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Atomkraft: Warum liest man darüber nichts?

Viel wird über eine angebliche Renaissance der Atomkraft geschrieben.
Machmal reichen paar ökonomische Fakten, um klarer zu sehen.
Der Preis für (knappes) Uran ist in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen als der Ölpreis.Im Klartext: Der Preis hat sich verfünffacht!

uranpreis

Dabei werden, im Vergleich vor zwei Jahrzehnten, derzeit nur wenige Atomkraftwerke zu bauen begonnen.
Der Anteil der Atomenergie an der Weltenergieerzeugung wird weiter sinken.
Und trotzdem ist Uran jetzt schon äusserst knapp, und der Preis explodiert.
Einmal mehr:An Investitionen in Energie-und Stromeffizienz kommen wir nicht vorbei.
maschi - 5. Jun, 11:01

Man liest darüber wenig...

... stimmt. Und vielleicht ausnahmsweise sogar deshalb, weil es ein Argument ist, das näherer Betrachtung nicht standhält.

Der Grund für dieses "Nichtstandhalten" des Arguments ist, dass der Preis des Urans für den Preis der resultierenden Kilowattstunde Strom - etwas salopp formuliert - *irrelevant* ist. Die benötigten Mengen sind im Vergleich zu "herkömmlichen" Energieträgern winzig und die Kosten für Atomstrom werden fast ausschliesslich durch Einmalkosten und laufende Fixkosten dominiert, nicht aber durch den Preis des Urans.

Daraus resultiert, dass der Preis des Urans sich munter weiter verdoppeln kann. Die einzige Konsequenz daraus wird sein, dass sich alternative Urangewinnungsmethoden, die sich bisher nicht gerechnet haben in Zukunft sehr wohl rechnen - und alle bisherigen Knappheitsprognosen über den Haufen werfen werden.

Ich bin kein besonderer Freund der Atomkraft - aber ein Freund guter Argumente.

gbtoe (Gast) - 5. Jun, 12:18

Anteil

hab mir dieselbe frage gestellt.. die frage des urankostenanteils an der nuklearen stromproduktion ist anscheinend ziemlich komplex, weil die alternative "wiederaufbereitung" hier hereinspielt.. hab aber nix konkretes dazu
@ heute lindenstraße: ich dachte, cc ist heute im openhouse //wien.gruene.at/mitmachen/open_house/, aber anscheinend wurde das geändert & gleichzeitig hat sich auch für mich kinderdienst ergeben.
eine face2face-begegnung würde ich trotzdem mal interessant finden.
maschi - 5. Jun, 13:27

Ein paar Links

//www.weltderphysik.de/de/3967.php - die als "sicher abbaubar bekannten Reserven" können mit 40 US$ Pro kg abgebaut werden. Dies sind die rund 2 Mio Tonnen an Reserven die üblicherweise genannt werden.

//www.kernenergie.ch/de/vorkommen.html#anchor_OMEBZC - Uran ist mit rund 5% am Atomstrompreis beteiligt - im Gegensatz zu chemischen Energieträgern wie Öl und Gas, die zu rund 70% im Strompreis kalorischer Kraftwerke enthalten sind - dh. als Milchmädchen-Überschlagsrechnung führt eine theoretische Verzwanzigfachung des Uranpreises zu einer Verdoppelung des resultierenden Atomstrompreises.

//www.weltderphysik.de/de/3967.php - Ein sehr großes Potentenzial besteht in der Gewinnung von Uran aus Meerwasser, was als technische Möglichkeit bereits mehrfach nachgewiesen wurde. Gegenwärtig schätzt man die Uranmenge im Meerwasser auf mehrere Milliarden Tonnen - dh nach Milchmädchen sind das etwa 1000x soviel wie die oben genannten "Reserven".

//www.kernenergie.ch/de/wirtschaft.html#anchor_HLCISG - Steigt der Preis noch um rund 50% gegenüber heute wird die Urangewinnung aus Meerwasser rentabel.
Gérard (Gast) - 5. Jun, 12:48

Atomanteil wird sinken?

Das glaub ich nicht, da es bisher keine Form der Energieproduktion gibt, die vgl.weise standortunabhängig große Mengen Energie herstellen kann. Wärmedämmung und Stromsparen sind nicht unwesentlich, wenn aber der immense Zuwachs an Energienachfrage der sich entwickelnden Länder in Betracht gezogen wird, dann muss wohl diesen Ländern zugestanden werden, auch Energie zu produzieren.

Vielleicht kann die Atomkraft (Fusion statt Fission) so weit entwickelt werden, dass sie einigermaßen sicher ist. Wobei ich langsam das Gefühl habe, dass Tschernobyl der erste Medienhype der Geschichte war. Weder wurde halb Europa durch Kontamination entvölkert, noch hat es massenhaft Genmutationen gegeben. Tatsächlich leben 20 Jahre danach noch immer Teile der Bevölkerung in der unmittelbaren Umgebung des ehemaligen Kraftwerks und ernähren sich von dem (dort sehr wohl) verseuchten Boden. Dass es in diesem Bereich bis heute erhöhte Krebsraten* gibt, liegt primär an der alten sowjetischen Vertuschungspolitik, die die Menschen nicht rechtzeitig gewarnt und evakuiert hat. -- In Ö. gab es damals eine massive, hysterische Angstmache. Als damalige Schüler haben wir geglaubt, verstrahlt, nicht mehr zeugungsfähig, todgeweiht etc. zu sein. Ein Lehrer ist allen Ernstes mit einem Geigerzähler auf den Markt gegangen und hat das Gemüse gemessen!

Diese Politik der Angst wird von bestimmen Interessensgruppen nach wie vor (auch zB. bei der Gentechnik) skrupellos eingesetzt. Fakten und Argumente sind mir im Zweifel lieber...

____
*) Interessant wäre ein Vgl. der Krebstoten in der Ukraine durch Verstrahlung und der durch Rauchen. Polemisch? Find ich nicht.

Terroristin - 8. Jun, 19:42

Vermutlich liest man darüber nichts,weil sich die Menschen mit so langfristigen Problemen nicht beswchäftigen wollen. Das gilt auch für so mittelfristige Probleme wie Pensionssicherung. Vor allem ältere Menschen - und das ist auch das Gros der Politiker - tendieren dazu sich mit Problemen, die sie selbst nicht m ehr betreffen auch nicht zu beschäftigen (letzeres habe ich mal Prof. Rosemayr gelesen)..

a.m (Gast) - 12. Jun, 00:37

schön zu höhren. hoffentlich steigt der Preis weiter

sebastian (Gast) - 15. Jun, 19:57

5 katrinas....

wünsch ich mir hintereinander, damit der Sprit einen Euro teurer wird, als jetzt.
coyote (Gast) - 12. Jun, 11:07

Wovon das Überleben auf dem Planeten abhängt...

... die "unverrückbaren Randbedingungen", die "Sachzwänge",
das "what", das alles andere zu einem blossen "how" degradiert:

//news.orf.at/070601-12926/

Wer hält eine Mernschheit für überlebensfähig, bei der sich Intelligenz
nicht als Normalzustand sondern als bemerkenswerte Ausnahmeerscheinung
manifestiert ?

PS: Das Blechsakko heisst "Auto" - und manche brauchen Schulterpolster für ihr
schmales Ego !

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