisst das?
Wo bleibt die Information, die Bürgerbeteiligung?
Das wollen und müssen wir jetzt Schritt für Schritt entwickeln, und dafür gibts kein einfaches Patentrezept.
Heute wollte ich einmal die Gründe darlegen, die während der ersten Wochen unserer Regierungsarbeit dazu geführt haben, dass nicht automatisch alles hinausposaunt wird.
Es ist mir aber völlig bewußt: So ists auch nicht gut.
Darf ich sagen, hier lernen wir?
Umsetzung sicherstellen, ohne Transparenz einzuschränken.
Derzeit konzentrieren wir uns noch auf Ersteres.
Lernen die Spielregeln des Magistrats, die "Eigenheiten" des Koalitionspartner kennen.
Das mag noch ein wenig dauern.
Befriedigend ist der Zustand nicht.
Hier wird uns einiges einfallen müssen.
Ein wenig Routine, die sich mit der Zeit einstellen wird, mag sicher helfen.

EinLetztes:
Ich hab mich sehr gefreut, hier zum besten Politikerblog gewählt worden zu sein.
Ich nehm das auch als Auftrag.
Eines jedenfalls hab ich schon gelernt: Aus Regierungsposition einen ehrlichen blog zu schreiben, ist gar nicht einfach
haarmeno (Gast) - 26. Jan, 19:29

naja.

man muß nicht immer strittige oder potenziell problematische details ausplaudern (insbesondere nicht den genauen ort der realisierung)....
daß man an fahrradstraßen irgendwo in wien arbeitet, ist glaub ich kein solches... und andere kommen mMn auch in obigem artikel überhaupt nicht vor(!)

besonders detailiert muß das ja (vorerst) garnicht sein... aber IRGENDWAS schreiben, hätt ich mir schon auch gleich nach dem beginn der legislatourperiode erwartet.

cc - 26. Jan, 19:34

@haaremo

aber "IRGENDWAS" schreiben, interessiert weder mich, noch "meine Leser
und trotzdem gelob ich Besserung!
sigi (Gast) - 29. Jan, 13:02

im schlimmsten fall schreibt man halt über Projekte in Afrika. ;-)
haarmeno (Gast) - 30. Jan, 22:44

offensichtlich interessierts doch, siehe teacher post... ;)
Walter Gröbchen (Gast) - 26. Jan, 19:37

Eh. Aber.

Die Niederungen und Mühen des Alltags: tagespolitische Pragmatik und Kompromißfähigkeit vs. alternative Vision und reale Durchsetzungsfähigkeit... Die Kunst liegt wohl darin, sich nicht zwischen diesen Polen zerreiben zu lassen. Und dann wäre ja auch noch die Aussenwirkung, basierend (auch) auf mehr oder minder geschickter Kommunikation... Glückauf!

P.S.: Fehlt noch der Blog-Eintrag zu den ersten kulturpolitischen Signalen und Weichenstellungen der Wiener Grünen... ;-)

Klaus Werner-Lobo (Gast) - 27. Jan, 00:08

Fehlt noch, stimmt, da bohrst du in einer Wunde. Und zwar meiner. Aus den Gründen die Christoph beschreibt, wobei ich den mit der Zeit nicht als Ausrede sondern als Faktum ebenfalls ins Treffen führe. Aber ich gelobe Besserung: Wird nachgereicht.
Bretterbauer (Gast) - 10. Feb, 03:44

Das Musical ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK - Buch: Gabriel Barylli nach einer Idee von Hera Lind - erzählt von Sehnsüchten, Träumen und der Suche nach einem erfüllten Leben. Im Mittelpunkt steht die erfolgreiche Fernsehmoderatorin Lisa Wartberg. Ausgelastet durch ihre Karrierepläne vernachlässigt sie ihre Mutter Maria. Die lebenslustige alte Dame fühlt sich abgeschoben und beschließt kurzerhand, ihre neue große Liebe Otto Staudach in New York unter der Freiheitsstatue zu heiraten. Heimlich besteigt das Paar ein Kreuzfahrtschiff. Bei dem Versuch, ihre Mutter aufzuhalten, trifft Lisa auf Axel Staudach und dessen Sohn Florian. Beide wollen ihren Senior ebenfalls zurückholen. Auf hoher See nimmt dann eine turbulente Geschichte mit Verwechslungen und Selbsterkenntnissen ihren Lauf… (und jetzt werfen wir einen Blick auf diese Verteilungs-Statistik des Wiener Kulturbudgets)
Jürgen Koprax (Gast) - 26. Jan, 19:47

Informationsvorteil

Ist die Idee hinter transparenter Politik nicht genau der Punkt, dass man vor dem Beginn eines Projekts darüber informiert wird, um etwaige bedenken zu äußern und pros und cons ehrlich und nachvollziehbar gegenüberzustellen?

martin (Gast) - 26. Jan, 19:54

teilhabe ade

zusammengefasst sollten die grünen bekennen: der selbstgewählte begriff der "teilhabe" ist nicht mehr aktuell. Die Grünen glauben (im guten SInne) wie die SPÖ "es besser zu wissen" - und wollen Gutes verordnen. Werden wir sehen, ob das positiv weitergeht oder eine neue grüne Illusion ist, weil eben nicht alles verordnet werden kann.
sigi (Gast) - 29. Jan, 13:07

gewissermaßen versteh ich, dass man noch nicht ausgemachte Projekte nicht ausplaudert, sondern sie erst erstellt. Sobald sie dann ausgearbeitet sind, kann man die Bürgerbeteiligung dazuschalten, um dann noch Änderungen vorzunehmen.

die spö ist halt leider so gestrickt, dass sie leicht auf die Bremse steigt, wenn zu viel darüber in den Medien berichtet wird. Schließlich will sie ja ihr eigenes Profil beibehalten.
e9325827 - 26. Jan, 20:00

Lieber viel Regierungs-Erfolg als viele Blog-Posts

Sehr geehrter Herr Chorherr,

Bloggen und Regieren geht wohl wirklich nicht gut zusammen, die Gründe dafür haben Sie sehr gut dargestellt. Ich habe Ihr Blog auch immer mit viel Freude gelesen, es mir hat auch früher schon öfter interessante Einblicke in das politische Handeln eröffnet (und nicht nur Ideen zur Diskussion gestellt).
Gewählt habe ich Sie aber nicht, damit Sie weiterhin bloggen, sondern mit dem Wunsch, dass Sie regieren. Daher habe ich kein Problem damit, dass es hier ruhiger wird.

Ich freue mich natürlich auf jeden weiteren Blog-Post, wünsche Ihnen vor allem aber viel Erfolg in den nächsten Jahren!

martin (Gast) - 27. Jan, 06:07

Bloggen ist wichtig!

Ich sehe nicht den Widerspruch zwischen Bloggen und Regieren. Ja, es gibt Einschränkungen, aber momentan ist es schon absurd.

Einige Beispiele, was meiner Meinung nach Sinn machen würde:

* Linie 13:
Auf der Grünen Website wird für heute eine Veranstaltung zur Linie 13 - 13A angekündigt: http://wien.gruene.at/termine/24893
Na was spricht dagegen, hier im Blog dieses Thema bereits vorab im Detail zu erörtern: Link zum Volltext der Studie, die wichtigsten Pro/Contra Standpunkte erläutern - eine Debatte hier ermöglichen etc.

* Geheimstudien:
Wieso nicht dafür sorgen, dass ALLE Studien, die im neuen Vassilakou Ressort beauftragt werden, im Volltext abrufbar werden (und die früheren Schicker-Studien gleich mal as soon as possible - statt sie in den Schreibtischladen verkümmern zu lassen.

* Ampelkataster:
Veröffentlichung zu allen Wiener Ampeln mit möglichst genauer Darstellung, inwieweit die Ampeln von Öffis beeinflusst werden können ("Durchfahrt mit normaler Geschwindigkeit" oder andere Formen). Dann weiss auch ich als Normalbürger, wie es um "meine" Linie bestellt ist - und ich kann mich konkreter dafür einsetzen, dass etwas verbessert wird.

* Statusbericht zu allen Grünen Projekten anhand des Beispiels "Radstrassen":
a) Kurzbeschreibung, worum es geht in 5 Zeilen
b) aktueller Stand: "Vorgespräche mit Fachexperten bis Mai 2011"
c) next step: "Ausarbeitung von 5 konkreten Musterprojekten"
d) Bürgerbeteiligung/Information: "Projekt wird in einer Abendveranstaltung + Ausstellung präsentiert, sobald 5 Musterprojekte in Grundzügen vorliegen"
e) Umsetzung: geplant für 2012
f) Kontakt für Anfrage/Vorschläge/Feedback: Name von Politiker oder Experten
g) Backgroundinfos. Links zu anderen Städten, wo es das schon gibt
h) Top-Problemstellungen
i) Kostenschätzung

Dieser Statusbericht soll natürlich nicht hier im Blog stattfinden, sondern eher auf der Grünen Website - aber von hier im Blog muss es dann einen Link dorthin geben - und vom Blog würde ich mir dazu doch einige persönliche Impressionen von CC erwarten - z.B. Info über Städte, wo es das schon gibt oder Schilderung, wenn ein Bezirk besonders positiv mittut etc.

Sorry für das lange Posting, wollte aber mal aufzeigen, dass Bloggen und Regieren kein Widerspruch ist. PS: Was wurde eigentlich aus den online gesammelten Ideen aus den letzten 2 Jahren "Radlücken" und "Öffi-Box"? Wurden die User-Kommentare evaluiert? Gibt es einen Bericht, was umgesetzt wurde bzw. was davon in den nächsten 2 Jahren angegangen wird?

Last but not least: Angesichts der Grünen Regierungsbeteiligung wäre es nun wirklich sinnvoll, den Blog hier "aufzuräumen" und neue Themenlinks anzugeben. "23 Projekte 2001" und "Wahlkampf 08" etc. sind nicht mehr passend. Jetzt müsste es heissen: Verkehr 2011, Stadtplanung 2011, Bildung 2011.
e9325827 - 27. Jan, 17:06

@martin - zugegeben, gute Ideen

@martin - Sie haben recht, es gibt eigentlich wirklich einige Möglichkeiten.

Die Beispiele, die Sie aufzeigen (zu Informationsveranstaltungen vorab Details aufbereiten und bekanntgeben, öffentliche & unbeachtete aber ev relevante Infos den interessierten Blog-Lesern zugänglich machen, kurze eher allgemeine Statusinfos geben zu aktuellen Projekten) könnten eigentlich alle funktionieren, sind aus meiner Sicht gute Punkte.
axel grunt - 26. Jan, 20:27

vertrauen

hallo christoph,
mich einem anderen posting anschließend: ich hab dich nicht zum bloggen gewählt, sondern zum pragmatischen umsetzen guter ideen.
ansonsten hast du mein volles vertrauen!
alles gute weiterhin
axel

elchivo (Gast) - 27. Jan, 17:07

andere politik

hallo christoph,

ich schließ mich hier martin an - finde es total schade, dass Du mit dem argument "regieren ist anders" genau in die richtung gehst, die Du vorher so kritisiert hast... ich weiss schon, dass ein unnötiges vorpreschen nicht immer dienlich ist aber zwischen ein paar noch nicht gereifte ideen posten und die wähler/bewohner vor vollendete tatsachen gibt es schon noch einen mittelweg - wir wollen eben NICHT, dass alles still und heimlich zwischen euch ausgemacht (und viele dinge/überzeugungen dann gar eingetauscht werden - das erinnert zu sehr an rot/schwarz)... ich denke schon, dass es wichtig ist, dass ihr genau kommuniziert, was ihr wollt und warum dann (von mir aus) auch mal ein kompromiss rausgekommen ist... das schadet auch den roten ned!
ihr habt euch transparenz auf die fahnen geheftet, also bitte enttäuscht uns in diesem punkt nicht...

lg,
elchivo
sirrobyn (Gast) - 26. Jan, 20:38

anders kommunizieren

hallo christoph,
ich finds ja schon toll, dass du deine inneren widersprüche hinsichtlich politischer kommunikation hier teilst.

und es ist absolut verständlich, dass du und ihr in deiner/eurer neuen rolle anders kommunizieren müsst.

vielleicht ist es ein weg,
1. über solche posts wie diesem dein publikum über diese neue notwendigkeit bzw. restriktion der kommunikation aufzuklären.
2. das publikum darüber zu informieren, was die allgemeine agenda ist und woran jetzt gerade (ganz allgemein formuliert) gearbeitet wird.
3. über welche schnittstellen sich interessierte auch an der lösungsfindung für die gerade anstehenden themen beteiligen können (also nix publikum, sondern engagement).
4. das publikum vom ergebnis zu den einzelnen themen zu unterrichten (abseits von platten erfolgsmeldungen) und dabei auch auf den prozess einzugehen, was liess sich durchsetzen, was wurde verhindert etc.

das würde hinsichtlich politischer kommunikation für mich schon mal einen grossen unterschied machen.

anonym (Gast) - 26. Jan, 21:48

Danke für die Information!

Lieber Herr Chorherr!


Danke für die Information! Ich weiß jetzt nicht, was ich sagen soll. Ich denke, ich sage:

Jetzt erst einmal einarbeiten! Es sind noch 4,5 Jahre Zeit bis zur nächsten Wahl, da kann noch viel gemacht werden. So, wie es momentan ist, wie Sie richtig sagen, ist es unbefriedigend. Transparentes Regieren wäre tatsächlich wünschenswert. Doch: Man will halt nicht immer von Beamten blockiert werden.

Die Beamten sollen nicht blockieren, sondern exekutieren! Die Beamten sind nicht die Legislative, sondern die Exekutive.


Leider ist es in Österreich immer noch so, dass in der Realität die Exekutive immer noch gleich viel zu sagen hat (wenn nicht oft sogar mehr) als die Legislative.

One Brick (Gast) - 26. Jan, 22:16

Den Arbeitsstil der Roten habt ihr schnell gelernt und übernommen. Noch ist Dir das unangeneh, aber in ein paar Monaten wird Dir das nicht mehr auffallen. So wie das bisher läuft bin ich pessimistisch, das die Grünen eine neue politische Kultur bringen.

theres (Gast) - 27. Jan, 08:01

ich mag das!

lieber christoph chorherr,
vielen dank für die erklärenden worte! sie erzeugen transparenz, für mich führen sie auch zu verständnis und geduld. die neue stadtregierung kann (noch) nix für die amtswege, die sie beschreiten muss.
diese transparenz hätte ich gerne universell.
viel erfolg!
theres

der h. (Gast) - 27. Jan, 12:26

ihr müsst euch

von dieser mauschelei mit amtsgschaftelhubern ablösen.
hinter versclossenen türen verhatschte kompromisse ausverhandeln und dann das volk vor vollendete tatsachen stellen ist genau dass was wir nicht wollen
die wichtigtuer müssen sich halt irgenwannmal doch an den paragraph eins der verfassung gewöhnen.

coyote (Gast) - 27. Jan, 14:02

Zu "Radstrassen" ...

Radstrassen sind nach meiner gar nicht bescheidenen Meinung (nach bald 40 Jahren "Radfahren-auf-der-Straße" und > 150 000 km) die beste Maßnahme zur Verbesserung der Radverkehrssituation in Wien:

Ein Paradebeispiel dafür: die Hasnerstraße in Ottakring !
Sie existiert seit gut 30 Jahren und könnte als Modell dienen.
Ähnliche Straßen wurden leider durch Schrägparken und ARGUS's erfolgreiche Überzeugungsarbeit, dass 3,80m für Radfahren-gegen-die-Einbahn eh genügen, zerstört (z.B. die Goldschlagstrasse).

Letzten Samstag fuhr ich mit meiner 5-jährigen Tochter von der Schmelz zum Yppenplatz einkaufen: Brüsslgasse zur Hasnerstraße, Hasnerstraße zum Gürtelradweg, Friedmanngasse, Gasslwerk, fertig.

Auf dem Rückweg wollte ich direkter fahren, da wir schon etwas durchfroren waren: Friedmanngasse gen Westen, Deinhardsteingasse, .....
Endstation !
Ein Labyrinth aus gegenläufigen, den Richtungssinn ändernden Einbahnen versperrte uns den Weg. Allesamt frei von Verkehr und breit genug, allesamt nicht geöffnet. Ich kann mit einem 5-jährigen Kind problemlos eine Schienenstraße queren, aber nicht in diese einbiegen, mich in der Fahrbahnmitte einordnen, um danach links abzubiegen (das schaffen heutzutage nicht einmal erwachsene RadlerInnen !).

In Autokring wie in vielen anderen Bezirken Wiens scheint man "Radfahren-gegen-die-Einbahn" nicht als Mittel zur Enthinderung des Radverkehrs, sonder als Trick zur Durchsetzung von Schrägparkzonen (Tauschpfand für die Grünen ? Sind die Grünen so deppert, dass sie darauf einsteigen ?) zu praktizieren.
Während Einbahnen mit 5+ m Breite mit geringem Verkehr aber keinem Parkplatzvermehrungspotential (z.B. 1040 Karolinengasse, 1170 Zeillergasse) nicht geöffnet werden, erlebt man "Einbahnöffnungen", wo vorher keine Einbahn war (z.B. 1160 Friedmanngasse, Arltgass/Schuhmeierplatz, Wurlitzergasse,...) aber nachher eine Restfahrbahn mit kaum 4m bei Schrägparken (also real weniger).

Wir brauchen ein Radverkehrs-Lügenschlußprogramm in Wien !

sigi (Gast) - 29. Jan, 13:15

Trennung von Rad, und Autoverkehr

finde ich auch sehr sinnvoll.
Und früher oder später glaub ich werden dass die Autofahrer auch einsehn, dass getrennte Hauptverkehrswege auf Vorteile für die Autofahrer mit sich bringt. Zumindest würde die Unfallgefahr sinken.

Nur eines darf nicht sein: für Radstraßen, sollte dann auch die komplette Straße für Radfahrer zur Verfügung stehn, und nicht ein Teil. Jedenfalls sollte man dann nicht auf beiden Seiten Schrägparker einführen. Das wäre gefährlich und unangenehm für Radfahrer. Sonst wären das keine Highways und schon gar keine Radstraßen, die nur für Radfahrer da ist. Für die Fußgänger reicht der Gehsteig aus.

Eine Fußgängerzone mit Radstraße zu kombinieren wäre fatal!
Philipp (Gast) - 27. Jan, 16:59

Transparentes Regieren

Lieber Christoph Chorherr! Genau das ist ja das Problem. Fordern kann jeder - aber eine konkrete Umsetzung ist da schon wesentlich schwieriger.
Ich kenne das aus eigener Erfahrung da ich Raumplanung an der TU Wien studiere.
Es ist natürlich sinnvoller Details eines greifbaren Projekts zuerst mit den Zuständigen (Anwohner, Bezirk, Interessenvertreter, Parteikollegen, ..) zu besprechen als in die breite Öffentlichkeit hinauszuposaunen - auch wenn man noch so viel Lust darauf hat (kenne das selbst) - die Mühlen der Raumplanung/Verkehrsplanung malen nun einmal langsam - aber beständig.

Ich bin jedoch der Meinung dass allgemeine Informationen [wie zB die Planung von Radstraßen mit Erklärung der Vorteile (Nachteile)] ohne Probleme in diesem Blog (bzw. öffentlich) kommuniziert werden könnten.
Ich kann mich hier nur dem Eintrag von 'martin (Gast) - 27. Jan, 06:07' - Stichwort 'Geheimstudien', 'Ampelkataster', 'Bürgerbeteiligung' anschließen.

Ach ja und wegen 'bester Politikerblog' - verdienter erster Platz würd ich mal sagen.
Generell würde ich mir persönlich halt wünschen dass sich die Stadtregierung mit den Begriffen Government und Governance auseinandersetzt - aber das ist eine andere Sache .. :)
In diesem Sinne wünsche ich eine gute Zusammenarbeit mit den Koalitionskollegen.

teacher - 28. Jan, 21:40

Lieber cc

Ihr seid eine einzige Katastrophe!
DAs ist nicht meine persönliche Meinung, aber das ist, was meine Schüler in der siebten Klasse AHS von euer Politik halten.
Vor 10 Jahren waren die Grünen cool, heute der HC.

Was macht ihr bloß für die jungen Burschen?
So wenig wie die Schulen. Die lachen über euch, wenn wir z.B. über Wirtschaftspolitik reden.
Überlegt in eurer Partei irgendwer, ob ihr die jungen Männer irgendwie ansprecht?
Überlegt ihr in eurer zukünftigen Schule, wie die Interessen der Jungs abgedeckt werden?
Die Mädchen schweigen, die Burschen lachen über eure Politik - ihr verspielt gerade die neue Generation und ihr merkt es nicht einmal.

lg teacher

sigi (Gast) - 29. Jan, 13:18

was schlägst du vor sollen die Grünen genau machen?
was fordern die Burschen denn?
teacher - 30. Jan, 12:18

Ich kann mir nicht den Kopf der Grünen zerbrechen.
Ich war erschüttert, wie heftig ablehnend die Stimmung in der (männlich dominierten) Klasse gegenüber den dominierenden Ideen der Grünen war.

Plötzlich hatte ich den Gedanken: HC gewinnt, weil die Jungs keine brauchbare Opposition sehen.

Ich zerbreche mir schon den Kopf, wie Schule Burschen ansprechen müsste. Wir haben nämlich das gleiche Problem, wir haben momentan auch kein attraktives Angebot (Ausnahme: Informatik, Sport).

Was sie fordern? Soweit gehen die Überlegungen nicht, sie wollen abgeholt werden.

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