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Der Pellets-Schweinezyklus

Die Medien waren in den letzten Monaten voll mit Meldungen über drastische Preissteigerungen bei pellets.
Jetzt hat (von denselben Medien kaum berichtet) ein drastischer Preisverfall eingesetzt.
Vielleicht sollten wir das bekannte Phänomen des Schweinezyklus in Pelletszyklus unbenennen.
Was ist passiert.
In den letzten zwei Jahren erlebten Pelltes und Pelletsöfen, v.a. durch die drastischen Ölpreissteigerungen unglaubliche Zuwachsraten.
Pelltes, ein eher jungen Produkt wurde kurzfristig knapp, und die Produzenten und Händler schraubten die Preise drastisch in die Höhe.
Zusätzlich, weil Nachfrage und dann auch Preise derart stiegen, wurden Millionen investiert um europaweit - auch in Österreich - zusätzliche Erzeugungs-Kapazitäten zu schaffen.
Das ist passiert, und es dauert eben nur ein knappes Jahr, bis bei einem grossen Sägewerk die Investitionen installiert sind, um Späne zu Pellets zu verarbeitet .
Die hohen gestiegenen Pelltespreise im letzten Jahr liessen daraufhin den Absatz von Öfen in Österreich total einbrechen, zusätzlich gibts einen warmen Winter und jetzt beträchtliche Überkapazitäten (auf Jahre).
Die Preise werden also bis auf weiteres tief bleiben.
Trotzdem ist der Imageschaden beträchtlich.
Denn in den Köpfen der Menschen sind Pellets jetzt "teuer" .
That`s capitalism, stupid.
maschi - 9. Mär, 11:15

Aber geh...

... Kopf hoch. Der Ölpreis unterliegt genau demselben Zyklus. Und wenn er fällt, werden es auch nicht gerade die Grünen sein, die darauf hinweisen...

That's just typically human, stupid.

Martin Winkler (Gast) - 9. Mär, 12:04

Hmm, ich habe den Schlusssatz von Herrn Chorherr auch mehr als Kritik an den Anbietern aufgefasst, die das ganze hätten vorhersehen können - die haben sich ja auch selbst den Markt beschädigt.

Allerdings schafft dies nicht einmal die bei weitem professionellere Öl-Industrie - die haben ja auch die Erschließung neuer Ölfelder eine Zeit lang "verschlafen".
Gérard (Gast) - 9. Mär, 11:42

Zum Glück gibt's den Kapitalismus

Was wäre denn die Alternative zu den guten, alten Gesetzen von Angebot und Nachfrage? Ein Gesetz, das die Verwendung von Pellets (Solar, Fahrrädern etc.) vorschreibt etwa? Fixe Preise, die eine Einheitspartei diktiert?

Nein Danke, gerade dieses Beispiel (steigende Nachfrage - steigende Preise - höhere Attraktivität für Unternehmen - mehr Angebot - sinkende Preise usw.) zeigt, wie gut eine Marktwirtschaft und der Kapitalismus eigentlich funktionieren können!

Anderes Beispiel: haben die Bio- und Reformkostläden zum Bio-Boom der letzten Jahre geführt? Nein, das war der böse Kapitalist Wlaschek mit seinem Billa (Ja! Natürlich), der die Zeichen der Zeit erkannt und seinen Vorteil gesucht hat. Die Konkurrenten (heute haben alle Diskonter Bio-Waren im Angebot) sind gefolgt.

Auswüchse des Kapitalismus können und sollen sachlich kritisiert und Verbesserungsvorschläge dargelegt werden, aber prinzipiell hat die Menschheit noch nichts Besseres erfunden.

Markus Gansterer (Gast) - 9. Mär, 12:04

kapitalismus ist nicht gleich marktwisrtschaft!

kapitalismus ist nicht gleich marktwisrtschaft!

siehe: //de.wikipedia.org/wiki/Marktwirtschaft
und: //de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus
maschi - 9. Mär, 12:23

Aha.

Die eine Definition (der Marktwirtschaft) betont etwas mehr die Arbeitsteiligkeit. Die andere Definition (des Kapitalismus) betont etwas mehr das Privateigentum an Produktionsmitteln.

Der Begriff "Kapitalismus" ist seit jeher wesentlich mit der Vorstellung verknüpft, dass es grosser Kapitalakkumulation bedarf, um grossindustriell produzieren zu können. So verstanden wäre Kapitalismus vermutlich ein mit der Vorherrschaft des Industrialismus eher endenwollendes Konzept, wohingegen die Marktwirtschaft aus meiner Sicht selbstverständlich auch in der anbrechenden Zeit der Vorherrschaft des "Humankapitals" fröhliche Urständ feiern wird.

Wesentlicher erscheint mir, dass Marktwirtschaft der neutralere Begriff für die herrschende Wirtschaftsordnung ist, wohingegen "Kapitalismus" als Kampfbegriff verwendet wird und vielleicht sogar als kommunistischer Kampfbegriff geschaffen wurde, da fehlt mir aber jetzt das etymologische Vorwissen...

Der tiefere Sinn des Ausrufs "Kapitalismus ist nicht gleich Marktwirtschaft!" will sich mir aber trotz alldem nicht auf Anhieb so recht erschliessen... bitte daher um mehr "Aufklärung". Schon wieder so ein mehrdeutiger Begriff. :-)
saxx (Gast) - 9. Mär, 13:02

Abgesehen von der Vermischung zweier Temini

hat Gérard aber vollkommen recht: Hat denn jemand eine bessere Idee? Nein? Gut, dann nicht drüber aufregen.
Gérard (Gast) - 9. Mär, 20:46

Begriffsklärung :-)

Mir ist durchaus bewusst, dass diese beiden Begriffe nicht als Synonyme verwendet werden können. Trotzdem bedingen sich Kapitalismus und Marktwirtschaft gegenseitig bzw. ist ein Modell vom anderen abhängig. Ohne Privateigentum und Eigennutz der Unternehmer (Kapitalismus) ist keine echte Marktwirtschaft (freies Spiel von Angebot und Nachfrage, Konkurrenz) möglich.

Mischformen sind in der Realität immer die Regel und nicht die Ausnahme, da es (bis auf den Schwarzmarkt!) keine echte, freie Marktwirtschaft gibt, die nicht irgendwie geregelt wäre.

Aber zurück zu den Pellets: mir ist der Chorherr'sche Schlusssatz eben nicht klar. Warum soll der Kapitalismus (bzw. die Marktwirtschaft) daran schuld sein, dass der menschliche Horizont so beschränkt ist?

maschi - 10. Mär, 19:48

Die Konjunktur selbst...

... also das regelmässige Auf und Ab des Wirtschaftswachstums ist im Grund auch nichts anderes als eine Art Schweinezyklus "im Grossen". Es scheint der in Märkten wirkenden Psychologie grosser Gruppen eben eigen zu sein, dass es sowas wie kollektive Manie gibt, die dann wieder von einer kollektiv wirkenden Depression abgelöst wird. Und eigentlich möchte ich auch gar nicht einfach behaupten, dass es jedenfalls besser wäre, wenn dem nicht so wäre sondern immer alles gleichmässig dahinlaufen würde. Ich denke eher, dass sich die Evolution bei der Konstruktion unserer Psychologie schon etwas "gedacht" haben wird. Wir brauchen vielleicht einfach nur noch eine Weile, um diese Dinge auch mit unserem Grosshirn zu "begreifen" :-)

Das war es auch, was ich meinte, als ich weiter oben sagte, dass alles sei eben typisch menschlich und hat eigentlich wenig mit "Kapitalismus" oder sonst irgendeinem "Ismus" zu tun.
pellets (Gast) - 17. Aug, 09:17

Deiser Titel - Pellets Schweinezyklus

Jop so ist es ein ewiger Kreislauf aus Angebot und Nachfrage und genau das belebt die Marktwirtschaft. wieso auch nicht. Dann jetzt schnell PÜellets einlagern bevor die Preise im Herbst bzw. Winter wieder steigen.

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