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Endlich: die neue Mariahilferstraße

so soll die Mariahilferstrasse bald aussehen:

Mariahilferstrasse_c02

und so wird es organisiert:

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vergrössern? anklicken!

Zwei Jahre gabs intensive, auch sehr kontroversielle Beratungen und Diskussionen.
Sehr viele (verständliche) Interessen wurden artikuliert: Anwohner wg des befürchteten Verdrängungsverkehr, existierende Garagen auf der Mariahilferstrasse, Geschäftstreibende,Lieferverkehr, und vor allem.
Ziel ist ja nicht nur eine neue Strasse, die vor allem Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist, sondern darüber hinaus: Eine starke Verkehrsberuhigung im gesamten 6. und 7. Bezirk.
Jetzt liegt ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch.
Drei wichtige, ergänzende Fragen sollen in lokal abegrenzten Volksbefragungen von den Anwohnern entschieden werden.
Diese betreffen die (möglichen bzw unterbundenen) Querungen für Autos (siehe Skizze), sowie die Linienführung des 2A.
Unsere Meinung ist klar: Wir hielten es für gut, würde dort durch gestürzte Einbahnen bzw Sackgassen der PKW Durchzugsverkehr gänzlich zugunsten der Fußgänger unterbunden werden.
Aber hier werden die Anwohner/innen das letzte Wort haben.
Ich halte dieses Vorhaben, die stärkste Geschäftsstrasse Österreichs umzugestalten, den Autoverkehr weitestgehend zu reduzieren, Fußgängern den gesamten Straßenraum zu übergeben und Radfahrern in beiden Richtungen die Befahrung zu ermöglichen für einen großen Wurf der Verbesserung des öffentlichen Raumes in Wien.

Und hier zur Sicherheit (und ausnahmsweise) die gesamte Presseinformation, da ich weiss, daß viele auch Details interessieren.

Die Entscheidung ist gefallen: Die Innere Mariahilfer Straße wird im Bereich zwischen den Querungen Karl-Schweighofer-Gasse bzw. Stumpergasse / Kaiserstraße weitgehend den FußgängerInnen zur Verfügung gestellt. Damit bekommt Wien einen zeitgemäßen, großzügigen FußgängerInnen-Boulevard mitten im Zentrum. Die dicht bebauten Bezirke gewinnen dadurch öffentlichen Raum. Eine Chance, die Lebens- und Wohnqualität in Mariahilf und Neubau weiter aufzuwerten.
FußgängerInnen brauchen auf der Mariahilfer Straße dringend mehr Platz zum Gehen. Neue Grünräume und konsumfreie Zonen werden die Aufenthaltsqualität der PassantInnen erhöhen und zum Verweilen einladen.
Die Lösungen für den Verkehr basiert auf den Ergebnissen des BürgerInnendialogs, der im vergangenen Herbst in den Bezirken Mariahilf und Neubau durchgeführt wurde. Dabei brachten tausende WienerInnen ihre Interessen, Ideen und Bedürfnisse ein. Besonders wichtig war den AnwohnerInnen, dass auch Verkehrslösungen für die angrenzenden Bezirke berücksichtigt werden. Gemeinsam mit Verkehrsplaner haben nun die Bezirke Mariahilf und Neubau ein Modell entwickelt, das diesen Ansprüchen gerecht wird.

Maria Vassilakou, Wiens Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin: „Mit der Neugestaltung der Mariahilfer Straße wird eine der beliebtesten Straßen der Stadt massiv aufgewertet. Damit bekommt Wien einen zeitgemäßen FußgängerInnen-Boulevard, mitten in der Stadt.“

Renate Kaufmann, Bezirksvorsteherin Mariahilf:
“Eine verkehrsberuhigte Mariahilfer Straße steuert einem Kaufkraftverlust in Richtung der Shopping Zentren entgegen. Die Einkaufsstraße muss für Fußgänger optimiert werden, damit sich die Menschen wohlfühlen, der Einzelhandel floriert und nicht an den Stadtrand verdrängt wird.“

Thomas Blimlinger, Bezirksvorsteher Neubau: „Die Lebensqualität im 7. Bezirk wird nicht nur in der Mariahilfer Straße, sondern aufgrund der begleitenden Maßnahmen auch innerhalb des Bezirks weiter steigen.“
Die Verkehrsorganisation

Neugestaltung betrifft gesamte Innere Mariahilfer Straße

Grundsätzlich wird die Innere Mariahilfer Straße weitgehend den FußgängerInnen zur Verfügung gestellt. Die Möglichkeit des Radfahrens in angepasster Geschwindigkeit wird in beiden Richtungen und im gesamten Bereich möglich sein. Ebenso bleibt die derzeitige Linienführung des 13A erhalten. Auch der Lieferverkehr wird im gesamten Bereich zu bestimmten Zeiten möglich sein. Die Lieferzeiten für die Betriebe vor Ort werden gemeinsam mit der Wirtschaftskammer fixiert. Für den 2A sowie bestimmte Querungen wird es eine AnrainerInnen – Befragung geben.

Die verkehrsberuhigte Mariahilfer Straße Neu kann in zwei Bereiche unterteilt werden:
FußgängerInnenzone zwischen Andreasgasse und Kirchengasse. Hier gibt es keine privaten Stellplätze bzw. Garagen, so daß es auch keine Fahrerlaubnis (Zu- und Abfahrt) geben wird.
In den anderen Bereichen ist das Zufahren zu den genehmigten Stellplätzen mit einer speziellen Berechtigung möglich. Die Zufahrtsregulierung wird in einer Machbarkeitsstudie geprüft und in Zusammenarbeit mit den Bezirken umgesetzt.

Die derzeit dem Fließverkehr und parkenden Autos zur Verfügung stehenden Flächen werden großteils zum Raum für FußgängerInnen, aber auch für ausgeweitete Ladezonen wird es mehr Platz geben. Damit entsteht insgesamt mehr Platz und somit mehr Aufenthaltsqualität für alle BenutzerInnen.
Begleitmaßnahmen:
Verkehrsberuhigung im 6. und 7. Bezirk
Diverse Veränderungen der Einbahnsysteme in beiden Bezirken



2. Phase der BürgerInnenbeteiligung beginnt – AnrainerInnenbefragungen werden durchgeführt
In der 1. Phase der BürgerInnenbeteiligung hat die Stadt Wien die Bedürfnisse und Interessen der unterschiedlichen NutzerInnengruppen der Mariahilfer Straße erhoben.

Auf Basis des nun zugrunde liegenden Verkehrskonzeptes startet die 2. Phase der BürgerInnenbeteiligung zu folgenden Verkehrsmaßnahmen. AnrainerInnen-Befragungen zu folgenden Bereichen werden durchgeführt:

Linienführung des 2A
Verbindung Otto-Bauer-Gasse / Zieglergasse
Verbindung und Verkehrsmaßnahmen Schottenfeldgasse / Webgasse

Danach startet die Planung der Oberflächengestaltung der Mariahilfer Straße gemeinsam mit den BürgerInnen. In einem speziellen Verfahren werden die Grundlagen dafür erarbeitet, wie die Mariahilfer Straße in Zukunft konkret aussehen soll.

Zeitplan
AnrainerInnenbefragung zu den oben genannten Punkten Jänner 2013
Start des Planungsverfahrens mit BürgerInnenbeteiligung ab April 2013 (bis Juni 2013)
Umsetzung des bezirksübergreifenden Verkehrskonzepts im Sommer 2013
Ausschreibung der Neugestaltung der Mariahilfer Straße auf Basis der BürgerInnenbeteiligung
Bauliche Neugestaltung in Etappen ab Frühjahr 2014

Boom in den Städten, Landflucht.Alternativen zum Pendeln

Das ist eines der wichtigsten Videos über die Entwicklung Österreichs.

Quelle: Statistik Austria

anklicken und Video starten


Sieht man sich die (erwartete) Entwicklung genau an, ist klar zu erkennen:
das stärkste Bevölkerungswachstum ist im Speckgürtel Wiens, sowie in und rund um allen urbanen Regionen zu erwarten.
In weiten Teilen unseres Landes hingegen nimmt die Bevölkerung ab.

Die Ursachen sind vielfältig und sehr komplex, die Auswirkungen fundamental.
Jeder, der hier eine simple Lösung anbietet, ist ein Scharlatan.
Jedenfalls wäre es sehr klug, wenn sich die Politik genauer mit dieser Entwicklung beschäftigen würde.

Denn die Konsequenzen sind fundamental:
Wir in Wien müssen und wollen für eine beträchtlichen Bevölkerungszuwachs gerüstet sein.
Jährlich wächst in die Wr. Bevölkerung um 15 000 - 20 000 Menschen.
Ein beträchtlicher Teil davon kommt aus den oben blau markierten Abwanderungsregionen.
Das heisst enormer Druck, zum Bau neuer Wohnungen, Schulen, Parks, Kindergärten etc.
Nur um diese Zahl zu verdeutlichen: In den nächsten zwei Jahrzehnten muss Wien die 2. größte Stadt Österreichs mitten innerhalb der Grenzen Wiens bauen.

Gleichzeitig stehen in weiten Teilen Österreichs viele dieser Strukturen (Schulen) entweder leer, oder sind jedenfalls unternutzt.
Zusätzlich pendeln allein nach Wien täglich rund 300 000 Autos ein, mit allen negativen Konsequenzen, die sich daraus ergeben: Nicht nur Umweltbelastung sondern auch Verschwendung von Lebenszeit sowie Vergeudung öffentlicher wie privater Kosten)

Ich möchte gemeinsam mit meinem burgenländischen Landtagskollegen Michel Reimon zwei Reformen vorschlagen.
Sie lösen das Problem nicht, können aber im gewünschten Sinn Veränderungen bewirken.

1.) Wer, wenn auch nur wenige Tage, in Österreichs Peripherie lebt erkennt sehr oft: Die digitale Erschliessung ist erbärmlich.Leistungsfähige Internetverbindungen sind ganz selten vorhanden, gerade dies jedoch könnte für gar nicht wenige Jobs die einfachste Voraussetzung sein.

breitband3

Österreich hinkt beim Breitbandausbau internationalen Entwicklungen immer weiter nach.

Das wäre eine (auch finanziell) überschaubare langfristige Entwicklungsstrategie ländlicher Regionen.
Statt Mrd öffentlicher Mittel in Ortsumfahrungen und Kreisverkehre zu stecken, zügig speziell für die Regionen gute Breitbandverbindungen herzustellen.
Motto: Das Angebot erzeugt die (derzeit noch kaum vorhandene) Nachfrage.
Das wäre ein Baustein einer sinnvollen regionalen Entwicklung.


2.) Schaffung dezentraler Gemeinschaftsbüros Wiener Betriebe, "Working-Outlets" in der Region um zumindest für 1-3 Tage eine Alternative zum Pendeln zu eröffnen.

coworking

Genauer: Für jene sehr vielen Tätigkeiten, die Arbeit am Computer bzw Telefon bedeuten, ist es nicht zwingend notwendig, an allen 5 Tagen an den Arbeitsplatz in der Stadt zu kommen.
Es war ein Fehler der Diskussion in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, angesichts der Möglichkeiten der Telekommunikation vom "death of distance" zu träumen, und davon auszugehen, dass physische Nähe zur Erfüllung der Erwerbsarbeit überhaupt nicht mehr nötig ist.
Wir alle wissen. Informelle Gespräche, physische Präsenz ist notwendig.
Aber: Nicht zwingend an allen 5 Tagen die Woche.
Schon heute finden sich einige wenige Arbeitgeber, auch Großunternehmen, die gelegentliches Arbeiten zu Hause zulassen.
Unser Vorschlag : In vorhandenen Bauten am Land, ob in Neusiedl, Zwettl, Mistelbach oder Wulkaprodersdorf statten verschiedene Unternehmen "Co-Working-spaces" aus, wo an einigen Tagen der Woche Menschen ihrer Arbeit nachgehen können, ohne in die Stadt pendeln zu müssen. An diesen Orten sind sie auch nicht alleine, ausreichende Büroinfrastrultur wird angeboten, sichere Datenleitungen sind vorhanden, man pendelt nicht zwei Stunden täglich oder mehr, sondern fimndet wenige minuten vom Wohnort eine Alternative vor.
Vorreiter für so eine Entwicklung müßten mittlere und grössere Unternehmen sein, die solche Projekte ermöglichen, und ihren Mitarbeiter/innen aus der Region solches auch erlauben.
So könnte relativ rasch Zehntausenden Pendlern zumindest 1-3 Mal/Woche Lebenszeit geschenkt werden, die Umwelt wird entlastet und die Region ein wenig gestärkt.

Abschliessend: Diese zwei Maßnahmen lösen in keinster Weise ein Mega-Problem, das öffentlich kaum diskutiert wird.
Aber sie bieten erste Schritte.
Und eröffnen Raum für eine sehr wichtige Debatte.

Befreit die jungen Männer! Wider die Wehrpflicht

full

Wenn ich einen flammenden Aufruf zur Abschaffung der Wehrpflicht halte, sind ein paar biographische Anmerkungen angebracht.
Ich selbst war in Summe mehr als ein Jahr beim Heer.
Als naiver 17-Jähriger habe ich mich (ja ich weiss, selbst schuld) für eine Reserveoffiziers-Ausbildung entschieden.
Nach einem Jahr Ausbildung bin ich etliche Male zu Übungen eingerückt.
Ich kenne also das Heer auch aus eigener Erfahrung.

Es gibt tausend Argumeten pro/contra Wehrpflicht.
Mir ist eines das wichtigste. Mit Abstand.
Was macht ein Heer, jedes Heer mit jungen Männern?
Wie prägt, verändert es sie?

Das Wesen jedes Heeres ist totaler Gehorsam.
Ohne diesen ist kein Krieg zu führen. Wer läuft sonst freiwillig in ein feindliches MG Feuer?
Es ist ein Hauptziel jeglicher Militär-Ausbildung: Diesen unbedingten Gehorsam herzustellen.
Das geistlose Exerzieren, der Drill, die Schikane, das unhinterfragte Akzeptieren jedes "Befehls" von oben, niemals Hinterfragen,schlicht: "den Mund halten und gehorchen" das ist Kern jedes Militärs.
Anders kann auch nicht Krieg geführt werden.
Das wird erlernt, tage-, wochen-, monatelang.
Und das hat Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Gerade in Österreich, wo der Obrigkeitsstaat besonders tief verankert ist, wo Widerspruchsgeist, abweichende Individualität und Zivilcourage historisch besonders schwach ausgeprägt ist, hier richtet diese "Ausbildung" an zehntausenden jungen, prägsamen Jugendlichen eine besonders verheerende Wirkung an.
Jeder junge Mann, dem man das erspart ist ein Gewinn für die Demokratie.
Je früher, je besser.
Katastrophenschutz, soziale Dienste, all das ist wichtig, und eine Gesellschaft kann und muß das sicherstellen. Aber nicht als Subziel einer allgemeinen Wehrpflicht.
(Wie das gehen könnte, möchte ich in einem eigenen Beitrag beleuchten)
Heute möchte ich v.a. jenen widersprechen, die von einer "Zivilisierung" des Heeres durch die allgemeine Wehrpflicht sprechen.
Das Gegenteil geschieht: Eine Entdemokratisierung der Gesellschaft.

Grüne Baummörder? Eine Replik auf Ursula Stenzl

Ursula Stenzl, ÖVP Berzirksvorsteherin im 1. Bezirk hat uns in einem Kommentar im Standard "Baummörder" genannt, uns etliches unterstellt und unsere Radpolitik kritisiert.
Dem habe ich, ebenfalls im Standard geantwortet.

Hier am Blog mein Text:


Ursula Stenzel behauptete an dieser Stelle, für einen „Luxusradweg am Ring“ sollten 91 Bäume gefällt werden.Das ist nachweislich falsch!
Worum geht’s? Der bestehende Radweg an der Innenseite der Ringstraße ist der mit Abstand meistbefahrene Wiens. Um diesen zu entlasten sind zusätzliche Innenstadtquerungen kurz vor Eröffnung, außerdem wird auch auf der Außenseite des Rings, teils in der Nebenfahrbahn, teils in der Reiterallee ein zusätzlicher Radweg errichtet. Es ist uns Grünen dabei ein besonderes Anliegen, Bäume maximal zu schonen. Deswegen wird bloß ein Baum, noch dazu ein kleiner kränkelnder im Schatten einer sehr schönen, grossen Platane auf der Höhe des kunsthistorischen Museums gefällt. Zwei weitere werden wenige Meter versetzt.
Bäume sind ausnehmend wichtig in der Stadt, für die Luftqualität, zur Abkühlung und deswegen wird in vielen neuen Stadtstraßen, die derzeit in Planung sind, ob am Nord- oder Hauptbahnhof Alleen selbstverständlich angelegt.
Aber Bäume sind Lebewesen, die ins Alter kommen. Es ist Aufgabe des Stadtgartenamtes, Alleen zu pflegen und alte Bäume, rechtzeitig, bevor bei Stürmen morsche Äste oder gar Stämme Menschen erschlagen können, durch junge zu ersetzen.
Das geschieht in Wien seit Jahrzehnten. Wer die Ringstraße entlangflaniert erkennt das. Hier stehen sehr grosse alte Bäume neben vielen jüngeren. Alleen zu zu pflegen und zu verjüngen ist kein "Baummord" sondern vorsorgende Aufgabe der Stadt.
Anders sieht es mit den Parkplätzen aus:
Im Unterschied zu Kopenhagen, München oder auch Berlin gibt es in Wien viele weitaus engere Strassen. Wenn wir den Radverkehr deutlich erhöhen möchte muss mehr Platz geschaffen werden.
Da es jedoch weder zulasten von Fußgängern noch zulasten des öffentlichen Verkehrs erfolgen soll, und bestehende Straßen nicht verbreitet werden können, heißt mehr Platz für Radler gelegentlich eine Spur weniger für den Autoverkehr oder eben Entfall von Parkplätzen.
Das hat bisher zu manchen Protesten geführt und wird es auch in Zukunft tun.Dabei muss es Kompromisse geben. Von allen.
Deswegen sind wir auch nicht dem Ratschlag von Radfahrorganisationen gefolgt, den gesamten neuen Ringradweg in der Nebenfahrbahn zu führen. Das hätte rund 400 Parkplätze gekostet und auch etliche Standplätze von Reisebussen hätten weichen müssen.
Ja, auch dieser neue Radweg ist ein Kompromiss, weiter werden folgen.
Unser Ziel ist aber klar: Mehr Fußgänger - und Radverkehr, noch besssere Öffentliche Verkehrsmittel und deutlich weniger Autos in der Stadt.
Das muss das Ziel sein, nimmt man den Aussteig aus der Fossilwirtschaft sowie Klimaschutz ernst, und will man eine Stadt mit hoher Lebensqualität, die auch für Kinder sicher ist.
Womit wir beim absurden Radlerbashing sind.
Jährlich sterben in Österreich rund 400 Menschen im Verkehrsgeschehen, Zehntausende werden teils schwer verletzt.
Radfahrer sind wie Fußgänger Opfer und nicht Täter dieses Geschehens, das hat schlicht physikalische Gründe.
Warum gibts zwar laute Proteste gegen Radler, die manchmal Verkehrsregeln nicht einhalten, wenn aber wie heuer wiederholt Autofahrer Kinder am Zebrastreifen niedermähen, ist es höchstens eine kleine chronikale Meldung.
In aller Klarheit: In eine Stadt, von der wir träumen, und die wir Schritt für Schritt in Wien realisieren wollen, gibt es weit weit weniger Verletzte und Tote als heute, einfach weil es weniger Autoverkehr gibt.
Schritt für Schritt: Es ist auch kein Naturgesetz, dass auf der Ringstrasse dreispurig Autos fahren. Lange wird es nicht mehr dauern, bis es auch dort zu größeren Veränderungen kommt.

ja/nein Abstimmungen - eine grüne Kontroverse

Wie soll unsere Demokratie weiterentwickelt werden?
Was spricht für/gegen verpflichtende Ja/Nein Volksbefragungen?
Diese so wichtige Debatte wird nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb der Parteien geführt. Auch bei uns Grünen.
Daniela Musiol ist grüne Nationalratsabgeordete und unsere Demokratiesprecherin.
Ich schätze sie sehr, auch wenn ich in einem sehr wichtigen Punkt, der verpflichtenden Volksbefragungen nicht mit ihr übereinstimme.
Hier habe ich argumentiert warum.
Nicht nur Demokratiedebatten gehören öffentlich geführt.
Wir habens hier (in der schönen Parlamentsbibliothek) versucht:

Parkpickerl. Eine Entscheidung und eine Zwischenbilanz

Jetzt ist es entschieden.
Die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung kommt.
Ein Modell, das sich innerhalb des Gürtels eindeutig bewährt hat (Autoverkehr hat abgenommen) wird auf die Bezirke 12, 14, 15, 16, und 17 ausgedehnt.
Ab Herbst dieses Jahres.
Das ist aber nicht der Schlußpunkt.
Unter Einbeziehung von verschiedenen Verkehrsexperten, Bezirks- bzw. Stadtpolitikern wird die Weiterentwicklung und weitere Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftung beraten.
Und wenn ein Modell vorliegt, soll in geeigneter (stadtverfassungskonformer) Form darüber (und vielleicht auch über mehrere kommunale Fragen) eine Volksbefragung durchgeführt werden.
Die von der ÖVP angestrebte Volksbefragung kann so nicht durchgeführt werden. Sie betrifft (auch wenn es die Fragesteller verschleiern wollen) Gebühren, und Volksbefragungen darüber verbietet die Stadtverfassung.
Das halte ich auch für klug. Sonst sehen die Wiener Stadtfinanzen bald aus wie jene im reichen Kalifornien, wo der Staat pleite ist.
Jetzt ist es also endlich entschieden.
Zeit für eine Zwischenbilanz.
Kein Thema der rot/grünen Regierung hat mehr Aufmerksamkeit erhalten, als diese Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftung.
(Dass es weitaus wichtigere Themen gibt, werde ich in den nächsten Tagen hier beschreiben)
Wir werden u.a. dafür kritisiert, dass wir dies besser hätten kommunizieren können.
Hätten wir?
Ich sehe das anders.
Tatsächlich setzt die Parkraumbewirtschaftung eines konsequent um:
Die Reduktion des Autoverkehrs. Und die Stärkung des Öffentlichen Verkehrs, der Fussgänger und Radfahrer.
Damit die Stadt lebenswerter wird, Unfälle zurückgehen, die Luftqualität besser wird, und unsere Abhängigkeit von Erdölprodukten reduziert wird.
Dieses Programm versuchen fast alle grossen Städte der Welt.
Ähnlich wie in Wien ist es nirgendwo unumstritten.
Zurückdrängung des Autoverkehrs greift ins Verhalten vieler Menschen ein.
Man kann dann nichtmehr überall gratis parken.
Dagegen gibt es auch Widerstand.
Wie immer wir das kommuniziert hätten, viele Menschen wärne (wie auch jetzt) dafür, viele auch dagegen.
Es ist Aufgabe von Politik, breit zu diskutieren, abe auch zu entscheiden.
Das tun wir jetzt.
Das, was jetzt im Herbst eingeführt wird, steht im Regierungsübereinkommen, wurde ausführlich und breit beinahe zwei Jahre diskutiert und jetzt zügig umgesetzt.
Stockholm ist übrigens einen ähnlichen Weg gegangen. Erst wurde die Citymaut beschlossen und eingeführt. Dann, als konkrete Erfahrungen vorlagen, gab es eine Volksbefragung.
In diesem Fall ging sie mit Ja aus.
Moderne Verkehrspolitik in den meisten Städten der Welt wird diesen Weg der Verkehsrverlagerung weitergehen.
So auch in Wien.

Hier behauptet der Kurier Falsches

Zum Glück gibt's social media, da kann man gleich reagieren, wenn Jounalist/innen glatt Wahrheitswidriges behaupten.

Im heutigen Kurier kommentiert Daniela Kittner ganzseitig die angeblich "verkehrte Verkehrspolitik" der Grünen.
Und behauptet dort faktenwidrig:
"Abgesehen von den Polit-Troubles führt der grüne Fokus aufs Fahrrad oft auch sachlich auf Abwege. Beispiel Währinger Straße: Die Grünen wollten einen Fahrradstreifen. Dafür sollten Parkplätze weg. Die Wohnbevölkerung wollte jedoch ihre Parkplätze behalten. Also kam man auf die abstruse Idee, der Straßenbahn den eigenen Gleiskörper wegzunehmen und die Bim in den Auto-Stau zu schicken – und das auf der meistgenutzten Straßenbahn-Strecke Wiens."

Das ist völlig unwahr.
so wars, und man kann es sich bereits anschauen:
Radstreifen ist da, einige wenige Parkplätze mussten weichen, Gleiskörper wurde klarerweise nicht angerührt.
Dieser Vorschlag kam von den Geschäftsleuten, die Parkplätze behalten wollten.
wir haben das klarerweise abgelehnt.
ein Anruf von Frau Kittner hätte gereicht.
das hat aber offenbar nicht in den Plan gepasst.

Mehr am Dienstag, wo rot/grün die weitere Vorgehensweise zum "Parkpickerl" vorstellen wird.

PS: jetzt bin ich gespannt, ob und wie der Kurier das richtigstellen wird.

Endlich: Ehrliche Werbung

porsche

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